Sattler (Reitsportsattlerei)*

Sattler/innen der Fachrichtung Reitsportsattlerei stellen nach Kundenwunsch

Sättel, Zaumzeug, Pferdegeschirre und andere Sportartikel aus Leder her.

Grundlage dafür sind neben ihren handwerklichen Fertigkeiten auch ihre Kenntnisse der Anatomie

und der Bewegungsabläufe von Pferden. Hauptsächlich verarbeiten sie Leder, aber auch Textilien und Kunststoffe.

Wenn sie z.B. einen Sattel anfertigen, nehmen sie zunächst am Pferd Maß und beobachten seine Bewegungen.

Anhand der ermittelten Maße fertigen Sattler/innen der Fachrichtung Reitsportsattlerei Schablonen für den Zuschnitt an.

Anschließend schneiden sie die Einzelteile zu, schärfen die Lederkanten und schlagen sie ein.

Dann fügen sie die Lederteile durch Nähen, Kleben, z.T. auch Klammern, zusammen und polstern den Sattel auf.

Die Näharbeiten führen sie entweder von Hand oder mit Maschinen aus.

Schnallen und Beschläge komplettieren Sattel und Geschirr.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer ist für jeden Ausbildungsberuf in der jeweiligen Ausbildungsordnung festgelegt (Regelausbildungszeit).

Beim Ausbildungsberuf ''Sattler (Reitsportsattlerei)*'' beträgt sie 3 Jahre.

Wenn das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen.

Arbeitsbedingungen, Arbeitssituation

Sattler/innen der Fachrichtung Reitsportsattlerei arbeiten vielfach mit Handwerkzeugen,

z.B. mit Stanzmesser, Reifelholz, Nadel und Schere. Zum Einsatz kommen

jedoch auch Maschinen und Geräte wie Stanz-, Zuschneide- und Nähmaschinen oder Druckluft-, Niet- und Nagelgeräte.

Je nach Aufgabenstellung tragen die Sattler/innen Schutzkleidung, etwa Atemschutzmaske oder Gehörschutz.

Denn die laufenden Maschinen in den Werkhallen und -stätten erzeugen Lärm und Vibrationen,

die verwendeten Klebstoffe können beißende Dämpfe entwickeln.

Beim Verschweißen der Kunststofffolien und beim Wachsen und Imprägnieren der fertigen Sättel

entstehen zudem unangenehme Gerüche.

Wenn die Sattler/innen vor Ort bei Kunden an deren Pferden Maß nehmen oder ihre Bewegungen beobachten,

sind sie in Stallungen oder im Freien tätig und dort den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt.

In Handwerksbetrieben gehört auch der Umgang mit Kunden zu ihren Aufgaben.

Ist ein Ladengeschäft angegliedert, kann Samstagsarbeit anfallen.

Insbesondere in Unternehmen der Sportartikelindustrie ist Schichtarbeit üblich.

Um Produkte herzustellen, die den Qualitätsanforderungen gerecht werden,

sind handwerkliche Fähigkeiten, ein gutes Auge und eine sorgfältige Arbeitsweise notwendig.

Zugang zur Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hochschulreife ein.

Gewünschte schulische Vorkenntnisse

Ob nun Material zugeschnitten, Leder geschärft und genäht oder Sättel gepolstert werden:

Handwerkliches Geschick und Kenntnisse im textilen Gestalten gehören zu dieser Ausbildung dazu.

Um den Materialbedarf zu kalkulieren, sind gute Kenntnisse der Grundrechenarten und des Prozentrechnens wichtig.

Kenntnisse im Bereich Biologie, speziell in Anatomie, sind unabdingbar, um Bewegungsabläufe

von Pferd und Reiter richtig einzuschätzen und Material und Form des jeweiligen Sattels richtig bestimmen zu können.

Die Auszubildenden sollten insbesondere für die Kundenberatung gute mündliche Ausdrucksfähigkeit besitzen.

Eine sichere Rechtschreibung ist z.B. für die Geschäftskorrespondenz erforderlich.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen.

Nicht tarifgebundene Betriebe müssen eine angemessene Ausbildungsvergütung gewähren.

Eine Übersicht der tariflichen Ausbildungsvergütungen

für nahezu alle quantitativ bedeutenden Ausbildungsberufe bietet die Datenbank Ausbildungsvergütungen.

Perspektiven nach der Ausbildung

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Sattler/innen der Fachrichtung Reitsportsattlerei vor allem in Fachbetrieben des Sattler-Handwerks.

Durch Anpassungsweiterbildung, z.B. im Bereich Lederverarbeitung,

kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten, auf den neuesten Stand bringen und erweitern.

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen.

Naheliegend ist es, die Prüfung als Sattler- und Feintäschnermeister/in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren

und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Textil-, Bekleidungstechnik erwerben.

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem auf den Reitsport spezialisierten Betrieb

des Sattler- und Feintäschner-Handwerks oder auch mit einem Fachhandel für Reitsportartikel.

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf

Ausführliche Informationen zum Ausbildungsberuf finden Sie in der Berufsinfo der Datenbank BERUFENET.

Der Ausbildungsberuf ist im Berufsfeld Produktion, Fertigung einsortiert.

Freie Ausbildungsplätze

Aktuelle Ausbildungsplatzangebote finden Sie in den Jobbörsen der Unternehmen,

die sich Ihnen mit einem Firmenprofil präsentieren und/oder im entsprechenden Portalbereich bei Jobadu.de.

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