<h1>Bedeutung der Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Auszubildenden</h1> <h2>Bereits w&auml;hrend der Ausbildungszeit eigenes Geld zu verdienen, stellt f&uuml;r junge Menschen einen besonderen Pluspunkt der dualen Berufsausbildung dar... Quelle BIBB</h2> <p>Bedeutung der Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Auszubildenden Historische Entwicklung der Verg&uuml;tungszahlungen Aktueller Rechtsrahmen der Verg&uuml;tungszahlungen Verg&uuml;tungssituation der Auszubildenden insgesamt Verg&uuml;tungen in der betrieblichen Ausbildung Verg&uuml;tungen im Verh&auml;ltnis zu Arbeitsleistungen Unterschiede zwischen den Berufen Jobben neben der Ausbildung Einfl&uuml;sse auf die Zufriedenheit mit der Ausbildungsverg&uuml;tung Geld spielt eine Rolle! Sind Auszubildende mit ihrer Verg&uuml;tung zufrieden? Bereits w&auml;hrend der Ausbildungszeit &#039;&#039;eigenes Geld&#039;&#039; zu verdienen, stellt f&uuml;r junge Menschen einen besonderen Pluspunkt der dualen Berufsausbildung dar. Die gezahlten Ausbildungsverg&uuml;tungen variieren allerdings sehr stark. Aktuell reichen die Verg&uuml;tungen f&uuml;r viele Auszubildende nicht zur Finanzierung ihrer Lebensf&uuml;hrung aus. &Uuml;ber ein Viertel von ihnen nimmt die Belastung eines Nebenjobs auf sich - teilweise zur Deckung der Kosten ihrer Grundversorgung, teilweise aber auch zur Erf&uuml;llung zus&auml;tzlicher W&uuml;nsche. Ob Auszubildende mit ihrer Verg&uuml;tung zufrieden sind, h&auml;ngt nicht allein von deren absoluter H&ouml;he ab, sondern beispielsweise auch vom Umfang der im Betrieb zu leistenden produktiven Arbeiten. Dies zeigt eine im Rahmen des Forschungsprojekts &#039;&#039;Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden&#039;&#039; vom Bundesinstitut f&uuml;r Berufsbildung (BIBB) durchgef&uuml;hrte Befragung von rund 6.000 Auszubildenden. Bedeutung der Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Auszubildenden Fast drei Viertel (71%) der vom BIBB befragten Auszubildenden erachten es als &#039;&#039;sehr wichtig&#039;&#039; oder &#039;&#039;wichtig&#039;&#039;, schon in der Ausbildung &#039;&#039;viel Geld&#039;&#039; zu verdienen. Die Ausbildungsverg&uuml;tungen haben somit f&uuml;r die Auszubildenden eine gro&szlig;e Relevanz. Aus Perspektive der Auszubildenden k&ouml;nnten als Begr&uuml;ndung f&uuml;r diese hohen Erwartungen an ihre Verg&uuml;tungen verschiedene Entwicklungen in der dualen Ausbildung herangezogen werden: Der seit langem andauernde und sich in den vergangenen zehn Jahren zuspitzende Ausbildungsplatzmangel f&uuml;hrte zu deutlich verl&auml;ngerten &Uuml;bergangsprozessen von der allgemeinbildenden Schule in die Berufsausbildung, was sich auch in einem gestiegenen Alter der Auszubildenden niederschl&auml;gt. War 1993 noch mehr als die H&auml;lfte (52,5%) der Personen mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag nicht vollj&auml;hrig, so traf dies 2007 nur noch auf knapp ein Drittel (31,9%) zu. Ihr Durchschnittsalter stieg in diesem Zeitraum von 18,5 auf 19,4 Jahre (U HLY 2009). Mit einem h&ouml;heren Lebensalter gehen nicht nur steigende Konsumw&uuml;nsche einher, sondern auch der Anteil derjenigen, die das Elternhaus verlassen, nimmt immer mehr zu (H AMMES /R &Uuml;BE NACH 2009). Angesichts Ausbildungsstellenknappheit und regionaler Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt1 m&uuml;ssen heutige Schulabsolventen/Schulabsolventinnen regionale Mobilit&auml;tsbereitschaft zeigen, um einen Ausbildungsplatz ihrer Wahl bzw. &uuml;berhaupt eine Ausbildungsstelle zu finden. So hat sich laut der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2008 ein F&uuml;nftel (21%) aller im Gesch&auml;ftsjahr 2007/08 bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber/-innen auch auf Ausbildungsstellen beworben, die mehr als 100 km von ihrem Heimatort entfernt lagen. Insgesamt 12% der Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildung aufgenommen haben, sind im Zuge des Ausbildungsbeginns umgezogen und 23% pendeln t&auml;glich mehr als 20 km (B EICHT / E BER HARD 2009). Durch die regionale Mobilit&auml;t entstehen h&auml;ufig hohe Kosten f&uuml;r Umzug, eigene Haushaltsf&uuml;hrung, Auto, Bus- oder Bahntickets, die oftmals von den Auszubildenden selbst oder ihren Eltern getragen werden m&uuml;ssen. In der Ausbildungsgestaltung der Betriebe gab es in den letzten Jahren deutliche Ver&auml;nderungen: So zeigt die j&uuml;ngste BIBB-Erhebung zu Kosten und Nutzen der Berufsausbildung, dass der produktive Einsatz von Auszubildenden erheblich zugenommen hat. Lagen die monet&auml;r bewerteten produktiven Leistungen im Jahr 2000 im Durchschnitt j&auml;hrlich bei 7.730 Euro pro Auszubildendem, so belief sich dieser Wert im Jahr 2007 auf 11.692 Euro - ein nominaler Anstieg um rund 50%.2 Gr&ouml;&szlig;tenteils ist dies - neben gestiegenen L&ouml;hnen - auf eine wesentlich st&auml;rkere Einbindung der Auszubildenden in die betrieblichen Gesch&auml;ftsprozesse zur&uuml;ckzuf&uuml;hren Bevor dargestellt wird, wie momentan die Verg&uuml;tungssituation ist und inwiefern heutige Auszubildende auch angesichts der oben skizzierten Entwicklungen in der dualen Ausbildung mit ihren Verg&uuml;tungen zufrieden sind, soll kurz auf die Historie und die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der Verg&uuml;tungszahlungen eingegangen werden. Historische Entwicklung der Verg&uuml;tungszahlungen In der Vergangenheit waren Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Auszubildenden nicht immer selbstverst&auml;ndlich: In der mittelalterlichen handwerklichen Ausbildung musste sogar umgekehrt dem Meister ein Lehrgeld entrichtet werden. Nach und nach entfiel die Zahlung von Lehrgeld im Handwerk, aber erst seit dem 20. Jahrhundert wurde den Handwerkslehrlingen zunehmend eine sogenannte Erziehungsbeihilfe gew&auml;hrt. Im Zuge der Industrialisierung hatten immer mehr Jugendliche - anstelle einer handwerklichen Ausbildung - unmittelbar eine Arbeit in der Industrie aufgenommen, wo sie Lohnzahlungen erhielten. Ab Ende des 19. Jahrhunderts stieg in der Industrie der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskr&auml;ften betr&auml;chtlich an und die industrielle Lehrlingsausbildung gewann zunehmend an Bedeutung. Die inzwischen erstarkten Gewerkschaften betrachteten jedes Lehrverh&auml;ltnis als Arbeitsverh&auml;ltnis und die Lehrlingsverg&uuml;tung als Lohn und forderten hierf&uuml;r tarifvertragliche Regelungen. Die Handwerkskammern und Innungen, die f&uuml;r die handwerkliche Ausbildung zust&auml;ndig waren, beanspruchten dagegen f&uuml;r ihren Bereich das Recht, die Lehrlingsverg&uuml;tung festzusetzen. Sie fassten diese nicht als Lohn, sondern als finanzielle Hilfe f&uuml;r den Lebensunterhalt des Lehrlings auf. Tarifliche Vereinbarungen beschr&auml;nkten sich daher zun&auml;chst weitestgehend auf den Bereich von Industrie und Handel. Nach der erweiterten Nachfragedefinition kamen z.B. in Bayern im Jahr 2009 auf 100 Ausbildungsplatzbewerber 90,4 betriebliche Ausbildungsplatzangebote, in Brandenburg lediglich 70,6 (U LRICH u. a. 2010:18). Mit dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) von 1969 wurde die betriebliche Berufsausbildung in der Bundesrepublik Deutschland erstmals umfassend geregelt. Der Verg&uuml;tungsanspruch wurde dabei mit folgender Vorschrift gesetzlich verankert: &#039;&#039;Ausbildende haben Auszubildenden eine angemessene Verg&uuml;tung zu gew&auml;hren. Sie ist nach dem Lebensalter der Auszubildenden so zu bemessen, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens j&auml;hrlich, ansteigt.&#039;&#039;5 Im Gesetzgebungsverfahren wurde die Verpflichtung zur Zahlung einer Ausbildungsverg&uuml;tung damit begr&uuml;ndet, dass diese zum einen dem Auszubildenden (bzw. seinen Eltern) eine finanzielle Unterst&uuml;tzung w&auml;hrend der Berufsausbildung sichern solle, sie aber zum anderen auch als Entlohnung f&uuml;r die Arbeitsleistungen gerechtfertigt sei (D EUTSCHER B UNDESTAG 1969). Als Grund f&uuml;r den mindestens j&auml;hrlichen Anstieg wurde angef&uuml;hrt, dass die wirtschaftlichen Bed&uuml;rfnisse des Auszubildenden mit zunehmendem Alter ansteigen und auch seine Arbeitsleistungen mit fortschreitender Ausbildung f&uuml;r den Betrieb wirt Nachdem sich in der Zeit des Nationalsozialismus die Auffassung des Handwerks durchgesetzt hatte und einheitliche Erziehungsbeihilfen f&uuml;r alle Lehrlinge festgelegt worden waren, blieb anschlie&szlig;end in der Bundesrepublik Deutschland die Regelungskompetenz f&uuml;r die Lehrlingsverg&uuml;tungen zun&auml;chst ungekl&auml;rt. Die Auseinandersetzung zwischen Gewerkschaften und Handwerk lebte wieder auf. Mehrfach besch&auml;ftigten sich Gerichte und Rechtsgutachter mit der Streitfrage, ob die Handwerkskammern das Recht h&auml;tten, die Lehrlingsverg&uuml;tungen verbindlich festzusetzen. Lange Zeit konnte keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt werden.4 W&auml;hrend im Bereich von Industrie und Handel bereits ab den 1950er-Jahren die Verg&uuml;tungen der Lehrlinge zunehmend tarifvertraglich vereinbart wurden, legten im Handwerk bis Ende der 1960er-Jahre meist die Kammern die Verg&uuml;tungen fest oder sprachen Empfehlungen aus. Erst im Laufe der 1970er-Jahre wurden auch im Handwerk Tarifvereinbarungen zu den Ausbildungsverg&uuml;tungen &uuml;blich. Die Betr&auml;ge entsprechen dem Lohn, den der Betrieb einer normalen Arbeitskraft f&uuml;r die Arbeitsleistung, die der Auszubildende erbracht hat, h&auml;tte zahlen m&uuml;ssen. Erst 1981 entschied das Bundesverwaltungsgericht endg&uuml;ltig, dass die Kammern nicht zu einer verbindlichen Festsetzung der Ausbildungsverg&uuml;tungen berechtigt seien. Es handelt sich um den Wortlaut von &sect; 17 BBiG nach der Novellierung im Jahr 2005. Die Regelung entspricht inhaltlich der urspr&uuml;nglichen Vorschrift von &sect; 10 BBiG vor der Novellierung. schaftlich wertvoller w&uuml;rden. Der Ausbildungsverg&uuml;tung wurden damit beide Funktionen - Beihilfe zum Lebensunterhalt und Entlohnung f&uuml;r geleistete Arbeit - zugeschrieben, und im Hinblick auf diese Kriterien sollte die Verg&uuml;tung angemessen sein. Was die genaue Verg&uuml;tungsh&ouml;he anbetraf, entschied der Gesetzgeber, dass die Tarifpartner bzw. die Ausbildungsvertragspartner diese selbst eigenverantwortlich festlegen sollten, allerdings immer unter Beachtung des Angemessenheitsprinzips.6 Aktueller Rechtsrahmen der Verg&uuml;tungszahlungen Die heutigen Verg&uuml;tungszahlungen in der dualen Berufsausbildung unterscheiden sich betr&auml;chtlich. Zwar werden die Ausbildungsverg&uuml;tungen inzwischen in fast allen bedeutenden Wirtschaftszweigen tariflich festgelegt, wobei in der Regel f&uuml;r alle Auszubildenden im jeweiligen Tarifbereich einheitliche, mit den Ausbildungsjahren ansteigende Verg&uuml;tungss&auml;tze gelten.7 Jedoch haben sich zwischen den Wirtschaftszweigen sehr starke Unterschiede in der Verg&uuml;tungsh&ouml;he herausgebildet. Dar&uuml;ber hinaus gibt es oft auch regionale Abweichungen innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweige, insbesondere zwischen West- und Ostdeutschland. Weitere Differenzen ergeben sich dadurch, dass die tariflichen Ausbildungsverg&uuml;tungen nur f&uuml;r tarifgebundene Betriebe 8 verbindliche Mindestbetr&auml;ge dar In der DDR gab es f&uuml;r die Lehrlinge ebenfalls einen gesetzlichen Anspruch auf ein Entgelt, der im Arbeitsgesetzbuch (&sect; 143 Abs. 1) festgelegt war. Das Lehrlingsentgelt wurde &#039;&#039;zur materiellen und moralischen Anerkennung der Lern- und Arbeitsergebnisse der Lehrlinge in der theoretischen und berufspraktischen Ausbildung gew&auml;hrt&#039;&#039; (Arbeitsrechtliche Bestimmungen zur Berufsausbildung der Lehrlinge. In: Berufsbildung, Heft 7/8/1980, S. 358). Die H&ouml;he der monatlichen Lehrlingsentgelte wurde durch Verordnung des Ministerrates festgelegt. F&uuml;r nahezu alle Wirtschaftsbereiche und Ausbildungsberufe galten die gleichen mit jedem Lehrhalbjahr ansteigenden S&auml;tze, die allerdings nach Schulabschlussniveau der Lehrlinge variierten. Nach der deutschen Vereinigung 1990 wurden auch f&uuml;r das Gebiet der ehemaligen DDR rasch tarifvertragliche Vereinbarungen zu den Ausbildungsverg&uuml;tungen getroffen (B EICHT / B ERGER 1991). Nur in sehr wenigen Tarifbereichen wird ein Unterschied z.B. nach gewerblich-technischen und kaufm&auml;nnischen Berufen vorgenommen. Eine Tarifbindung liegt in der Regel vor, wenn der Betrieb Mitglied des tarifschlie&szlig;enden Arbeitgeberverbandes ist oder ein Tarifvertrag f&uuml;r allgemeinverbindlich erkl&auml;rt wurde. Streng genommen muss auch der Auszubildende Mitglied der betreffenden Gewerkschaft sein, was in der Praxis jedoch keine Relevanz hat, da kein Betrieb ein Nichtgewerkschaftsmitglied schlechter stellen w&uuml;rde. stellen, nicht jedoch f&uuml;r Betriebe ohne Tarifbindung. Hinzu kommt, dass in einzelnen Bereichen vor allem des Handwerks (z.B. Zahntechnikerhandwerk) und der Freien Berufe (z.B. Rechtsanwaltspraxen) bis heute keine tariflichen Vereinbarungen zu den Ausbildungsverg&uuml;tungen existieren und dort daher meist relativ niedrige Verg&uuml;tungen gezahlt werden. Oft stellt sich somit die Frage, welche Verg&uuml;tungsh&ouml;he eigentlich noch als &#039;&#039;angemessen&#039;&#039; im Sinne des BBiG angesehen werden kann. Seit Inkrafttreten des BBiG haben sich Verwaltungs- und Arbeitsgerichte in vielen Verfahren mit dieser Frage befassen m&uuml;ssen Verg&uuml;tung gilt als angemessen, wenn sie sowohl f&uuml;r den Lebensunterhalt des Auszubildenden eine f&uuml;hlbare Unterst&uuml;tzung bildet als auch eine Mindestentlohnung f&uuml;r die Leistung eines Auszubildenden im jeweiligen Wirtschaftszweig darstellt. Es wird unterstellt, dass die Tarifpartner diese Angemessenheitskriterien immer hinreichend ber&uuml;cksichtigen. Daher werden tariflich vereinbarte Ausbildungsverg&uuml;tungen f&uuml;r ihren Geltungsbereich immer als angemessen angesehen. Weil Betriebe ohne Tarifbindung jedoch nicht zur Zahlung des Tarifs verpflichtet werden k&ouml;nnen, d&uuml;rfen sie die tarifliche Verg&uuml;tung ihrer Branche und Region um bis zu 20% unterschreiten.9 Existiert f&uuml;r eine Branche keine Tarifvereinbarung, so k&ouml;nnen laut Rechtsprechung gegebenenfalls die tarifliche Regelung eines fachverwandten Bereichs oder auch Empfehlungen von Fachverb&auml;nden, Kammern oder Innungen zur Orientierung herangezogen werden, wobei jedoch immer das Gebot der Zahlung einer angemessenen Verg&uuml;tung beachtet werden muss. Bei au&szlig;erbetrieblichen Ausbildungsverh&auml;ltnissen, die im Rahmen staatlicher Programme oder auf gesetzlicher Grundlage aus &ouml;ffentlichen Mitteln finanziert werden, ist die Verg&uuml;tungsh&ouml;he staatlich festgelegt und liegt in der Regel erheblich unter den tariflichen S&auml;tzen. Dies betrifft vor allem die nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und III Zwar zahlt ein Teil der nicht tarifgebundenen Betriebe freiwillig nach Tarif, aber bei weitem nicht alle. Insofern ist davon auszugehen, dass die tats&auml;chlich gezahlten Ausbildungsverg&uuml;tungen im Durchschnitt unter dem Tarifniveau liegen (B EICHT /WALDEN 2004). gef&ouml;rderte au&szlig;erbetriebliche Ausbildung lernbeeintr&auml;chtigter, sozial benachteiligter oder behinderter Jugendlicher (&sect; 242 SGB III bzw. &sect; 102 SGB III) sowie die nach den Bund-L&auml;nder-Programmen Ost und den (erg&auml;nzenden) L&auml;nderprogrammen finanzierte Ausbildung sogenannter &#039;&#039;marktbenachteiligter&#039;&#039; Jugendlicher. Die Zul&auml;ssigkeit niedrigerer Ausbildungsverg&uuml;tungen begr&uuml;ndete das Bundesarbeitsgericht mit den begrenzten &ouml;ffentlichen Mitteln: Wenn nicht nach Tarif gezahlt werde, k&ouml;nne f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Zahl von Jugendlichen eine Ausbildung finanziert werden. Nach oben gibt es bei den Verg&uuml;tungszahlungen keine festgelegte Begrenzung. Jedem Betrieb, ob tarifgebunden oder nicht, steht es frei, Ausbildungsverg&uuml;tungen zu zahlen, die &uuml;ber dem Tarif liegen. Die Grenze d&uuml;rfte allerdings da zu ziehen sein, wo aufgrund der Verg&uuml;tungsh&ouml;he anzunehmen ist, dass es sich eher um ein Arbeitsverh&auml;ltnis als um ein Ausbildungsverh&auml;ltnis handelt. Rechtlich gilt die Ausbildungsverg&uuml;tung als Arbeitsentgelt aus einer versicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung (&sect; 5 Sozialgesetzbuch V). Daher muss der/die Auszubildende Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Sozialversicherung leisten, sofern die Ausbildungsverg&uuml;tung die Geringverdienergrenze (derzeit 325 Euro) &uuml;berschreitet. Unterhalb dieser Grenze muss der Betrieb die gesamten Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, also den Arbeitgeberund Arbeitnehmeranteil, &uuml;bernehmen. Der/ die Auszubildende muss zus&auml;tzlich Lohnsteuer entrichten, falls seine/ihre Eink&uuml;nfte &uuml;ber der Steuerfreibetragsgrenze liegen. Reicht die Netto-Ausbildungsverg&uuml;tung zur Deckung der Lebenshaltungskosten und des Bedarfs f&uuml;r die Ausbildung nicht aus, gew&auml;hrt die BA unter bestimmten Voraussetzungen eine Berufsausbildungsbeihilfe nach &sect; 59 SGB III. Dies trifft zu, wenn der/ die Auszubildende vollj&auml;hrig ist, nicht mehr im Haushalt der Eltern lebt und weder er/sie selbst noch der/die Lebenspartner/-in bzw. die Eltern &uuml;ber die notwendigen Mittel verf&uuml;gen. Bei Gew&auml;hrung der Berufsausbildungsbeihilfe wird ein monatlicher Gesamtbedarf des/der Auszubildenden ermittelt. Dieser setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf (derzeit 341 Euro), dem Bedarf f&uuml;r Miete einschlie&szlig;lich Nebenkosten (146 Euro, kann auf maximal 218 Euro aufgestockt werden), einer Pauschale f&uuml;r ArbeitsREPORT 14 2010 Methodische Hinweise zur Befragung der Auszubildenden In der ersten Jahresh&auml;lfte 2008 wurde im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts &#039;&#039;Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden&#039;&#039; eine Klassenzimmer-Befragung durchgef&uuml;hrt, an der sich rund 6.000 Auszubildende aus 205 Berufsschulen in West- und Ostdeutschland beteiligten (B EICHT u. a. 2009). Einbezogen wurden 15 stark besetzte Ausbildungsberufe, die ein breites Berufsspektrum und somit die Vielfalt der Ausbildungsbedingungen im dualen System repr&auml;sentieren. Es wurden sowohl betriebliche als auch au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse ber&uuml;cksichtigt. Alle Befragten befanden sich im zweiten Ausbildungsjahr. Die Umfrage fand in vier west- und zwei ostdeutschen Bundesl&auml;ndern statt (Baden-W&uuml;rttemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Th&uuml;ringen). Diese wurden nach wirtschaftlichen und sozialstrukturellen Kriterien ausgew&auml;hlt und spiegeln die regionale Vielfalt Deutschlands wider. Innerhalb der einzelnen L&auml;nder wurden die einbezogenen Berufsschulen und Klassen nach einem Zufallsverfahren ausgew&auml;hlt. Die Befragungsergebnisse sind repr&auml;sentativ f&uuml;r die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr der 15 untersuchten Ausbildungsberufe in den sechs beteiligten Bundesl&auml;ndern. Die Befragung wurde vom Institut f&uuml;r angewandte Sozialforschung (infas) durchgef&uuml;hrt. Die Auszubildenden erhielten einen schriftlich zu beantwortenden Fragebogen, der innerhalb einer Unterrichtsstunde in der Berufsschulklasse auszuf&uuml;llen war. der nicht selbst aufgebracht werden kann, wird als Zuschuss gew&auml;hrt. Die finanzielle Absicherung der Ausbildung ist damit auch bei einer niedrigen Ausbildungsverg&uuml;tung auf einem Mindestniveau gew&auml;hrleistet. Wie hoch die Netto-Ausbildungsverg&uuml;tungen derzeit sind, wie die Auszubildenden ihre Verg&uuml;tungssituation beurteilen und von welchen Faktoren ihre Zufriedenheit mit der Verg&uuml;tung abh&auml;ngt, wird nachfolgend auf Basis der BIBB-Befragung von rund 6.000 Auszubildenden dargestellt und analysiert. Verg&uuml;tungssituation der Auszubildenden insgesamt Im Durchschnitt verf&uuml;gen die Auszubildenden der 15 untersuchten Berufe10 im zweiten Ausbildungsjahr &uuml;ber eine monatliche Netto-Ausbildungsverg&uuml;tung (d.h. nach Abzug von ggf. Sozialversicherungsbeitr&auml;gen und Lohnsteuer) in H&ouml;he von 466 Euro. Mit durchschnittlich 478 Euro liegen die Verg&uuml;tungen in den westlichen L&auml;ndern um &uuml;ber ein Drittel (35%) h&ouml;her als in den &ouml;stlichen L&auml;ndern mit 353 Euro. Der finanzielle Bedarf eines/einer Auszubildenden, der/die au&szlig;erhalb des Elternhauses lebt, ist nach der Berechnungsweise bei Gew&auml;hrung einer Berufsausbildungsbeihilfe bei mindestens rund 500 Euro (ohne Aufstockung des Um welche Berufe es sich im Einzelnen handelt, ist &Uuml;bersicht 7 zu entnehmen. Bedarfs f&uuml;r Mietkosten und ohne Fahrtkosten) anzusetzen und wird somit weder im Westen noch im Osten von der Durchschnittsverg&uuml;tung vollst&auml;ndig abgedeckt. Besonders niedrige Verg&uuml;tungen erhalten die Auszubildenden, die ihren Ausbildungsvertrag nicht mit einem &#039;&#039;normalen&#039;&#039; Betrieb, sondern mit einer au&szlig;erbetrieblichen Einrichtung abgeschlossen haben. Dies trifft auf 8% der Auszubildenden in den 15 Berufen zu. In der Regel handelt es sich dabei um ein aus &ouml;ffentlichen Mitteln finanziertes au&szlig;erbetriebliches Ausbildungsverh&auml;ltnis. Die durchschnittliche Verg&uuml;tung betr&auml;gt hier 326 Euro und ist damit um fast ein Drittel (32%) niedriger als bei einer betrieblichen Ausbildung (478 Euro). Wie &Uuml;bersicht 1 zeigt, variieren die NettoAusbildungsverg&uuml;tungen stark: F&uuml;r 62% der Auszubildenden bewegen sich die Betr&auml;ge unter 500 Euro im Monat, jeder/jede Zehnte erh&auml;lt maximal 300 Euro. Nur 14% der Auszubildenden kommen auf relativ hohe Betr&auml;ge von &uuml;ber 600 Euro. Verg&uuml;tungen von 300 Euro oder weniger sind vor allem in den &ouml;stlichen L&auml;ndern - mit einem Anteil von 46% der Auszubildenden - weit verbreitet. Dies ist zum einen darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die tariflichen Ausbildungsverg&uuml;tungen im Osten 2008 noch um 14% unterhalb des Westtarifs gelegen haben (BIBB 2009)11 und zudem die Tarifbindung der ostdeutschen Betriebe deutlich geringer ist (K OHAUT /E LLGUTH 2008). Zum 2009 stiegen die tariflichen Ausbildungsverg&uuml;tungen in Ostdeutschland relativ stark an und lagen nur noch um 12% unter dem westlichen Niveau (BIBB 2010). anderen schlagen sich aber auch die sehr niedrigen Verg&uuml;tungen der au&szlig;erbetrieblichen Ausbildung, die im Osten nach wie vor eine wesentlich gr&ouml;&szlig;ere Rolle als im Westen spielt,12 in der Verg&uuml;tungsstruktur deutlich nieder. M&auml;nnliche Auszubildende kommen im Durchschnitt der 15 einbezogenen Berufe mit 477 Euro auf ungef&auml;hr 5% h&ouml;here NettoAusbildungsverg&uuml;tungen als weibliche Auszubildende mit 452 Euro. Das etwas schlechtere Abschneiden der jungen Frauen gilt sowohl f&uuml;r die Ausbildung in einem Betrieb (M&auml;nner: 487 Euro, Frauen: 466 Euro) als auch f&uuml;r die au&szlig;erbetriebliche Ausbildung (M&auml;nner: 334 Euro, Frauen: 318 Euro). Die Unterschiede sind vor allem darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die jungen Frauen sich relativ stark in frauendominierten Berufen konzentrieren, in denen die Ausbildungsverg&uuml;tungen sehr niedrig sind (B EICHT 2010). F&uuml;r Auszubildende mit Migrationshintergrund 13, die in den 15 Berufen einen Anteil von 22% einnehmen, ist mit 456 Euro im Durchschnitt nur eine relativ geringe Abweichung um 3% gegen&uuml;ber Auszubildenden ohne Migrationshintergrund (469 Euro) festzustellen. Da Auszubildende mit Migrationshintergrund allerdings in Ostdeutschland eher selten vertreten sind, ist ein auf Westdeutschland begrenzter Vergleich angemessener. Hier zeigt sich - bei einem Verg&uuml;tungsdurchschnitt der Migranten von 456 Euro und der Nichtmigranten von 486 Euro - eine etwas gr&ouml;&szlig;ere Abweichung von 6%. In der betrieblichen Ausbildung erhalten die Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine um 4% geringere Verg&uuml;tung (469 Euro vs. 491 Euro), was vor allem damit zusammenh&auml;ngt, dass sie etwas h&auml;ufiger in Berufen mit niedrigerer Ausbildungsverg&uuml;tung ausgebildet werden. In der au&szlig;erbetrieblichen Ausbildung ist nahezu kein Verg&uuml;tungsunterschied zu verzeichnen (353 Euro vs. 357 Euro). Allerdings befinden sich im Westen 12% der Auszubildenden mit Migrations12 Nach den Ergebnissen der j&uuml;ngsten BIBB-Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsvertr&auml;ge (Stichtag 30. September 2009) wurden bundesweit 8,1% der neuen Ausbildungsverh&auml;ltnisse &uuml;berwiegend &ouml;ffentlich finanziert, wobei zwischen West (4,9%) und Ost (23,2%) weiterhin ein deutlicher Unterschied bestand (U LRICH u. a. 2010). 13 Der Migrationshintergrund wurde wie folgt definiert: Eine Person hat keinen Migrationshintergrund, wenn sie ausschlie&szlig;lich die deutsche Staatsangeh&ouml;rigkeit besitzt, in Deutschland geboren wurde und Deutsch als alleinige Sprache im Kindesalter erlernt hat. Trifft jedoch eine dieser Bedingungen nicht zu, wird von einem Migrationshintergrund ausgegangen. hintergrund in einer (niedriger verg&uuml;teten) au&szlig;erbetrieblichen Ausbildung gegen&uuml;ber nur knapp 5% der Auszubildenden ohne Migrationshintergrund. Monatliche Netto-Ausbildungsverg&uuml;tungen der Auszubildenden insgesamt im zweiten Ausbildungsjahr Verg&uuml;tungen in der betrieblichen Ausbildung Im Folgenden werden ausschlie&szlig;lich die Auszubildenden betrachtet, die ihren Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb geschlossen haben, die au&szlig;erbetriebliche Ausbildung wird nun nicht mehr einbezogen. Die Netto-Ausbildungsverg&uuml;tungen &uuml;bersteigen im Westen in der betrieblichen Ausbildung mit durchschnittlich 486 Euro die Betr&auml;ge im Osten (382 Euro) um immerhin 27%.14 Fast ein Drittel (31%) der ostdeutschen Auszubildenden, die in einem Betrieb ausgebildet werden, kommt lediglich auf eine Verg&uuml;tung von 300 Euro oder weniger (vgl. &Uuml;bersicht 2). Nach Betriebsgr&ouml;&szlig;e sind erhebliche Unterschiede in der Verg&uuml;tungsh&ouml;he festzustellen: So erhalten Auszubildende in Kleinstbetrieben (mit bis zu 9 Besch&auml;ftigten) im Durchschnitt nur 418 Euro, in Gro&szlig;betrieben (ab 500 Besch&auml;ftigten) dagegen 593 Euro, also 42% mehr. Die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r liegen vor allem im sehr unterschiedlichen Verg&uuml;tungsniveau der einzelnen Wirtschaftsbereiche: So werden im Bereich von Industrie und Handel, in dem mittlere und gro&szlig;e Betriebe vorherrschen, deutlich h&ouml;here Ausbildungsverg&uuml;tungen gezahlt als im kleinbetrieblich strukturierten Handwerk oder bei den Freien Berufen (BIBB 2010). Neben dem zwischen den Wirtschaftsbereichen stark abweichenden Lohn- und Gehaltsniveau, das die H&ouml;he der Ausbildungsverg&uuml;tungen stark beeinflusst, d&uuml;rfte aber auch die geringe Tarifbindung der kleinen Betriebe bzw. die hohe Tarifbindung der 14 Im Rahmen der regelm&auml;&szlig;igen Auswertungen der tariflichen Ausbildungsverg&uuml;tungen ermittelte das BIBB f&uuml;r 2008 einen Verg&uuml;tungsdurchschnitt f&uuml;r das zweite Ausbildungsjahr in H&ouml;he von 652 Euro in Westdeutschland, und 570 Euro in Ostdeutschland (BIBB 2009). Dieser bezieht sich jedoch auf &uuml;ber 150 Berufe. F&uuml;r die 15 hier untersuchten Berufe ergibt sich auf dieser Datenbasis ein Verg&uuml;tungsdurchschnitt von 631 Euro (West) bzw. 533 Euro (Ost). Die deutlich h&ouml;heren Betr&auml;ge sind zum einen damit zu erkl&auml;ren, dass die tariflichen Verg&uuml;tungen Bruttobetr&auml;ge darstellen, von denen im Jahr 2008 durchschnittlich rund 20% an Sozialversicherungsbeitr&auml;gen (bei &Uuml;berschreiten der Geringverdienergrenze) abgezogen wurden (B UNDESMINISTERIUM F&Uuml;R A RBEIT UND S OZIALES 2009,Tabelle 7.7). Zum anderen sind die oftmals niedrigeren Zahlungen der Betriebe ohne Tarifbindung in den Tarifauswertungen nicht ber&uuml;cksichtigt. Ausbildungsvertragspartner Region Monatliche Ausbildungsverg&uuml;tung Monatliche Netto-Ausbildungsverg&uuml;tungen der Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Erhalt der Ausbildungsverg&uuml;tung bis sp&auml;testens zum Monatsende (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Anteile der Auszubildenden in Prozent betriebliche Auszubildende insgesamt Erhalten die Auszubildenden die Verg&uuml;tung sp&auml;testens zum Monatsende? Quelle: BIBB-Studie &#039;&#039;Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden&#039;&#039; (gewichtete Ergebnisse, ungewichtete Fallzahl: n 5.327) gro&szlig;en Betriebe f&uuml;r die Verg&uuml;tungsunterschiede mitverantwortlich sein. Vor allem f&uuml;r Auszubildende, die zur Finanzierung einer eigenen Wohnung auf die Verg&uuml;tungszahlungen angewiesen sind, ist ihre p&uuml;nktliche Auszahlung besonders wichtig. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Verg&uuml;tung sp&auml;testens am letzten Arbeitstag des Monats gezahlt wird (&sect; 18 Abs. 2 BBiG), was allerdings nicht von allen Betrieben eingehalten wird. Immerhin berichten 17% der betrieblichen Auszubildenden &uuml;ber unp&uuml;nktliche Zahlungen, bei 8% kommt dies nur manchmal vor, bei 9% sogar oft (vgl. &Uuml;bersicht 3).15 Dabei gibt es gro&szlig;e Unterschiede nach der Gr&ouml;&szlig;e des Ausbildungsbetriebs: In den Kleinstbetrieben (mit bis zu 9 Besch&auml;ftigten) erh&auml;lt &uuml;ber ein Viertel der Auszubildenden (26%) die Verg&uuml;tung nicht immer fristgerecht, f&uuml;r 14% trifft dies auch oft zu. Mit zunehmender Betriebsgr&ouml;&szlig;e geht der Anteil der 15 Nach dem Ausbildungsreport 2009 des DGB erhalten 3,1% der Auszubildenden die Verg&uuml;tung nicht immer regelm&auml;&szlig;ig (DGB 2009: 31). Auch dort wird berichtet, dass dies vor allem ein Problem in kleinen Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern sei, w&auml;hrend es in Gro&szlig;betrieben so gut wie keine Relevanz habe. Der vergleichsweise geringe Anteil betroffener Auszubildender erkl&auml;rt sich dadurch, dass in der Erhebung des DGB nach der Regelm&auml;&szlig;igkeit der Zahlung gefragt wurde und nicht ausdr&uuml;cklich nach der P&uuml;nktlichkeit wie in der BIBB-Studie. Auszubildenden, die ihre Verg&uuml;tung nicht rechtzeitig bekommen, zur&uuml;ck. Aber erst in gro&szlig;en Betrieben (ab 500 Besch&auml;ftigten) sind unp&uuml;nktliche Zahlungen der Ausbildungsverg&uuml;tungen kaum noch ein Problem. Viertel der gesamten Ausbildungszeit im Betrieb hierauf entf&auml;llt, gehen 22% sogar von &uuml;ber drei Vierteln aus. Im Gesamtdurchschnitt aller betrieblichen Auszubildenden, also auch derjenigen ohne einen solchen Arbeitseinsatz, liegt der Anteil entsprechender T&auml;tigkeiten an der betrieblichen Ausbildungszeit bei 43%.16 Im Westen sch&auml;tzen die Auszubildenden den Umfang der Arbeiten, die sie bereits so gut und schnell wie ausgebildete Kollegen/ Kolleginnen erledigen, etwas h&ouml;her ein als im Osten. Differenziert nach Betriebsgr&ouml;&szlig;e zeigt sich, dass in Kleinstbetrieben die Auszubildenden am h&auml;ufigsten f&uuml;r T&auml;tigkeiten eingesetzt werden, die denen von Fachkr&auml;ften entsprechen. Mit zunehmender Betriebsgr&ouml;&szlig;e nimmt der Anteil solcher Arbeiten ab, mit Abstand am geringsten ist er in Gro&szlig;betrieben (ab 500 Besch&auml;ftigten). Nach Wahrnehmung der Auszubildenden erfolgt also in gro&szlig;en Betrieben eine weniger starke Einbeziehung in die Arbeitsprozesse. Gr&uuml;nde hierf&uuml;r k&ouml;nnen sein, dass die Ausbildung h&auml;ufiger arbeitsplatzferner durchgef&uuml;hrt wird, z.B. zeitweise in betrieblichen Lehrwerkst&auml;tten stattfindet. Oftmals ist die Ausbildung aber auch sehr breit angelegt, d.h., die Auszubildenden durchlaufen nach und nach die verschiedenen betrieblichen Abteilungen und lernen sehr unterschiedliche Aufgabenbereiche kennen, was einen intensiven produktiven Arbeitseinsatz erschwert. Verg&uuml;tungen im Verh&auml;ltnis zu Arbeitsleistungen F&uuml;r die Frage, ob Auszubildende ihre Verg&uuml;tung als angemessen empfinden, spielt eine entscheidende Rolle, wie hoch sie ihre eigene Leistung f&uuml;r den Betrieb einsch&auml;tzen. Als besonders gro&szlig; und &#039;&#039;wertvoll&#039;&#039; werden Auszubildende ihre Arbeitsleistung dann ansehen, wenn sie bereits oft normale betriebliche Arbeiten wie ihre fertig ausgebildeten Kollegen/Kolleginnen erledigen und diese T&auml;tigkeiten auch schon genauso schnell und gut ausf&uuml;hren. Wie &Uuml;bersicht 4 zeigt, werden fast vier F&uuml;nftel der betrieblichen Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr der untersuchten Berufe f&uuml;r Arbeiten eingesetzt, die sie nach eigener Wahrnehmung bereits ebenso gut beherrschen wie eine Fachkraft in ihrem Betrieb. Der zeitliche Umfang dieser T&auml;tigkeiten variiert allerdings stark: W&auml;hrend 15% der Auszubildenden sch&auml;tzen, dass maximal ein Im Rahmen der vom BIBB in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden durchgef&uuml;hrten Erhebungen der betrieblichen Ausbildungskosten werden zur Ermittlung der Ausbildungsertr&auml;ge ebenfalls die produktiven Leistungen der Auszubildenden in den Betrieben erfasst (vgl. z.B. W ENZEL MANN u.a. 2009). Dort wird davon ausgegangen, dass Auszubildende f&uuml;r zwei Arten von T&auml;tigkeiten eingesetzt werden: Zum einen sind dies Arbeiten, die normalerweise von einer an- oder ungelernten Arbeitskraft erledigt werden k&ouml;nnten, und es wird angenommen, dass die Auszubildenden diese T&auml;tigkeiten genauso gut und schnell ausf&uuml;hren. Zum anderen handelt es sich um T&auml;tigkeiten, die in der Regel von einer Fachkraft verrichtet werden m&uuml;ssten, hierbei ist der oftmals noch niedrigere Leistungsgrad der Auszubildenden zu ber&uuml;cksichtigen. Im Rahmen der Befragung der Auszubildenden wurde eine analoge Vorgehensweise bei der Erfassung der produktiven Leistungen f&uuml;r nicht realisierbar gehalten. Vor allem die eher abstrakte Trennung in Fachkraft- sowie in An- und Ungelerntent&auml;tigkeiten w&auml;re f&uuml;r die Auszubildenden kaum leistbar gewesen. Daher wurde hier auf einen direkten Vergleich mit den fertig ausgebildeten Kollegen/Kolleginnen im Betrieb abgestellt, d.h., die Auszubildenden sollten einsch&auml;tzen, zu welchem Anteil sie bereits wie diese eingesetzt werden und dabei auch schon einen vergleichbaren Leistungsgrad erreichen. Die auf diese Weise ermittelten Ergebnisse sind mit den in den Ausbildungskostenstudien ausgewiesenen Anteilen f&uuml;r produktive T&auml;tigkeiten der Auszubildenden somit nicht unmittelbar vergleichbar. Als Indikator f&uuml;r eine hohe Arbeitsleistung kann auch gelten, wenn Auszubildende oft &uuml;ber die vereinbarte betriebliche Arbeitszeit hinaus eingesetzt werden. Insgesamt berichtet deutlich &uuml;ber die H&auml;lfte der Auszubildenden (59%) von regelm&auml;&szlig;igen &Uuml;berstunden im Betrieb, wobei der Anteil in Ostdeutschland etwas geringer ist (54%). Von diesen Auszubildenden leistet insgesamt knapp ein Drittel (31%) bis zu zwei &Uuml;berstunden pro Woche (vgl. &Uuml;bersicht 5). &Uuml;ber ein Viertel (26%) kommt w&ouml;chentlich sogar auf mehr als f&uuml;nf &Uuml;berstunden. Auch wenn es sich teilweise um eine gewisse &Uuml;bersch&auml;tzung handeln sollte, verdeutlichen die Angaben, dass Auszubildende h&auml;ufig in recht gro&szlig;em Ausma&szlig; &uuml;ber die normale Arbeitszeit hinaus im Betrieb besch&auml;ftigt werden. Die durchschnittliche &Uuml;berstundenzahl betr&auml;gt bei den Auszubildenden, die regelm&auml;&szlig;ig l&auml;nger arbeiten, 4,8 Stunden in der Woche. Anteil der produktiven Arbeiten, die dem Einsatz von Fachkr&auml;ften entsprechen, an der Gesamtausbildungszeit im Betrieb bei Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr oft bereits zu relativ gro&szlig;en Zeitanteilen wie eine Fachkraft im Betrieb eingesetzt W&ouml;chentliche &Uuml;berstunden der Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) W&ouml;chentliche &Uuml;berstunden Anteil der Auszubildenden mit &Uuml;berstunden in% durchschnittliche Stundenzahl der Auszubildenden mit &Uuml;berstunden Verteilung der Auszubildenden mit &Uuml;berstunden in% Nach dem DGB-Ausbildungsreport 2009 leisten insgesamt 42% der Auszubildenden regelm&auml;&szlig;ig &Uuml;berstunden, davon 72% bis zu f&uuml;nf Stunden, 21% sechs bis zehn Stunden und 7% mehr als zehn Stunden, f&uuml;r 19% von ihnen erfolgte keinerlei Ausgleich (DGB 2009: 25 ff). Die Abweichungen von den Ergebnissen der BIBB-Befragung sind vor allem damit zu erkl&auml;ren, dass in die DGB-Befragung Auszubildende aller Ausbildungsjahre aus insgesamt 25 Berufen einbezogen waren. 60% dieser Auszubildenden k&ouml;nnen die &Uuml;berstunden, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist (&sect; 17 Abs. 3 BBiG), anschlie&szlig;end durch entsprechende Freizeit wieder ausgleichen oder bekommen die &Uuml;berstunden besonders verg&uuml;tet. 17% erhalten jedoch teilweise keinen Freizeitausgleich und keine Sonderverg&uuml;tung. 23% der Auszubildenden geben an, dass niemals ein Ausgleich ihrer &Uuml;berstunden erfolge,17 womit die betreffenden Ausbildungsbetriebe eindeutig gegen die gesetzliche Regelung versto&szlig;en.18 Sehr viele &Uuml;berstunden und fehlende Ausgleichsm&ouml;glichkeiten sind besonders h&auml;ufig in kleinen Betrieben (mit weniger als 50 Besch&auml;ftigten) zu verzeichnen. In gro&szlig;en Betrieben (ab 500 Besch&auml;ftigte) m&uuml;ssen die Auszubildenden dagegen deutlich seltener &Uuml;berstunden leisten, und es kommt kaum vor, dass diese nie ausgeglichen werden k&ouml;nnen. Beurteilung der Verg&uuml;tungsh&ouml;he durch Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Verteilung der Auszubildenden in Prozent Ausbildungsverg&uuml;tung, Anteil produktiver Arbeiten, die dem Einsatz von Fachkr&auml;ften entsprechen, &Uuml;berstundenzahl und Beurteilung der Verg&uuml;tungsh&ouml;he durch die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr nach Berufen (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) durchschnittliche NettoAusbildungsverg&uuml;tung in Euro werden und h&auml;ufig viele &Uuml;berstunden leisten, teilweise sogar ohne Ausgleich. Wie sch&auml;tzen nun die Auszubildenden die H&ouml;he ihrer Ausbildungsverg&uuml;tungen ein, wenn sie dabei sowohl ihre Arbeitsleistungen f&uuml;r den Betrieb als auch umgekehrt die Aufwendungen des Betriebs f&uuml;r ihre Ausbildung ber&uuml;cksichtigen? Wie &Uuml;bersicht 6 verdeutlicht, sehen sich insgesamt &uuml;ber zwei Drittel der Auszubildenden (67%) als zu niedrig entlohnt an. Knapp ein Viertel (24%) empfindet die Verg&uuml;tungsh&ouml;he als gerade richtig. Nur etwa jede/-r Zehnte (9%) h&auml;lt sie f&uuml;r sehr gut angesichts der eigenen erbrachten Arbeitsleistungen und des Ausbildungsaufwands des Betriebs. &Uuml;berraschenderweise beurteilen die Auszubildenden in den westlichen und &ouml;stlichen L&auml;ndern ihre Verg&uuml;tungsh&ouml;he fast gleich, obwohl die ostdeutschen Auszubildenden deutlich weniger verdienen. Auf m&ouml;gliche Erkl&auml;rungen f&uuml;r dieses Ph&auml;nomen wird weiter unten eingegangen. Nach Betriebsgr&ouml;&szlig;e gibt es dagegen erhebliche Unterschiede in der Beurteilung der Ausbildungsverg&uuml;tungen: So sch&auml;tzen &uuml;ber vier F&uuml;nftel (82%) der Auszubildenden in Kleinstbetrieben (mit bis zu 9 Besch&auml;ftigten) ihre Verg&uuml;tungen als zu niedrig in Relation zu ihren Arbeitsleistungen und dem betrieblichen Ausbildungsaufwand ein. In gro&szlig;en Betrieben (ab 500 Besch&auml;ftigten) trifft dies auf weniger als ein Drittel (31%) zu. W&auml;hrend in den Kleinstbetrieben nur 3% die Verg&uuml;tung f&uuml;r sehr gut halten, sind es in den Gro&szlig;betrieben immerhin 28%. Unterschiede zwischen den Berufen Die H&ouml;he der durchschnittlichen Netto-Ausbildungsverg&uuml;tungen im zweiten Ausbildungsjahr unterscheidet sich betr&auml;chtlich zwischen den 15 untersuchten Ausbildungsberufen. An der Spitze liegen die Verg&uuml;tungen der Bankkaufleute mit 612 Euro, w&auml;hrend sie im Maler- und Lackiererhandwerk mit 333 Euro um 46% niedriger sind. In den Berufen, die (&uuml;berwiegend) im Ausbildungsbereich Industrie und Handel ausgebildet werden, kommen die Auszubildenden im Durchschnitt nahezu durchg&auml;ngig auf h&ouml;here Verg&uuml;tungen als in den Handwerksberufen (vgl. &Uuml;bersicht 7). Auch die im Betrieb erbrachten Arbeitsleistungen weichen erheblich voneinander ab: So werden die Kaufleute im Einzelhandel mit Abstand am meisten f&uuml;r T&auml;tigkeiten eingesetzt, die denen ihrer ausgebildeten Kollegen/Kolleginnen entsprechen und die sie bereits genauso gut beherrschen. 65% ihrer gesamten betrieblichen Ausbildungszeit entfallen hierauf. Die geringsten Anteile an solchen Arbeiten sind in den Berufen &#039;&#039;Industriemechaniker/-in&#039;&#039; (25%) und &#039;&#039;Mechatroniker/-in&#039;&#039; (26%) festzustellen. Die durchschnittliche Anzahl regelm&auml;&szlig;ig geleisteter &Uuml;berstunden bewegt sich zwischen 7,8 Stunden in der Woche bei den angehenden K&ouml;chen/K&ouml;chinnen und einer Stunde bei den Industriemechanikern/Industriemechanikerinnen. Sehr deutlich sind auch die Unterschiede in den Bewertungen der Verg&uuml;tungsh&ouml;he: Die angehenden Medizinischen Fachangestellten sowie die Auszubildenden im Friseurhandwerk halten ihre Ausbildungsverg&uuml;tung am h&auml;ufigsten f&uuml;r zu niedrig (93% bzw. 91%). Dagegen empfinden die Industriemechaniker/-innen ihre Verg&uuml;tung am seltensten als zu gering (32%). Insgesamt l&auml;sst sich in Berufen, in denen die Verg&uuml;tungen h&ouml;her sind und sowohl der Anteil von Arbeiten, die dem Einsatz von Fachkr&auml;ften entsprechen, als auch die Anzahl der &Uuml;berstunden geringer ausfallen, eine klare Tendenz zu einer besseren Beurteilung der Ausbildungsverg&uuml;tung feststellen. Dagegen f&uuml;hren niedrige Betr&auml;ge in Verbindung mit einem hohen fachkraft&auml;hnlichen Arbeitseinsatz und vielen &Uuml;berstunden zu einer kritischen Einsch&auml;tzung der Verg&uuml;tungsh&ouml;he. Jobben neben der Ausbildung bei Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Anteil der Auszubildenden mit Nebenjob in% Durchschnittliche Arbeitsstundenzahl der Auszubildenden mit Nebenjob Verteilung der Auszubildenden mit Nebenjob in% 1 - 5 Stunden 6 - 15 Stunden &uuml;ber 15 Stunden Insgesamt Die Ausbildungsverg&uuml;tung wird von vielen Auszubildenden nicht nur subjektiv als zu gering empfunden, sondern sie reicht auch rein rechnerisch in vielen F&auml;llen nicht zur Deckung der (Mindest-)Lebenshaltungskosten aus, erst recht nicht zur Erf&uuml;llung dar&uuml;ber hinausgehender materieller W&uuml;nsche. Insofern ist es nicht &uuml;berraschend, dass ein relativ gro&szlig;er Teil der Auszubildenden zus&auml;tzlich zur Ausbildung regelm&auml;&szlig;ig einer bezahlten Nebent&auml;tigkeit nachgeht. Insgesamt trifft dies auf &uuml;ber ein Viertel der Auszubildenden (27%) im zweiten Ausbil Verg&uuml;tungsh&ouml;he Grund f&uuml;r das Jobben neben der Ausbildung bei Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (ohne au&szlig;erbetriebliche Ausbildungsverh&auml;ltnisse) Anteile der Auszubildenden in Prozent Auszubildende insgesamt Was ist der Grund f&uuml;r das Jobben neben der Ausbildung? Grundversorgung Grundversorgung und zus&auml;tzliche W&uuml;nsche nur zus&auml;tzliche W&uuml;nsche Auszubildende nach Verg&uuml;tungsh&ouml;he bis 400 Euro Jobben neben der Ausbildung dungsjahr der 15 untersuchten Berufe zu. Im Osten jobben die Auszubildenden trotz des niedrigeren Verg&uuml;tungsniveaus etwas seltener als im Westen (vgl. &Uuml;bersicht 8). M&ouml;glicherweise ist dies auf einen Mangel an Jobangeboten auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Es h&auml;ngt eventuell aber auch mit der h&auml;ufigeren Inanspruchnahme staatlicher Transferleistungen zusammen, auf die ein Nebenverdienst Deutliche Unterschiede zeigen sich in Abh&auml;ngigkeit zum Ausbildungsbereich: W&auml;hrend in den Berufen, die haupts&auml;chlich im Bereich Industrie und Handel ausgebildet werden, lediglich 21% der Auszubildenden eine Nebent&auml;tigkeit aus&uuml;ben, sind es in den &uuml;berwiegend dem Handwerk zuzurechnenden Berufen 37%. Zum einen ist dies damit zu erkl&auml;ren, dass die erlernten handwerklichen Fertigkeiten wahrscheinlich leichter in Nebenjobs eingesetzt werden k&ouml;nnen, zum anderen d&uuml;rften aber auch die niedrigeren Ausbildungsverg&uuml;tungen in den Handwerksberufen eine entscheidende Rolle spielen. Denn nach Verg&uuml;tungsh&ouml;he zeigen sich ebenfalls gr&ouml;&szlig;ere Abweichungen hinsichtlich der H&auml;ufigkeit einer Nebent&auml;tigkeit: So jobbt ein Drittel der Auszubildenden, deren Verg&uuml;tung unter 400 Euro liegt, dagegen nur ein F&uuml;nftel bei einer Verg&uuml;tung &uuml;ber 600 Euro. Die Auszubildenden, die einer Nebent&auml;tigkeit nachgehen, sind dort im Durchschnitt f&uuml;r 9,2 Stunden pro Woche besch&auml;ftigt, was dem Zeitaufwand von mehr als einem zus&auml;tzlichen Arbeitstag entspricht. Der zeitliche Umfang der Nebenjobs variiert allerdings betr&auml;chtlich: F&uuml;r 38% h&auml;lt sich dieser mit bis zu 5 Stunden pro Woche in Grenzen. Doch 15% wenden sogar mehr als 15 Stunden pro Woche auf, in Ostdeutschland trifft dies sogar auf 20% der Auszubildenden mit Nebenjob zu. Bei einem solch hohen zus&auml;tzlichen Zeitaufwand ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht nur die Ausbildung durch die Nebent&auml;tigkeit beeintr&auml;chtigt wird, sondern auf Dauer auch mit gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist, weil ausreichende Ruhe- und Erholungszeiten fehlen. Um Arbeitnehmer/-innen vor &Uuml;berforderung zu sch&uuml;tzen, hat der Gesetzgeber eine H&ouml;chstgrenze f&uuml;r die Arbeitszeit festgelegt, die grunds&auml;tzlich bei 48 Stunden pro Woche liegt (&sect; 3 Arbeitszeitgesetz). F&uuml;r Jugendliche unter 18 Jahren betr&auml;gt die h&ouml;chstzul&auml;ssige Arbeitszeit 40 Stunden pro Woche (&sect; 8, Abs. 1 Jugendarbeitsschutzgesetz). Diese Vorschriften gelten auch f&uuml;r Auszubildende. Jobben diese nebenbei, so d&uuml;rfen die Zeiten von Ausbildung (einschlie&szlig;lich Berufsschulunterricht) und Nebent&auml;tigkeit zusammengerechnet nicht die geltende H&ouml;chstgrenze &uuml;berschreiten. Auszubildende m&uuml;ssen bezahlte Nebent&auml;tigkeiten ihrem Ausbildungsbetrieb anzeigen, und dieser hat darauf zu achten, dass die zul&auml;ssige Arbeitszeit nicht &uuml;berschritten wird. Bei Nebenjobs von regelm&auml;&szlig;ig mehr als 15 Stunden pro Woche ist die Arbeitszeitgrenze in der Regel &uuml;berschritten. Ob Ausbildungsbetriebe ihrer Pflicht zur Kontrolle der Arbeitszeiten nicht gen&uuml;gend nachkommen oder ob Auszubildende ihrem Ausbildungsbetrieb die Nebent&auml;tigkeit oft verschweigen, z.B., weil sie diese nicht genehmigt bek&auml;men bzw. weil sie &#039;&#039;schwarzarbeiten&#039;&#039;, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Die Auszubildenden gehen ihrer Nebent&auml;tigkeit aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden nach (vgl. &Uuml;bersicht 9). &Uuml;ber ein Viertel der Auszubildenden jobbt nach eigener Angabe ausschlie&szlig;lich deswegen, weil sie ansonsten ihre Grundversorgung (Miete, Nahrungsmittel u. &auml;.) nicht finanzieren k&ouml;nnten. 38% ben&ouml;tigen das zus&auml;tzliche Geld zum einen f&uuml;r ihre Grundversorgung, zum anderen aber auch zur Finanzierung zus&auml;tzlicher W&uuml;nsche. 35% h&auml;tten den Nebenjob eigentlich nicht unbedingt n&ouml;tig, denn sie m&ouml;chten sich hiermit ausschlie&szlig;lich zus&auml;tzliche W&uuml;nsche erf&uuml;llen. Es zeigen sich erwartungsgem&auml;&szlig; deutliche Unterschiede in den Gr&uuml;nden f&uuml;r den Nebenjob je nach Verg&uuml;tungsh&ouml;he: So ist bei einer niedrigen Netto-Ausbildungsverg&uuml;tung von bis zu 400 Euro der Anteil derjenigen, die (teilweise) f&uuml;r ihre Grundversorgung jobben m&uuml;ssen, wesentlich gr&ouml;&szlig;er als bei einer relativ hohen Verg&uuml;tung von &uuml;ber 600 Euro. Dabei ist aber zu ber&uuml;cksichtigen, dass es sich hier um Eigeneinsch&auml;tzungen der Auszubildenden handelt, die abh&auml;ngig von den jeweiligen individuellen Bed&uuml;rfnissen sind, und nicht um einen definierten Mindestbedarf, wie er z.B. der Berechnung der Berufsausbildungsbeihilfe zugrunde gelegt wird. Einfl&uuml;sse auf die Zufriedenheit mit der Ausbildungsverg&uuml;tung Wie bereits ausgef&uuml;hrt, wurden die Auszubildenden danach gefragt, ob sie ihre Ausbildungsverg&uuml;tung f&uuml;r zu niedrig, gerade richtig oder sehr gut halten, und zwar unter Ber&uuml;cksichtigung dessen, was der Betrieb f&uuml;r ihre Ausbildung aufwendet und was sie selbst f&uuml;r den Betrieb an Arbeit leisten. Durch die Hervorhebung dieser beiden Gesichtspunkte sollte sichergestellt werden, dass die Auszubildenden ihr Urteil nicht v&ouml;llig spontan und emotional f&auml;llten. Dennoch kann ein rein rationales und objektives Abw&auml;gen selbstverst&auml;ndlich nicht erwartet werden. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass in die Beurteilung der Ausbildungsverg&uuml;tungen auch vielf&auml;ltige weitere Aspekte, wie z.B. die eigene Lebenssituation, die individuellen materiellen Anspr&uuml;che und die spezifischen Ausbildungsbedingungen, eingeflossen sind und damit eher die Zufriedenheit mit der Verg&uuml;tung ausgedr&uuml;ckt wurde. Im Folgenden wird daher angenommen, dass die Bewertung der Verg&uuml;tungen als &#039;&#039;gerade richtig&#039;&#039; oder &#039;&#039;sehr gut&#039;&#039; Zufriedenheit bedeutet, das Urteil &#039;&#039;zu niedrig&#039;&#039; hingegen Unzufriedenheit. Dass h&ouml;here Ausbildungsverg&uuml;tungen nicht zwangsl&auml;ufig mit einer gr&ouml;&szlig;eren Zufriedenheit einhergehen, wird bereits dadurch deutlich, dass die Auszubildenden im Westen zwar erheblich besser verdienen, aber damit kaum zufriedener sind. Im Folgenden soll daher der Frage nachgegangen werden, von welchen Faktoren insgesamt die Zufriedenheit mit der Ausbildungsverg&uuml;tung abh&auml;ngt. Bei der Konstruktion eines statistischen Erkl&auml;rungsmodells wurde davon ausgegangen, dass die Zufriedenheit mit der Ausbildungsverg&uuml;tung &auml;hnlichen Einfl&uuml;ssen unterliegt wie die Lohnzufriedenheit. In der Betriebswirtschaftslehre wird angenommen, dass die Lohnzufriedenheit durch zwei Faktoren entscheidend beeinflusst wird (S CHREY&Ouml;GG /K OCH 2007). Zum einen spielt demnach das Verh&auml;ltnis zwischen Anspruchsniveau und Lohn einer Person eine wichtige Rolle, d.h., sie stellt die Lohnh&ouml;he, die sie berechtigterweise glaubt fordern zu k&ouml;nnen, dem tats&auml;chlichen Lohn gegen&uuml;ber. Von gro&szlig;er Bedeutung ist zum anderen aber auch der soziale Vergleich, d.h., eine Person setzt das eigene Verh&auml;ltnis von Aufwand und Ertrag immer in Beziehung zum Aufwand-Ertrags-Verh&auml;ltnis der f&uuml;r sie relevanten Vergleichsgruppe. Die Lohnzufriedenheit resultiert somit letztlich immer aus dem Vergleich der individuellen Erwartung an die Lohnh&ouml;he (Soll) mit dem realen Lohn (Ist). Entsprechen sich Soll und Ist aus der Perspektive der Individuen, so kann von Lohnzufriedenheit ausgegangen werden, ist das Soll jedoch h&ouml;her, ist Unzufriedenheit anzunehmen. Im Schweizer &#039;&#039;Human-Relation-Barometer&#039;&#039;, einer j&auml;hrlichen repr&auml;sentativen Befragung von Besch&auml;ftigten in der Schweiz, wurde 2008 der Schwerpunkt auf die Untersuchung der Lohnzufriedenheit gelegt (G ROTE / S TAFFELBACH 2008). Hier ergab sich, dass die Lohnzufriedenheit nicht allein von der absoluten H&ouml;he des Einkommens abh&auml;ngt. Die Verteilungsgerechtigkeit erwies sich als wichtiger, d.h., wenn jemand mit dem gleichen T&auml;tigkeitsprofil mehr verdiente, wurde dies als ungerecht empfunden. Entscheidend f&uuml;r die Lohnzufriedenheit war nach dieser Studie allerdings der so genannte psychologische Vertrag. Damit wurden die nicht rechtlich geregelten Teile der Arbeitsbeziehung bezeichnet, d.h. die gegenseitigen Erwartungen von Arbeitnehmern (z.B. Verantwortung, Entscheidungsspielraum, Mitwirkung, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsm&ouml;glichkeiten) und Arbeitgebern (z.B. Engagement und Loyalit&auml;t). Wenn Besch&auml;ftigte ihre qualitativen Anforderungen an ihren Arbeitsplatz als erf&uuml;llt empfanden, waren sie mit ihrem Lohn zufriedener. Vor diesem Hintergrund wurden in das Erkl&auml;rungsmodell f&uuml;r die Zufriedenheit mit der Ausbildungsverg&uuml;tung neben der tats&auml;chlichen Verg&uuml;tungsh&ouml;he (Ist) vielf&auml;ltige weitere Variablen einbezogen, von denen angenommen wurde, dass sie die Erwartungen der Auszubildenden an die Ausbildungsverg&uuml;tung (Soll) steigern oder abschw&auml;chen k&ouml;nnen (vgl. &Uuml;bersicht 10). Hierbei handelt es sich erstens um Variablen, die Auskunft dar&uuml;ber geben, welche Arbeitsleistungen die Auszubildenden nach ihrer eigenen Beurteilung f&uuml;r den Betrieb erbringen, also den Anteil der fachkraft&auml;hnlichen T&auml;tigkeiten (d.h., die den Arbeiten von Fachkr&auml;ften im Betrieb entsprechen und die von den Auszubildenden bereits voll beherrscht werden), und die &Uuml;berstundenzahl</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01015.pdf">Publikation zeigen</a></p>