<h1>Ausbildungsreport 2019</h1> <h2>Die Ergebnisse des Ausbildungsreports zeigen, mit welchen Problemen Auszubildende zu k&auml;mpfen haben und wie verbreitet diese sind... Quelle DGB Bundesvorstand</h2> <p>Ausbildungsreport 2018 Zwar geben die Ergebnisse der Befragung einen Gesamt&uuml;berblick &uuml;ber die Ausbildungssituation in Deutschland, er gibt aber nur wenig Einblick in die individuellen Problemlagen der jungen Menschen. Mit Hilfe ausgew&auml;hlter Beitr&auml;ge aus dem Online-Beratungsforum &#039;&#039;Dr. Azubi&#039;&#039; (www.dr-azubi.de) soll die quantitative Befragung um eine qualitative Komponente erg&auml;nzt werden. Sie sollen einen Eindruck vermitteln, welche individuellen Auswirkungen die beschriebenen Probleme haben k&ouml;nnen. Die Ergebnisse sind zum Teil mehr als erschreckend und verdeutlichen, wie Auszubildende unter schlechten Ausbildungsbedingungen leiden - bis hin zu physischen und psychischen Erkrankungen. Zum Schutz der Betroffenen wurden s&auml;mtliche Namen und Daten ge&auml;ndert. Lage auf dem Ausbildungsmarkt Schwerpunkt: Arbeitszeit in der Ausbildung Ergebnisse zur Ausbildungsqualit&auml;t Fachliche Qualit&auml;t der Ausbildung im Betrieb Einhalten des Ausbildungsplans Verrichtung von ausbildungsfremden T&auml;tigkeiten Ausbildungsnachweis Fachliche Anleitung und Betreuung durch den_die Ausbilder_in Die fachliche Qualit&auml;t der Ausbildung im Betrieb Die fachliche Qualit&auml;t der Ausbildung in der Berufsschule Ausbildungszeiten und &Uuml;berstunden Regelm&auml;&szlig;igkeit von &Uuml;berstunden Freizeitausgleich oder Bezahlung von &Uuml;berstunden W&ouml;chentliche Arbeitszeit Anrechnung des Berufsschulunterrichts auf die Arbeitszeit Blickpunkt Jugendarbeitsschutzgesetz Ausbildungsverg&uuml;tung Pers&ouml;nliche Beurteilungen der Ausbildung Zufriedenheit mit der Ausbildung Zufriedenheit durch Interessenvertretung Zufriedenheit durch &Uuml;bernahme Unzufriedenheit durch psychische und k&ouml;rperliche Belastungen Berufswahl und Zufriedenheit Ausbildungsabbruch - der letzte Ausweg Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewertung der Ausbildung Die Arbeitswelt wandelt sich st&auml;ndig, zunehmend kommt digitale Arbeit zum Einsatz. Diese Ver&auml;nderungen m&uuml;ssen sich auch in der beruflichen Ausbildung widerspiegeln. Denn nur eine moderne Ausbildung kann Preview auf die Arbeitswelt von morgen sein und ein Garant f&uuml;r den erfolgreichen Einstieg junger Menschen in das Berufsleben. Damit das duale System der Berufsausbildung auch in der Zukunft erfolgreich bleibt, sind jetzt klare Weichenstellungen in Richtung einer guten Ausbildung - einer Ausbildung 4.0 - n&ouml;tig. Die Gewerkschaftsjugend begleitet diesen Transformationsprozess im Sinne der Auszubildenden und hat deshalb Forderungen formuliert: f&uuml;r eine zukunftsorientiere und moderne Ausbildung. Klar ist, dass auch mit fortschreitender Digitalisierung der Mensch und damit eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Zentrum der Arbeitswelt von morgen stehen m&uuml;ssen. Eine moderne Berufsausbildung muss auch zuk&uuml;nftig ganzheitliche berufliche Handlungskompetenz vermitteln. Hierzu geh&ouml;rt die F&ouml;rderung einer eigenst&auml;ndigen und selbstbewussten Pers&ouml;nlichkeitsentwicklung, die Bef&auml;higung zur kritischen Reflexion sowie eine mitbestimmte Arbeits- und Technikgestaltung. In der dualen Ausbildung bedarf es auch und gerade wegen der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt einer Qualit&auml;tsoffensive. Dazu z&auml;hlt Qualit&auml;tssicherung auf gesetzlicher Basis durch die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes genauso wie die Qualit&auml;tsentwicklung f&uuml;r Ausbildungsbetriebe selbst. Neben den Betrieben stehen aber auch die Berufsschulen in der Verantwortung. Es ist Aufgabe des Staates, diese zu unterst&uuml;tzen und den enormen Finanzierungsstau abzubauen. Massive Investitionen in die Qualit&auml;t und Modernisierung der Berufsschulen sind &uuml;berf&auml;llig. Im Schwerpunkt: Arbeitszeit in der Ausbildung Dass es in einigen Branchen nach wie vor gravierende Qualit&auml;tsm&auml;ngel in der Ausbildung gibt, zeigt der aktuelle Ausbildungsreport. Auch in 2018 liefert der Report mit 14.959 von der DGB-Jugend schriftlich befragten Auszubildenden eine fundierte Datengrundlage zur Qualit&auml;t der Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland. Befragt wurden Jugendliche in den laut Bundesinstitut f&uuml;r Berufsbildung 25 am h&auml;ufigsten frequentierten Ausbildungsberufen. Der diesj&auml;hrige Themenschwerpunkt zur Arbeitszeit in der Ausbildung zeigt: Flexibilisierungsdruck, st&auml;ndige Erreichbarkeit und regelm&auml;&szlig;ige Schichtarbeit sind f&uuml;r viele Auszubildende leider allt&auml;glich. Dies f&uuml;hrt zu erheblichen Belastungen. Dort wo der Druck auf Auszubildende am st&auml;rksten ist, sind auch die Abbruchquoten in der Ausbildung am h&ouml;chsten. Dem entgegen, stehen die Bed&uuml;rfnisse der jungen Menschen, wie sie schon die Shell Jugendstudie festgestellt hat: Junge Menschen wollen planbare und verl&auml;ssliche Rahmenbedingungen, die ihnen die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben erm&ouml;glichen. Unattraktive Ausbildungsbedingungen und unzureichende Ausbildungsqualit&auml;t sorgen in vielen F&auml;llen daf&uuml;r, dass Auszubildende ihre Ausbildung abbrechen. Wer solch widrige Ausbildungsbedingungen bietet, darf sich nicht wundern, wenn er oder sie keine Auszubildenden findet. Der so oft beklagte Fachkr&auml;ftemangel ist eben vielfach hausgemacht durch die Arbeitgeber selbst. Gerade beim Thema Arbeitszeit in der Ausbildung liegt einiges im Argen. Bei jedem zweiten Auszubildenden in Schichtarbeit werden die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten. &Uuml;ber die H&auml;lfte aller Auszubildenden m&uuml;ssen in ihrer Freizeit mobil f&uuml;r den_die Ausbilder_in erreichbar sein. Diese &#039;&#039;Erreichbarkeit&#039;&#039; wird bei 60 Prozent der Betroffenen nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet. Auf der anderen Seite erwartet ein Gro&szlig;teil der Ausbildungsbetriebe, dass die Auszubildenden angefallene &#039;&#039;Minusstunden&#039;&#039; zu anderen Zeiten nacharbeiten, obwohl das im Berufsbildungsgesetz nicht vorgesehen ist. Insbesondere Gro&szlig;betriebe stechen hier negativ hervor. Das Nacharbeiten von &#039;&#039;Minusstunden&#039;&#039; ist offenbar die Regel geworden. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt hier jedoch eindeutig, dass Auszubildenden auch dann eine Verg&uuml;tung zu zahlen ist, wenn die Berufsausbildung ausf&auml;llt. Auszubildende d&uuml;rfen nicht als S&uuml;ndenbock f&uuml;r eine schlechte Organisation herhalten. Eine ausreichend gute Planung der Ausbildungszeiten durch den_die Ausbilder_in geh&ouml;rt daher ebenfalls zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und muss von den Betrieben gew&auml;hrleistet werden. Eine moderne Ausbildung braucht eine moderne Gesetzesgrundlage Das Berufsbildungsgesetz ist das ma&szlig;gebliche Gesetz f&uuml;r die duale berufliche Ausbildung in Deutschland. Die letzte gr&ouml;&szlig;ere Novellierung dieses Gesetzes fand im Jahr 2005 statt, f&uuml;r die Gewerkschaften zentrale Themen wurden damals nicht ber&uuml;cksichtigt. Im aktuellen Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung nun endlich die Novellierung des BBiG - nach jahrelangem Druck aus den Gewerkschaften - vereinbart. Damit gibt es nun die Chance, das BBiG in ein echtes Schutzgesetz zu verwandeln, das eine moderne Ausbildung gew&auml;hrleistet. Daf&uuml;r muss eine BBiG-Novellierung: a Gute Ausbildungsqualit&auml;t sicherstellen &Uuml;berstunden sind in einem Ausbildungsverh&auml;ltnis nicht notwendig. Ausbildungszeiten, die &uuml;ber die vereinbarte regelm&auml;&szlig;ige w&ouml;chentliche Ausbildungszeit hinausgehen, m&uuml;ssen im BBiG einem Verbot unterliegen. Wochenendarbeit f&uuml;r Auszubildende darf nur zul&auml;ssig sein, wenn die Ausbildungsinhalte nicht unter der Woche vermittelt werden k&ouml;nnen, dies gilt ebenso f&uuml;r Schichtdienste. Teilschichtdienste f&uuml;r Auszubildende geh&ouml;ren vollst&auml;ndig abgeschafft, die Freistellung f&uuml;r Berufsschulen muss f&uuml;r alle Auszubildenden unabh&auml;ngig vom Alter gelten. a Rechtsicherheit f&uuml;r alle Berufe schaffen Um einen gleichen Qualit&auml;tsstandard f&uuml;r alle Berufe sicherzustellen und f&uuml;r die Auszubildenden Rechtssicherheit zu schaffen, ist eine Ausweitung des Geltungsbereichs des BBiG notwendig. Denn zahlreiche berufliche Ausbildungsg&auml;nge und vergleichbare neue Ausbildungsstrukturen, wie die Praxisphasen des dualen Studiums, sind nicht nach dem BBiG geregelt. Das BBiG muss hierf&uuml;r zu einem einheitlichen Ausbildungsgesetz umgebaut werden. a Chancengleichheit beim Zugang zu Ausbildung gew&auml;hrleisten Eine duale Ausbildung darf nicht an finanziellen H&uuml;rden scheitern. Alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Ausbildung entstehen, m&uuml;ssen an allen Lernorten - im Betrieb, an der Berufsschule und der Hochschule - durch den Ausbildungsbetrieb oder den Ausbildungstr&auml;ger getragen werden. a Teilhabe erm&ouml;glichen - Mindestausbildungsverg&uuml;tung einf&uuml;hren! Wir fordern eine Ausbildungsverg&uuml;tung die Auszubildenden ein eigenst&auml;ndiges Leben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen seinen Facetten erm&ouml;glicht. Dies ist notwendig, damit das Ausbildungssystem weiterhin ein Erfolgsmodell bleiben kann und junge Menschen sich f&uuml;r eine duale Ausbildung entscheiden</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01041.pdf">Publikation zeigen</a></p>