Beitragszahlung bei der Beschäftigung von Rentnern

Bei der Beschäftigung von Rentnern

gelten unter Umständen besondere Regelungen in der Sozialversicherung...

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Beschäftigung von Rentnern Geringfügige Beschäftigung. Altersgrenze und Altersrente. Als Arbeitgeber beurteilen Sie die Versicherungspflicht bzw. -freiheit für Ihre Beschäftigten, berechnen die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und führen diese an die Krankenkasse ab. Besonderheiten müssen Sie beachten, wenn Sie einen Rentner oder Pensionär als Arbeitnehmer beschäftigen. Grundsätzlich besteht auch für Rentner bei einer Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt Versicherungspflicht. Je nach Rentenart gibt es aber in den einzelnen Versicherungszweigen Ausnahmen. Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Rente wegen voller Erwerbsminderung. Hinterbliebenen- und Erziehungsrenten. Hinzuverdienst. Pensionäre - Beamte im Ruhestand. Sozialversicherungsfrei sind Beschäftigungsverhältnisse, die nur geringfügig ausgeübt werden. Dies gilt natürlich auch für die Beschäftigung von Rentenbeziehern und Pensionären. Geringfügig ist eine Beschäftigung, wenn das monatliche Entgelt die Grenze von 450 Euro nicht überschreitet. Geringfügig ist auch eine Beschäftigung, die von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr befristet ist. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt dann dabei keine Rolle. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beratungsblatt ''Geringfügige Beschäftigungen'', dass Sie sich unter www.firmenkunden.tk.de (Webcode 107132) herunterladen können. Erreichen der Altersgrenze. Geringfügige Beschäftigung Übersicht Rentenarten/Beitragsgruppen. Übersicht über die Regelaltersgrenze. Die Altersgrenze für die Regelaltersrente wird zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben. Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, von 2024 in Zwei-MonatsSchritten. Eine Übersicht finden Sie am Ende dieses Beratungsblatts. Bezieht ein Arbeitnehmer gleichzeitig eine oder mehrere Renten der gesetzlichen Rentenversicherung oder eine Pension, kann dies in der Sozialversicherung zu Besonderheiten führen. Solche besonderen Regelungen wollen wir Ihnen mit diesem Beratungsblatt erläutern. Ergeben sich darüber hinaus noch Fragen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Fachzentrum Mitgliedschaft und Beiträge gern für Auskünfte und Beratung zur Verfügung. Altersgrenze und Altersrente Eine Altersrente kann als Vollrente oder als Teilrente bezogen werden. 3.1 Krankenversicherung Vollrentenbezieher haben keinen Krankengeldanspruch. Daher werden die Krankenversicherungsbeiträge aus dem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent sowie dem TK-Zusatzbeitragssatz von 1,0 Prozent erhoben. Teilrentenbezieher können im Falle der Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld erhalten. Für solche Beschäftigten müssen Sie ebenfalls Krankenversicherungsbeiträge aus dem allgemeinen Beitragssatz Beschäftigung von Rentnern von 14,6 Prozent sowie dem TK-Zusatzbeitragssatz von 1,0 Prozent entrichten. 3.2 Rentenversicherung Bezieher von Vollrenten sind ab 1. Januar 2017 rentenversicherungspflichtig, bis sie die Regelaltersgrenze erreichen. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze müssen Sie für diese Beschäftigten lediglich den Arbeitgeberanteil an den Rentenversicherungsträger abführen. Bis zum 31. Dezember 2016 sind Bezieher einer Vollrente rentenversicherungsfrei. Bezieher einer Teilrente bleiben dagegen in vollem Umfang rentenversicherungspflichtig. 3.3 Arbeitslosenversicherung Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind, unabhängig von der Zahlung einer Altersrente, bis zum Ablauf des Monats zu zahlen, in dem der Beschäftigte die Altersgrenze für die Regelaltersrente erreicht hat. Bis zum 31. Dezember 2016 entrichten Sie nur den Arbeitgeberanteil. Für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021 entfällt dieser für Sie aufgrund des Flexirentengesetzes. 4. Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung Bezieher einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung sind in vollem Umfang versicherungspflichtig zur Kranken- und Rentenversicherung. In der Arbeitslosenversicherung besteht grundsätzlich auch Versicherungspflicht, es sei denn, die Arbeitsagentur hat festgestellt, dass der Beschäftigte aufgrund seiner Leistungsminderung der Arbeitsvermittlung auf Dauer nicht zur Verfügung steht. 5. Rente wegen voller Erwerbsminderung Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung müssen Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung entrichten. Da sie keinen Anspruch auf Krankengeld haben, ist in der Krankenversicherung der ermäßigte Beitragssatz zugrunde zu legen. Für die Arbeitslosenversicherung sind keine Beiträge zu entrichten, auch nicht der Arbeitgeberanteil. 6. Hinterbliebenen- und Erziehungsrenten Der Bezug von Witwen-, Witwer- und Waisenrenten oder einer Erziehungsrente hat keinen Einfluss auf die versicherungsrechtliche Beurteilung einer Beschäftigung. 7. Hinzuverdienst Bei Altersrentnern, welche die Altersgrenze für die Regelaltersrente bereits erreicht haben, gibt es grundsätzlich keine Einschränkung des zulässigen Hinzuverdienstes. Bei allen anderen Rentnern sind Hinzuverdienstgrenzen zu beachten, damit die Rente nicht geschmälert wird oder gar ganz wegfällt. Die Hinzuverdienstregelungen sind bei den einzelnen Rentenarten sehr unterschiedlich. Hinzu kommen zahlreiche Übergangsbestimmungen, deren Anwendung vom Beginn des Rentenbezuges abhängig ist, sowie Sonderregelungen für die neuen Bundesländer. Eine detaillierte Darstellung würde den Rahmen dieses Beratungsblattes sprengen. Bitte empfehlen Sie einem neuen Arbeitnehmer, der eine Rente bezieht, sich vor Aufnahme der Beschäftigung mit dem Rentenversicherungsträger in Verbindung zu setzen, um Rechtsnachteile zu vermeiden. 8. Pensionäre - Beamte im Ruhestand 8.1 Krankenversicherung Beamte im Ruhestand, die bei Krankheit Anspruch auf Beihilfe nach beamtenrechtlichen Vorschriften haben, sind in einer nebenher ausgeübten Beschäftigung krankenversicherungsfrei. 8.2 Rentenversicherung Rentenversicherungsfrei sind Pensionäre, wenn die Versorgung nach beamtenrechtlichen Grundsätzen wegen Erreichens der Altersgrenze gewährt wird. Den Arbeitgeberanteil an den Beiträgen müssen Sie allerdings entrichten. 8.3 Arbeitslosenversicherung Arbeitslosenversicherungspflicht besteht grundsätzlich auch für Beamte im Ruhestand, es sei denn, der Beschäftigte hat die Altersgrenze für die Regelaltersrente bereits erreicht. In diesem Fall zahlen Sie nur noch den Arbeitgeberanteil. Bis zum 31. Dezember 2016 entrichten Sie nur den Arbeitgeberanteil. Für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021 entfällt dieser für Sie aufgrund des Flexirentengesetzes. 9. Pflegeversicherung Alle Mitglieder, für die Beiträge zur Krankenversicherung aufgrund der Beschäftigung zu zahlen sind, haben auch Beiträge zur Pflegeversicherung aus dem Arbeitsentgelt zu entrichten. Der Beitragssatz beträgt unabhängig von der Rentenart 2,55 Prozent. Mitglieder ohne Kinder zahlen einen zusätzlichen Beitrag in Höhe von 0,25 Prozentpunkten. Ausgenommen sind Personen, die vor 1940 geboren wurden oder das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (Kinder-Berücksichtigungsgesetz). 10. Erreichen der Altersgrenze Wie bereits dargestellt, endet die Arbeitslosenversicherungspflicht generell mit Ablauf des Monats, in dem der Beschäftigte die Altersgrenze für die Regelaltersrente erreicht hat. In der Rentenversicherung besteht für einige Beschäftigte nach Erreichen dieser Altersgrenze Versicherungsfreiheit, auch ohne dass ein Altersruhegeld gezahlt wird. Dies ist der Fall, wenn der Beschäftigte bis zum Erreichen der Altersgrenze für die Regelaltersgrenze nicht rentenversichert war oder nach Erreichen dieser Altersgrenze eine Beitragserstattung aus seiner Rentenversicherung erhalten hat. Dabei handelt es sich um Personen, die keinen Anspruch auf Altersrente erworben haben oder nicht erwerben konnten. Auch in diesen Fällen müssen Sie aber den Arbeitgeberanteil der Rentenversicherungsbeiträge abführen. In der Krankenversicherung gibt es für diesen Personenkreis keine Sonderregelung. 11. Übersicht Die auf Seite 4 stehende Übersicht macht noch einmal deutlich, welche Beitragsgruppen bei den einzelnen Rentenarten in Frage kommen. 12. Meldungen Für Rentenbezieher und Pensionäre gelten die üblichen Meldevorschriften. Bitte denken Sie daran, dass bei einer Änderung der Beitragsgruppe durch Rentenbewilligung eine Ummeldung erforderlich ist. Meldungen für geringfügig Beschäftigte erstellen Sie bitte auch für Rentner und Pensionäre. 13. Lohnunterlagen Soweit Sie durch den Rentenbezug oder die Pension Ihrer Beschäftigten Besonderheiten beachten müssen, zum Beispiel Beschäftigung von Rentnern durch die Anwendung des ermäßigten Beitragssatzes in der Krankenversicherung, wenn nur der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung zu zahlen ist, wenn Arbeitslosenversicherungsfreiheit besteht, weil der Beschäftigte laut Bescheid der Arbeitsagentur aufgrund seiner Leistungsminderung der Arbeitsvermittlung dauerhaft nicht zur Verfügung steht, nehmen Sie die entsprechenden Unterlagen (Rentenbescheid, Bescheid der Arbeitsagentur usw.) in Kopie zu den Lohnunterlagen. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, Ihnen die entsprechenden Nachweise zur Verfügung zu stellen. Mit diesen Unterlagen können Sie bei einer Betriebsprüfung durch den Rentenversicherungsträger die Richtigkeit Ihrer versicherungs- und beitragsrechtlichen Beurteilung problemlos belegen. Beschäftigung von Rentnern Rentenart Altregelung bis 31.12.2016 Altersrente (Vollrente) vor Erreichen der Regelaltersgrenze nach Erreichen der Regelaltersgrenze Neuregelung ab 1.1.2017 Altersrente (Vollrente) vor Erreichen der Regelaltersgrenze nach Erreichen der Regelaltersgrenze (bis 31.12.2021) nach Erreichen der Regelaltersgrenze (ab 1.1.2022) Altregelung bis 31.12.2016 Pensionär vor Erreichen der Regelaltersgrenze nach Erreichen der Regelaltersgrenze Neuregelung ab 1.1.2017 Pensionär vor Erreichen der Regelaltersgrenze nach Erreichen der Regelaltersgrenze (bis 31.12.2021) nach Erreichen der Regelaltersgrenze (ab 1.1.2022) Personen ohne Rentenanspruch, welche die Regelaltersgrenze erreicht haben (bis 31.12.2021) Personen ohne Rentenanspruch, welche die Regelaltersgrenze erreicht haben (ab 1.1.2022) Altregelung bis 31.12.2016 Personen, welche die Voraussetzung für den Bezug einer Altersrente erfüllen, diese jedoch nicht in Anspruch nehmen 5) Neuregelung ab 1.1.2017 Personen, welche die Voraussetzung für den Bezug einer Altersrente erfüllen, diese jedoch nicht in Anspruch nehmen 5) (bis 31.12.2021) Personen, welche die Voraussetzung für den Bezug einer Altersrente erfüllen, diese jedoch nicht in Anspruch nehmen 5) (ab 1.1.2022) 1) Die Beitragsgruppe gilt nur für krankenversicherungspflichtig Beschäftigte. Bitte berücksichtigen Sie, dass freiwillig versicherte Arbeitnehmer weiterhin mit der BGR 0 oder 9 zu melden sind. Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung besteht zugleich auch Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung. 2) In der Rentenversicherung wird nicht zwischen Arbeitern und Angestellten unterschieden, es gilt einheitlich die Beitrags gruppe 1 bzw. 3. Das gilt auch für den Beitragsgruppenschlüssel der Meldungen. 3) Es ist jeweils nur der Beitragsanteil des Arbeitgebers zu entrichten. 4) Eine Ausnahme besteht, wenn der Beschäftigte arbeitslosenversicherungsfrei ist, weil er laut Bescheid der Arbeitsagentur aufgrund seiner Leistungsminderung der Arbeitsvermittlung dauerhaft nicht zur Verfügung steht. 5) Sofern bei bestehendem Anspruch auf den Bezug einer Altersrente auf die Stellung eines Rentenantrages verzichtet wird, wirkt sich dies positiv auf den Rentenanspruch aus. Beschäftigung von Rentnern Übersicht über die Regelaltersgrenze Regelaltersgrenze In bestimmten Konstellationen (z.B. Geburtsjahr vor 1955 und Beginn einer Altersteilzeit vor 2007) gilt aus Vertrauensschutzgründen eine Regelaltersrente von 65 Jahren. Hierzu berät Sie die Deutsche Rentenversicherung ...

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