Beitragszahlung bei Mehrfachbeschäftigung

Wenn ein Arbeitnehmer gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist,

kann dies in der Sozialversicherung zu Besonderheiten führen...

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Mehrfachbeschäftigung Versicherungsrechtliche Beurteilung Ende der Versicherungsfreiheit Beitragsberechnung Ist ein Arbeitnehmer gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt, kann dies in der Sozialversicherung zu Besonderheiten führen. Solche besonderen Regelungen wollen wir Ihnen mit diesem Beratungsblatt darstellen. Als Arbeitgeber müssen Sie unter anderem die Versicherungspflicht beziehungsweise -freiheit für Ihre Beschäftigten beurteilen. Außerdem berechnen Sie die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Entgeltfortzahlungsversicherung, weisen sie elektronisch nach und führen sie an die Krankenkasse ab. Besonderheiten gelten immer dann, wenn ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungsverhältnisse gleichzeitig ausübt. Eine Mehrfachbeschäftigung kann nur bei verschiedenen Arbeitgebern vorliegen. Arbeitet ein Beschäftigter zum Beispiel sowohl im Betrieb als auch im Haushalt eines Arbeitgebers, so handelt es sich um ein einheitliches Arbeitsverhältnis, also nicht um eine Mehrfachbeschäftigung. Wenn ein Arbeitnehmer bei Ihnen eine Zweitbeschäftigung ausübt, können Sie dies meist daran erkennen, dass er Ihnen eine Steuerkarte mit der Steuerklasse 6 vorlegt. Jeder Mitarbeiter ist gesetzlich verpflichtet, seinen Arbeitgeber über alle seine Beschäftigungsverhältnisse zu informieren. Auskunftspflicht der Beschäftigten Der Beschäftigte hat all seinen Arbeitgebern die zur Durchführung des Meldeverfahrens und der Beitragszahlung erforderlichen Angaben zu machen beziehungsweise die erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Firmenkundenservice Arbeitnehmer sind nur dann krankenversicherungsfrei, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze in der Krankenversicherung im aktuellen Kalenderjahr überschreitet und auch im Folgejahr überschreiten wird. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird auch Versicherungspflichtgrenze genannt. Im Jahr 2017 beträgt sie 57.600 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausübt. Um zu prüfen, ob eventuell Versicherungsfreiheit besteht, addieren Sie alle regelmäßigen Arbeitsentgelte und vergleichen sie mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze. 3. Ende der Versicherungsfreiheit Sobald das zusammengerechnete Arbeitsentgelt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt, wird der Arbeitnehmer versicherungspflichtig - zum Beispiel, wenn er eine seiner Beschäftigungen aufgibt. Die Krankenversicherungspflicht tritt in diesen Fällen sofort ein, also nicht erst zum Jahresende. Erläuterung Für die Beurteilung der Krankenversicherungspflicht wird das regelmäßige Entgelt aus allen Beschäftigungen zusammengerechnet. Daraus ergibt sich ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt von 59.200 Euro. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Kalenderjahre 2016 (56.250 Euro) und 2017 (57.600) wird überschritten. Der Arbeitnehmer ist im Jahr 2016 krankenversicherungsfrei. 4. Beitragsberechnung Beiträge aus den Beschäftigungen müssen Sie nur bis zur jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze berechnen. Wird diese Grenze überschritten, werden die Beiträge zwischen den Arbeitgebern aufgeteilt. Dies erfolgt im Verhältnis der Entgelte zueinander. Ausnahmen stellen sogenannte geringfügige Beschäftigungen dar. Eine Beschäftigung ist geringfügig entlohnt, wenn das Arbeitsentgelt monatlich bis zu 450 Euro beträgt. Wird nur eine einzige geringfügige Beschäftigung ausgeübt, so bleibt diese für sich betrachtet versicherungsfrei und wird einer oder mehreren Hauptbeschäftigungen nicht hinzugerechnet. Dazu erhalten Sie seit dem 1. Januar 2013 von den Krankenkassen eine sogenannte BBG-Meldung auf Grundlage der GKV-Monatsmeldungen. Diese BBGMeldungen enthalten das Gesamtentgelt aus allen Beschäftigungen sowie eventuell den beitragspflichtigen Teil einer Einmalzahlung. Geringfügig ist auch eine Beschäftigung, die von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr befristet ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Diese Beschäftigungen lassen Sie bei der Berechnung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts unberücksichtigt. Überschreitet das Entgelt einer Beschäftigung bereits die Beitragsbemessungsgrenze eines Sozialversicherungszweiges, kürzen Sie das Entgelt zunächst auf eben diese Grenze. Aus dem gekürzten Entgelt berechnen Sie dann die Beiträge nach der unten stehenden Formel. Die aufgeteilten Beiträge müssen zusammengezählt wieder die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze ergeben. Beitragsbemessungsgrenze x (gekürztes) Entgelt Beschäftigung B ist geringfügig entlohnt und bleibt versicherungsfrei. Beiträge werden nur aus der Beschäftigung A erhoben. Für die geringfügige Beschäftigung zahlt der Arbeitgeber Pauschalbeiträge an die Minijob-Zentrale. 5. Meldungen Für versicherungspflichtige Mehrfachbeschäftigte sind zusätzlich zu den üblichen Meldungen auch GKV-Monatsmeldungen (Meldegrund ''58'') abzugeben, anhand derer die Krankenkassen dann das Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze beurteilt. Seit dem 1. Januar 2015 fordern die Krankenkassen die GKV-Monatsmeldungen rückwirkend von Ihnen an, das bedeutet, erst nach dem Jahreswechsel, einer Unterbrechung oder dem Ende der Beschäftigungen. Beitragsbemessungsgrenzen beitragspflichtiges Entgelt zur KV und PV ...

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