Erstellung eines betrieblichen Ausbildungsplanes (Beispielhafte Handlungshilfen)

Die Ausbildungsordnung enthält in der Anlage den Ausbildungsrahmenplan,

der die Grundlage der betrieblichen Ausbildung ist...

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Erstellung eines betrieblichen Ausbildungsplanes Die Ausbildungsordnung enthält in der Anlage den Ausbildungsrahmenplan, der die Grundlage der betrieblichen Ausbildung ist. Dieser Plan ist auf Lernzielebene formuliert, die Mindestanforderungen darstellen, die jedem/jeder Auszubildenden zu vermitteln sind. Darüber hinaus steht es jedem Ausbildungsbetrieb frei, weitere (Fach)-Inhalte zu vermitteln. Auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans muß für die/den Auszubildende/n ein betrieblicher Ausbildungsplan erstellt werden, der pädagogisch sinnvoll aufgebaut ist und den tatsächlichen Ausbildungsverlauf sachlich und zeitlich ausweist. Das heißt konkret, welche Abteilungen/Stellen sind für welche Lernziele zuständig, wann und wie lange wird der/die Auszubildende an bestimmten Stationen ausgebildet etc.? Wann kann vom Ausbildungsrahmenplan abgewichen werden? 1. Im personellen Einzelfall, wenn beim Auszubildenden/bei der Auszubildenden eine berufliche Grundbildung vorausgegangen ist, die der Betrieb gemäß Berufsbildungsjahr, BerufsgrundbildungsjahrAnrechnungsverordnung, mit der Ausbildungszeit verrechnet, und dementsprechend für diese Auszubildenden der Durchlauf der betrieblichen Ausbildung gesondert organisiert werden muß, 2. Wenn betriebspraktische Besonderheiten dies erfordern, z.B. weil Schulungsmaßnahmen ausgelagert werden müssen, oder die Ausbildung im Verbund mit anderen Betrieben durchgeführt wird usw. Nicht zuletzt auch dann, wenn weitere vertiefende oder zusätzliche Ausbildungsinhalte über die Mindestanforderungen hinaus vermittelt werden sollen. Die Abweichung gilt jedoch ausschließlich für die sachliche und zeitliche Reihenfolge der Gliederung, nicht für die Ausbildungsinhalte selbst. Worin besteht der Unterschied zwischen dem Ausbildungsrahmenplan und dem Ausbildungsplan? Die Ausbildungsordnung schreibt vor, daß die sachliche (Lernziele) und die zeitliche Gliederung des Ausbildungsrahmenplanes von allen Betrieben - unabhängig von der Größe, der Rechtsform und Organisation zu übernehmen sind. Auf dieser Grundlage muß nun der Ausbildende (Betrieb/Unternehmen) für den Auszubildenden/die Auszubildende einen individuellen betrieblichen Ausbildungsplan schriftlich erstellen. Dieser ist Bestandteil des Ausbildungsvertrages und dem/der Auszubildenden mit Beginn des Ausbildungsverhältnisses auszuhändigen. Folgende Informationen sollte ein betrieblicher Ausbildungsplan enthalten: Mit dem betrieblichen Ausbildungsplan erhält der Betrieb die Möglichkeit, die Lernziele aus dem Ausbildungsrahmenplan auf die betrieblichen Bedingungen hin zu übertragen. Alle Lernziele der Ausbildungsordnung müssen im betrieblichen Ausbildungsplan enthalten sein. Nach welchen Kriterien sollte der betriebliche Ausbildungsplan aufgebaut sein? Die Mindestbestandteile des betrieblichen Ausbildungsplanes ergeben sich aus den Anlagen der Ausbildungsordnung. Zunächst muß geprüft werden, ob der Betrieb die Lernziele insgesamt vermitteln kann. Dazu bietet sich folgendes Raster an: 1. An welchen betrieblichen Ausbildungsplätzen (z.B. Abteilung, Verwaltung, Lernbüro etc.) sollen die Lernziele der Ausbildungsordnung vermittelt werden? 2. Gibt es Lernziele, die aufgrund der Betriebsform oder der Produktpalette nicht vermittelt werden können? 3. Wie oder wo könnten diese Inhalte vermittelt werden (Kurse, außerhalb des Betriebes etc.)? 1. Der Ausbildungsplan muß sich über die gesamte Ausbildungsdauer erstrecken und Ausbildungsort, Maßnahmen, Inhalte und Zeitangaben enthalten. 3. Die betrieblichen Ausbildungsplätze wo, was ausgebildet werden soll, sind in den Ausbildungsplan aufzunehmen. 4. Die zeitliche Gliederung, d.h. die einzelnen Lernziele bzw. Lernzielgruppen sind mit Wochen und ggf. Monatsangaben zu versehen. 5. Zur besseren Organisation der Ausbildung sind methodisch/didaktische Hinweise (also wie es gemacht werden soll) für die Ausbildung zu geben. 6. Der Ausbildungsplan sollte auch die Verpflichtung von punktuellen Lernerfolgskontrollen beinhalten. Die Antworten auf die aufgeführten Fragen ergeben zusammen mit den Anlagen Vorgaben für den betrieblichen Ausbildungsplan. Hilfreich für die praktische Umsetzung sind die fünf ''W'' Was? Lernziele/Lerngruppen 4. Welche Ausbildungsmethoden können sinnvoll zur Vermittlung eingesetzt werden (z.B. Projekte, Exkursionen, Leittexte usw.)? Wo? betrieblicher Ausbildungsplatz/ Abteilung, Schulung, Filiale etc. 5. Welche sachliche Ausstattung (auch moderne Medien) sind erforderlich? Wie? Lehr- und Lernmethoden, Projektgruppe, Ausbildungsfiliale etc. 6. Können die derzeit eingesetzten hauptund/oder nebenamtlichen Ausbilder die pädagogischen und fachlichen Aufgaben erfüllen (Mindestnorm sollte die Ausbildereignungsverordnung für mindestens einen/eine Ausbilder/ Ausbilderin sein.)? 7. In welchem Zeitrahmen (Wochen, Monate, Tage) sollten die einzelnen Ausbildungsabschnitte bzw. Lernblöcke vermittelt werden? 8. Sind Veränderungen/Aktivitäten notwendig, damit die Lernziele im Betrieb vermittelt werden können? Sinnvoll ist es auch, ein Ausbildungskonzept zu erstellen, das die Ziele, Methoden, Organisationsformen und die personellen und fachlichen Bedingungen in den Mittelpunkt der Erörterung der Berufsausbildung im Betrieb stellt ...

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