<h1>Steuertipps f&uuml;r Senioren (Sachsen-Anhalt)</h1> <h2>Ob es zu einer steuerlichen Belastung kommt, h&auml;ngt von etlichen Faktoren ab, &auml;hnlich wie bei der ganz normalen Steuererkl&auml;rung f&uuml;r Berufst&auml;tige... Quelle Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt</h2> <p>Hinweise zur Besteuerung der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung Mit diesen Hinweisen gibt Ihnen das Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt einen allgemeinen &Uuml;berblick &uuml;ber Grundz&uuml;ge der Besteuerung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Wie werden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteuert? In welcher H&ouml;he sind Vorsorgeaufwendungen abziehbar? Ab welcher Rentenh&ouml;he m&uuml;ssen Rentnerinnen und Rentner Einkommensteuer bezahlen? M&uuml;ssen alle Rentnerinnen und Rentner eine Einkommensteuererkl&auml;rung abgeben? Wie und bis wann muss ich eine Einkommensteuererkl&auml;rung abgeben? Liebe Seniorinnen und Senioren, es gibt unterschiedliche Arten von Alterseink&uuml;nften. Am typischsten sind Renten der gesetzlichen Alterssicherung und Pensionen. Erg&auml;nzend gibt es auch Eink&uuml;nfte aus der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Die Besteuerung von Alterseink&uuml;nften wurde ab 2005 neu geregelt - mit dem so genannten Alterseink&uuml;nftegesetz. Mit diesem Gesetz wird die unterschiedliche Besteuerung der verschiedenen Arten von Alterseink&uuml;nften schrittweise angeglichen. Ob es zu einer steuerlichen Belastung kommt, h&auml;ngt von etlichen Faktoren ab, &auml;hnlich wie bei der ganz normalen Steuererkl&auml;rung f&uuml;r Berufst&auml;tige. In dieser Brosch&uuml;re geben wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Besteuerung der unterschiedlichen Formen von Alterseink&uuml;nften und informieren auch mit Beispielen. Die Besteuerung von Alterseink&uuml;nften wurde mit dem Alterseink&uuml;nftegesetz ab 2005 neu geregelt und die Steuerlast grunds&auml;tzlich ins Alter verlegt. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden schrittweise bis 2040 in zunehmendem Ma&szlig;e bei der Besteuerung ber&uuml;cksichtigt. Gleichzeitig sind Beitr&auml;ge zur Altersvorsorge in der Erwerbsphase in einem stetig steigenden Ma&szlig; als Sonderausgaben abziehbar und mindern somit die Einkommensteuer. Ab 2040 sollen Renten mit Pensionen steuerlich gleichgestellt sein. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die im Jahr 2005 oder davor begannen, unterliegen zu 50 Prozent der Besteuerung. Ab 2006 wird der Besteuerungsanteil f&uuml;r jeden neu hinzukommenden Rentnerjahrgang angehoben, bis f&uuml;r die ab 2040 erstmals gezahlten Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ein Besteuerungsanteil von 100 Prozent erreicht ist - wie auch bei Pensionen. Der Besteuerungsanteil bestimmt sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Der steuerfreie Teil der Rente wird als Euro-Betrag nach der H&ouml;he der Jahresbruttorente des Jahres berechnet, das auf den Rentenbeginn folgt. Der steuerfreie Teilbetrag gilt grunds&auml;tzlich f&uuml;r die gesamte Laufzeit der Rente. Dies f&uuml;hrt im Ergebnis dazu, dass regelm&auml;&szlig;ige Rentenanpassungen (Rentenerh&ouml;hungsbetr&auml;ge) vollst&auml;ndig steuerpflichtig sind und damit unabh&auml;ngig vom Rentenbeginn zu 100 Prozent besteuert werden. Jedoch unterliegen nicht alle Renten der Besteuerung. So sind etwa Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft), einer privaten Pflegeversicherung oder auch Rentenzahlungen an Wehrdienst- oder Zivildienstbesch&auml;digte (oder Hinterbliebene) steuerfrei. Ebenso werden Renten zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts und SED-Opferrenten nicht besteuert. Zum Sonderausgabenabzug berechtigen in bestimmtem Umfang insbesondere Beitr&auml;ge zu Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen sowie zu Risikoversicherungen, die nur im Todesfall eine Leistung vorsehen. Diese Beitr&auml;ge sind begrenzt als Sonderausgaben abziehbar. Der H&ouml;chstbetrag bel&auml;uft sich bei einer Rentnerin oder einem Rentner auf 1.900 Euro j&auml;hrlich. Beitr&auml;ge f&uuml;r einen Basiskrankenschutz und zu gesetzlichen Pflegeversicherungen (soziale Pflegeversicherung und private Pflege-Pflichtversicherung) sind jedoch stets unbeschr&auml;nkt abziehbar, auch wenn sie den H&ouml;chstbetrag &uuml;bersteigen. Dann wirken sich aber andere - dem Grunde nach abzugsf&auml;hige - Versicherungsbeitr&auml;ge nicht mehr aus. Einkommensteuer f&auml;llt erst dann an, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen &uuml;ber dem Grundfreibetrag liegt. F&uuml;r 2018 betr&auml;gt der Grundfreibetrag bei Einzelveranlagung 9.000 Euro und bei Zusammenveranlagung 18.000 Euro. In den Jahren 2019 und 2020 liegen die Grenzen bei 9.168/18.336 Euro bzw. 9.408/18.816 Euro. Bei der Frage, ob Sie als Rentnerin/Rentner Steuern zahlen m&uuml;ssen, bietet die nachfolgende Tabelle eine erste Orientierung. Hier k&ouml;nnen Sie sehen, bis zu welcher Bruttorente im Jahr 2018 auf jeden Fall keine Einkommensteuer anf&auml;llt und damit auch keine Pflicht besteht, eine Einkommensteuererkl&auml;rung abzugeben. Aber auch bei einer h&ouml;heren Bruttorente muss nicht in jedem Fall eine Einkommensteuer entstehen. Bei Zusammenveranlagung verdoppelt sich die jeweils genannte Jahresbruttorente, wenn keine weiteren Eink&uuml;nfte vorliegen. Die Frage, ob und in welcher H&ouml;he Steuer zu zahlen ist, ist nur im Einzelfall zu beantworten. Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens k&ouml;nnen neben einem Altersentlastungsbetrag bestimmte altersunabh&auml;ngige Aufwendungen steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden. Ob Sie als Rentnerin oder Rentner Steuern zahlen m&uuml;ssen, h&auml;ngt von Ihren pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen ab. Grunds&auml;tzlich waren Rentnerinnen und Rentner auch in der Vergangenheit verpflichtet, eine Steuererkl&auml;rung abzugeben. Das Finanzamt hat sie jedoch oftmals von der Steuererkl&auml;rungspflicht entbunden, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen voraussichtlich auch in absehbarer Zukunft den steuerlichen Grundfreibetrag nicht &uuml;berschritt. Daher mussten Rentnerinnen und Rentner in der Vergangenheit oft keine Steuererkl&auml;rung einreichen. Dennoch war h&auml;ufig auch bisher schon eine Steuererkl&auml;rung abzugeben, wenn sich die Einkommensverh&auml;ltnisse wesentlich ge&auml;ndert hatten. Eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererkl&auml;rung besteht, wenn Ihre steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte - also der steuerpflichtige Teil der Rente zuz&uuml;glich ggf. vorhandener anderer Eink&uuml;nfte - &uuml;ber dem Grundfreibetrag liegen. Andere Eink&uuml;nfte sind zum Beispiel Vermietungseink&uuml;nfte oder Betriebsrenten. Die Frage, ob Sie als Rentner regelm&auml;&szlig;ig eine Einkommensteuererkl&auml;rung abgeben m&uuml;ssen, h&auml;ngt also von Ihren pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen ab. Liegt Ihre Rente unter der Grenze in der oben stehenden Tabelle, erzielen Sie oder bei Zusammenveranlagung Sie oder Ihr Ehegatte aber noch andere Eink&uuml;nfte, besteht bei &Uuml;berschreiten der vorgenannten Betr&auml;ge ebenfalls eine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung. Wenn Sie oder Ihr Ehegatte neben der Rente noch Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (Arbeitslohn) beziehen, sind Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung schon dann verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil der Rente nach Abzug der Werbungskosten (pauschal: 102 Euro) im Jahr 410 Euro &uuml;bersteigt. Auch wenn in einem Jahr keine Steuern zu zahlen waren, kann zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt eine Steuerpflicht eintreten. Die gesetzliche Steuererkl&auml;rungspflicht besteht unabh&auml;ngig davon, ob Sie eine bestehende Erkl&auml;rungspflicht kennen oder nicht, oder ob im Einzelfall tats&auml;chlich eine Steuer festzusetzen ist. Sofern sich bei Ihnen eine Einkommensteuer ergeben k&ouml;nnte, wird deshalb eine rechtzeitige Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung empfohlen, um steuerliche Nachteile wie zum Beispiel Zinsen auf Nachzahlungsbetr&auml;ge zu vermeiden</p> <p><a href="https://mf.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MF/Dokumente/Publikationen/Rentenbesteuerung.pdf">Publikation zeigen</a></p>