Gestaltung einer nachhaltigen Familienzeitpolitik

Wie gelingt es, Beruf und Pflegeaufgaben zu vereinbaren?

Wichtige Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlungen...

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Nachhaltige Familienzeitpolitik gestalten Wege für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben finden Der rechtliche Rahmen: Familienpflegezeit- und Pflegezeitgesetz. Das Familienpflegezeitgesetz. Das Pflegezeitgesetz. Pflege und Beruf vereinbaren - Herausforderungen und Lösungsansätze an der Schnittstelle zu Unternehmen. Immer mehr Beschäftigte in Deutschland nehmen neben ihrer Berufstätigkeit Pflegeaufgaben für Angehörige wahr: Im Dezember 2009 waren 2,34 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig - so viele wie nie zuvor. Rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen wurden zu Hause von Angehörigen versorgt. Gemäß dem ''Deutschen Alterssurvey'' aus dem Jahr 2010 nehmen etwa 13 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 40 und 65 Jahren Pflegeaufgaben wahr. 2 Für viele von ihnen ist es nicht einfach, die beruflichen und familiären Aufgaben zu vereinbaren, für manche ist es sogar unmöglich: Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich zunehmend auch in den Unternehmen: 68 Prozent der Personen, die für die Pflegeaufgaben ihre Erwerbstätigkeit eingeschränkt oder aufgegeben haben, bestätigen, dass die Doppelbelastung nur schwer zu organisieren sei. Von allen Berufstätigen, die bereit wären, ihre Angehörigen selbst zu pflegen, sind 67 Prozent überzeugt, dass sie dafür ihre Arbeitszeit zumindest vorübergehend reduzieren müssten. Wie kann es gelingen, Beruf und Pflegeaufgaben zu vereinbaren? Dies wird - nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - für Familien und Unternehmen zunehmend zur Schlüsselfrage. Deshalb gilt es nun, Ansätze zu identifizieren und zu entwickeln, die Unternehmen, Familien und die zu pflegenden Angehörigen dabei unterstützen, die vielfältigen Aufgaben ihres Alltags zu bewältigen. Wenn es um Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ging, standen für Unternehmen und Beschäftigte bislang Erziehungs- und Betreuungsaufgaben für Kinder im Mittelpunkt. Viele unternehmerische Beispiele zeigen, dass es in diesem Bereich inzwischen ein breites Spektrum an Lösungen gibt, die dabei helfen, beide Bereiche zu vereinbaren. Sorge- und Pflegeaufgaben für ältere Familienangehörige dagegen wurden bisher wenig thematisiert - obwohl immer mehr Beschäftigte neben dem Beruf Pflegeaufgaben wahrnehmen oder sich wünschen, dies tun zu können. So halten es 65 Prozent aller Berufstätigen für wünschenswert, dass Pflegebedürftige so weit wie möglich durch Angehörige und möglichst zu Hause gepflegt werden. Eine Pflege durch einen Pflegedienst oder gar in einem Pflegeheim würden nur Minderheiten von 24 Prozent präferieren. Der demografische Wandel und die damit verbundene Alterung der Belegschaften führen dazu, dass auch der Anteil derjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stetig ansteigt, die neben dem Beruf Angehörige pflegen. Verschiedene Studien zeigen zudem, dass zunehmend auch schon die jüngeren Beschäftigten verschiedene Pflegeaufgaben übernehmen und somit Beruf und Pflege in Einklang bringen müssen. Von den derzeit 2,3 Millionen Pflegenden, die berufstätig sind, ist rund ein Drittel jünger als 40 Jahre. Insbesondere für diese Altersgruppe gilt, dass sich zunehmend auch Pflegeaufgaben und solche der Kindererziehung und -betreuung zeitlich überlagern ...

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