<h1>Arbeitssituation aus Sicht der Besch&auml;ftigten</h1> <h2>Als repr&auml;sentative Befragung von Besch&auml;ftigten bietet die Studie ein umfassendes Bild der aktuellen Arbeitssituation in deutschen Unternehmen... Quelle INQA</h2> <p>Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t Die Arbeitssituation in deutschen Unternehmen aus Sicht der Besch&auml;ftigten Die Initiative Neue Qualit&auml;t der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schl&uuml;ssel f&uuml;r Innovationskraft und Wettbewerbsf&auml;higkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage f&uuml;r eine erfolgreiche Fachkr&auml;ftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales unterst&uuml;tzt daher mit der Initiative Neue Qualit&auml;t der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verb&auml;nde und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Sozialversicherungstr&auml;ger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik f&uuml;r eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen - entlang der Themenfelder Personalf&uuml;hrung, Gesundheit, Wissen und Kompetenz sowie Chancengleichheit und Diversity. Als unabh&auml;ngiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote f&uuml;r Betriebe und Verwaltungen sowie vielf&auml;ltige Austauschm&ouml;glichkeiten in zahlreichen - auch regionalen - Unternehmens- und Branchennetzwerken. Weitere Informationen unter www.inqa.de. Arbeitsqualit&auml;t aus Sicht der Besch&auml;ftigten Wer sind die Besch&auml;ftigten in Deutschland? Was w&uuml;nschen sich die Besch&auml;ftigten? Was erleben die Besch&auml;ftigten? Zwischen Wunsch und Wirklichkeit Vereinbarkeit: Ein Thema f&uuml;r Frauen und M&auml;nner F&uuml;hrung: Ein Schl&uuml;sselfaktor Bezahlung: Guter Lohn ist allen wichtig Arbeitszeiten: Individualit&auml;t gew&uuml;nscht Arbeitsbedingungen in Deutschland Was macht gute Arbeitsbedingungen aus? Wie wirken sich unterschiedliche Arbeitsbedingungen aus? Gute Arbeit: Wer arbeitet unter guten Bedingungen? Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t Vorwort Zukunftsdebatten gelingen am besten, wenn wir sie als Fortschrittsdebatten f&uuml;hren, in denen die Menschen und ihre Bed&uuml;rfnisse im Mittelpunkt stehen. Die Arbeitswelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel, die Digitalisierung ist in unserem Alltag mit H&auml;nden zu greifen. Die Industrie 4.0 ist in aller Munde. Die Diskussion dar&uuml;ber dreht sich oft vor allem um die neuen Techniken und Produktionsverfahren. Ich m&ouml;chte, dass wir uns genauso mit den Auswirkungen einer digitalisierten Wirtschaft auf die Menschen und ihre Arbeitspl&auml;tze besch&auml;ftigen: Arbeiten 4.0. Dabei wollen und k&ouml;nnen wir mehr, als nur Zuschauer der Entwicklungen zu sein, wenn wir uns gemeinsam den Herausforderungen des Wandels stellen, um die Chancen zu erkennen und sie auch mutig und beherzt zu ergreifen. zwischen Wunsch und Wirklichkeit verkleinert oder besser noch ganz geschlossen werden kann. Insgesamt bewertet nur ein knappes Drittel der Befragten die eigenen Arbeitsbedingungen als rundum gut. Ich bin &uuml;berzeugt: Es lohnt sich, die W&uuml;nsche der Besch&auml;ftigten ernst zu nehmen. Denn wer unter guten Bedingungen arbeitet, f&uuml;hlt sich ges&uuml;nder, motivierter und dem Arbeitgeber fest verbunden. Letztlich alles Faktoren, die f&uuml;r Unternehmen immer wichtiger werden. Die vorliegende Untersuchung macht klar: Gute Arbeit f&uuml;r alle k&ouml;nnen wir nur dann erreichen, wenn es kluge Regeln gibt, die die Arbeitsbedingungen ordnen und gleichzeitig f&uuml;r beide Seiten vern&uuml;nftige Regelungen vor Ort gefunden werden. Bei aller notwendigen Flexibilit&auml;t brauchen wir hier einen fairen Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben. Die Ergebnisse der repr&auml;sentativen Untersuchung Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t helfen uns dabei, denn sie bieten handfeste Ans&auml;tze zur weiteren Diskussion zentraler Fragen: Was macht Arbeitsqualit&auml;t aus Sicht der Besch&auml;ftigten aus? Wo liegen die Potenziale zur Gestaltung? Arbeit findet im sozialen Raum statt, und gute Arbeit f&uuml;r alle l&auml;sst sich nur gemeinsam mit vielen Partnern schaffen: mit Unternehmen und Besch&auml;ftigten, mit Wissenschaft und Gesellschaft. Ich w&uuml;nsche mir, dass wir gemeinsam Ver&auml;nderungen ansto&szlig;en, die Arbeitsqualit&auml;t weiter verbessern, die Zukunft der Arbeit gestalten. Einige wichtige Fragen der Arbeitszufriedenheit werden von vielen Besch&auml;ftigten durchaus positiv beantwortet. Gleichzeitig sagen uns die Besch&auml;ftigten jedoch auch, wo wir noch besser werden k&ouml;nnen: Bei Aspekten wie Lohn, F&uuml;hrungsqualit&auml;t, Flexibilit&auml;t der Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Arbeit und Leben m&uuml;ssen wir diskutieren, wie die L&uuml;cke Gute Arbeitsbedingungen sind entscheidend, sowohl f&uuml;r die Zufriedenheit der Besch&auml;ftigten als auch f&uuml;r die Qualit&auml;t der hergestellten Produkte und der erbrachten Dienstleistungen. Doch worauf legen Besch&auml;ftigte besonderen Wert? Und wie weit liegen Wunsch und Wirklichkeit bei der individuell empfundenen Qualit&auml;t der Arbeit auseinander? Anschlie&szlig;end werden die Aspekte mit einer besonders gro&szlig;en Diskrepanz zwischen gew&uuml;nschter und erlebter Arbeitsqualit&auml;t n&auml;her untersucht. Wie ist der Status quo in den Bereichen F&uuml;hrungsqualit&auml;t, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Bezahlung und Flexibilit&auml;t der Arbeitszeiten? Diese und weitere Fragen beantwortet die Studie Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t, deren zentrale Ergebnisse in diesem Monitor zusammengefasst sind. Als repr&auml;sentative Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bietet die Studie ein umfassendes Bild der aktuellen Arbeitssituation in deutschen Unternehmen. Im zweiten Abschnitt werden die Arbeitsbedingungen der Befragten n&auml;her betrachtet. Wer arbeitet unter besonders schlechten oder besonders guten Bedingungen? Wie wirken sich unterschiedliche Arbeitsbedingungen aus - beispielsweise auf die Arbeitszufriedenheit, den Gesundheitszustand der Besch&auml;ftigten oder die &Uuml;berlegung, den aktuellen Arbeitsplatz zu verlassen? Im ersten Abschnitt des Monitors werden die Besch&auml;ftigten in Deutschland, ihre W&uuml;nsche an die Arbeitsstelle und ihre Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der Arbeitsqualit&auml;t betrachtet. Was ist den Besch&auml;ftigten wichtig? Mit welchen Aspekten ihres Arbeitsalltags sind sie zufrieden und wo besteht aus ihrer Sicht Verbesserungsbedarf? Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zentrale Handlungsfelder zur Verbesserung der Arbeitsqualit&auml;t in Deutschland aufzuzeigen, und Unternehmen Hinweise geben, wie sie qualifiziertes Personal auch in Zeiten des Fachkr&auml;ftemangels durch gute Arbeitsbedingungen langfristig an sich binden k&ouml;nnen. Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t Erhebung Die Studie Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t wurde im Auftrag des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualit&auml;t der Arbeit (INQA) erstellt. Durchgef&uuml;hrt wurde die Erhebung von der Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin (ffas), dem Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) und dem Institut f&uuml;r angewandte Sozialforschung (infas). Zwischen Februar und Juni 2013 wurden 5004 sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens zehn Stunden mittels computergest&uuml;tzter Telefoninterviews (CATI) befragt. Die Stichprobe beruht auf Daten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und ist repr&auml;sentativ f&uuml;r Deutschland. Um eine Vergleichbarkeit zu fr&uuml;heren Ergebnissen zu erm&ouml;glichen, kn&uuml;pft die Studie Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t punktuell an die 2006 erschienene INQA-Studie Was ist gute Arbeit? Anforderungen aus Sicht der Erwerbst&auml;tigen an. Der Monitor fasst die zentralen Ergebnisse der Studie Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t zusammen. Alle Ergebnisse im Detail finden sich im Abschlussbericht.3 Bewertungsmethode Die Teilnehmer der Befragung beantworteten die Fragen mit Der Bogen beinhaltet Fragen zum aktuellen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis und zur Beurteilung der Qualit&auml;t der Arbeit. Er umfasst wesentliche Teile des Copenhagen Psychosocial Questionnaire 1 (COPSOQ) sowie den FFP-Index 2 und Teile aus weiteren Befragungsinstrumenten. vorgegebenen Kategorien (z.B. stimme voll zu, stimme eher zu, bin unentschieden, stimme eher nicht zu, stimme nicht zu). F&uuml;r die Auswertung wurden den gegebenen Antworten standardisierte Punktwerte zwischen 0 und 100 zugeordnet. 0 Punkte entsprechen dabei jeweils der niedrigsten denkbaren Bewertung, 100 Punkte der h&ouml;chsten. Auf dieser Basis wurden die mittleren Punktwerte errechnet, die im Monitor abgebildet sind. Der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) ist ein international verbreitetes Screening-Instrument zur Erfassung psychischer Faktoren bei der Arbeit (Belastungen, Beanspruchungen, Beschwerden). Der FFP-Index ist ein Instrument zur Bewertung des Familienbewusstseins eines Unternehmens mit einem Punktwert zwischen 0 (gar nicht familienbewusst) und 100 (sehr familienbewusst). Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin (ffas), Institut f&uuml;r angewandte Sozialwisschenschaft GmbH (infas), Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) (2014): Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t. Abschlussbericht. BMAS, Berlin. Wer sind die Besch&auml;ftigten in Deutschland? Soziodemografische und besch&auml;ftigungsbezogene Merkmale der Befragten F&uuml;r die Studie wurden 5004 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt. Da die Studie repr&auml;sentativ ist, k&ouml;nnen die Ergebnisse auf die Gesamtheit der Besch&auml;ftigten in Deutschland mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens zehn Stunden &uuml;bertragen werden. Durchschnittlich sind die Besch&auml;ftigten 42 Jahre alt. 13% von ihnen &uuml;ben neben ihrer eigentlichen beruflichen T&auml;tigkeit noch eine oder mehrere Nebent&auml;tigkeiten aus. 28% haben eine Vorgesetztenfunktion gegen&uuml;ber anderen Besch&auml;ftigten. Was w&uuml;nschen sich die Besch&auml;ftigten? Bewertung der Wichtigkeit verschiedener Aspekte der Arbeitsqualit&auml;t Fragt man die Besch&auml;ftigten, wie wichtig ihnen verschiedene Aspekte ihres Arbeitsumfeldes sind, erh&auml;lt die Sicherheit des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses im Durchschnitt am meisten P unkte - ist also am wichtigsten. Auch ein unbefristetes Arbeitsverh&auml;ltnis, die Zusammenarbeit mit netten Leuten, ein guter Lohn und die gute F&uuml;hrung des Arbeitsbereichs sind mit mindestens 90 von 100 m&ouml;glichen Punkten besonders wichtig. Auff&auml;llig ist, dass keiner der abgefragten Aspekte mit weniger als 75 Punkten bewertet wurde: F&uuml;r ein gutes Arbeitsumfeld sind den Besch&auml;ftigten also viele Faktoren wichtig. Sicherheit des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses Unbefristetes Arbeitsverh&auml;ltnis Guter Lohn bzw. gutes Gehalt aus der T&auml;tigkeit Gute F&uuml;hrung des Arbeitsbereichs Angemessene Nutzung von F&auml;higkeiten Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben Gute k&ouml;rperliche Arbeitsbedingungen Anerkennung und Wertsch&auml;tzung im Betrieb Gute berufliche Perspektiven Hohe Anerkennung und Achtung des Berufs in der Gesellschaft Bereits 2006 bewerteten Besch&auml;ftigte in einer &auml;hnlichen Befragung die Wichtigkeit verschiedener Arbeitsplatzfaktoren.5 Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass eine sichere und gut bezahlte T&auml;tigkeit und ein gutes Verh&auml;ltnis zu Kollegen und Vorgesetzten auch damals schon als besonders wichtig eingesch&auml;tzt wurden. Als Anforderungen an eine gute Arbeit w&auml;hlten die Erwerbst&auml;tigen folgende Aspekte auf die ersten Pl&auml;tze: Bewertung der Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der Arbeitsqualit&auml;t Neben der Wichtigkeit bewerteten die Besch&auml;ftigten auch ihre Zufriedenheit mit den Aspekten ihres Arbeitsumfelds. Die meisten Punkte vergeben die Befragten f&uuml;r die Zusammenarbeit mit netten Leuten - hiermit sind sie also am zufriedensten. Auf diesen Aspekt folgen die Sicherheit des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses, die Attraktivit&auml;t der Region, die Arbeit insgesamt und die Entsprechung von Herausforderungen und eigenen Fertigkeiten. Bei keinem Aspekt liegt die Zufriedenheit unter 64 Punkten. Gegen&uuml;berstellung der Arbeitsqualit&auml;t nach Wichtigkeit und Zufriedenheit Ein Vergleich der Bewertungen von Wichtigkeit und Zufriedenheit zeigt, dass die gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t fast immer auseinanderliegen: Die bewertete Zufriedenheit ist also geringer als die bepunktete Wichtigkeit. Die gr&ouml;&szlig;te Diskrepanz besteht bei der Entlohnung, der F&uuml;hrungsqualit&auml;t und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben. Diese Aspekte werden deshalb auf den folgenden Seiten genauer betrachtet. F&uuml;hrungsqualit&auml;t Zufriedenheit der Besch&auml;ftigten den zweitletzten Platz (vor der Entlohnung). Mit diesem Aspekt sind die Befragten also besonders wenig zufrieden. Das Thema Arbeitszeitgestaltung wird aktuell in der &Ouml;ffentlichkeit vermehrt diskutiert und war 2014 Schwerpunkt des DGB-Index Gute Arbeit. Deshalb wird auch dieser Aspekt auf den folgenden Seiten detaillierter betrachtet. Beruf, Familie und Privates erfolgreich kombinieren Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben liegen Wichtigkeit und Zufriedenheit der Besch&auml;ftigten deutlich auseinander. Sowohl f&uuml;r Frauen als auch f&uuml;r M&auml;nner ist das Thema mit 86 und 90 Punkten sehr wichtig. Jede zweite der befragten Frauen gab der Wichtigkeit des Themas sogar volle 100 Punkte. Die Zufriedenheit liegt bei beiden Geschlechtern mit 69 bzw. 64 Punkten deutlich hinter dem Wunsch. F&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Familienpflichten spielt das Thema jedoch eine besondere Rolle. Familienbewusstsein des Arbeitgebers Im Durchschnitt bewerten die Befragten das Familienbewusstsein ihres Arbeitgebers mit 50 von 100 m&ouml;glichen Punkten - also nur als mittelm&auml;&szlig;ig familienbewusst. 10% der Befragten gaben an, dass ihr Betrieb &uuml;berhaupt keine Ma&szlig;nahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbietet. Auff&auml;llig ist, dass die Bewertung des Familienbewusstseins von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e abh&auml;ngt und sich au&szlig;erdem von Branche zu Branche unterscheidet. Bestandteile und Auswirkungen guter F&uuml;hrung Die erfahrene F&uuml;hrungsqualit&auml;t am Arbeitsplatz ist nach vielen Studien ein wichtiger - wenn nicht der zentrale - Faktor f&uuml;r die Arbeitszufriedenheit. Zu den geforderten F&auml;higkeiten an eine gute F&uuml;hrungskraft z&auml;hlen insbesondere die (Weiter-)Entwicklung der Mitarbeitenden, eine gute Arbeitsplanung und die L&ouml;sung von Konflikten. Durchschnittlich bewerten die Besch&auml;ftigten ihre direkte Vorgesetzte bzw. ihren direkten Vorgesetzten in diesen drei Bereichen mit 58 Punkten - also als zum Teil umgesetzt mit positiver Tendenz. Der Faktor F&uuml;hrungsqualit&auml;t wird in der direkten Abfrage mit 90 Punkten als sehr wichtig eingestuft. Gleichzeitig weist F&uuml;hrungsqualit&auml;t einen starken Zusammenhang zur Arbeitszufriedenheit auf: Der Zusammenhang zur Arbeitszufriedenheit ist mit r0,58 7 deutlich ausgepr&auml;gt. Damit ist gute F&uuml;hrungsqualit&auml;t st&auml;rker als die meisten anderen Arbeitsplatzfaktoren mit hoher Arbeitszufriedenheit assoziiert (und umgekehrt). F&uuml;hrungsqualit&auml;t h&auml;ngt st&auml;rker als die meisten anderen Arbeits platzfaktoren mit der generellen Arbeitszufriedenheit zusammen. F&uuml;hrungsqualit&auml;t ist einer der zentralen Faktoren bei der &Uuml;berle gung, die Arbeitsstelle aufzugeben. F&uuml;hrungsqualit&auml;t nach Subgruppen Die Bewertung der F&uuml;hrungsqualit&auml;t h&auml;ngt kaum mit strukturellen Merkmalen der Betriebe wie Gr&ouml;&szlig;e oder Branche zusammen. Besch&auml;ftigte unter 24 Jahren neigen dazu, die F&uuml;hrungsqualit&auml;t ihrer Vorgesetzten mit 66 Punkten deutlich positiver zu bewerten als beispielsweise die &uuml;ber 54-J&auml;hrigen mit 56 Punkten. Bei Kleinstbetrieben (bis vier Mitarbeitende) und in sehr gro&szlig;en Betrieben (&uuml;ber 2000 Mitarbeitende) liegen die Bewertungen 6 bzw. 2 Punkte &uuml;ber dem Durchschnitt. Insgesamt sind die Subgruppenunterschiede allerdings gering. F&uuml;hrungsqualit&auml;t ist demnach ein Faktor, der kaum mit soziodemografischen oder strukturellen Merkmalen zusammenh&auml;ngt. Diese prinzipielle Unabh&auml;ngigkeit der F&uuml;hrungsqualit&auml;t bedeutet, dass F&uuml;hrungsqualit&auml;t in jedem beruflichen Setting verbessert werden kann. Das hei&szlig;t: Die F&uuml;hrungsqualit&auml;t ist von der einzelnen F&uuml;hrungsperson abh&auml;ngig. Er ist der sogenannte Korrelationskoeffizient. Er gibt an, wie deutlich zwei Merkmale - in diesem Fall Arbeitszufriedenheit und F&uuml;hrungsqualit&auml;t - zusammenh&auml;ngen, und kann Werte zwischen -1 und 1 annehmen. Werte zwischen 0 und 1 zeigen einen positiven Zusammenhang, d.h. je gr&ouml;&szlig;er der Wert des einen Merkmals ist, desto gr&ouml;&szlig;er ist auch der des anderen. Ist r gr&ouml;&szlig;er als 0,5 spricht man von einem mittleren oder sogar starken Zusammenhang. Bezahlung: Guter Lohn ist allen wichtig Zufriedenheit und W&uuml;nsche zu Lohn und Gehalt Unabh&auml;ngig vom realen Gehalt wird ein guter Lohn von den Befragten als wichtig erachtet. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt dagegen steigt mit h&ouml;herem Einkommen deutlich an. Wie h&auml;ngt das Gehalt mit der Arbeitsqualit&auml;t zusammen? Besch&auml;ftigte mit niedrigerem Lohn bewerten viele Faktoren der Arbeitsqualit&auml;t anders als Gutverdienende. Letztere sehen sich eher gleich behandelt sowie mit mehr Entscheidungsspielraum ausgestattet. Gleichzeitig empfinden Besch&auml;ftigte mit h&ouml;herem Lohn aber &ouml;fter einen Konflikt zwischen Beruf und Privatleben sowie unerw&uuml;nschte Unterbrechungen bei der Arbeit. K&ouml;rperliche und emotionale Anforderungen Die T&auml;tigkeit von Besch&auml;ftigten mit einem geringeren Lohneinkommen ist ungleich h&auml;ufiger mit physischen Belastungen verbunden. Gutverdienende berichten dagegen h&auml;ufiger von emotional belastenden T&auml;tigkeiten. W&uuml;nsche der Besch&auml;ftigten zur Flexibilit&auml;t Die M&ouml;glichkeit, die eigene Arbeitszeit individuell zu bestimmen, ist den Befragten mit 80 Punkten sehr wichtig. Ihre Zufriedenheit damit liegt bei nur 66 Punkten - auch hier herrscht also eine Diskrepanz zwischen gew&uuml;nschter und erlebter Arbeitsqualit&auml;t. Etwa drei Viertel der Besch&auml;ftigten arbeiten in einer Vollzeitbesch&auml;ftigung. Mehrarbeit ist f&uuml;r sie eher die Regel als die Ausnahme: Nur ein Viertel der Befragten leistet in einer durchschnittlichen Woche keine &Uuml;berstunden. Vertragliche Arbeitszeit in Wochenstunden Bei der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gibt es deutliche Geschlechterunterschiede: W&auml;hrend nur 7% der M&auml;nner in Teilzeit arbeiten, sind es bei den Frauen 51%. Der Anteil der Vollzeit- bzw. Teilzeitbesch&auml;ftigten bei Frauen variiert gravierend zwischen den Altersgruppen: Der gr&ouml;&szlig;te Wechsel von Vollzeit- zu Teilzeitbesch&auml;ftigung findet zwischen Mitte 30 und Mitte 40 statt. W&auml;hrend noch 70% der erwerbst&auml;tigen Frauen bis Mitte 30 in Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen bis Mitte 40 nur noch 37%. Bei Frauen ab 55 Jahren steigt der Anteil der Vollzeitbesch&auml;ftigten wieder um 6% - also um einen deutlich geringeren Anteil. Grund daf&uuml;r sind Familienpflichten: Frauen mit Kindern unter 14 Jahren oder pflegebed&uuml;rftigen Personen im Haushalt arbeiten deutlich seltener in Vollzeit. Wenn Arbeitszeit und Privatleben sich zunehmend vermischen, spricht man von Entgrenzung. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der gro&szlig;fl&auml;chige Einsatz moderner Kommunikationsmittel k&ouml;nnen diese Entwicklung vorantreiben. Die Mehrheit der Befragten empfindet diese Entwicklung jedoch nicht. Auff&auml;llig ist, dass Entgrenzung mit der beruflichen Position zusammenh&auml;ngt: W&auml;hrend 29% der befragten Vorgesetzten eine Entgrenzung empfinden, sind es bei Besch&auml;ftigten ohne Vorgesetztenfunktion nur 13%. Faktoren und Stufen guter Arbeitsqualit&auml;t Mithilfe von statistischen Modellen wurden 31 m&ouml;gliche Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit der Besch&auml;ftigten untersucht. Hieraus wurden die zehn Faktoren identifiziert, die als besonders wichtige zufriedenheits- und gesundheitsbezogene Einflussfaktoren gelten. Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit Verbundenheit mit dem Arbeitsplatz F&uuml;hrungsqualit&auml;t Gemeinschaftsgef&uuml;hl Physische Anforderungen/Arbeitsumgebung Vertrauen und Gerechtigkeit im Betrieb Emotionale Anforderungen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Mobbing/ungerechte Behandlung Entwicklungsm&ouml;glichkeiten Unsicherheit des Arbeitsplatzes Anhand dieser zehn Einflussfaktoren und der Zufriedenheit mit dem Einkommen wurden die Befragten in drei Stufen mit besonders schlechten, mittelm&auml;&szlig;igen und besonders guten Arbeitsbedingungen eingeteilt. Fast ein Drittel der Besch&auml;ftigten arbeitet demnach unter besonders guten Arbeitsbedingungen. Die Gruppe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit besonders schlechten bis mittelm&auml;&szlig;igen Arbeitsbedingungen umfasst 70%. Selbsteinsch&auml;tzung der Befragten nach Qualit&auml;tsstufen Besch&auml;ftigte, die viele Faktoren ihrer Arbeitsbedingungen als gut bewerten, geben auch bei der Arbeitszufriedenheit insgesamt deutlich &ouml;fter sehr gute Bewertungen. Die hier bewertete Arbeitszufriedenheit setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen wie der Zufriedenheit mit beruflichen Perspektiven, k&ouml;rperlichen Arbeitsbedingungen, der Zusammenarbeit im Team, der F&uuml;hrung des Arbeitsbereichs und mit Herausforderungen und der Nutzung der eigenen F&auml;higkeiten. Die Zufriedenheit wurde auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 100 (sehr zufrieden) bewertet. Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t Besch&auml;ftigte mit besonders guten Arbeitsbedingungen bewerten ihren allgemeinen Gesundheitszustand besser als Besch&auml;ftigte mit m&auml;&szlig;igen oder besonders schlechten Arbeitsbedingungen. Besch&auml;ftigte mit guten Arbeitsbedingungen beobachten deutlich seltener burnout-typische Symptome an sich selbst: W&auml;hrend 33% der Besch&auml;ftigten mit schlechten Arbeitsbedingungen oft oder immer solche Symptome angeben, sind es bei den Besch&auml;ftigten mit guten Arbeitsbedingungen gerade einmal 3%. Burnout-Symptome. Burnout wird in diesem Zusammenhang als ein Ph&auml;nomen verstanden, das sich aus verschiedenen Symptomen zusammensetzt. Die Befragten sollten angeben, wie oft sie sich m&uuml;de, k&ouml;rperlich und emotional Anteile verschiedener Besch&auml;ftigtengruppen, die ihre Arbeitsbedingungen als besonders gut einstufen Wochenend- und Nachtarbeit Was ist den Besch&auml;ftigten in Deutschland in ihrem Arbeitsalltag wichtig? Mit welchen Aspekten ihrer erlebten Arbeitsqualit&auml;t sind sie zufrieden, wo gibt es Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Und wie wirkt sich die Qualit&auml;t der Arbeitsbedingungen auf die Besch&auml;ftigten aus? Die repr&auml;sentative Befragung Gew&uuml;nschte und erlebte Arbeitsqualit&auml;t zeigt, wie vielschichtig Arbeitsqualit&auml;t ist: Die meisten der abgefragten Aspekte wurden von den Befragten als sehr wichtig bewertet. Besonders bedeutend ist f&uuml;r die Besch&auml;ftigten ein sicheres, unbefristetes und gut bezahltes Arbeitsverh&auml;ltnis. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen und eine hohe F&uuml;hrungsqualit&auml;t des Vorgesetzten sind entscheidend. Weitere Faktoren wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben gewinnen zunehmend an Bedeutung. Insgesamt wird auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz eher positiv bewertet, insbesondere bei den Themen Entlohnung, F&uuml;hrungsqualit&auml;t und Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben liegen Wunsch und Wirklichkeit jedoch noch weit auseinander. Dabei f&auml;llt auf, dass Aspekte wie F&uuml;hrungsqualit&auml;t, Kollegialit&auml;t oder das Gef&uuml;hl ungerechter Behandlung weitgehend vom individuellen Arbeitsumfeld bestimmt werden. Die emotionalen Anforderungen h&auml;ngen dagegen nicht vom individuellen Arbeitsumfeld ab, sondern von der Art der T&auml;tigkeit. Dasselbe gilt auch f&uuml;r k&ouml;rperliche Belastungen, die dar&uuml;ber hinaus mit sinkendem Einkommen eher steigen. Die Bewertung des Familienbewusstseins h&auml;ngt dagegen insbesondere von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e ab und unterscheidet sich von Branche zu Branche. Die Befragung zeigt auch, wie wichtig ein gutes Arbeitsumfeld ist: Unter guten Arbeitsbedingungen sind Besch&auml;ftigte ges&uuml;nder und damit auch leistungsf&auml;higer. Sie sind insgesamt zufriedener und denken seltener dar&uuml;ber nach, ihre Arbeitsstelle aufzugeben. Unternehmen sowie wirtschaftliche und politische Entscheiderinnen und Entscheider sind daher gefordert, zukunftsf&auml;hige Strukturen zu schaffen und gleichzeitig die Besch&auml;ftigten individuell zu f&ouml;rdern</p> <p><a href="https://www.inqa.de/SharedDocs/PDFs/DE/Publikationen/monitor-gewuenschte-und-erlebte-arbeitsqualitaet.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3">Publikation zeigen</a></p>