iga.Barometer (Erwerbstätigenbefragung zum Stellenwert der Arbeit)

In einer repräsentativen Umfrage werden 2000 Beschäftigte und Selbstständige

nach ihrer Einschätzung zum Stellenwert der Arbeit befragt...

Publikation öffnen

Arbeitsgestaltung und Arbeitsanforderungen Flexibilisierung Soziales Arbeitsumfeld Arbeit und Gesundheit Anerkennung und Stellenwert Arbeitsbezogene Risiken Mit dem iga.Barometer führt die Initiative Gesundheit und Arbeit in regelmäßigen Abständen Befragungen von Erwerbstätigen in Deutschland durch. In einer repräsentativen Umfrage werden 2.000 Beschäftigte und Selbstständige nach ihrer Einschätzung zum Stellenwert der Arbeit befragt. Die Ergebnisse dieser sogenannten Sonntagsfragen liefern einen detaillierten Überblick über die Wahrnehmungen der Erwerbsbevölkerung zu Themen wie Handlungsspielräume, Lernförderlichkeit und Life-Balance, aber auch Belastungen für Körper und Psyche. Die Auswertung unterscheidet u. a. nach Geschlechtern, Altersgruppen und Branchen und ermöglicht somit die Entwicklung zielgerichteter Präventionsansätze in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Bislang erfolgten die Befragungen in Telefoninterviews. Der mediale Zeitgeist und die Zunahme mobiler Anschlüsse haben uns bewogen, nach Abschluss der vierten Welle 2013 diese altbewährte Erhebungsmethode infrage zu stellen und die Vor- und Nachteile eines Methodenwechsels gründlich abzuwägen. Im Ergebnis wurde das iga.Barometer 2016 zum ersten Mal mittels eines Onlinefragebogens erhoben. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick Insbesondere in der Gestaltung der Arbeit und den Arbeitsanforderungen zeigen sich Geschlechterunterschiede. Frauen berichten von weniger Zeit und mehr Störungen bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten. Sie profitieren seltener von flexiblen Arbeitszeiten und empfinden berufsbedingte Mobilität häufiger als Belastung. Ältere Beschäftigte berichten von einer hohen Arbeitsmotivation und haben vergleichsweise oft Spaß an ihrer Arbeit. Sie fühlen sich gerechter behandelt als jüngere Beschäftigte und zeigen seltener Anzeichen innerer Kündigung. Anforderungen der Flexibilisierung, wie die Nutzung moderner Kommunikationsmittel und die berufliche Mobilität, werden seltener als Belastungen wahrgenommen. Allerdings verdienen ältere Beschäftigte bspw. aufgrund längerer Betriebszugehörigkeit oder der Wahrnehmung von Führungsverantwortung durchschnittlich auch besser als jüngere Beschäftigte und können ihre Arbeit selbstbestimmter gestalten. Ein höherer Bildungsabschluss bietet insbesondere in der Arbeitsgestaltung bessere Ausgangsbedingungen. Abiturienten und Absolventen eines Studiums treffen noch häufiger als andere Bildungsabschlüsse lernförderliche Arbeitsumgebungen an und können häufiger selbst entscheiden, wie und in welcher Reihenfolge Arbeiten auszuführen sind. Für das soziale Arbeitsumfeld, die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz und die Wahrnehmung von Anerkennung spielt der Bildungsabschluss hingegen offenbar eine geringere Rolle. Flexible Arbeitszeiten sind weit verbreitet und scheinen einen großen Beitrag zur gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung zu leisten. So ist der Beitrag flexibler Arbeitszeiten zu einer guten Life-Balance offenbar höher zu werten als der Beitrag von Teilzeitarbeit. Beschäftigte mit Gleitzeitregelungen, Vertrauensarbeitszeit oder Homeoffice berichten häufiger von Spaß an der Arbeit und haben häufiger das Gefühl, ihr Unternehmen setze sich für ihre Gesundheit ein ...

Publikation öffnen