<h1>Unzul&auml;ssige Fragen in Vorstellungsgespr&auml;chen</h1> <h2>Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sch&uuml;tzt vor Diskriminierung in allen Phasen der Besch&auml;ftigung. Also auch beim Zugang zu einer Erwerbst&auml;tigkeit... Quelle Antidiskriminierungsstelle des Bundes</h2> <p>Eigene Erfahrungen mit unzul&auml;ssigen Fragen in Bewerbungsgespr&auml;chen Meinungen zu anonymisierten Bewerbungsverfahren Dem Bewerbungsgespr&auml;ch kommt bei der Auswahl von Mitarbeiterinnen eine zentrale Bedeutung zu. Die Beteiligten k&ouml;nnen sich hier - in den meisten F&auml;llen zum ersten Mal - ein pers&ouml;nliches Bild voneinander machen. Es vermittelt dem Arbeitgeber einen Eindruck &uuml;ber die Pers&ouml;nlichkeit und Kenntnisse der Bewerberinnen und gibt ihm die M&ouml;glichkeit, die in den Bewerbungsunterlagen gemachten Angaben zur Qualifikation und zu bisherigen Erfahrungen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Aber auch dieder Arbeitsuchende kann sich &uuml;ber die angestrebte T&auml;tigkeit, das Unternehmen und dessen Organisationskultur informieren (f&uuml;r einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Funktionen des Bewerbungsgespr&auml;ches siehe Schuler 2002, S. 3). Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Einstellungsinterviews mit Sorgfalt vorzubereiten und durchzuf&uuml;hren. Dazu geh&ouml;rt auch, die Gespr&auml;che diskriminierungsfrei auszugestalten. Zum Erreichen dieses Ziels k&ouml;nnen verschiedene Faktoren beitragen, so z.B. eine grunds&auml;tzlich vielfaltsorientierte Personalpolitik und eine entsprechende Schulung der an Auswahlentscheidungen beteiligten Mitarbeiterinnen oder auch die Verwendung diskriminierungsfreier, insbesondere geschlechtsneutraler Sprache im Jobinterview. In Vorstellungsgespr&auml;chen sind somit Fragen nach oder im Zusammenhang mit den in &sect; 1 AGG gesch&uuml;tzten Merkmalen grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig. Erkundigt sich der Arbeitgeber dennoch im Bewerbungsgespr&auml;ch nach diesen Merkmalen, ist dieder Bewerberin berechtigt, die Frage nicht oder wahrheitswidrig zu beantworten. So ist z.B. die Frage an eine Bewerberin nach einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft verboten. Dabei handelt es sich um eine Benachteiligung von Frauen wegen Schwanger- oder Mutterschaft im Sinne von &sect; 3 Abs. 1 S. 2 AGG. Die Bewerberin muss eine solche Frage nicht wahrheitsgem&auml;&szlig; beantworten. Kommt ein Arbeitsverh&auml;ltnis zustande, kann dieses nicht mit Verweis auf eine L&uuml;ge angefochten werden. Zudem gilt f&uuml;r abgewiesene Bewerberinnen - soweit eine unzul&auml;ssige Nachfrage gestellt wurde - die Vermutung einer Benachteiligung, was in einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung eine Beweislastumkehr nach &sect; 22 AGG ausl&ouml;st. Der Arbeitgeber muss dann beweisen, dass trotz der unzul&auml;ssigen Frage keine Diskriminierung vorliegt. Nur in Ausnahmef&auml;llen ist die Arbeitgeberseite berechtigt, solche Fragen zu stellen (&sect;&sect; 8 Abs. 1, 9, 10 und 5 AGG) - u. a. dann, wenn das Vorliegen oder Nichtvorliegen eines bestimmten Merkmals wegen der Art der auszu&uuml;benden T&auml;tigkeit oder der Bedingungen ihrer Aus&uuml;bung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt (&sect; 8 Abs. 1 AGG). F&uuml;r die Wirksamkeit dieses Diskriminierungsverbotes ist es nicht nur wichtig, dass sich Arbeitgeber im Bewerbungsverfahren daran halten. Auch Bewerberinnen m&uuml;ssen ihre Rechte kennen. Aus diesem Grund hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Meinungsforschungsinstitut Kantar EMNID mit der Durchf&uuml;hrung einer telefonischen Kurzumfrage beauftragt, die der Frage nachging, inwieweit Bewerberinnen f&uuml;r die grunds&auml;tzliche Unzul&auml;ssigkeit von Fragen nach oder im Zusammenhang mit AGG-Schutzgr&uuml;nden in Vorstellungsgespr&auml;chen sensibilisiert sind (Kapitel 3.2). Dabei wurde auch untersucht, ob die Befragten in zur&uuml;ckliegenden Vorstellungsgespr&auml;chen schon mit entsprechenden Fragen konfrontiert wurden (Kapitel 3.3). Schlie&szlig;lich wurde die Umfrage genutzt, um Einstellungen und Meinungen von Bewerberinnen zu sogenannten anonymisierten Bewerbungsverfahren zu erheben</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01012.pdf">Publikation zeigen</a></p>