<h1>Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs</h1> <h2>BMF-Schreiben zur ertragsteuerlichen Erfassung der Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu Privatfahrten... Quelle BMF</h2> <p>Ertragsteuerliche Erfassung der Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu Privatfahrten nach &sect; 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 1 bis 3 EStG, Glaubhaftmachung der Nutzung bestimmter Kraftfahrzeuge IV C 6 - S 2177 10 10002 2012 1038276 Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder wird Rdnr. 12 des BMFSchreibens vom 18. November 2009 (BStBl I S. 1326) erg&auml;nzt und wie folgt neu gefasst: Geh&ouml;ren gleichzeitig mehrere Kraftfahrzeuge zum Betriebsverm&ouml;gen, so ist der pauschale Nutzungswert grunds&auml;tzlich f&uuml;r jedes Kraftfahrzeug anzusetzen, das vom Steuerpflichtigen oder zu seiner Privatsph&auml;re geh&ouml;renden Personen f&uuml;r Privatfahrten genutzt wird (vgl. Randnummer 2). Kann der Steuerpflichtige dagegen glaubhaft machen, dass bestimmte betriebliche Kraftfahrzeuge ausschlie&szlig;lich betrieblich genutzt werden, weil sie f&uuml;r eine private Nutzung nicht geeignet sind (z.B. bei sog. Werkstattwagen - BFH-Urteil vom 18. Dezember 2008 - VI R 34 07 - BStBl II S. 381) oder diese ausschlie&szlig;lich eigenen Arbeitnehmern zur Nutzung &uuml;berlassen werden, ist f&uuml;r diese Kraftfahrzeuge kein pauschaler Nutzungswert zu ermitteln. Dies gilt entsprechend f&uuml;r Kraftfahrzeuge, die nach der betrieblichen Nutzungszuweisung nicht zur privaten Nutzung zur Verf&uuml;gung stehen. Hierzu k&ouml;nnen z.B. Vorf&uuml;hrwagen eines Kraftfahrzeugh&auml;ndlers, zur Vermietung bestimmte Kraftfahrzeuge oder Kraftfahrzeuge von Steuerpflichtigen, die ihre T&auml;tigkeit nicht in einer festen &ouml;rtlichen Einrichtung aus&uuml;ben oder die ihre Leistungen nur durch den Einsatz eines Kraftfahrzeugs erbringen k&ouml;nnen, geh&ouml;ren. Gibt der Steuerpflichtige in derartigen F&auml;llen in seiner Gewinnermittlung durch den Ansatz einer Nutzungsentnahme an, dass von ihm das Kraftfahrzeug mit dem h&ouml;chsten Listenpreis auch privat genutzt wird, ist diesen Angaben aus Vereinfachungsgr&uuml;nden zu folgen und f&uuml;r weitere Kraftfahrzeuge kein zus&auml;tzlicher pauschaler Nutzungswert anzusetzen. F&uuml;r die private Nutzung von betrieblichen Kraftfahrzeugen durch zur Privatsph&auml;re des Steuerpflichtigen geh&ouml;rende Personen gilt dies entsprechend, wenn je Person das Kraftfahrzeug mit dem n&auml;chsth&ouml;chsten Listenpreis ber&uuml;cksichtigt wird. Wird ein Kraftfahrzeug gemeinsam vom Steuerpflichtigen und einem oder mehreren Arbeitnehmern genutzt, so ist bei pauschaler Nutzungswertermittlung f&uuml;r Privatfahrten der Nutzungswert von 1 Prozent des Listenpreises entsprechend der Zahl der Nutzungsberechtigten aufzuteilen. Es gilt die widerlegbare Vermutung, dass f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsst&auml;tte und f&uuml;r Familienheimfahrten das Kraftfahrzeug mit dem h&ouml;chsten Listenpreis genutzt wird. Zum Betriebsverm&ouml;gen des Versicherungsmaklers C geh&ouml;ren f&uuml;nf Kraftfahrzeuge, von denen vier von C, seiner Ehefrau und dem erwachsenen Sohn auch zu Privatfahrten genutzt werden, von C auch f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsst&auml;tte. Ein Kraftfahrzeug wird ausschlie&szlig;lich einem Angestellten auch zur privaten Nutzung &uuml;berlassen, der Nutzungsvorteil wird bei diesem lohnversteuert. Die betriebliche Nutzung der Kraftfahrzeuge betr&auml;gt jeweils mehr als 50 Prozent. Es befindet sich kein weiteres Kraftfahrzeug im Privatverm&ouml;gen. Die private Nutzungsentnahme nach &sect; 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 EStG ist f&uuml;r vier Kraftfahrzeuge anzusetzen, und zwar mit jeweils 1 Prozent des Listenpreises. Zus&auml;tzlich ist f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsst&auml;tte der Betriebsausgabenabzug zu k&uuml;rzen. Dabei ist der h&ouml;chste Listenpreis zugrunde zu legen. Zum Betriebsverm&ouml;gen eines Architekturb&uuml;ros geh&ouml;ren sechs Kraftfahrzeuge, die jeweils vom Betriebsinhaber, seiner Ehefrau und den Angestellten freien Mitarbeitern genutzt werden. Der Steuerpflichtige erkl&auml;rt glaubhaft eine Nutzungsentnahme f&uuml;r die zwei von ihm und seiner Ehefrau auch privat genutzten Kraftfahrzeuge mit den h&ouml;chsten Listenpreisen. Die &uuml;brigen Kraftfahrzeuge werden den Angestellten freien Mitarbeitern nicht zur privaten Nutzung &uuml;berlassen, sie werden im Rahmen ihrer T&auml;tigkeit genutzt, um die Bauprojekte zu betreuen und zu &uuml;berwachen. Eine Nutzungswertbesteuerung der vier weiteren Kraftfahrzeuge ist nicht vorzunehmen. Weist der Steuerpflichtige dem betrieblichen Kraftfahrzeug eine bestimmte Funktion im Betrieb zu und erkl&auml;rt er zudem durch den Ansatz einer Nutzungsentnahme f&uuml;r zwei andere Fahrzeuge, dass er und die zu seiner Privatsph&auml;re geh&ouml;renden Personen jenes Kraftfahrzeug nicht privat nutzen, so soll dieser Erkl&auml;rung grunds&auml;tzlich gefolgt werden. Die reine M&ouml;glichkeit der privaten Nutzung der den Mitarbeitern zur Betreuung und &Uuml;berwachung von Bauprojekten zugeordneten Kraftfahrzeuge (z.B. am Wochenende) f&uuml;hrt nicht zum Ansatz einer weiteren Nutzungsentnahme. Diese Auffassung ist in allen offenen F&auml;llen anzuwenden. Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver&ouml;ffentlicht. Es steht ab sofort f&uuml;r eine &Uuml;bergangszeit auf den Internet-Seiten des Bundesministeriums der Finanzen unter der Rubrik</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01001.pdf">Publikation zeigen</a></p>