<h1>Kosten der betrieblichen Ausbildung</h1> <h2>Information zu Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten der betrieblichen Ausbildung... Quelle BIBB</h2> <p>Forschungs- und Arbeitsergebnisse aus dem Bundesinstitut f&uuml;r Berufsbildung Kosten- und Nutzenermittlung der betrieblichen Ausbildung Personalkosten der Auszubildenden machen mehr als die H&auml;lfte der Bruttokosten aus Zwei Drittel der Bruttokosten werden durch die produktiven Leistungen der Auszubildenden ausgeglichen Hohe Varianz bei Kosten und Ertr&auml;gen Auszubildende in dreij&auml;hrigen Berufen erwirtschaften die h&ouml;chsten Ertr&auml;ge Multivariate Analyse Leichter Anstieg der Nettokosten Ausbildung in Deutschland weiterhin investitionsorientiert - Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2012/13 Was kostet die duale Ausbildung die Betriebe und welchen Nutzen liefert sie ihnen? Dieser Frage wird im Folgenden anhand der repr&auml;sentativen Befragung zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung 2012/13 (BIBB-CBS 2012/13) nachgegangen. Dabei zeigt sich, dass die betriebliche Ausbildung f&uuml;r einen Gro&szlig;teil der Betriebe zun&auml;chst mit Kosten verbunden ist, also eine Investition darstellt. Durch die &Uuml;bernahme der Ausgebildeten k&ouml;nnen erhebliche Personalgewinnungskosten eingespart werden, die entst&uuml;nden, wenn Betriebe Fachkr&auml;fte &uuml;ber den Arbeitsmarkt rekrutieren w&uuml;rden. Sie kompen im Vergleich zum Jahr 2007 sieren einen gro&szlig;en Teil der gesamten Ausbildungskosten. Au&szlig;erdem ergeben &Uuml;bernahme von Ausbildungsab sich durch eine &Uuml;bernahme der Ausgebildeten auch langfristige Vorteile. Die solventen und -absolventinnen spart Personalgewinnungskosten Ausbildungsbetriebe &uuml;bernehmen im Durchschnitt fast 60 Prozent ihrer Ausgebildeten Fachkr&auml;ftebedarf wichtigster Grund f&uuml;r oder gegen eigene Ausbildung Betriebe k&ouml;nnen durch die Ausbildung ihren Fachkr&auml;ftebedarf ganz oder teilweise decken und so ihre Abh&auml;ngigkeit von den Entwicklungen auf dem externen Arbeitsmarkt reduzieren. Zudem k&ouml;nnen Betriebe w&auml;hrend der Ausbildung auch betriebsspezische Kenntnisse vermitteln und Fachkr&auml;ftestellen mit den besten Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen besetzen. Insgesamt geht aus der Studie hervor, dass sich die Ausbildung f&uuml;r die Betriebe im Normalfall lohnt. In Zeiten zunehmender Schwierigkeiten bei der Rekrutierung ausgebildeter Fachkr&auml;fte oder geeigneter Auszubildender (vgl. z.B. BMBF 2014) sollte die betriebliche Ausbildung f&uuml;r die Betriebe in Deutschland weiterhin eine wichtige Rolle zur Gewinnung von Fachkr&auml;ften spielen. Die Sicherung des Fachkr&auml;ftenachwuchses ist nicht nur f&uuml;r den einzelnen Betrieb, sondern auch f&uuml;r die Konkurrenzf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft von hoher Bedeutung. Dennoch ist seit dem Jahr 2009 ein R&uuml;ckgang der Ausbildungsbeteiligung der Betriebe zu beobachten (vgl. Hucker 2014). K&ouml;nnte ein Grund hierf&uuml;r in einer Verschlechterung des Verh&auml;ltnisses von Kosten und Nutzen der Ausbildung liegen? Um insbesondere dieses Kosten-NutzenVerh&auml;ltnis untersuchen zu k&ouml;nnen, f&uuml;hrte das BIBB f&uuml;r das Ausbildungsjahr 2012 /13 eine Betriebsbefragung durch. 3.032 Ausbildungsbetriebe und 913 nicht-ausbildende Betriebe wurden zur Ausbildung und zur Rekrutierung von Fachkr&auml;ften befragt. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der repr&auml;sentativen BIBB-Kosten-Nutzen-Befragung 2012/13 (BIBBCost-Benefit-Survey / CBS 2012/13) dargestellt. Nach einer kurzen Einf&uuml;hrung in die Thematik werden zun&auml;chst die Ausbildungskosten und -ertr&auml;ge f&uuml;r die Gesamtzahl der Auszubildenden, f&uuml;r West- und Ostdeutschland sowie nach Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen, Berufsgruppen und Ausbildungsbereichen pr&auml;sentiert. In einem zweiten Schritt werden die deskriptiv festgestellten Befunde mit multivariaten Modellen gepr&uuml;ft. Danach werden mit den Personalgewinnungskosten und dem &Uuml;bernahmeverhalten der Betriebe zwei Aspekte l&auml;ngerfristigen Nutzens der Ausbildung betrachtet. Zudem wird auf die Entwicklung der Ausbildungskosten und -ertr&auml;ge seit der letzten Erhebung des Jahres 2007 eingegangen. Abschlie&szlig;end werden die Gr&uuml;nde, die aus Sicht der Betriebe f&uuml;r oder gegen eigene Ausbildung sprechen, dargestellt und ein kurzes Fazit gezogen. Kosten- und Nutzenermittlung der betrieblichen Ausbildung In Deutschland beteiligen sich Betriebe freiwillig an der dualen Ausbildung, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung und es m&uuml;ssen (bei wenigen Ausnahmen) auch keine Abgaben gezahlt werden, wenn ein Betrieb auf die eigene Ausbildung verzichtet. Unterstellt man den Betrieben ein (&ouml;konomisch) rationales Verhalten, so muss bei den ausbildenden Betrieben der Gesamtnutzen der Ausbildung die Kosten &uuml;bersteigen. Bei den nicht-ausbildenden Betrieben wird hingegen angenommen, dass die potenziellen Kosten einer Ausbildung h&ouml;her als der Nutzen sind. Kosten entstehen den Betrieben vor allem im Verlauf der Ausbildung, w&auml;hrend Nutzen auf verschiedenen Ebenen und zu verschiedenen Zeitpunkten erzielt werden kann. Das BIBB berechnet seit den 1980er-Jahren in seinen KostenNutzen-Erhebungen die Brutto- und Nettokosten der Ausbildung auf Basis eines Kostenmodells, das auf den Arbeiten der Sachverst&auml;ndigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung (1974) aufbaut (vgl. z.B. Sch&ouml;nfeld u. a. 2010, Beicht u. a. 2004). Als Bruttokosten werden alle Sach- und Personalkosten bezeichnet, die ein Betrieb f&uuml;r die Ausbildung aufbringt. Sie setzen sich aus den Personalkosten f&uuml;r die Auszubildenden und das ausbildende Personal, den Anlage- und Sachkosten und den sonstigen Kosten zusammen. Auszubildende erwirtschaften durch ihren produktiven Einsatz auch Ertr&auml;ge w&auml;hrend der Ausbildung. Zur Ermittlung der tats&auml;chlichen Kostenbelastung der Betriebe werden diese Ertr&auml;ge von den Bruttokosten abgezogen. Der so ermittelte Wert ergibt die Nettokosten der Ausbildung. Neben den Ertr&auml;gen durch den Arbeitseinsatz der Auszubildenden kann f&uuml;r die Betriebe ein weiterer Nutzen entstehen, wenn die Auszubildenden nach erfolgreicher Ausbildung als Fachkr&auml;fte weiterbesch&auml;ftigt werden. Dieser Nutzen besteht zum einen in den eingesparten Kosten f&uuml;r die alternative Gewinnung von Fachkr&auml;ften &uuml;ber den externen Arbeitsmarkt. Zum anderen kann der jungen Fachkraft ein Lohn unterhalb der tats&auml;chlichen Produktivit&auml;t gezahlt werden. Dies ist m&ouml;glich, wenn in Teilen der Ausbildung betriebsspezifisches, also nicht transferierbares Humankapital generiert wird oder Marktunvollkommenheiten (z.B. Mobilit&auml;tskosten, unvollst&auml;nd ige Information) dazu f&uuml;hren, dass die Ausgebildeten nicht so leicht den Betrieb wechseln k&ouml;nnen und so einen Lohn unterhalb der Produktivit&auml;t akzeptieren. Acemoglu / Pischke (1999) sprechen in diesem Zusammenhang von einer komprimierten Lohnstruktur, die dazu f&uuml;hrt, dass Betriebe bei besser qualifizierten Mitarbeitenden h&ouml;here Renditen absch&ouml;pfen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen die Betriebe die Abh&auml;ngigkeit vom externen Markt f&uuml;r Fachkr&auml;fte reduzieren und leistungsf&auml;hige Talente fr&uuml;hzeitig an sich binden. Sie k&ouml;nnen so die Gefahr eines Fachkr&auml;ftemangels und damit Einschr&auml;nkungen der Leistungsf&auml;higkeit in ihrem Betrieb verringern. Die M&ouml;glichkeit, auf unterschiedlichen Wegen einen Nutzen durch die Ausbildung erzielen zu k&ouml;nnen, spiegelt sich in den Ausbildungsmotiven der Betriebe wider. In Deutschland wird die Ausbildung h&auml;ufig als Investition in zuk&uuml;nftige Fachkr&auml;fte gesehen (Investitionsmotiv, vgl. Merrilees 1983), aber auch das sogenannte Produktionsmotiv (vgl. Lindley 1975), bei dem die Ausbildungskosten vollst&auml;ndig durch die Ertr&auml;ge abgedeckt werden, ist vertreten. In diesem Fall sollten die Nettokosten negativ sein, also Nettoertr&auml;ge erwirtschaftet werden. Personalkosten der Auszubildenden machen mehr als die H&auml;lfte der Bruttokosten aus F&uuml;r das Ausbildungsjahr 2012 /13 belaufen sich die Bruttokosten pro Auszubildendem auf durchschnittlich 17.933 Euro. Aus den produktiven Beitr&auml;gen der Auszubildenden erwirtschaften die Betriebe Ertr&auml;ge in H&ouml;he von durchschnittlich 12.535 Euro pro Auszubildendem. Es ergeben sich dementsprechend Nettokosten von 5.398 Euro f&uuml;r einen Auszubildenden im Ausbildungsjahr 2012/13 ( Abb. 1). Der Berechnung dieser Kosten liegt ein differenziertes Berechnungsmodell zugrunde, das eine Weiterentwicklung eines Methodische Erl&auml;uterungen zur Erhebung 2012/13 Die BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2012/13 wurde von September 2013 bis April 2014 von infas - Institut f&uuml;r angewandte Sozialforschung - durchgef&uuml;hrt. Aus der Betriebsdatei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (Stichtag 31.03.2012) wurde eine Stichprobe gezogen, in der ausbildende Betriebe deutlich &uuml;berrepr&auml;sentiert sind. In der Bruttostichprobe waren 45.481 Betriebe enthalten. Davon wurden 24.000 Adressen f&uuml;r die Akquise der Betriebe eingesetzt. Es wurde nach Ausbildungsbetrieb (ja/nein), Region (Gemeinden) und Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen geschichtet. reren Berufen aus, wurde der Beruf aus den bis zu sechs am st&auml;rksten besetzten Ausbildungsberufen - bei gleicher Ziehungswahrscheinlichkeit - zuf&auml;llig ausgew&auml;hlt. Bei den Nichtausbildungsbetrieben bezogen sich die Fragen auf den Ausbildungsberuf der zuletzt eingestellten Fachkraft. Infas f&uuml;hrte pers&ouml;nliche computergest&uuml;tzte Interviews (CAPI) in 3.032 ausbildenden und 913 nicht-ausbildenden Betrieben durch. Befragt wurden jeweils die f&uuml;r die Ausbildung oder Personalverwaltung verantwortlichen Mitarbeitenden, in kleineren Betrieben sind dies h&auml;ufig die Betriebsinhaber/-innen. Die Interviews dauerten bei den ausbildenden Betrieben im Durchschnitt 77, bei den nicht-ausbildenden Betrieben 43 Minuten. Mittels iterativ bestimmter, stichprobenneutraler Gewichte werden f&uuml;r Deutschland repr&auml;sentative Ergebnisse berechnet. Kosten und Ertr&auml;ge der Ausbildung werden auf Auszubildendenbasis gewichtet. Das hei&szlig;t, dass jeder Auszubildende eines Betriebs (max. jedoch zehn Auszubildende pro Betrieb und Ausbildungsjahr) ein Gewicht entsprechend der Randverteilung der Auszubildenden nach Ausbildungsjahr, Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse und Ausbildungsbereich erh&auml;lt. Insgesamt werden 11.206 Auszubildende aus den 3.032 Ausbildungsbetrieben einbezogen. Die pr&auml;sentierten Ergebnisse geben somit die Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten an, die in einem Betrieb pro Auszubildendem im Durchschnitt in Deutschland im Ausbildungsjahr 2012/13 anfallen. Die Fragen zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung beziehungsweise den Kosten der Rekrutierung von Fachkr&auml;ften wurden jeweils f&uuml;r einen bestimmten Ausbildungsberuf im dualen System, der nach den Regeln des Berufsbildungsgesetzes bzw. der Handwerksordnung ausgebildet wird, gestellt. Bildete ein Ausbildungsbetrieb in meh Die Ergebnisse zur Fachkr&auml;fterekrutierung und &Uuml;bernahme sowie die multivariaten Regressionen werden mit Betriebsdaten berechnet. Die verwendeten Gewichte werden ebenfalls iterativ &uuml;ber die Randverteilungen der Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse, der Region, des Wirtschaftszweiges und der Ausbildungst&auml;tigkeit ermittelt. Modells der Sachverst&auml;ndigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung (1974) ist. Die Bruttokosten und Ertr&auml;ge aus Abbildung1 setzen sich aus verschiedenen Komponenten des Modells zusammen. Abbildung2 zeigt die Aufteilung der Bruttokosten auf die Kostenarten Personalkosten der Auszubildenden bzw. der Ausbilder /-innen, Anlage- und Sachkosten sowie sonstige Kosten, die z.B. Verwaltungskosten und Kosten f&uuml;r die Rekrutierung der Auszubildenden enthalten. Die Personalkosten der Auszubildenden machen mit durchschnittlich etwa 11.000 Euro (62 Prozent) den gr&ouml;&szlig;ten Anteil der Ausbildungskosten aus. Sie setzen sich aus den Bruttoausbildungsverg&uuml;tungen der Auszubildenden und den freiwilligen und gesetzlichen Sozialleistungen zusammen. Die Kosten f&uuml;r das ausbildende Personal betragen pro Auszubildendem 4.125 Euro, dies entspricht 23 Prozent der Bruttokosten. Dabei werden ebenfalls die gesamten Lohnkosten zugrunde gelegt. Einbezogen werden diese Kosten aber nur in dem Umfang, der dem Aufwand f&uuml;r Ausbildungsleistungen entspricht. Unterschie Abbildung 1: Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten pro Auszubildendem und Jahr (in Euro) den wird bei der Berechnung zwischen haupt- und nebenberuflichen und externen Ausbildern und Ausbilderinnen. Nebenberufliche Ausbilder/-innen erf&uuml;llen ihre Ausbildungsaufgaben neben ihrer eigentlichen T&auml;tigkeit im Betrieb. F&uuml;r die Berechnung der Ausbildungskosten relevant wird ihre Ausbildungst&auml;tigkeit nur, wenn diese die Produktivit&auml;t der eigentlichen T&auml;tigkeiten mindert. In den durchgef&uuml;hrten Interviews wurden daher sowohl die Ausbildungszeiten als auch die Minderung der Produktivit&auml;t w&auml;hrend dieser Zeiten erfasst. F&uuml;r externes Ausbildungspersonal werden die Kosten f&uuml;r Honorare, Reisen und &Uuml;bernachtungen ber&uuml;cksichtigt. F&uuml;r Anlage- und Sachkosten fallen durchschnittlich 925 Euro (5 Prozent) an. Hierzu geh&ouml;ren Anschaffungskosten f&uuml;r die Werkzeug- und Ger&auml;teausstattung der Auszubildenden und Kosten f&uuml;r etwaige Lehrwerkst&auml;tten oder innerbetrieblichen Unterricht, au&szlig;erdem Kosten f&uuml;r Verbrauchsmaterialien, die f&uuml;r Unterrichtszwecke ben&ouml;tigt werden. Die sonstigen Kosten betragen 1.866 Euro (10 Prozent) pro Auszubildendem im Ausbildungsjahr 2012/13. Darin enthalten sind u. a. Kammergeb&uuml;hren, Kosten f&uuml;r Lehr- und Lernmaterialien und f&uuml;r externe Kurse sowie die Kosten der betrieblichen Ausbildungsverwaltung. Zwei Drittel der Bruttokosten werden durch die produktiven Leistungen der Auszubildenden ausgeglichen Abbildung 2: Aufteilung der Bruttokosten pro Auszubildendem und Jahr nach Kostenarten (in Prozent und Euro) Nettokosten pro Auszubildenden und Jahr in Euro Erl&auml;uterung: Die Balken spiegeln den prozentualen Anteil der Auszubildenden mit den jeweiligen Nettokosten (horizontale Achse) wider. Quelle: BIBB-CBS 2012 / 13 Durch den Arbeitseinsatz der Auszubildenden entsteht den Betrieben in der Regel neben den Kosten ein Nutzen, der im Folgenden als Ertrag bezeichnet wird. Ertr&auml;ge k&ouml;nnen am Arbeitsplatz, aber auch in einer Lehrwerkstatt entstehen. Au&szlig;erdem erhalten einige Betriebe Zusch&uuml;sse aus F&ouml;rderprogrammen von Bund, L&auml;ndern, dem Europ&auml;ischen Sozialfonds (ESF), der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit oder Berufs- oder Branchenverb&auml;nden, die ebenfalls unter den Ertr&auml;gen subsumiert werden. Am Arbeitsplatz werden die Ertr&auml;ge mittels des &Auml;quivalenzprinzips berechnet, d.h., die Ertr&auml;ge entsprechen den Kosten, die der Betrieb h&auml;tte, wenn die T&auml;tigkeiten der Auszubildenden von normalen Besch&auml;ftigten durchgef&uuml;hrt worden w&auml;ren. In den BIBB-CBS wird dabei zwischen einfachen T&auml;tigkeiten, die normalerweise von An- oder Ungelernten durchgef&uuml;hrt werden, und Fachkr&auml;ftet&auml;tigkeiten, die normalerweise von ausgebildeten Fachkr&auml;ften durchgef&uuml;hrt werden, unterschieden. Beide T&auml;tigkeiten werden mit den Lohnkosten der entsprechenden Besch&auml;ftigtengruppe bewertet. Zus&auml;tzlich wird bei den Fachkr&auml;ftet&auml;tigkeiten erfragt, welchen Leistungsgrad die Auszubildenden bei der Ausf&uuml;hrung dieser T&auml;tigkeiten im Vergleich zu einer durchschnittlichen Fachkraft im Betrieb aufweisen. Betr&auml;gt der Leistungsgrad z.B. 50 Prozent, werden von jeder Stunde nur 30 Minuten mit den Lohnkosten einer Fachkraft als Ertrag bewertet. Die H&auml;lfte der so berechneten Ertr&auml;ge (6.210 Euro) wird durchschnittlich durch einfache T&auml;tigkeiten erwirtschaftet, 47 Prozent (5.875 Euro) durch Fachkr&auml;ftet&auml;tigkeiten, 2 Prozent (209 Euro) in der Lehrwerkstatt und 2 Prozent (241 Euro) durch Zusch&uuml;sse der verschiedenen Stellen. Hohe Varianz bei Kosten und Ertr&auml;gen In den bisherigen Abschnitten wurden ausschlie&szlig;lich die durchschnittlichen Kosten und Ertr&auml;ge pro Auszubildendem und Jahr betrachtet. Alle dargestellten Gr&ouml;&szlig;en weisen jedoch eine hohe Varianz auf, die sich teilweise durch regionale, berufliche oder betriebliche Faktoren erkl&auml;ren l&auml;sst. Im Folgenden werden die Kosten und Ertr&auml;ge nach verschiedenen betrieblichen Merkmalen analysiert, um diese Varianz aufzukl&auml;ren. Abbildung 3 zeigt die Verteilung der Nettokosten pro Auszubildendem und Jahr. Man erkennt deutlich die breite Streuung von Nettoertr&auml;gen &uuml;ber 30.000 Euro bis zu Nettokosten von knapp 40.000 Euro. Einzelne Extremf&auml;lle gehen sogar dar&uuml;ber hinaus. Die Verteilung ist leicht rechtsschief, aber insgesamt ann&auml;hernd normalverteilt. F&uuml;r knapp 30 Prozent der Auszubildenden fallen keine Nettokosten, sondern Nettoertr&auml;ge an, die Ertr&auml;ge aus den produktiven Leistungen &uuml;bersteigen bei diesen Auszubildenden also die Bruttokosten. In Tabelle 1 werden Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten nach verschiedenen Merkmalen deskriptiv dargestellt. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede. So fallen in Ostdeutschland sowohl die Bruttokosten als auch die Ertr&auml;ge im Durchschnitt deutlich geringer aus als im Westen. Die Bruttokosten sind mit 15.726 Euro etwa 14 Prozent, die Ertr&auml;ge mit 9.412 Euro etwa 28 Prozent niedriger. Urs&auml;chlich f&uuml;r die Unterschiede sind u. a. die nach wie vor niedrigeren L&ouml;hne und Ausbildungsverg&uuml;tungen. Da der Unterschied bei den Bruttokosten geringer ausf&auml;llt als der bei den Ertr&auml;gen, sind die Nettokosten in Ostdeutschland im Durchschnitt etwa 1.100 Euro h&ouml;her als in Westdeutschland. Mit der Betriebsgr&ouml;&szlig;e steigen sowohl die Bruttokosten als auch die Ertr&auml;ge an. Betriebe mit weniger als zehn Besch&auml;ftigten haben mit 15.911 Euro pro Jahr und Auszubildendem die geringsten Bruttokosten und mit 10.807 Euro auch die geringsten Ertr&auml;ge. Bei Gro&szlig;betrieben liegen die Bruttokosten bei durchschnittlich 21.757 Euro und die Ertr&auml;ge bei 14.403 Euro. Auch hier erkl&auml;ren Lohnunterschiede zumindest einen Teil der Differenzen. Die geringsten durchschnittlichen Nettokosten haben die Betriebe mit zehn bis 49 Besch&auml;ftigten mit 4.254 Euro, w&auml;hrend Gro&szlig;betriebe die h&ouml;chsten Nettokosten haben (7.354 Euro). die unmittelbaren Kosten, die diese verursacht, und zum anderen dadurch, dass mehr Ausbildungspersonal ben&ouml;tigt wird und die Auszubildenden weniger Zeit mit produktiven T&auml;tigkeiten verbringen. Die Nettokosten in Betrieben mit Lehrwerkstatt sind fast viermal so hoch wie in Betrieben ohne Lehrwerkstatt. Dieser Unterschied von etwa 9.500 Euro ergibt sich zu fast gleichen Teilen aus h&ouml;heren Bruttokosten und niedrigeren Ertr&auml;gen. Bei den Ausbildungsbereichen sind die Bruttokosten im Durchschnitt in Industrie und Handel und im &ouml;ffentlichen Dienst mit jeweils &uuml;ber 19.500 Euro am h&ouml;chsten. Die niedrigsten Bruttokosten hat mit etwa 14.000 Euro die Landwirtschaft. Hohe Ertr&auml;ge werden in Industrie und Handel, der Landwirtschaft und den freien Berufen mit fast 13.400 Euro bzw. 12.750 Euro erzielt, im Ausbildungsbereich Hauswirtschaft sind es nur knapp 9.000 Euro und damit im Vergleich zu Industrie und Handel ein Drittel weniger. F&uuml;r die Nettokosten ergibt sich das folgende Bild: Der &ouml;ffentliche Dienst (8.032 Euro) hat die h&ouml;chsten Nettokosten, gefolgt von Hauswirtschaft (6.385 Euro) sowie Industrie und Handel (6.146 Euro). Deutlich geringere Nettokosten pro Auszubildendem und Jahr fallen im Durchschnitt im Handwerk (4.390 Euro) und den freien Berufen (3.705 Euro) an. Die niedrigsten Nettokosten haben die Betriebe im Bereich Landwirtschaft mit 1.293 Euro. Auszubildende in dreij&auml;hrigen Berufen erwirtschaften die h&ouml;chsten Ertr&auml;ge Die technischen Berufe weisen die h&ouml;chsten Bruttokosten, die niedrigsten Ertr&auml;ge und damit die h&ouml;chsten Nettokosten auf. Die kaufm&auml;nnischen Berufe haben zwar auch hohe Bruttokosten, aber die Ertr&auml;ge fallen mit 14.684 Euro wesentlich h&ouml;her aus als in den beiden anderen Berufsgruppen. Die Nettokosten sind daher f&uuml;r diese Berufe im Durchschnitt am niedrigsten. Findet die Ausbildung auch in einer Lehrwerkstatt statt, erh&ouml;hen sich die Nettokosten deutlich: zum einen durch Auch die Ausbildungsdauer des jeweiligen Ausbildungsberufs hat einen Einfluss auf Kosten und Ertr&auml;ge. Die j&auml;hrlichen Bruttokosten sind in den dreieinhalbj&auml;hrigen Berufen (18.636 Euro) am h&ouml;chsten und in den zweij&auml;hrigen (16.970 Euro) am niedrigsten ( Tab. 1). In den dreij&auml;hrigen Berufen sind die Auszubildenden am produktivsten, sie erwirtschaften durchschnittlich Ertr&auml;ge in H&ouml;he von fast 14.000 Euro pro Jahr. Abbildung 4 zeigt die durchschnittlichen Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten nach Ausbildungsdauer f&uuml;r die einzelnen Ausbildungsjahre. Deutlich zu erkennen ist, dass bei den dreieinhalbj&auml;hrigen Berufen die Nettokosten in allen Jahren am h&ouml;chsten sind. Insgesamt belaufen sich die Nettokosten f&uuml;r eine dreieinhalbj&auml;hrige Ausbildung im Durchschnitt auf &uuml;ber 35.000 Euro, bei den zwei- und dreij&auml;hrigen Berufen sind es nur 10.600 Euro bzw. 11.300 Euro. Unter den dreieinhalbj&auml;hrigen Berufen sind viele technische Berufe zu finden, die zum einen einen hohen Materialeinsatz erfordern und zum anderen nur zu geringen Teilen im Arbeitsprozess ausgebildet werden k&ouml;nnen (z.B. wenn die Ausbildung teilweise auch in einer Lehrwerkstatt erfolgt). Beides erh&ouml;ht die Nettokosten. Bei den zweij&auml;hrigen Berufen f&auml;llt auf, dass es keinen R&uuml;ckgang der Nettokosten vom ersten zum zweiten Jahr gibt. Bei den Unterschieden wird zwischen kaufm&auml;nnischen, gewerblichen und technischen Berufen. F&uuml;r die Zuordnung zu den technischen Berufen wurde eine vom BIBB zusammengestellte Liste der technischen Ausbildungsberufe im dualen System (BBiG bzw. HwO) genutzt (https://www2.bibb.de/bibbtools/dokumente/pdf/a21dazubiberufsliste-t2012.pdf, Stand: 29.10.2014). Technische Ausbildungsberufe sind demnach solche, deren T&auml;tigkeits- und Kenntnisprofile hohe Technikanteile (z.B. hohe Anteile von &Uuml;berwachen, Steuern von Maschinen, Anlagen, technischen Prozessen etc.) enthalten. anderen Berufen ist ein R&uuml;ckgang im Verlauf der Ausbildung zu beobachten, da die Ertr&auml;ge steigen. Bei den zweij&auml;hrigen Berufen steigen die Ertr&auml;ge nur im selben Umfang wie die Bruttokosten an, die Nettokosten liegen demnach in beiden Jahren in etwa auf demselben Niveau. Multivariate Analyse Im Folgenden soll gepr&uuml;ft werden, ob die Ergebnisse der deskriptiven Analyse sich auch unter Kontrolle von weiteren relevanten Variablen zeigen. Es werden drei OLS-Regressionen2 mit den Bruttokosten, Ertr&auml;gen und Nettokosten als abh&auml;ngigen Variablen durchgef&uuml;hrt. Die Kontrollvariablen in der folgenden Analyse sind die Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse, der Ausbildungsbereich, die Region, die Ausbildungsdauer, die Existenz einer betrieblichen Lehrwerkstatt, die Berufsgruppe und die Anzahl der Auszubildenden im Ausbildungsberuf im Betrieb. Der Koeffizient f&uuml;r jede Variable gibt dabei an, wie stark sich die Ausbildungskosten &auml;ndern unter der Annahme, dass alle anderen Kontrollvariablen konstant bleiben. Die Werte der Koeffizienten k&ouml;nnen jeweils als Euro-Betr&auml;ge interpretiert werden. Die meisten Variablen sind kategoriale Variablen, die als Dummy-Variablen in das Modell einbezogen werden. Die Koeffizienten dieser kategorialen Variablen sind immer im Vergleich zur Referenzkategorie ( Tab. 2) zu interpretieren. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse der multivariaten Analyse, die auf Betriebsebene durchgef&uuml;hrt wurde. Die Regressionen basieren somit auf den 3.032 befragten Ausbildungsbetrieben. Sie zeigen, dass die Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse einen signifikanten Einfluss auf die Bruttokosten und auf die Ertr&auml;ge hat. Je gr&ouml;&szlig;er ein Betrieb ist, desto h&ouml;her sind sowohl seine Bruttokosten als auch seine Ertr&auml;ge. Der Einfluss der Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse auf die Nettokosten ist dagegen nicht so eindeutig. In der kleinsten Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse sind sowohl die Ertr&auml;ge als auch die Bruttokosten am geringsten. Der negative Effekt auf die Ertr&auml;ge ist jedoch deutlich st&auml;rker als der Effekt auf die Bruttokosten, deshalb sind die Nettokosten h&ouml;her als in der n&auml;chstgr&ouml;&szlig;eren Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse. Die mittlere Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse von 50 bis 499 Besch&auml;ftigten weist ebenfalls h&ouml;here Nettokosten als die Referenzklasse (zehn bis 49 Besch&auml;ftigte) auf. Betriebe mit 500 und mehr Besch&auml;ftigten haben im Vergleich zur Referenzklasse keine signifikant ver&auml;nderten Nettokosten. denen im Bereich Industrie und Handel unterscheiden. Im Vergleich zu Industrie und Handel signifikant geringere Nettokosten weisen allerdings nur die Bereiche Handwerk und Landwirtschaft auf. Unter Kontrolle der anderen Variablen unterscheiden sich die Ausbildungskosten stark nach den Ausbildungsbereichen. Im Vergleich zur Referenzkategorie Industrie und Handel haben alle anderen Ausbildungsbereiche signifikant niedrigere Bruttokosten. Eine Ausnahme stellt der &ouml;ffentliche Dienst dar, dessen Bruttokosten sich nicht von Die Ausbildungsdauer hat zumeist keinen signifikanten Einfluss auf die Kosten- und Nutzenstruktur der Betriebe. Lediglich bei den Ertr&auml;gen ist ein Unterschied zwischen den dreieinhalbj&auml;hrigen und den dreij&auml;hrigen Berufen festzustellen. Die Ertr&auml;ge in den dreij&auml;hrigen Berufen sind signifikant h&ouml;her als in den dreieinhalbj&auml;hrigen Berufen. Das In Westdeutschland fallen Bruttokosten und Ertr&auml;ge signifikant h&ouml;her aus als in Ostdeutschland. Eine m&ouml;gliche Erkl&auml;rung daf&uuml;r ist, dass das Lohnniveau in Westdeutschland h&ouml;her als in Ostdeutschland ist. Im Schnitt gleicht sich aber der Einfluss auf die Ertr&auml;ge und auf die Bruttokosten wieder aus, sodass die hier verwendete Regionalvariable keinen Einfluss auf die Nettokosten hat. kann daran liegen, dass Berufe, die in dreieinhalb Jahren ausgebildet werden, schwieriger zu erlernen sind und der Auszubildende erst sp&auml;ter produktiv eingesetzt werden kann. F&uuml;r die Nettokosten ist die Ausbildungsdauer allerdings von geringerer Bedeutung. Dies zeigt, dass nicht die Ausbildungsdauer ma&szlig;geblich f&uuml;r die deskriptiv festgestellten Kostenunterschiede ( Abb. 4) ist, sondern die Berufsgruppe und die Ausbildungsorganisation (z.B. Nutzung einer Lehrwerkstatt) entscheidend sind. Eindeutig ist der Einfluss der Lehrwerkstatt auf das Kosten- und Nutzenverh&auml;ltnis. Betriebe, die eine Lehrwerkstatt zur Ausbildung nutzen, haben signifikant h&ouml;here Bruttokosten, niedrigere Ertr&auml;ge und damit signifikant h&ouml;here Nettokosten (&uuml;ber 6.000 Euro im Vergleich zu Betrieben ohne Lehrwerkstatt). Allerdings ist der Einfluss der Lehrwerkstatt geringer als in der deskriptiven Analyse Dabei ist zu beachten, dass das 4. Ausbildungsjahr lediglich ein halbes Jahr dauert. Basis: Betriebsdatensatz. Standardfehler in Klammern in der jeweils zweiten Zeile. Signifikanzniveaus: 1 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent Erl&auml;uterung: Die Regressionskoeffizienten in den Spalten Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten zeigen an, in welche Richtung und welcher St&auml;rke die jeweiligen Determinanten die Kosten bzw. Ertr&auml;ge beeinflussen. Bei den Variablen mit einer Null-EinsKodierung (alle au&szlig;er der Anzahl Auszubildender) gibt der Koeffizient also wieder, wie sich die Kosten bzw. Ertr&auml;ge von der Referenzgruppe unterscheiden. Quelle: BIBB-CBS 2012/13 sichtbar wurde, was daran liegen kann, dass insbesondere gr&ouml;&szlig;ere Betriebe eine Lehrwerkstatt in der Ausbildung einsetzen. Eine Unterscheidung zwischen Berufsgruppen zeigt, dass die Betriebe, die in einem technischen Beruf ausbilden, wesentlich h&ouml;here Brutto- und Nettokosten haben als Betriebe, die in gewerblichen oder kaufm&auml;nnischen Berufen ausbilden. Bei den kaufm&auml;nnischen Berufen sind die Ertr&auml;ge signifikant h&ouml;her als in den beiden anderen Berufsgruppen. Die Regressionsanalyse zeigt weiterhin, dass die Brutto- und Nettokosten negativ mit der Anzahl der Auszubildenden zusammenh&auml;ngen. Mit jedem weiteren Auszubildenden, den ein Betrieb im angegebenen Ausbildungsberuf ausbildet, sinken die Nettokosten um durchschnittlich 47 Euro. Das Bestimmtheitsma&szlig; ist ein Indikator daf&uuml;r, wie gut die dargestellten Kontrollvariablen die Varianz in den Kosten erkl&auml;ren k&ouml;nnen. W&auml;hrend die einbezogenen erkl&auml;renden Variablen 15 Prozent der Varianz der Ertr&auml;ge erkl&auml;ren, k&ouml;nnen sie lediglich 9 Prozent der Bruttound Nettokosten erkl&auml;ren. Das bedeutet, dass es, zus&auml;tzlich zu den hier vorgestellten Variablen, noch weitere Faktoren, z.B. Unterschiede zwischen einzelnen Berufen, geben muss, die die Kostenstruktur der Betriebe beeinflussen. Leichter Anstieg der Nettokosten im Vergleich zum Jahr 2007 2008 wurde die letzte Kosten-NutzenErhebung durchgef&uuml;hrt, die Ergebnisse f&uuml;r das Jahr 2007 ermittelte (vgl. Sch&ouml;nfeld u. a. 2010). Um die Entwicklung der Ausbildungskosten und -ertr&auml;ge zu analysieren, werden im folgenden Abschnitt die Ergebnisse aus dem Jahr 2007 und dem Ausbildungsjahr 2012/13 verglichen. Zun&auml;chst werden die Ergebnisse der beiden Erhebungen deskriptiv gegen&uuml;bergestellt. In einem zweiten Methodische Erl&auml;uterungen zum Vergleich BIBB-CBS 2007 und 2012/13 Die Abfrage der Kosten und Ertr&auml;ge im Interview und die Berechnung der verschiedenen Kostenwerte blieb in den Erhebungen 2007 und 2012/13 weitgehend unver&auml;ndert. Die Methode der Stichprobenziehung im Erhebungsjahr 2012/13 wurde jedoch umgestellt. F&uuml;r die Erhebung 2012/13 wurde aus allen Ausbildungsbetrieben, die einen Ausbildungsberuf gem&auml;&szlig; des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung ausbilden, eine Zufallsstichprobe gezogen. Da Kosten und der Nutzen sich immer auf einen bestimmten Beruf beziehen, wurden Informationen zu 211 4 verschiedenen Berufen erfragt. Im Jahr 2007 wurden stattdessen nur solche Betriebe gezogen, die in einem der 51 am st&auml;rksten besetzten Berufe ausbildeten. F&uuml;r den Vergleich werden aus der aktuellen Erhebung nur Betriebe ber&uuml;cksichtigt, die zu einem der im Jahr 2007 ausgew&auml;hlten Schritt wird in einer Regressionsanalyse f&uuml;r die unterschiedliche Betriebsstruktur in beiden Jahren kontrolliert. Tabelle 3 zeigt in Preisen von 2012 die Bruttokosten, Ertr&auml;ge und Nettokosten aus den Jahren 2007 und 2012 /13.6 Die Resultate machen deutlich, dass die durchschnittlichen Nettokosten real nur leicht gestiegen sind. Im Jahr 2007 investierte ein Betrieb pro Jahr im Durchschnitt 4.647 Euro pro Auszubildendem. Im Ausbildungsjahr 2012 /13 stieg dieser Betrag auf 5.241 Euro. Real ist die durchschnittliche Investition also lediglich um 594 Euro angestiegen. Der Anstieg geht haupts&auml;chlich auf die Erh&ouml;hung der Bruttokosten um 500 Euro zur&uuml;ck. Die Ertr&auml;ge sind dagegen im Durchschnitt leicht um 95 Euro gesunken. Da das allgemeine Preisniveau von Waren und Dienstleistungen zwischen 2007 und 2012 angestiegen ist, sollte dies bei Vergleichen ber&uuml;cksichtigt werden. Hierf&uuml;r wird der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes verwendet.5 Daraus ergibt sich f&uuml;r den Zeitraum von 2007 bis 2012 ein Korrekturfaktor von 1,08, mit dem alle Werte aus dem Jahr 2007 multipliziert werden. in den Ausbildungskosten erkl&auml;ren. Dies sind der Ausbildungsberuf, die Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse, die Region (West- oder Ostdeutschland) und ob der Betrieb eine Lehrwerkstatt hat oder nicht. Die haupts&auml;chlich interessierende Variable ist der Jahreskoeffizient, der angibt, in welchem Jahr der Betrieb befragt worden ist. Er nimmt den Wert von 1 an, wenn der Betrieb aus dem BIBB-CBS 2012/13 stammt, und 0, wenn der Betrieb am BIBB-CBS 2007 teilgenommen hat. Der Jahreskoeffizient stellt so die durchschnittliche Entwicklung der Kosten dar unter der Annahme, dass sich der Einfluss der Kontrollvariablen in beiden Erhebungen nicht ge&auml;ndert hat. Tabelle 4 zeigt, dass unter Kontrolle der beschriebenen Strukturmerkmale die Kosten sogar etwas weniger angestiegen sind als bei rein deskriptiver Betrachtung wie in Tabelle 3. Im Ausbildungsjahr 2012 /13 investierte ein in Bezug auf die Kontrollvariablen vergleichbarer Betrieb im Durchschnitt 464 Euro mehr in die Ausbildung als im Jahr 2007. Dieser Wert ist signifikant auf dem 10-ProzentNiveau. Genau wie bei den deskriptiven Ergebnissen zeigt sich bei der Regression vor allem ein Anstieg der Bruttokosten, w&auml;hrend sich die Ertr&auml;ge nicht signifikant ver&auml;ndert haben. Die Betriebe konnten die steigenden Bruttokosten also nicht durch h&ouml;here Ertr&auml;ge ausgleichen. Der Unterschied zwischen den Kosten der beiden Jahre l&auml;sst sich also nicht durch die einbezogenen Strukturmerkmale erkl&auml;ren. Es ist also davon auszugehen, dass es einen leichten generellen Anstieg der Kosten gegeben hat. Der hier dargestellte Vergleich soll lediglich einen ersten Eindruck der Entwicklung der Kosten der betrieblichen Ausbildung darstellen. Die Datenbasis soll Gegenstand von weiteren vertiefenden Analysen werden. Tabelle 5: Personalgewinnungskosten je neue Fachkraft nach Kostenarten f&uuml;r West- und Ostdeutschland (in Euro) Bewerbungsverfahren, davon: Inserierungskosten Personalkosten f&uuml;r das Bewerbungsverfahren Kosten externe Berater/-innen Weiterbildung w&auml;hrend der Einarbeitungszeit, davon: Kosten der Weiterbildung Arbeitsausfallkosten durch Weiterbildung Einarbeitungskosten, davon: Minderleistung in der Einarbeitungszeit (rekrutierte Fachkraft) Personalkosten der Einarbeitung Personalgewinnungskosten insgesamt Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen spart Personalgewinnungskosten Die bisher dargestellten Ergebnisse zeigen, dass der Gro&szlig;teil der Betriebe in Deutschland eine Nettoinvestition in die Ausbildung t&auml;tigt. Nimmt man an, dass Betriebe &ouml;konomisch handeln, so m&uuml;ssen insbesondere die investierenden Betriebe einen Nutzen durch die Ausbildung, der &uuml;ber den Arbeitsbeitrag der Auszubildenden in der Ausbildungszeit hinausgeht, erwarten. Ein zus&auml;tzlicher Nutzen kann vor allem dann entstehen, wenn Betriebe ihre Auszubildenden nach der Ausbildung als Fachkr&auml;fte &uuml;bernehmen. Ausbildende Betriebe m&uuml;ssen im Falle der &Uuml;bernahme nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt nach Fachkr&auml;ften suchen und zus&auml;tzliche Weiterbildungs- und Einarbeitungsma&szlig;nahmen durchf&uuml;hren, um extern rekrutierte Fachkr&auml;fte zu integrieren. Durch die &Uuml;bernahme von Ausgebildeten kann ein Betrieb also Such- und Anpassungskosten von Fachkr&auml;ften einsparen. Zus&auml;tzlich macht er sich unabh&auml;ngig vom Arbeitsmarkt und kann eventuelle Ausfallkosten verhindern. Im BIBB-CBS 2012 /13 werden die Personalgewinnungskosten f&uuml;r ausbildende und nicht-ausbildende Betriebe erhoben. Im Unterschied zu bisherigen Erhebungen werden dabei nicht nur die Kosten f&uuml;r das Bewerbungsverfahren, die Weiterbildung und anf&auml;ngliche Produktivit&auml;tsunterschiede neuer Fachkr&auml;fte ber&uuml;cksichtigt, sondern erstmals auch der Aufwand, der f&uuml;r die anderen Mitarbeitenden im Betrieb bei der Einarbeitung der neuen Kolleginnen und Kollegen entsteht. Die Berechnung der Personalgewinnungskosten von Betrieben greift auf Informationen von 2.011 Betrieben (1.605 ausbildende und 406 nicht-ausbildende Betriebe) zur&uuml;ck, die in den letzten drei Jahren Fachkr&auml;fte vom externen Arbeitsmarkt rekrutiert haben. Grund f&uuml;r diese Einschr&auml;nkung ist, dass Betriebe, deren Rekrutierungsaktivit&auml;t noch weiter zur&uuml;ckliegt, vermutlich weniger genaue Angaben &uuml;ber die vor langer Zeit entstandenen Kosten machen k&ouml;nnen. Betrachtet man zun&auml;chst die Gesamtkosten der Personalgewinnung, so fallen diese mit durchschnittlich 8.715 Euro pro eingestellte Fachkraft relativ hoch aus ( Tab. 5). Damit zeigt sich ein weiterer Nutzenaspekt der Ausbildung. Denn: Bei &Uuml;bernahme von Auszubildenden kann ein Betrieb die Personalgewinnungskosten einsparen, die bei einer durchschnittlichen dreij&auml;hrigen Ausbildung mehr als drei Viertel der gesamten Nettoausbildungskosten entsprechen. Die Analyse der einzelnen Bestandteile der Personalgewinnungskosten zeigt, dass insbesondere die Einarbeitungskosten, und dabei vor allem der zeitliche Aufwand der an der Einarbeitung beteiligten Mitarbeitenden, ins Gewicht fallen. Diese Personalkosten der Einarbeitung machen knapp die H&auml;lfte der gesamten Personalgewinnungskosten aus (4.097 Euro). Aber auch die Produktivit&auml;tsdefizite neuer Fachkr&auml;fte w&auml;hrend der Einarbeitung sind mit 2.966 Euro ein wichtiger Kostenfaktor. Im Vergleich hierzu ist das eigentliche Bewerbungsverfahren zur Gewinnung von Fachkr&auml;ften, das die Inserierungs- und die Personalkosten f&uuml;r das Auswahlverfahren sowie die Kosten f&uuml;r externe Berater/-innen und Vermittler/-innen ber&uuml;cksichtigt, weniger aufwendig. Mit insgesamt 928 Euro machen die Kosten f&uuml;r das Bewerbungsverfahren etwa 10 Prozent der gesamten Personalgewinnungskosten aus. Ebenfalls deutlich geringer als die Einarbeitungskosten sind die durchschnittlichen Kosten f&uuml;r Weiterbildung, die durch direkte Weiterbildungskosten (z.B. Geb&uuml;hren, Beitr&auml;ge) und Kosten der Abwesenheit vom Arbeitsplatz ermittelt werden. Betrachtet man die Personalgewinnungskosten nach verschiedenen Strukturmerkmalen, so zeigen sich, wie im Falle der Ausbildungskosten, auch hier deutliche Unterschiede u. a. nach Region und Betriebsgr&ouml;&szlig;e ( rechte Spalten von Tab. 5 und Tab. 6). Personalgewinnungskosten fallen in Ostdeutschland deutlich geringer aus als in Westdeutschland, Tabelle 6: Personalgewinnungskosten je neue Fachkraft nach Kostenarten und Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen (in Euro) Bewerbungsverfahren, davon: Inserierungskosten Personalkosten f&uuml;r das Bewerbungsverfahren Kosten externe Berater/-innen Weiterbildung w&auml;hrend der Einarbeitungszeit, davon: Kosten der Weiterbildung Arbeitsausfallkosten durch Weiterbildung Einarbeitungskosten, davon: Minderleistung in der Einarbeitungszeit (rekrutierte Fachkraft) Personalkosten der Einarbeitung Personalgewinnungskosten insgesamt wobei die Unterschiede insbesondere bei den Kosten f&uuml;r das Bewerbungsverfahren und der Einarbeitung auftreten. Hinsichtlich der Kosten f&uuml;r die Weiterbildung liegen beide Regionen in etwa auf gleichem Niveau. Betrieben mit 500 und mehr Besch&auml;ftigten deutlich mehr als das Doppelte an Personalgewinnungskosten an. Der durchschnittliche Wert f&uuml;r gro&szlig;e Betriebe liegt dabei bei etwa 16.500 Euro je rekrutierter Fachkraft. Die regionalen Unterschiede erscheinen jedoch, verglichen mit den beobachtbaren Unterschieden nach Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen, relativ moderat. Im Vergleich zu kleinen Betrieben mit weniger als zehn Besch&auml;ftigten f&auml;llt bei gro&szlig;en Be Bei den ausbildenden Betrieben sind die Personalgewinnungskosten im Durchschnitt gut 1.200 Euro h&ouml;her als bei den nicht-ausbildenden Betrieben ( Tab.7). Ausbildende Betriebe k&ouml;nnen somit ist der Unterschied zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben mit 729 Euro kleiner als im Osten. Nach Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen variiert die Differenz zwis chen Ausbildungs- und Nichtausbildungsbetrieben. Nichtausbildungsbetriebe mit weniger als zehn Besch&auml;ftigten m&uuml;ssen mit deutlich h&ouml;heren Personalgewinnungskosten kalkulieren als Ausbildungsbetriebe der gleichen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse. In gr&ouml;&szlig;eren Betrieben haben jedoch stets die Ausbildungsbetriebe h&ouml;here Personalgewinnungskosten, insbesondere bei Betrieben mit 50 bis 499 Besch&auml;ftigten sind sie mit &uuml;ber 1.600 Euro deutlich h&ouml;her. Insgesamt steigen bei beiden Betriebsgruppen die Personalgewinnungskosten mit der Betriebsgr&ouml;&szlig;e an. Im Durchschnitt k&ouml;nnen also die Ausbildungsbetriebe durch die Ausbildung mehr Personalgewinnungskosten einsparen als es die Nichtausbildungsbetriebe k&ouml;nnten. Das kann z.B. an den spezifischen Bed&uuml;rfnissen der Ausbildungsbetriebe liegen. Die eingesparten Personalgewinnungskosten k&ouml;nnen also einen Teil der Ausbildungsentscheidung erkl&auml;ren. Die in diesem Abschnitt dargestellten Erhebungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Einsparung von Personalgewinnungskosten zumindest einen gro&szlig;en Teil der Ausbildungskosten ausgleicht, sofern der Betrieb die selbst ausgebildete Fachkraft &uuml;bernimmt. Die &Uuml;bernahme von Ausgebildeten wird im folgenden Abschnitt diskutiert. Ausbildungsbetriebe &uuml;bernehmen im Durchschnitt fast 60 Prozent ihrer Ausgebildeten Durch die &Uuml;bernahme der Auszubildenden entsteht dem Betrieb, wie zuvor beschrieben, ein zus&auml;tzlicher Nutzen. Au&szlig;erdem kann er bei der &Uuml;bernahme aufgrund seiner Kenntnisse &uuml;ber die Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen die Besten ausw&auml;hlen. Die &Uuml;bernahmeentscheidung des Betriebs bzw. die tats&auml;chliche Weiterbesch&auml;ftigung im Betrieb h&auml;ngt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Zun&auml;chst muss beim Betrieb ein generelles &Uuml;bernahmeinteresse oder die Verpflichtung zur (befristeten) &Uuml;bernahme aufgrund von tarifvertraglichen Regelungen bestehen. Bei den Betrieben, die generell an einer &Uuml;bernahme interessiert sind, k&ouml;nnen Ver&auml;nderungen der Rahmenbedingungen dazu f&uuml;hren, dass weniger oder keine Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen nach der Ausbildung im Betrieb verbleiben. Dies kann eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sein, die dazu f&uuml;hrt, dass weniger Fachkr&auml;fte ben&ouml;tigt werden. Oder es zeigt sich im Verlauf der Ausbildung, dass die Ausgebildeten nicht den betrieblichen Anforderungen entsprechen. Zuletzt kann es auch sein, dass die Absolventen und Absolventinnen ihre berufliche Zukunft nicht im Ausbildungsbetrieb sehen, da sie z.B. ein Studium anschlie&szlig;en oder ein besseres Angebot eines anderen Betriebs erhalten. Im Durchschnitt hat jeder Betrieb im Zeitraum von 2011 bis 2013 59 Prozent8 seiner erfolgreichen Auszubildenden &uuml;bernommen ( Abb. 5). Nach Region unterscheidet sich der Anteil kaum. Bei den Ausbildungsbereichen9 stechen der &ouml;ffentliche Dienst mit einem sehr hohen Anteil von durchschnittlich 83 Prozent und die Landwirtschaft mit nur 35 Prozent &uuml;bernommenen Absolventen und Absolventinnen hervor. In Industrie und Handel werden im Schnitt zwei von drei Ausgebildete &uuml;bernommen, im Handwerk 57 Prozent und in den freien Berufen 53 Prozent. In Gro&szlig;betrieben mit 500 und mehr Besch&auml;ftigten ist der Anteil mit 82 Prozent &uuml;bernommenen Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen deutlich h&ouml;her als in Kleinstbetrieben mit knapp 50 Prozent. Etwas &uuml;berraschend ist der relativ hohe Anteil &Uuml;bernommener in Statt des betrieblichen Durchschnitts kann auch die Summe aller &uuml;bernommenen Auszubildenden durch die Summe der erfolgreich Ausgebildeten geteilt werden. So erh&auml;lt man eine gesamtwirtschaftliche Quote von 67 Prozent. Diese deckt sich mit der vom IAB auf Basis des IAB-Betriebspanels ermittelten &Uuml;bernahmequote (vgl. Dummert u.a. 2014). den zweij&auml;hrigen Berufen, w&auml;hrend insbesondere bei den dreieinhalbj&auml;hrigen Berufen aufgrund der hohen Nettokosten eine h&ouml;here &Uuml;bernahmequote zu erwarten gewesen w&auml;re.10 Fachkr&auml;ftebedarf wichtigster Grund f&uuml;r oder gegen eigene Ausbildung Fragt man die Betriebe nach den Gr&uuml;nden, die f&uuml;r ( Abb. 6) oder gegen ( Abb. 7) eine eigene Ausbildung sprechen, so wird dem zuk&uuml;nftigen Einsatz als Fachkraft bzw. dem fehlenden Fachkr&auml;ftebedarf die gr&ouml;&szlig;te Wichtigkeit zugesprochen. So ist f&uuml;r 83 Prozent der ausbildenden Betriebe die Qualifizierung von Fachkr&auml;ften, die langfristig im Betrieb eingesetzt werden sollen, ein wichtiger bzw. sehr wichtiger Grund f&uuml;r die Ausbildung. Diese Betriebe sehen Oft k&ouml;nnen zweij&auml;hrige Berufe auf dreij&auml;hrige Berufe angerechnet werden, sodass Auszubildende nach Abschluss in einen dreij&auml;hrigen Ausbildungsberuf &uuml;bernommen werden k&ouml;nnen. Dies k&ouml;nnte zwar auch die h&ouml;here &Uuml;bernahmequote der zweij&auml;hrigen Berufe erkl&auml;ren, l&auml;sst sich aber mit den vorhandenen Daten nicht pr&uuml;fen. Ausbildung als eine Investition in die Sicherung des zuk&uuml;nftigen Fachkr&auml;ftebedarfs, um z.B. Vakanzen zu vermeiden. Viele Betriebe geben aber auch an, dass die Ausbildung eine Gemeinschaftsaufgabe und damit eine Leistung f&uuml;r die Gesellschaft ist. Bei der Ausbildungsentscheidung ber&uuml;cksichtigen diese Betriebe also nicht allein betriebliche Kostenund Nutzen&uuml;berlegungen. Bei den nicht-ausbildenden Betrieben ist f&uuml;r fast 40 Prozent der fehlende Fachkr&auml;ftebedarf ein (sehr) wichtiger Grund nicht auszubilden. 37 Prozent der Betriebe geben an, dass es keine qualifizierten Bewerber/-innen f&uuml;r Ausbildungspl&auml;tze gibt und sie daher nicht ausbilden. Schlechte Erfahrungen oder die Angst, dass die Auszubildenden den Betrieb nach der Ausbildung verlassen, ist f&uuml;r weniger als jeden f&uuml;nften nicht-ausbildenden Betrieb ein Grund, auf Ausbildung zu verzichten. Die hier pr&auml;sentierten Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-Studie 2012/13 zeigen zum einen, dass ein Gro&szlig;teil der ausbildenden Betriebe bereit ist, Investitionen in ihre Auszubildenden zu t&auml;tigen. Zum anderen wurde deutlich, dass durch die &Uuml;bernahme von Auszubildenden hohe Kosten eingespart werden k&ouml;nnen, die andernfalls f&uuml;r die Rekrutierung und Einarbeitung von neu eingestellten Fachkr&auml;ften angefallen w&auml;ren. Im Durchschnitt &uuml;bernehmen die Betriebe 60 Prozent ihrer Auszubildenden in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverh&auml;ltnis. Die Ausbildungsbetriebe selbst sch&auml;tzen das Verh&auml;ltnis von Kosten und Nutzen der Ausbildung zumeist positiv ein. So geben 59 Prozent an, dass sie mit dem Kosten-Nutzen-Verh&auml;ltnis zufrieden oder sehr zufrieden sind. Nur 11 Prozent sagen, dass sie unzufrieden oder v&ouml;llig unzufrieden sind. da die Ausbildung eine Gemeinschaftsaufgabe der Wirtschaft und somit eine Leistung f&uuml;r die Gesellschaft ist. um Auszubildende bereits w&auml;hrend der Ausbildung als Arbeitskr&auml;fte einzusetzen. weil Ausbildung zur Tradition geh&ouml;rt. um Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten f&uuml;r externe Fachkr&auml;fte einzusparen. Wichtigkeit von Gr&uuml;nden gegen eine eigene Ausbildung (in Prozent der Nichtausbildungsbetriebe) Auszubildende sind w&auml;hrend der Ausbildung zu wenig im Betrieb. Es gab schlechte Erfahrungen mit Auszubildenden. Ausgebildete verlassen sp&auml;ter zu oft den Betrieb. Ein erster Vergleich mit der Erhebung f&uuml;r das Jahr 2007 zeigt, dass es einen moderaten Anstieg der Bruttokosten gab, w&auml;hrend die Ertr&auml;ge relativ konstant geblieben sind. Entsprechend sind auch die Nettokosten nur leicht gestiegen. Der Aufwand f&uuml;r die Betriebe hat sich also in den letzten Jahren insgesamt nicht wesentlich erh&ouml;ht. Weitere Analysen der Entwicklung einzelner Kosten- und Nutzenparameter werden dazu beitragen, um die Gesamtentwicklung abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen. Insgesamt ergibt sich ein positives Bild f&uuml;r die derzeit ausbildenden Betriebe. Der festgestellte leichte Anstieg der Nettokosten k&ouml;nnte aber darauf hinweisen, dass der R&uuml;ckgang der Ausbildungsbetriebsquote11 auch durch diese Entwicklung bedingt ist. Bei den Betrieben, die sich von der Ausbildung zur&uuml;ckgezogen haben, k&ouml;nnte es einen st&auml;rkeren Anstieg gegeben haben. M&ouml;glich w&auml;re auch, dass der leichte Anstieg ausgereicht hat, um das Verh&auml;ltnis von Kosten und Nutzen zu Ungunsten des Betriebs zu ver&auml;ndern. Um einen weiteren R&uuml;ckgang der Ausbildungsbeteiligung zu verhindern, ist es geboten, das Verh&auml;ltnis von Kosten und Nutzen weiter zu beobachten und entsprechende Verbesserungen der Rahmenbedingungen anzusto&szlig;en, um so die Ausbildung f&uuml;r die Betriebe weiterhin attraktiv gestalten zu k&ouml;nnen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01014.pdf">Publikation zeigen</a></p>