Mehr Netto vom Brutto bei Abfindungen

Es gibt mehrere Möglichkeiten rund um den Aufhebungsvertrag,

die dem ausscheidenden Mitarbeiter

mehr Netto bieten und die Aufwendungen für den Arbeitgeber reduzieren...

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Abfindungen - Mehr Netto vom Brutto Im Rahmen von Entlassungen zahlen Arbeitgeber in bestimmten Fällen an ausscheidende Arbeitnehmer eine Abfindung, z.B. um finanzielle Schwierigkeiten aufgrund des Verlustes des Arbeitsplatzes zu überbrücken. Zwar gibt es dafür seit 2006 keine Steuerfreibeträge mehr, so dass Abfindungszahlungen grundsätzlich in vollem Umfang zum Arbeitslohn gehören. Es gibt aber nach wie vor Möglichkeiten, rund um den Aufhebungsvertrag, die dem ausscheidenden Mitarbeiter mehr Netto bieten und die Aufwendungen für den Arbeitgeber reduzieren: 1. Fünftel-Regelung: Abfindungen können nach der sogenannten FünftelRegelung versteuert werden. Hierbei werden Entlassungsentschädigungen privilegiert, da für die Ermittlung des Steuersatzes nur ein Fünftel der Abfindungssumme berücksichtigt wird. Voraussetzung: Das Gesamteinkommen übersteigt im Jahr der Abfindungszahlung das bisherige jährliche Einkommen. 2. Zeitliche Verlagerung der Auszahlung: Erwartet der Arbeitnehmer nach seinem Ausscheiden ein geringeres oder kein Einkommen, ist es für ihn sinnvoll, wenn die Abfindung erst im Folgejahr gezahlt und versteuert wird. Dies gilt insbesondere, wenn das bisherige Einkommen mit einem hohen Steuersatz versteuert wurde. 3. Ratierliche Abfindungsgestaltung: Eine vereinbarte Abfindung wird ratierlich ausgezahlt und damit in ansonsten Einkommensschwachen Zeiten mit niedriger Progression versteuert. Der Auszahlungsplan wird Gegenstand des Aufhebungsvertrages. Die insolvenzfeste Anlage des gesamten Abfindungsbetrages erfolgt als Kapitalabfindung, deren Kapitalisierung (einschließlich der Verzinsung) eine darauf spezialisierte Versicherung übernimmt. 4. Altersvorsorge einbeziehen: Im Jahr der Abfindungszahlung können steuerfreie Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge vorgenommen werden. Wer bisher noch nicht in eine Direktversicherung oder Pensionskasse eingezahlt hat, kann dies zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Unternehmen nachholen und einen Teil seiner Abfindung in die Altersvorsorge investieren. Dadurch lassen sich große Steuerminderungen erzielen. 5. Fürsorgeleistungen nutzen: Zeitlich befristete soziale Fürsorgeleistungen des Arbeitgebers werden steuerlich begünstigt. Hierzu zählen etwa die Übernahme von Versicherungsbeiträgen sowie Zuschüsse zur Altersversorgung oder zum Arbeitslosengeld. Im Falle einer ''Zusammenballung von Einkünften'' in einem Kalenderjahr greift auch hier die Fünftel-Regelung. Bei Leistungen in späteren Kalenderjahren sind Besonderheiten zu beachten. Diese Beispiele zeigen, dass es sich für Arbeitgeber lohnt das Trennungsmanagement - unter fachkundiger Begleitung - strategisch anzugehen. Bei offener Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer lassen sich win-win-Situationen herbeiführen ...

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