Lust auf Arbeit (Interessante Tipps für Arbeitnehmer)

Was muss ich tun, was müssen andere für mich tun,

was muss ich für andere tun

und was müssen ich und die anderen gemeinsam tun, damit Arbeit Spaß macht?

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Was muss ich tun, was müssen andere für mich tun, was muss ich für andere tun und was müssen ich und die anderen gemeinsam tun, damit Arbeit Spaß macht? Arbeitsbedingter Stress betrifft nach Aussage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz nachweislich Millionen von Beschäftigten in Europa in allen Branchen. In Zahlen ausgedrückt sind dies etwa 41 Millionen EU-Beschäftigte, die jedes Jahr an arbeitsbedingtem Stress leiden - mit der Folge eines Verlustes von ca. 600 Millionen Arbeitstagen im Jahr und teilweise nicht unbeträchtlichen gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen und negativen wirtschaftlichen Folgewirkungen für die Unternehmen und die Länder. Diese Situation bietet genug Anlass, sich mit dem Problem der Belastungsgrößen (insbesondere der psychischen), die zu Stress führen können, zu beschäftigen. Vor allem muss dann auch der organisatorische Rahmen betrachtet werden, denn ''arbeitsbedingter Stress ist der Ausdruck eines organisatorischen Problems und nicht die Schwäche eines Einzelnen'', wie die bereits vorstehend zitierte Agentur ausführt. In dieser Broschüre soll aber nun nicht das Phänomen Stress in allen Dimensionen beleuchtet, sondern eine gegenteilige Betrachtungsweise eingenommen werden: was kann im betrieblichen Alltag alles getan werden, damit die Arbeit positiv erlebt wird, damit sie Spaß macht, damit sie letztlich gesundheitsförderlich ist. Programmatisch wird diese Betrachtungsweise in der Ottawa-Charta der WHO von 1986 (60) vertreten: Menschen sollen einerseits in die Lage versetzt werden, selbständig Entscheidungen zu treffen und ''Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben.''. Und andererseits muss dafür die Gesellschaft, insbesondere auch der einzelne Betrieb, geeignete Bedingungen bereit halten. In Anlehnung an die Europäische Kommission (61) ist hierbei von drei zentralen Merkmalen auszugehen: Erstens sind in einem globalen Konzept des Wohlbefindens bei der Arbeit insbesondere psychosoziale Risiken und Ressourcen stärker zu berücksichtigen. Von der Vermeidung der Risiken sowie der Förderung der jeweiligen Ressourcen ist die Qualität der Arbeit maßgeblich beeinflusst. Freilich bleibt hierfür eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung Voraussetzung. Zweitens, und damit eng verflochten, ist eine ''Kultur der Prävention'' anvisiert: Verschiedene politische und betriebliche Instrumente treten in einen Dialog, um Gesundheit, Sicherheit bzw. ein positives Arbeitserleben zu ermöglichen. Solche Instrumente sind zum Beispiel: Rechts- und Unfallverhütungsvorschriften, sozialer Dialog, Ermittlung von Beispielen guter Praxis, soziale Verantwortung der Unternehmen oder wirtschaftliche Anreize. Schließlich und drittens führt ''Nichtpolitik'' zu Mehrkosten. Entsprechend ist die stärkere Berücksichtigung von Konzepten zum positiven Arbeitserleben nicht nur aus einer menschlichen, sondern auch aus einer wirtschaftlichen Perspektive notwendig. Was ist positives Arbeitserleben? Welche Bedeutung hat die persönliche ''Balance'' und die Balance zwischen Arbeits- und Lebenswelt? - Work-Life-Balance Flow und die Kongruenz von Wahrnehmungen, Gefühlen und Handeln (Selbst-)Wirksamkeit, Akzeptanz und Empathie Stressvermeidung, weniger ist mehr und die Kunst der Entspannung Was können oder sollten Führungskräfte tun, damit die Arbeit positiv gestaltet ist? Was kann man für das Betriebsklima tun? Arbeitsumgebung und -ausrüstung Probleme hinsichtlich der Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Geeignetheit und Wartung oder Reparatur von Ausrüstungen und Einrichtungen Aufgabengestaltung Mangelnde Abwechslung oder kurze Arbeitszyklen, zerstückelte oder sinnlose Arbeit, Unterforderung, große Unsicherheit Arbeitsaufkommen/Arbeitsgeschwindigkeit Arbeitszeitplan Zu hohe oder zu geringe Arbeitsbelastung, mangelnde Kontrolle über die Arbeitsgeschwindigkeit, großer Zeitdruck Schichtbetrieb, unflexible Arbeitszeitpläne, unvorhersehbare Arbeitszeiten, lange oder unsoziale Arbeitszeiten Bewegungsübungen entspannende Massagen Akupressur Entspannungstechniken Motivationstechniken kreatives Gestalten Individuelle Möglichkeiten des Stressabbaus Motivation Die Beeinflussung durch die Umwelt findet zumeist durch Vorgesetzte und/oder übergeordnete Unternehmensentscheidungen statt. Sie kann sich hemmend oder fördernd auf die Fähigkeiten, die Eigeninitiative, den Drive und auch den Willen der Einbindung anderer auswirken. So wurden Einschränkungen (beispielsweise der Eigeninitiative) häufig als kränkend erlebt, wobei folgende Fähigkeiten sich als günstig erwiesen, um das ''innere System'' vor negativen Auswirkungen dieser Kränkungen zu schützen: Beharrlichkeit, Frustrationstoleranz, Anpassungsbereitschaft, Selbstmotivationsfähigkeit und Vertrauen des Managements (oder anderer einflussreicher Personen) gewinnen können. Eine positive, förderliche Beeinflussung durch die Umwelt (Chef als wirklicher Mentor, ''Rückendeckung'', ''Anlehnung an eine starke Persönlichkeit, etc.) führt in der Regel über den Mechanismus der Bestätigung und/oder Ermutigung (sich auch mal Neues zuzutrauen, etc.) zu rascher, in einigen Fällen weitreichender persönlicher Kompetenzentwicklung, deutlichem Anstieg der Motivation und einer Beschleunigung der positiven Veränderungen. Der Faktor Motivation ist unter zwei Gesichtspunkten von Bedeutung. Bei den in die Untersuchung einbezogenen Personen war zum einen für die Bereitschaft, sich dauerhaft und auch gegen (mehr oder weniger große) Widerstände für einen Veränderungsprozess ''voll und ganz'' einzusetzen, wesentlich, dass sie für sich selbst einen (ausreichenden) persönlichen Nutzen in diesem Engagement sahen. Charakteristische Nutzengrößen (Motive) waren z.B.: potentielle eigene Karriereentwicklung, gesteigertes Sozialprestige, Möglichkeiten, neue (eigene) Wege zu gehen und eigene Weiterentwicklung. Zum anderen war die Überzeugung wichtig, ''das Richtige'', ''etwas Sinnvolles'' zu tun. So waren alle beobachteten Personen in hohem Maße von der ''Wichtigkeit des Themas'', an dem sie arbeiteten und der ''Richtigkeit des (Veränderungs-) Zieles'' überzeugt. Diese Überzeugung bildet eine der Voraussetzungen, andere einbinden zu wollen (''missionarischer Ansatz'') und zu können (überzeugend und glaubhaft wirken). Das zugrundeliegende Welt- und Menschenbild hat sich erwartungsgemäß als biographiebedingt erwiesen. Um sich und andere mit Drive und hoher Eigeninitiative authentisch motivieren/ einbinden zu können, in neuen, unbekannten Situationen entsprechend lernen zu wollen, um ''die Sache voranzutreiben'', wurden Glaubenssätze und innere Einstellungen sichtbar, die im Wesentlichen ausgerichtet sind auf: Eigenverantwortlichkeit der Menschen (''Menschen sind initiativ, aktiv, selbststeuernd, kreativ''), Verantwortungsgefühl für andere, Konflikte als Chancen zu begreifen und Idealismus. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Führungskräfte, die einen entscheidenden Beitrag zur positiven Arbeitsgestaltung erbringen, sich durch folgende Kriterien auszeichnen: sie verfügen über eine positive, optimistische Einstellung sie haben und gewähren soziale Unterstützung sie sind klar in Ihren Aussagen und fordern auch Verbindlichkeit ein (und fördern hierüber eine Atmosphäre des Vertrauens) sie sind kongruent sie verhalten sich wertschätzend und ermpathisch ihren Partnern und Mitarbeitern gegenüber und sie arbeiten zielorientiert, strukturiert und reflektiert. Erkennen Sie hierin Ihren Chef oder Ihre Chefin wieder? Wenn nicht, lassen Sie ihr oder ihm ein Exemplar dieser Broschüre zukommen. Erkennen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten wieder? Falls Sie Zweifel haben, überlegen Sie (am Besten mit Unterstützung), was Sie tun können, um Ihre Potentiale weiterzuentwickeln. Eine gute (und darüber hinaus sehr preiswerte) Möglichkeit für Führungs- und Fachkräfte, die gleichzeitig auch noch Kinder haben und ihr eigenes Führungsverhalten bzw. Kommunikationsverhalten reflektieren und ihre Möglichkeiten in diesen Bereichen erweitern wollen, stellt die Teilnahme an den Elternkursen des Deutschen Kinderschutzbundes e. V. ''Starke Eltern, starke Kinder'' dar. Diese Kurse finden im gesamten Bundesgebiet an 10 Abenden im Wochenabstand statt (Informationen erhalten Sie bei den Orts- und Landesverbänden des Deutschen Kinderschutzbundes e. V.) und behandeln Themen wie beispielsweise Kommunikation verbal und nonverbal positiver Umgang mit Gefühlen positiver Umgang mit Macht positiver Umgang mit Problemen und Konflikten Ziele, Werte und Bedürfnisse Disziplin und Grenzsetzung. Wichtige Themen für die Erziehung von Kindern, aber auch für das tägliche Miteinander am Arbeitsplatz - die Unterschiede sind gar nicht so gewaltig - kein Wunder, da unser gesamtes Verhalten, auch das Führungsverhalten, doch zu einem guten Teil geprägt wird durch unsere Erfahrungen aus der Kinderzeit ...

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