Bildungspaket (Beispiele)

Alle Kinder sollen von Anfang an mitmachen können,

ob in der Kita, der Schule oder in der Freizeit. Dafür gibt es das Bildungspaket...

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Das Bildungspaket Mitmachen möglich machen Kinder und Jugendliche brauchen gute Bildungs- und Teilhabechancen. Das gilt besonders, wenn sie in Familien aufwachsen, die wenig Geld haben. Das Bildungspaket hilft ­diesen Kindern, dabei sein zu können: Im Sportverein, in der Musikgruppe, beim Mittagessen in Kita und Schule. Außerdem gibt‘s Unterstützung für persönlichen Schulbedarf und Klassenfahrten. Und wer sich in der Schule schwer tut, bekommt eine Lernförderung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales möchte ­gemeinsam mit den Kommunen, Jobcentern und allen ­Partnern vor Ort erreichen, dass möglichst alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen von diesen Leistungen profitieren denn sie haben ein Recht darauf! Ich lade Sie herzlich ein: Informieren Sie sich, nutzen Sie die Angebote und helfen Sie mit, bedürftigen Kindern und Jugendlichen die Chancen zu geben, die sie verdienen. Auf den folgenden Seiten lesen Sie, welche neuen Chancen sich für die Mädchen und Jungen jetzt eröffnen. Und Sie erfahren, wie unkompliziert und einfach die Angebote des Bildungspaketes genutzt werden können. Kinder haben einen Anspruch auf das Bildungspaket, wenn sie bzw. ihre Eltern leistungsberechtigt nach dem SGB II (insbesondere Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) sind oder Sozialhilfe nach dem SGB XII oder nach § 2 AsylbLG oder Wohngeld oder den Kinderzuschlag nach dem BKGG bekommen. Das Bildungspaket gilt rückwirkend ab 1. Januar 2011. Auch für Leistungen, die bereits in Anspruch genommen wurden, kann bis zum 30. Juni 2011 eine Erstattung beantragt werden (für Familien, die Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, gelten abweichende Bestimmungen). Laura kommt jetzt im Englischunterricht besser mit. Erdkunde ist Lauras Lieblingsfach, außerdem mag sie Bruchrechnen und Diktate. Seit kurzem macht ihr sogar Englisch Spaß. Dabei hatte Laura lange Schwierigkeiten in diesem Fach, im Unterricht kam sie kaum mit und ihre Versetzung war gefährdet. Seitdem sie mittwochs zur Nachhilfe geht, hat sich das jedoch geändert. Dort hat sie einige Tricks gelernt, wie sie sich die Vokabeln leichter merken kann. Und bei den Hausaufgaben achtet der Nachhilfelehrer darauf, dass sie die Übungen richtig verstanden hat. In der nächsten Klassenarbeit will sie jetzt unbedingt eine bessere Note schaffen, damit sie in jedem Fall versetzt wird. Das Bildungspaket hat Lauras Fortschritte möglich gemacht. Und dazu beigetragen, dass ihr nun auch der Englischunterricht gefällt. Fast so gut wie Erdkunde. Lernförderung So machen Sie mit: F ragen Sie Ihr Kind regelmäßig nach den Ergebnissen von Klassenarbeiten, Tests und anderen Aufgaben. In welchem Schulfach hat es Probleme? Tipps für Lehrerinnen und ­Lehrer S prechen Sie mit den Lehrerinnen und Lehrern: Haben sie Tipps, wie Ihr Kind besser im Unterricht mitkommen kann? Gibt es an der Schule kostenlose Förderangebote? Wenn die Schule bestätigt, dass ein Kind ohne Förderung das Lernziel nicht schafft, bekommt es die Nachhilfe aus dem Bildungspaket bezahlt. Ist insbesondere die Versetzung gefährdet und gibt es an der Schule Ihres Kindes sonst keine Förderung? Dann kann Ihr Kind zur Lernförderung. Sprechen Sie die Familien früh auf Schwierig­keiten im Unterricht an. S tellen Sie im Jobcenter einen Antrag. Die Lernförderung gilt für ein konkretes Angebot, mehrere Nachhilfestunden oder einen ganzen Kurs. Informieren Sie bedürftige Familien über das neue Angebot! Es gilt für alle Schülerinnen und Schüler bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Um 7.45 Uhr geht es los für Niklas, sein Schultag beginnt. Mathe, Deutsch, Kunstunterricht und noch eine Doppelstunde Sport - so sieht der Stundenplan am Montag aus. Kein Wunder also, dass sich Niklas spätestens zur Mittagszeit auf die Kantine freut. Da gibt es ein warmes Mittagessen und außerdem kann er mit seinen Freunden zusammen sein. Das war früher anders: Da reichte das Geld nicht immer für das Schulmittagessen. Mittagessen in Kita, Schule und Hort So machen Sie mit: Tipps für Kitas, Schulen und Horte Die Kita, die Schule oder der Hort Ihres Kindes bietet ein regelmäßiges warmes Mittagessen an? Dann kann Ihr Kind jetzt mitessen. Dafür erhalten Sie einen Zuschuss. Bestätigen Sie bedürftigen Kindern die Anmeldung zum Mittagessen schriftlich. Den Zuschuss zum warmen Mittagessen in der Kantine zahlt das Jobcenter. Der Eigenanteil der Familien liegt bei einem Euro pro Kind und Tag. Informieren Sie leistungsberechtigte Familien über das neue Angebot! Kita- und Hortkinder, Kinder in Tagespflege sowie Schülerinnen und Schüler können den Zuschuss bekommen. Wenn Sie Ihr Kind zum Mittagessen anmelden, achten Sie darauf, dass Sie einen Beleg bekommen. Den brauchen Sie für das Jobcenter. Donnerstags freut sich Tobi besonders über gutes Wetter. Denn donnerstags ist Fußballtraining und bei gutem Wetter geht’s raus auf den Rasenplatz. Technik, Kondition und Torschüsse - so geht es dann zwei Stunden lang. Regelmäßig zu kicken ist nicht neu für Tobi. Bislang konnte er das aber nur im Sportunterricht oder auf dem Parkplatz, weil zu Hause das Geld für den Vereinsbeitrag fehlte. Das hat sich mit dem Bildungs­paket geändert. Jetzt spielt Tobi mit seinen Freunden in der C-Jugend. Sein Trainer achtet nicht nur darauf, dass die Regeln eingehalten werden, er gibt auch praktische Tipps. So hat Tobi schnell Fortschritte gemacht. Sein nächstes Ziel: ein Sieg am Samstag. Am liebsten bei gutem Wetter. Kultur, Sport und Freizeit So machen Sie mit: Mitmachen ist möglich in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit. Zehn Euro stehen jedem Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dafür monatlich zur Verfügung - zum Beispiel für Musikunterricht, den Fußball- oder Leichtathletikverein oder die Pfadfinder-Freizeit bzw. vergleichbare Freizeiten. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es interessant findet und ausprobieren möchte. Tipps für Vereine, Verbände, Initiativen Wenn Sie als Verein, Verband oder sonstiger Partner beim Bildungspaket mitwirken und bedürftigen Kindern ­Angebote machen wollen, wenden Sie sich bitte an das Jobcenter. Dort hilft man Ihnen weiter. Vielleicht gehen seine Freundinnen und Freunde in einen bestimmten Verein? Dann fragen Sie Ihr Kind, ob es dort auch Mitglied werden möchte. Erkundigen Sie sich auch in der Schule: Sind den Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht besondere Stärken oder Interessen Ihres Kindes aufgefallen? Sprechen Sie mit Ihrem Jobcenter. Dort bekommen Sie Tipps, wo Ihr Kind mit­machen kann. m Für Julia ist heute ein besonderer Tag: Ihre Klasse geht in den Tierpark - und Julia ist dabei. Die 4 a unternimmt regelmäßig solche Wandertage. Beim letzten Mal stand ein Besuch im Kindertheater auf dem Programm, ­davor ging es in den Kletterpark. Wie einige andere Kinder konnte auch Julia fast nie an den Tagesausflügen teilnehmen, weil das Haushaltsgeld dafür nicht ausgereicht hat. Das Bildungspaket macht ihre Entdeckungsreisen jetzt möglich. So verbringt Julia viel Zeit mit ihren Freunden. Und lernt neue kennen mit vier Beinen. Ausflüge in Kita und Schule So machen Sie mit: Tipps für Kitas und Schulen Nun kann Ihr Kind bei Tagesausflügen mitmachen, die Schule oder Kita organisieren - und zum Beispiel mit der Schule oder Kita Ausstellungen besuchen, ins Theater gehen, Schlösser und Burgen besichtigen oder Tretboot fahren. S ie haben für Ihre Kita-Gruppe oder Ihre Klasse einen Wandertag geplant? Je früher die Eltern davon erfahren, desto besser. Bitten Sie die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Sie frühzeitig über die nächsten Tagesausflüge zu informieren. Fragen Sie auch Ihr Kind regelmäßig, ob ein Wandertag ansteht. Informieren Sie in Ihrer Kita oder Schule über das neue Angebot. Es gilt für alle bedürf-tigen Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler. Wenn ein Tagesausflug oder eine Klassenfahrt geplant ist, melden Sie dies beim Jobcenteran. Auf Antrag bekommen Sie dort einen Gutschein oder die Kosten werden übernommen. Mehrtägige Ausflüge werden wie bisher bezahlt. Schulbedarf So funktioniert’s: Das Jobcenter überweist Ihnen insgesamt 100 Euro pro Schuljahr für den persönlichen Schulbedarf des Kindes: 70 Euro davon zu Beginn des Schuljahres und 30 Euro zum zweiten Halbjahr. I nformieren Sie sich: Zum Schuljahresbeginn geben Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer häufig Listen aus. Darauf steht, was Ihr Kind benötigt, um im Unterricht mitzumachen. Stifte und Hefte, Schnellhefter und Wasserfarben, Taschenrechner und Schulranzen - das sind nur einige der Dinge, die zum Schulbedarf gehören. Sie Ihr Kind regelmäßig, ob es alle notwendigen Schulmaterialien hat. Braucht es einen neuen Block, Hefte oder Tintenpatronen? Familien mit Anspruch auf Kinderzuschlag oder Wohngeld müssen hierfür einen gesonderten Antrag stellen. Schülerbeförderung So funktioniert’s: Einen Zuschuss zur Schülerbeförderung bekommen Schülerinnen und Schüler, die die nächstgelegene Schule des ge wählten Bildungsgangs besuchen und die auf Schülerbeförderung, z.B. mit dem Bus oder Zug, angewiesen sind, wenn deren Kosten niemand anderes übernimmt und soweit es nicht zumutbar ist, die Aufwendungen aus dem Regelbedarf zu bestreiten (Eigenanteil). Im Wesentlichen betrifft dies Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II (z.B. gymnasiale Oberstufe). Wenn Ihr Kind die Monatskarte auch privat nutzen kann, wird ein Eigenanteil angerechnet. Stellen Sie im Jobcenter einen Antrag. Sie bekommen den notwendigen Zuschuss dann direkt überwiesen. Einfach und unkompliziert: So funktioniert’s vor Ort. Das Bildungspaket gilt für alle Familien, die leistungsberechtigt nach dem SGB II sind (insbesondere Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) oder Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach § 2 AsylbLG erhalten. Die Abrechnung der Leistungen ist einfach und unbürokratisch. Die Umsetzung des Bildungspakets wird vor Ort in den Kreisen und kreisfreien Städten organisiert und kann gegebenenfalls von den dargestellten Verfahren abweichen. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bekommt, wendet sich für Leistungen aus dem Bildungspaket in der Regel an das Jobcenter. Dort wird es von den Kreisen und kreisfreien Städten umgesetzt. Auch bei Fragen zur Regelleistung (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) bleibt das Jobcenter Ihr Ansprechpartner. Dort stellen Sie Ihren Antrag und von dort wird Ihnen monatlich das Geld überwiesen. Für Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld, Kinder­zu­schlag oder Leistungen nach § 2 AsylbLG erhalten, sind die Jobcenter nicht zuständig. Die Kreise oder kreisfreien Städte (erreichbar z.B. im Rathaus, im Bürger­amt oder in der Kreisverwaltung) nennen diesen Familien den richtigen Ansprechpartner. Von Familien, die Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, nimmt die Familienkasse übergangsweise die Anträge entgegen. Alle Leistungen des Bildungspakets auf einen Blick Mittagessen in Kita, Schule und Hort Kultur, Sport und Freizeit Ausflüge in Kita und Schule Lernförderung Schulbedarf Schülerbeförderung Für Leistungsberechtigte nach dem SGB II (insbesondere Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) gilt: Wenden Sie sich bei Fragen an Ihr Jobcenter vor Ort. Dort hilft man Ihnen gerne weiter. Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld, den Kinderzuschlag oder Leistungen nach § 2 AsylbLG erhalten, nennen die Kreise und kreisfreien Städte (erreichbar z.B. im Rathaus, im Bürgeramt oder in der Kreisverwaltung) den zuständigen Ansprechpartner für das Bildungspaket. Von F­ amilien, die Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, nimmt die Familienkasse übergangsweise die Anträge entgegen. Informationen zum Bildungspaket erhalten Sie auch beim ­Bürgertelefon des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales unter 030 / 221 911 009 und unter www.bildungspaket.bmas.de ...

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