Leitfaden Teilzeitberufsausbildung

Die Erfahrung zeigt, dass junge Menschen mit Kindern in einer Berufsausbildung

Unterstützung bei der Alltagsgestaltung und im Zeitmanagement benötigen...

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Leitfaden Teilzeitberufsausbildung Erst-Ausbildung in Teilzeit Akquisitionsstrategien für Teilzeitberufsausbildungsstellen Checkliste: Finanzierung der Auszubildenden Informationen über Teilzeitberufsausbildung Netzwerk Teilzeitberufsausbildung: Eckpunkte für zeitmodifizierte Berufsausbildung und Berufsvorbereitung. Das Projekt BEAT - Betriebliche Erst-Ausbildung in Teilzeit RE/init startete im Jahre 2002 mit dem Projekt ''BEAT'', einem Modellprojekt im Rahmen des BMBF-Programms ''Kompetenzen Fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf'' zur beruflichen Integration von jungen, insbesondere allein erziehenden Müttern und Vätern bis 25 Jahre. Ziel des Projektes war die Schaffung von Ausbildungsplatzmöglichkeiten in Teilzeit, um jungen Müttern und Vätern unter Sicherstellung einer adäquaten Betreuung und Versorgung der Kinder Chancen zu einer betrieblichen Erstausbildung und dauerhaften beruflichen Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Aus den transferfähigen Produkten von BEAT ist ein Maßnahmepaket entstanden, das hilft, Teilzeitberufsausbildung in den einzelnen Regionen zu implementieren. Es ist sowohl auf die Bedürfnisse der jungen Mütter und Väter als auch auf die der Betriebe ausgerichtet. Das Maßnahmepaket basiert auf den Eckpfeilern einer individuellen Beratung der jungen Menschen durch eine Anlaufstelle, Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Qualifikation und der Begleitung und Unterstützung aller Beteiligten über den Ausbildungsverlauf hinweg. Wirtschaft und Arbeitsmärkte befinden sich in einem stetigen Strukturwandel. Frauen sind hiervon in besonderem Maße betroffen und gestalten diesen Wandel mit. Sie sind heute stärker als frühere Frauengenerationen in das Erwerbsleben integriert. Hierzu haben ihr Aufholen bei den allgemeinen und beruflichen Qualifikationen, aber auch ein gesellschaftlicher Einstellungswandel bezüglich der Berufstätigkeit von Frauen - auch mit Familienaufgaben - beigetragen. Dennoch unterscheidet sich die Situation von Frauen und Männern im Erwerbsleben nach wie vor deutlich und ist zum Teil immer noch Ausdruck ''typisch weiblicher'' Erwerbsbiographien. Im Jahr 2000 gingen 48% der 25- bis 44-jährigen Frauen mit Kindern unter drei Jahren einer Erwerbstätigkeit nach im Vergleich zu 83% der Frauen der gleichen Altersgruppe ohne Kinder im Haushalt. Die bis ins Jahr 2003 auf rund 50% gestiegene Erwerbsquote von Müttern mit Kindern unter drei Jahren spiegelt dabei allerdings nur zu einem geringen Teil eine real praktizierte Erwerbstätigkeit wider. Viele dieser Mütter befinden sich im Erziehungsurlaub, aktiv erwerbstätig waren im Jahr 2003 nur 31%. Deutliche Befunde liegen auch über die Chancen alleinerziehender Mütter auf dem Arbeitsmarkt vor: Die Erwerbslosenquote alleinerziehender Frauen war im Jahr 2003 mit rund 14% fast doppelt so hoch wie die durchschnittliche weibliche Erwerbslosenquote (7,3%) oder auch die Erwerbslosenquote verheirateter Mütter (rund 6,5%). Dieser Personenkreis der Erwerbslosen ist es auch, dem negative Konsequenzen aus der Neuregelung des Elterngeldes erwachsen. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass Menschen, die in Alleinerziehenden-Haushalten leben, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2004 ein mehr als doppelt so hohes Risiko der Armutsgefährdung hatten wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Junge Eltern ohne abgeschlossene Berufsausbildung - und vor allem Alleinerziehende - geben in Folge ihrer Benachteiligung auch ein deutlich höheres Armutsrisiko an ihre Kinder weiter. Bereits heute sind 27% der Menschen, deren Eltern keinen Schul- oder Berufsabschluss hatten oder haben, armutsgefährdet. Dies könnte im schlimmsten Fall als Indiz für eine generationenübergreifende Verfestigung des Armutsrisikos bewertet werden. Ein entscheidender Ansatz um diesem Problem zu begegnen ist die Teilzeitberufsausbildung. Sofern für Frauen mit Kleinkindern in höherem Umfang qualifikationsadäquate Beschäftigungsmöglichkeiten in Teilzeit bestünden, läge deren tatsächliche Erwerbsbeteiligung vermutlich deutlich höher. Nach einer im Jahre 2000 durchgeführten Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung würden rund zwei Drittel der nicht erwerbstätigen Frauen mit Kleinkindern und mit Kindern im Kindergartenalter gerne eine Beschäftigung aufnehmen, können dies aber mangels Angebot, gerade auch an Teilzeitarbeitsplätzen, nicht realisieren. Die arbeitsmarktpolitische Diskussion der letzten Jahre wurde von den Konsequenzen der Umsetzung der Empfehlungen der ''Hartz-Kommission'' beherrscht. Die Änderungen im Recht der Arbeitsförderung erfolgten auf der Grundlage der vier Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (''Hartz I bis IV''). Bereits in den Phasen der Entstehung und Verabschiedung dieser Gesetze wurde gleichstellungspolitisch - neben der zum Teil massiven Kritik an einzelnen Regelungen - immer wieder darauf hingewiesen, dass das in der Präambel anerkannte Gender Mainstreaming-Prinzip faktisch nur unzureichend in die gesetzlichen Regelungen integriert sei. Als besonders problematisch werden nach wie vor folgende Regelungen gesehen: -Verschärfungen bei der Anrechnung von Partnereinkommen und -vermögen beim Arbeitslosengeld II, die Frauen wegen des Lohnabstandes im besonderen Maße treffen und die unter Umständen zum Ausschluss von (Ehe-) Partnerinnen aus der arbeitsmarktpolitischen Förderung führen, Ausweitung und Zumutbarkeit von sozial kaum abgesicherten Mini- und Midijobs, der zu befürchtende verminderte Zugang von Berufsrückkehrerinnen zu Maßnahmen der beruflichen Wiedereingliederung. In der zweiten Fassung vom November 2005 hat der Gender Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kapitel 5 die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Thema und kommt zu folgenden Ergebnissen: Im Vergleich zu deutschen Müttern sind in Deutschland lebende Mütter ohne deutschen Pass sehr viel schlechter in den Arbeitsmarkt integriert. Sie sind viel seltener als deutsche Mütter in Vollzeit oder auch in Teilzeit beschäftigt. Ferner profitieren sie viel seltener von Elternzeit ...

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