Info zum Praktikum für die Arbeitnehmervertretung

Handlungsmöglichkeiten für Mitglieder

des Betriebs- und Personalrats und der Jugend- und Auszubildendenvertretung...

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Was ist ein Praktikum? Die Rechtslage Wer macht ein Praktikum - und warum? Wer spricht mit den Praktikant_innen? Demokratische Rechte der Praktikant_innen Wie kann eine hohe Qualität des Praktikums sichergestellt werden? Welche Mitspracherechte hat der Betriebsrat/Personalrat bei Praktika? Praktikumsvertrag Vertragsbeispiel Praktikumsvertrag Leitfaden für ein ''Faires Praktikum'' Angebote der Gewerkschaftsjugend ''Betriebsvereinbarung zur Regelung der Vergütung von Praktikantinnen/ Praktikanten - Diplomandinnen/Diplomanden - Doktorandinnen/Doktoranden (Mustervereinbarung der Sartorius AG)'' ''Tarifvertrag über die Regelung der Arbeitsbedingungen der Praktikantinnen/Praktikanten'' Das Praktikum ist ein Lernverhältnis. So wird es seit 1. Januar 2015 im Mindestlohngesetz definiert. Gesetzgeber und Gerichte sind sich einig: Ein Praktikum ist immer Teil einer Ausbildung und muss auch selbst Ausbildungscharakter haben. Nur wenn das Lernen im Vordergrund steht, wenn der Ausbildungscharakter erkennbar ist, liegt ein Praktikum im Sinne des Gesetzes vor. Darum gilt: Das Praktikum soll fachliche Kenntnisse vermitteln und der beruflichen Orientierung dienen. Es hilft, betriebliche Abläufe kennen zu lernen und eine Vorstellung von der Arbeit in einer Branche zu bekommen. Dafür sollen Menschen, die ein Praktikum absolvieren, nicht in die tägliche Verrichtung der Arbeit eingeplant sein, sondern zusätzlich im Betrieb ''mitlaufen''. Aber auch wenn die Definition des Praktikums einigermaßen unstrittig ist, eindeutige gesetzliche Regelungen zu den Rechten und Pflichten von Praktikant_innen gibt es bisher nicht. Und in arbeitsrechtlichen Kommentaren tauchen unterschiedliche Auffassungen darüber, welche rechtliche Stellung sie im Betrieb haben, auf. Was die Vergütung betrifft, ist mit Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes am 1. Januar 2015 auch für Praktika grundsätzlich ein Mindestlohn von 8,50 Euro vorgesehen. Allerdings gibt es hier eine Reihe von Ausnahmen, in denen der Mindestlohn nicht zu zahlen ist. Praktika, die zur Berufsausbildungsorientierung, also vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums stattfinden, sind für die Dauer von drei Monaten vom Mindestlohn ausgenommen, genauso wie freiwillige Praktika, die während des Studiums absolviert werden. Für Praktika, die verpflichtend z.B. im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung geleistet werden, besteht generell kein Anspruch auf den Mindestlohn. Auch wer an einer Einstiegsqualifizierung gemäß § 54a Sozialgesetzbuch III (SGB) oder einer Berufsausbildungsvorbereitung nach den §§ 68-70 Berufsbildungsgesetz (BBiG) teilnimmt, hat keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Für alle freiwilligen Praktika, die nach abgeschlossener Ausbildung oder Studium geleistet werden, sieht der Gesetzgeber den Mindestlohn vor. Bei diesen Praktika bestand in der Vergangenheit die größte Missbrauchsanfälligkeit, da Arbeitgeber diese häufig als verdeckte Beschäftigung eingesetzt haben. Eines ist klar: Gehört das Praktikum nicht zum Studium, gelten die Regeln des § 26 BBiG. Es ist unabhängig von der Bezeichnung des Rechtsverhältnisses, wer sich nach der tatsächlichen Ausgestaltung und Durchführung des Vertragsverhältnisses für eine begrenzte Dauer zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit zur Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit unterzieht, ohne dass es sich dabei um eine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes oder um eine damit vergleichbare praktische Ausbildung handelt ...

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