Krankenversicherungsfreiheit

Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Arbeitsentgelt höher ist als die Pflichtgrenze,

können sich statt privat auch freiwillig gesetzlich krankenversichern.

Sie sind aber nicht dazu verpflichtet.

Man sagt daher: Diese Arbeitnehmer sind krankenversicherungsfrei...

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Krankenversicherungsfreiheit Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt Jahresarbeitsentgeltgrenze Ende der Versicherungspflicht Unterbrechung der Beschäftigung Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze in einer laufenden Beschäftigung Befreiung von der Krankenversicherungspflicht Ausschluss von der Krankenversicherungspflicht Beitragszuschuss Zuschuss für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte Zuschuss zur privaten Krankenversicherung Zeiten ohne Entgeltzahlung Beitragszuschuss zur Pflegeversicherung Kurzarbeitergeld Arbeitnehmer, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt werden, sind grundsätzlich versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Arbeitsentgelt einen bestimmten Grenzwert überschreitet, sind allerdings krankenversicherungsfrei. Einzelheiten finden Sie in diesem Beratungsblatt. Ergeben sich darüber hinaus noch Fragen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Fachzentrum Mitgliedschaft und Beiträge gern für Auskünfte und Beratung zur Verfügung. 1. Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt Krankenversicherungspflicht bei einem Arbeitnehmer besteht, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze - auch Versicherungspflichtgrenze genannt - nicht überschreitet. Zum regelmäßigen Entgelt gehören neben dem laufenden monatlichen Bruttoentgelt auch Einmalzahlungen, sofern diese mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich gezahlt werden. Weihnachtsgeld oder ein 13. Monatsgehalt rechnen Sie also beispielsweise mit ein, wenn dieses vertraglich (im Arbeits- oder Tarifvertrag) vereinbart ist oder regelmäßig gezahlt wird. Ausgenommen bleiben Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, wie etwa ein Zuschlag für Verheiratete oder Familienzulagen im öffentlichen Dienst. Überstunden bleiben unberücksichtigt, da sie vom Charakter her nicht regelmäßig gezahlt werden. Anzurechnen sind allerdings pauschale Abgeltungen von Überstunden, die Sie regelmäßig zum laufenden Arbeitsentgelt zahlen. Bei schwankendem Arbeitsentgelt ist das voraussichtliche Jahresarbeitsentgelt als Schätzung zu ermitteln. Bei Provisionen oder sonstigen Erfolgszulagen sind beispielsweise alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Wird die neue Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht überschritten, liegt Krankenversicherungspflicht vor. Bei mehrfachbeschäftigten Arbeitnehmern ziehen Sie grundsätzlich die Arbeitsentgelte aus beiden (oder mehreren) Beschäftigungen heran. Ausnahme: Eine neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübte geringfügige versicherungsfreie Beschäftigung bleibt unberücksichtigt. Übt ein Mitarbeiter mehrere für sich allein betrachtet geringfügige Beschäftigungen neben der Hauptbeschäftigung aus, bleibt nur die zuerst aufgenommene (und deshalb als einzige versicherungsfreie) Nebenbeschäftigung außer Ansatz. Krankenversicherungsfreiheit Was wird auf das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt angerechnet? Hinweise bei regelmäßiger Zahlung, z.B. freie Unterkunft und Verpflegung Heirats- und Geburtsbeihilfen Vergütung für Überstunden Pauschalabgeltung für Überstunden Hauptbeschäftigung geringfügige Beschäftigung Seit dem Jahr 2003 gibt es neben der allgemeinen Grenze eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für Beschäftigte, die am 31. Dezember 2002 versicherungsfrei und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert waren. Wann ist eine vorausschauende Betrachtung erforderlich? Eine vorausschauende Betrachtung ist in zwei Fällen erforderlich: Sind am Jahresende die Voraussetzungen für die Versicherungsfreiheit erfüllt (das Entgelt lag im laufenden Jahr über der Versicherungspflichtgrenze) muss festgestellt werden, ob voraussichtlich auch die Grenze für das Folgejahr überschritten wird. Nur dann kann ab 1. Januar Versicherungsfreiheit eintreten. Beginnt die Beschäftigung innerhalb des laufenden Jahres, müssen Sie prüfen, ob die Jahresarbeitsentgeltgrenze des aktuellen Jahres überschritten wird. Diese besondere Grenze ist niedriger (sie entspricht der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung, 2017 52.200 Euro und gilt für die Betroffenen zeitlich unbegrenzt weiter. Das gilt selbst dann, wenn der Beschäftigte den Arbeitgeber wechselt, vorübergehend gar nicht versichert ist oder zwischenzeitlich Krankenversicherungspflicht eintreten sollte. 2. Jahresarbeitsentgeltgrenze 3. Ende der Versicherungspflicht Wird im Laufe des Kalenderjahres die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, so endet die Versicherungspflicht mit Ende des Kalenderjahres. Dies aber auch nur dann, wenn auch die für das Folgejahr geltende Grenze voraussichtlich überschritten wird. Wird durch den Hinzutritt einer mehr als geringfügigen Beschäftigung die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, besteht auch in diesen beiden Beschäftigungen die Versicherungspflicht bis zum Ende des Kalenderjahres fort. Übersteigt die hinzugetretene Beschäftigung bereits von sich aus die Entgeltgrenze, so endet die Versicherungspflicht auch in der ersten Beschäftigung sofort. 3.1 Unterbrechung der Beschäftigung Eine Unterbrechung der Beschäftigung wegen Elternzeit oder des Bezugs einer Entgeltersatzleistung (Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Übergangsgeld, Verletztengeld oder Kurzarbeitergeld) ändert den Versicherungsstatus nicht. War ein Arbeitnehmer beispielsweise vor der Unterbrechung wegen des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei, bleibt dieser Status auch für die Dauer der Unterbrechung erhalten. 3.2 Neue Beschäftigung Bei Aufnahme einer Beschäftigung nehmen Sie eine vorausschauende Beurteilung (bezogen auf ein Zeitjahr) vor. Verdient der Beschäftigte gleich bei Neueinstellung ein Entgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, besteht keine Versicherungspflicht. Krankenversicherungsfreiheit 3.3 Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze in einer laufenden Beschäftigung Auch während einer laufenden Beschäftigung kann ein Arbeitnehmer versicherungsfrei werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er während des Jahres eine Gehaltserhöhung erhält. Dann überprüfen Sie das Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze ab dem Zeitpunkt der Erhöhung. Hierfür multiplizieren Sie das erhöhte Entgelt mit zwölf. Liegt das Entgelt dann über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, wird der Arbeitnehmer mit Ablauf des Kalenderjahres versicherungsfrei, auch wenn er mit seinem Entgelt aufs gesamte Kalenderjahr gesehen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. 4. Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze in einer laufenden Beschäftigung Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Laufe eines Kalenderjahres nicht nur vorübergehend unterschritten, zum Beispiel durch Verringerung der Arbeitszeit, tritt die Krankenversicherungspflicht sofort ein. Erhöht sich zum Jahreswechsel die Jahresarbeitsentgeltgrenze und überschreitet das Jahresarbeitsentgelt ab 1. Januar deshalb nicht mehr diese Grenze, tritt grundsätzlich Krankenversicherungspflicht ein. Außerdem gibt es Fälle, in denen Ihr Arbeitnehmer weiterhin versicherungsfrei bleibt, obwohl er seine Beschäftigung unterbrochen hat und sein Entgelt unter die Versicherungspflichtgrenze gefallen ist. Dies ist der Fall, wenn Ihr Mitarbeiter Mutterschafts-, Kranken-, Verletzten- oder Übergangsgeld erhalten hat, sich in einer Wiedereingliederung nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit befindet, höchstens einen Monat lang kein Entgelt erhalten hat, dabei aber weiter krankenversichert war, an einem rechtmäßigen Streik teilgenommen hat oder von einer Aussperrung betroffen war, in Kurzarbeit war - nicht allerdings bei SaisonKurzarbeit, als Reservist an einer Eignungsübung der Streitkräfte teilgenommen hat. Krankenversicherungsfreiheit 5. Befreiung von der Krankenversicherungspflicht In einigen Fällen kann sich der Beschäftigte auf Antrag von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen. Das ist möglich, wenn zum Beispiel die Versicherungspflicht durch Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze eintritt, die Arbeitszeit auf die Hälfte oder weniger als die Hälfte der regelmäßigen Wochenarbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebes herabgesetzt wird (zum Beispiel bei Altersteilzeit). Voraussetzung: In den letzten fünf Jahren bestand wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze Versicherungsfreiheit, durch die Aufnahme einer nicht vollen Erwerbstätigkeit während der Elternzeit (§ 2 BErzGG) Krankenversicherungspflicht eintritt. 6. Ausschluss von der Krankenversicherungspflicht Auch wenn alle Voraussetzungen für den Eintritt der Krankenversicherungspflicht gegeben sind, kommt in einigen besonderen Fällen eine Versicherung nicht zustande. Der Eintritt von Krankenversicherungspflicht ist nämlich ausgeschlossen, wenn der Beschäftigte das 55. Lebensjahr vollendet hat und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder hauptberuflich selbstständig tätig war. Der Ausschluss von der Versicherung gilt auch, wenn der Ehegatte oder Lebenspartner des Beschäftigten diese Bedingungen erfüllt. Bei diesem Personenkreis ist eine jährliche Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts entbehrlich. 7. Beitragszuschuss Der Arbeitgeber leistet unter Umständen einen Beitragszuschuss für bei ihm beschäftigte Arbeitnehmer - unabhängig davon, ob diese gesetzlich oder privat versichert sind. 7.1 Zuschuss für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte Arbeitnehmer, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei sind, erhalten einen Zuschuss des Arbeitgebers für ihre freiwillige Krankenversicherung. Der Zuschuss für freiwillig gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer beträgt die Hälfte des einheitlichen Beitragssatzes, der bei einem versicherungspflichtigen Arbeitnehmer zu zahlen wäre. Im Jahr 2017 beträgt der Zuschuss somit 317,55 Euro. Personen, die aus anderen Gründen versicherungsfrei sind, erhalten den Zuschuss nicht. Das sind zum Personen, die neben der Beschäftigung hauptberuflich selbstständig tätig sind Beamte und Soldaten Pensionäre in einer nebenher ausgeübten Beschäftigung Bei einem Mehrfachbeschäftigten besteht der Anspruch grundsätzlich gegenüber beiden Arbeitgebern. Diese haben den Gesamtzuschuss im Verhältnis der Entgelte zueinander aufzuteilen. Liegt das beitragspflichtige Entgelt in einzelnen Monaten unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (etwa weil die Versicherungsfreiheit auf der Anrechnung von Einmalzahlungen beruht), muss der Arbeitgeber den Zuschuss grundsätzlich nur in Höhe seines Anteils bei einer angenommenen Krankenversicherungspflicht zahlen. Er kann aber gleichwohl den vollen Beitragszuschuss gewähren. Andernfalls müsste er in den Monaten mit Einmalzahlungen eine entsprechende Nachberechnung (wie bei Pflichtversicherten) vornehmen. Aus Vereinfachungsgründen empfiehlt es sich daher, monatlich den vollen Beitragszuschuss zu zahlen. Dieses Verfahren wird auch von den Finanzämtern nicht beanstandet. Erhält der Beschäftigte von seiner Krankenkasse einen Bonus oder eine Beitragsrückzahlung, wirkt sich dies nicht auf den vom Arbeitgeber zu zahlenden Beitragszuschuss aus. Zahlt der Arbeitgeber einen höheren als den gesetzlich vorgeschriebenen Beitragszuschuss, ist der überschießende Betrag steuer- und beitragspflichtig. 7.2 Zuschuss zur privaten Krankenversicherung Der anspruchsberechtigte Personenkreis ist grundsätzlich derselbe wie bei der freiwilligen Krankenversicherung. Hinzu kommen allerdings noch Personen, die grundsätzlich krankenversicherungspflichtig wären, jedoch wegen eines Ausschlusstatbestandes versicherungsfrei bleiben (siehe Punkt 6). Bei der privaten Krankenversicherung müssen allerdings noch weitere Bedingungen für einen Anspruch auf Beitragszuschuss erfüllt sein. Diese liegen insbesondere in der Organisation des Versicherungsunternehmens, die hier aber nicht näher dargestellt werden sollen. Für den Arbeitgeber ist entscheidend, dass ihm eine Bescheinigung des Versicherungsunternehmens vorliegt, in der die zuständige Aufsichtsbehörde bestätigt, dass die Versicherung nach den vom Gesetz geforderten Voraussetzungen betrieben wird. Diese Bestätigung muss alle drei Jahre erneuert werden. Außerdem müssen die Leistungen der Art nach denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Sind höhere Selbstbeteiligungen oder Leistungsausschlüsse für bestimmte Krankheiten vereinbart, ist dies aber unschädlich für den Anspruch auf Beitragszuschuss. Der Leistungsanspruch muss sich auch auf die Familienangehörigen erstrecken, für die in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Familienversicherung bestünde. Dieser kann aber auch über einen anderen Versicherungsträger abgedeckt werden oder auch durch eine freiwillige Mitgliedschaft des Familienangehörigen bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Krankenversicherungsfreiheit 7.3 Zeiten ohne Entgeltzahlung Risikozuschläge, die bei der privaten Krankenversicherung für bestehende Erkrankungen gezahlt werden müssen, werden hingegen bei der Zuschussberechnung berücksichtigt. Den Beitragszuschuss müssen Sie nur für Zeiten gewähren, für die Sie auch Entgelt zahlen. Wird die Entgeltzahlung unterbrochen, etwa wegen eines unbezahlten Urlaubs oder bei Krankengeldzahlung aufgrund längerer Arbeitsunfähigkeit, zahlen Sie keinen Beitragszuschuss. Umfasst der Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung zusätzlich Leistungen, die der Art nach nicht den Leistungen der gesetzlichen Kassen entsprechen, bleibt der darauf entfallende Teil für die Berechnung des Beitragszuschusses unberücksichtigt. Für den Beitragszuschuss zur privaten Krankenversicherung müssen Sie in den Entgeltunterlagen folgende Nachweise dokumentieren: Der Beitragszuschuss beträgt die Hälfte des Betrags, den der Beschäftigte für seine private Krankenversicherung aufwenden muss. Dabei werden nur die berücksichtigungsfähigen Teile angerechnet. Hinzu kommen die Beiträge, die er für die private Krankenversicherung seiner Familienangehörigen aufwenden muss. Damit der Arbeitgeber durch die unter Umständen hohen Beiträge des Arbeitnehmers für die private Krankenversicherung nicht über Gebühr belastet wird, gibt es einen Höchstbetrag für den Beitragszuschuss. Dieser orientiert sich an dem von der Bundesregierung festgelegten einheitlichen Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent und der ab 1. Januar 2017 geltenden Beitragsbemessungsgrenze von 4.350 Euro und beträgt somit 317,55 Euro (4.350 x 7,3% - Arbeitgeberanteil am Beitragssatz). Frau S. ist krankenversicherungsfrei. Sie ist privat krankenversichert und hat einen Anspruch auf Beitragszuschuss gegenüber ihrem Arbeitgeber. Ihre Versicherungsprämie beträgt 390 Euro. Familienangehörige hat sie nicht. Nachweis über die zweckentsprechende Verwendung des Beitragszuschusses durch eine Bescheinigung des Versicherungsunternehmens (jährlich) Nachweis über die Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen durch das Versicherungsunternehmen mit Bestätigung der Aufsichtsbehörde (bei Beginn der Zahlung des Beitragszuschusses und jeweils nach drei Jahren) Bei einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung reicht ein jährlicher Nachweis über die tatsächlich gezahlten Beiträge durch die Krankenkasse. Zahlen Sie die freiwilligen Beiträge für den Arbeitnehmer bei der Krankenkasse ein, ist eine solche Bescheinigung entbehrlich. 7.5 Beitragszuschuss zur Pflegeversicherung Bei einer freiwilligen Krankenversicherung besteht in der Regel eine Pflichtversicherung zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Hierfür hat der Arbeitgeber seinen üblichen Anteil als Beitragszuschuss an den Arbeitnehmer auszuzahlen: Arbeitgeberbeitragsanteil 1,275 Prozent (in Sachsen 0,775 Prozent) Der Beitragszuschlag für Kinderlose bleibt beim Arbeitgeberanteil unberücksichtigt Die Hälfte ihres Beitrags beläuft sich auf 195 Euro. Da dieser Wert unter dem Höchstbeitrag liegt, erhält sie von ihrem Arbeitgeber 195 Euro als Beitragszuschuss. Ist der freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer von der Pflegeversicherungspflicht befreit, gelten die Regelungen wie bei einer privaten Pflegeversicherung. Bei einer privaten Pflegeversicherung gelten die Grundsätze wie bei einer privaten Krankenversicherung. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrages, maximal den Höchstzuschuss. In der Pflegeversicherung beträgt der Höchstzuschuss im Jahr 2017 monatlich 55,46 Euro (4.350 Euro x 1,275%). Herr A. ist krankenversicherungsfrei. Er ist privat krankenversichert und hat einen Anspruch auf den Beitragszuschuss gegenüber seinem Arbeitgeber. Die Prämie für ihn selbst beträgt 350 Euro. Für seine privat krankenversicherte Ehefrau muss er 400 Euro zahlen, insgesamt also 750 Euro. Die Hälfte dieses Betrages, also 375 Euro, müsste sein Arbeitgeber als Beitragszuschuss zahlen. Dieser ist aber begrenzt auf 317,55 Euro, sodass Herr A. nur Anspruch auf den geringeren Betrag hat. 7.6 Kurzarbeitergeld Erhält der Beschäftigte Kurzarbeitergeld, ist vom Arbeitgeber ein höherer Beitragszuschuss zu zahlen. Details dazu enthält unser Beratungsblatt ''Kurzarbeitergeld''. Anspruch auf Beitragszuschuss Besteht Krankenversicherungsfreiheit wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze? Besteht eine freiwillige Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse? Ist der Arbeitnehmer auf Antrag von der Krankenversicherungspflicht befreit oder besteht ein Ausschlusstatbestand? Ist der Arbeitnehmer privat krankenversichert? Entsprechen die vereinbarten Leistungen (der Art nach) denen der gesetzlichen Krankenversicherung? Liegen die erforderlichen Bescheinigungen der privaten Versicherung vor? Nein Der Anspruch auf einen Beitragszuschuss besteht Es besteht kein Anspruch auf einen Beitragszuschuss ...

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