<h1>Rentenversicherungsschutz bei Selbst&auml;ndigkeit</h1> <h2>Wer als Selbst&auml;ndiger versichert ist. Wie man freiwillig in die Rentenversicherung kommt. Existenzgr&uuml;nder: Halber Beitrag - voller Schutz... Quelle Deutsche Rentenversicherung</h2> <p>Rentenversicherung Wer als Selbst&auml;ndiger pflichtversichert ist Wie man sich freiwillig versichern kann Umfassender Schutz f&uuml;r Sie Wer sich selbst&auml;ndig macht, muss eine ganze Reihe wichtiger Entscheidungen treffen. Dazu geh&ouml;rt auch, wie man sich und seine Familie finanziell absichert: f&uuml;r den Fall einer Erwerbsminderung, f&uuml;r die Zeit nach dem Berufsleben oder f&uuml;r den Todesfall. Viele Selbst&auml;ndige sind automatisch durch die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert und wissen es oft nicht. Das gilt beispielsweise f&uuml;r selbst&auml;ndige Lehrer und Pflegepersonen, Handwerker, Tagesm&uuml;tter und Hebammen. Aber auch anderen Selbst&auml;ndigen steht die gesetzliche Rentenversicherung offen: Sie k&ouml;nnen die Versicherungspflicht beantragen oder sich freiwillig versichern. Wer per Gesetz oder freiwillig in der Rentenversicherung ist, profitiert von einem umfassenden Leistungspaket. Ob Sie zu den Pflichtmitgliedern geh&ouml;ren, wie Sie sich freiwillig versichern k&ouml;nnen und wie die Beitragszahlung funktioniert, das lesen Sie in dieser Brosch&uuml;re. Selbst&auml;ndig - stimmt das auch? Wer als Selbst&auml;ndiger pflichtversichert ist Wie Handwerker versichert sind Selbst&auml;ndig, aber nicht versicherungspflichtig Versicherungspflicht auf Antrag und freiwillige Versicherung Beitragszahlung - Sie haben die Wahl Nur einen Schritt entfernt: Ihre Rentenversicherung Selbst&auml;ndig - stimmt das auch? Mancher Unternehmer ist nur auf dem Papier selbst&auml;ndig. Werden Sie zwar von Ihren Gesch&auml;ftspartnern vertraglich als selbst&auml;ndig bezeichnet, m&uuml;ssen aber wie ein Arbeitnehmer im Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis handeln, gelten Sie als scheinselbst&auml;ndig. Als sogenannter Scheinselbst&auml;ndiger sind Sie im Sinne der Rentenversicherung nicht selbst&auml;ndig t&auml;tig, sondern abh&auml;ngig besch&auml;ftigt. Sie unterliegen dann der Sozialversicherungspflicht. Derartige Verpflichtungen er&ouml;ffnen dem Auftraggeber Steuerungs- und Kontrollm&ouml;glichkeiten, denen sich ein echter Selbst&auml;ndiger nicht unterwerfen muss. Merkmale f&uuml;r eine Scheinselbst&auml;ndigkeit: Scheinselbst&auml;ndige sind verpflichtet, allen Weisungen des Auftraggebers Folge zu leisten, bestimmte Arbeitszeiten einzuhalten, dem Auftraggeber regelm&auml;&szlig;ig in kurzen Abst&auml;nden detaillierte Berichte zukommen zu lassen, in den R&auml;umen des Auftraggebers oder an von ihm bestimmten Orten zu arbeiten, bestimmte Hard- und Software zu benutzen, sofern damit insbesondere Kontrollm&ouml;glichkeiten des Auftraggebers verbunden sind. Wer tats&auml;chlich selbst&auml;ndig ist, tr&auml;gt das unternehmerische Risiko in vollem Umfang selbst und kann seine Arbeitszeit frei gestalten. Der Erfolg des finanziellen und pers&ouml;nlichen Einsatzes ist dabei ungewiss und h&auml;ngt nicht von dritter Seite ab. Wichtig f&uuml;r die Beurteilung, ob Sie selbst&auml;ndig sind, ist vor allem die Ausgestaltung von Vertr&auml;gen mit Ihren Gesch&auml;ftspartnern. Weicht der berufliche Alltag aber vom Vertrag ab, kommt es auf die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse an. Die Clearingstelle pr&uuml;ft Falls Sie oder Ihre Auftraggeber zweifeln, ob es sich um eine abh&auml;ngige Besch&auml;ftigung oder selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit handelt, k&ouml;nnen Sie bei der sogenannten Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund Ihren sozialversicherungsrechtlichen Status pr&uuml;fen lassen. Diese Pr&uuml;fung m&uuml;ssen Sie beantragen. Antragsvordrucke gibt es auch im Internet unter www.deutscherentenversicherung.de. Die Pr&uuml;fung ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie fast vollst&auml;ndig nur f&uuml;r einen Auftraggeber arbeiten. Ergibt die Pr&uuml;fung, dass statt einer selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit ein abh&auml;ngiges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis vorliegt, so beginnt Ihre Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung grunds&auml;tzlich mit dem Beginn Ihres Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses. Die Versicherungspflicht kann aber auch erst mit der Bekanntgabe der Entscheidung eintreten, wenn der Antrag innerhalb eines Monats nach Aufnahme der T&auml;tigkeit gestellt wird, Sie dem sp&auml;teren Beginn der Sozialversicherungspflicht zustimmen, Sie f&uuml;r den Zeitraum zwischen Besch&auml;ftigungsbeginn und der Bekanntgabe der Entscheidung gegen Krankheit abgesichert waren und f&uuml;r Ihr Alter vorgesorgt haben. Diese Vorsorge muss vom Leistungsumfang her der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung entsprechen. Wer als Selbst&auml;ndiger pflichtversichert ist Viele Selbst&auml;ndige sind bereits per Gesetz in der Rentenversicherung pflichtversichert. Dazu z&auml;hlen neben Handwerkern vor allem K&uuml;nstler und Publizisten, Hebammen und freiberufliche Lehrer. Der Gesetzgeber geht bei ihnen von einer besonderen sozialen Schutzbed&uuml;rftigkeit aus. Informationen zu den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung finden Sie unter www.deutsche-rentenversicherung.de und in der kostenlosen Brosch&uuml;re Die Rentenversicherung - verl&auml;sslicher Partner von Anfang an. Wer in einem k&uuml;nstlerischen Fach lehrt, zum Beispiel als Ballettlehrer, ist in der K&uuml;nstlersozialversicherung versicherungspflichtig. Lehrer und Erzieher Bei selbst&auml;ndigen Lehrern steht unabh&auml;nig von der Bildungseinrichtung, an der sie t&auml;tig sind, das &Uuml;bermitteln von Wissen, K&ouml;nnen und Fertigkeiten in Form von Gruppen- oder Einzelunterricht im Vordergrund. Der Lehrbegriff wird weit ausgelegt, eine bestimmte p&auml;dagogische Qualifikation wird nicht vorausgesetzt: So geh&ouml;rt Nachhilfe ebenso dazu wie Golf- oder Aerobicunterricht. Auch selbst&auml;ndige Coaches, Berater, Trainer, Moderatoren oder Supervisoren k&ouml;nnen als Lehrer t&auml;tig sein. Die Berufs- oder T&auml;tigkeitsbezeichnung ist unbeachtlich. Ausschlaggebend ist immer der Inhalt der T&auml;tigkeit. Selbst&auml;ndiger Erzieher sind Sie, wenn Ihre T&auml;tigkeit auf die Charakterschulung und Pers&ouml;nlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen gerichtet ist. Ein Beispiel f&uuml;r selbst&auml;ndige Erzieher sind Tagesm&uuml;tter. Pflegeberufe Sie sind in der Kranken-, Wochen-, S&auml;uglings- oder Kinderpflege selbst&auml;ndig t&auml;tig? Dann gilt f&uuml;r Sie ebenfalls Versicherungspflicht, wenn Sie &uuml;berwiegend auf &auml;rztliche Anordnung handeln. Das ist zum Beispiel bei Krankenschwestern, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Atemlehrern und Podologen der Fall. Sportmasseure sind dagegen nicht versicherungspflichtig. Selbst&auml;ndige Altenpfleger, die &uuml;berwiegend gesunde und lediglich wegen ihres Alters pflegebed&uuml;rftige Menschen betreuen, geh&ouml;ren zwar nicht zu den Krankenpflegepersonen, k&ouml;nnen aber als Selbst&auml;ndige mit einem Auftraggeber der Versicherungspflicht unterliegen. Frei praktizierende &Auml;rzte der Humanmedizin, Heilpraktiker und Psychotherapeuten sind nicht rentenversicherungspflichtig, weil sie aufgrund eigener Diagnose und eines eigenen Therapieplans t&auml;tig werden. Bitte beachten Sie: Selbst&auml;ndige Lehrer, Erzieher oder Pflegepersonen sind nur so lange selbst versicherungspflichtig, wie sie keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer (auch Auszubildende) besch&auml;ftigen. Der Arbeitnehmer darf aber nicht nur im Rahmen eines Minijobs arbeiten, er muss also mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Anders ist es, wenn mehrere Minijobber besch&auml;ftigt werden. Auch m&uuml;ssen die Aufgaben des Arbeitnehmers im Zusammenhang mit der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit stehen. Eine Reinigungskraft im Privathaushalt steht der Versicherungspflicht nicht entgegen. Hebammen und Entbindungspfleger Auch selbst&auml;ndige Hebammen und Entbindungspfleger sind per Gesetz in der Rentenversicherung versichert. Dies gilt selbst dann, wenn sie versicherungspflichtige Arbeitnehmer besch&auml;ftigen. Zu diesem Personenkreis geh&ouml;ren ebenso in Krankenh&auml;usern freiberuflich t&auml;tige Beleg-Hebammen. Eine Niederlassungserlaubnis ist nicht erforderlich. Seelotsen Als freiberuflicher Seelotse, der im &ouml;ffentlichen Auftrag t&auml;tig ist, sind Sie ebenfalls pflichtversichert. Diese Regelung gilt jedoch nicht f&uuml;r Binnenlotsen, die Travelotsen und die Lotsen der Flensburger F&ouml;rde. Zust&auml;ndig f&uuml;r Seelotsen, K&uuml;stenschiffer und K&uuml;stenfischer ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-BahnSee. K&uuml;stenschiffer und K&uuml;stenfischer Selbst&auml;ndige K&uuml;stenschiffer und K&uuml;stenfischer, die zur Besatzung eines Schiffes geh&ouml;ren, oder K&uuml;stenfischer, die ohne Fahrzeug fischen, sind versicherungspflichtig. Voraussetzung ist allerdings, dass sie regelm&auml;&szlig;ig nicht mehr als vier versicherungspflichtige Arbeitnehmer besch&auml;ftigen. Segel- und Tauchlehrer geh&ouml;ren zum Personenkreis selbst&auml;ndig t&auml;tiger K&uuml;stenschiffer, wenn sie ihre T&auml;tigkeit auf K&uuml;stengew&auml;ssern aus&uuml;ben. K&uuml;nstler und Publizisten Als selbst&auml;ndiger K&uuml;nstler oder Publizist sind Sie nach dem K&uuml;nstlersozialversicherungsgesetz abgesichert. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre T&auml;tigkeit erwerbsm&auml;&szlig;ig und nicht nur vor&uuml;bergehend aus&uuml;ben. Die Versicherungspflicht tritt jedoch erst ein, wenn Ihr voraussichtliches Jahreseinkommen 3 900 Euro &uuml;bersteigt (f&uuml;r Berufsanf&auml;nger gelten Besonderheiten). Sie d&uuml;rfen einen Arbeitnehmer besch&auml;ftigen. Besch&auml;ftigen Sie dar&uuml;ber hinaus weitere Arbeitnehmer mehr als geringf&uuml;gig und au&szlig;erhalb einer Berufsausbildung sind Sie nicht mehr versicherungspflichtig. Zu den K&uuml;nstlern z&auml;hlen alle Personen, die Musik, darstellende oder bildende Kunst schaffen, aus&uuml;ben oder lehren. Zu den Publizisten geh&ouml;ren unter anderem Schriftsteller und Journalisten. Sie sind auch versicherungspflichtig, wenn Sie Publizistik lehren. Die Entscheidung &uuml;ber Ihre Versicherungspflicht trifft auf Antrag die K&uuml;nstlersozialkasse. Hausgewerbetreibende Hausgewerbetreibende arbeiten in eigener Arbeitsst&auml;tte im Auftrag und f&uuml;r Rechnung von Gewerbetreibenden. Auch gemeinn&uuml;tzige Unternehmen oder &ouml;ffentlich-rechtliche K&ouml;rperschaften k&ouml;nnen Auftraggeber sein. Hausgewerbetreibende sind zum Beispiel N&auml;herinnen. Als Hausgewerbetreibender unterliegen Sie zwar keiner Weisungsbefugnis und k&ouml;nnen bis zu zwei Arbeitnehmer besch&auml;ftigen, Sie sind aber wirtschaftlich abh&auml;ngig. Das Unternehmerrisiko tr&auml;gt der Auftraggeber und er erh&auml;lt auch den Gewinn. Nicht zu den versicherungspflichtigen Hausgewerbetreibenden z&auml;hlen die Heimarbeiter. Diese gelten als Besch&auml;ftigte und sind als Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig. Selbst&auml;ndige mit einem Auftraggeber Selbst&auml;ndige mit einem Auftraggeber nehmen eine Sonderstellung ein. Sie sind nicht deshalb in der gesetzlichen Rentenversicherung, weil sie einer bestimmten Berufsgruppe angeh&ouml;ren, sondern aufgrund der Merkmale ihrer T&auml;tigkeit. Wenn Sie auf Dauer und im Wesentlichen f&uuml;r einen Auftraggeber t&auml;tig sind und in der Rentenversicherung bleiben wollen, d&uuml;rfen Sie keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer besch&auml;ftigen, der bei Ihnen mehr als 450 Euro monatlich verdient. Ihre Rentenversicherungspflicht entf&auml;llt auch dann, wenn Sie mehrere Arbeitnehmer besch&auml;ftigen, die zwar jeweils in dieser Besch&auml;ftigung unter 450 Euro monatlich verdienen, zusammen aber die Geringf&uuml;gigkeitsgrenze von 450 Euro monatlich &uuml;berschreiten. Beispiel: Josefine K. arbeitet f&uuml;r ein Versicherungsunternehmen als selbst&auml;ndige Vertreterin. Sie besch&auml;ftigt in ihrer Agentur zwei weitere Mitarbeiterinnen, die beide einen Minijob f&uuml;r jeweils 350 Euro aus&uuml;ben. In diesem Fall entf&auml;llt die Rentenversicherungspflicht, da die Arbeitnehmer insgesamt mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Mehrfachversicherungspflicht &Uuml;ben Sie mehrere selbst&auml;ndige T&auml;tigkeiten aus, kann eine Mehrfachversicherungspflicht entstehen. Ein gewerbetreibender Handwerker, der nebenher noch selbst&auml;ndig als Tennislehrer t&auml;tig ist, wird in beiden T&auml;tigkeiten versicherungspflichtig. Auch die Kombination Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis plus Selbst&auml;ndigkeit kann zur Mehrfachversicherung f&uuml;hren. Die Beitr&auml;ge an die gesetzliche Rentenversicherung sind dann grunds&auml;tzlich aus jeder einzelnen entstandenen Versicherungspflicht zu zahlen, insgesamt jedoch h&ouml;chstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Meldepflicht Sind Sie zum Beispiel als Lehrer, Erzieher, Pflegeperson, Hebamme, Entbindungspfleger, K&uuml;nstler, Publizist oder als Selbst&auml;ndiger mit einem Auftraggeber versicherungspflichtig, m&uuml;ssen Sie sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit bei Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger melden. Vers&auml;umen Sie diese Frist, k&ouml;nnen Beitr&auml;ge nachgefordert werden. Bestimmte Berufsgruppen m&uuml;ssen selbst nicht aktiv werden. Automatisch gemeldet werden Seelotsen von den Lotsenbr&uuml;derschaften an die Knappschaft, K&uuml;stenschiffer von den Gewerbe&auml;mtern &uuml;ber die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft - Post-Logistik - Telekommunikation an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, K&uuml;stenfischer von den Fischerei&auml;mtern &uuml;ber die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft - Post-Logistik - Telekommunikation an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See sowie Hausgewerbetreibende von ihrem Auftraggeber an die zust&auml;ndige Einzugsstelle. Unser Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, ob und bei wem Sie sich melden m&uuml;ssen, wenden Sie sich an Ihren Rentenversicherungstr&auml;ger. Er hilft Ihnen gern. Die Anschriften und Telefonnummern finden Sie ab Seite 29. Wie Handwerker versichert sind Selbst&auml;ndige Handwerker geh&ouml;ren zum Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung, sofern sie ein zulassungspflichtiges Gewerbe ausf&uuml;hren. Informationen zu den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung finden Sie unter www.deutsche-rentenversicherung.de. Selbst&auml;ndige Handwerker sind dann versicherungspflichtig, wenn sie in die Handwerksrolle eingetragen sind und tats&auml;chlich selbst&auml;ndig arbeiten. Die Versicherungspflicht h&auml;ngt au&szlig;erdem davon ab, ob Sie ein zulassungspflichtiges, zulassungsfreies oder handwerker&auml;hnliches Gewerbe aus&uuml;ben. Nach 18 Jahren mit Pflichtbeitr&auml;gen in der gesetzlichen Rentenversicherung k&ouml;nnen sich Handwerker von der Versicherungspflicht befreien lassen. Zulassungspflichtige Gewerbe Sind Sie in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbst&auml;ndig t&auml;tig, sind Sie in der Rentenversicherung versicherungspflichtig. &Uuml;ber die Zulassungspflicht entscheidet die Handwerksordnung. Wenn Sie aufgrund einer Eintragung eines heute nicht mehr zulassungspflichtigen Handwerksbetriebes bereits vor 2004 versicherungspflichtig waren, sind Sie es auch weiterhin. Die Inhaber eines zulassungspflichtigen Handwerksbetriebes m&uuml;ssen in die Handwerksrollle eingetragen sein. In vielen Berufen k&ouml;nnen Sie sich auch ohne Meisterbrief selbst&auml;ndig machen. Genaueres erfahren Sie bei Ihrer Handwerkskammer. Zulassungspflichtige und damit eine Versicherungspflicht ausl&ouml;sende Handwerksbetriebe sind: Maurer und Betonbauer, Ofen- und Luftheizungsbauer, Zimmerer, Dachdecker, Stra&szlig;enbauer, W&auml;rme-, K&auml;lteund Schallschutzisolierer, Brunnenbauer, Steinmetze und Bildhauer, Stuckateure, Maler und Lackierer, Ger&uuml;stbauer, Schornsteinfeger, Metallbauer, Chirurgiemechaniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer, Feinwerkmechaniker, Zweiradmechaniker, K&auml;lteanlagenbauer, Informationstechniker, Kraftfahrzeugtechniker, Landmaschinenmechaniker, B&uuml;chsenmacher, Klempner, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker, Elektromaschinenbauer, Tischler, Bootsund Schiffbauer, Seiler, B&auml;cker, Konditoren, Fleischer, Augenoptiker, H&ouml;rger&auml;teakustiker, Orthop&auml;dietechniker, Orthop&auml;dieschuhmacher, Zahntechniker, Friseure, Glaser, Glasbl&auml;ser und Glasapparatebauer, Mechaniker f&uuml;r Reifen- und Vulkanisationstechnik. Gesellschafter Als Gesellschafter einer in der Handwerksrolle eingetragenen Personengesellschaft sind Sie rentenversicherungspflichtig, wenn Sie pers&ouml;nlich die Voraussetzungen f&uuml;r die Eintragung in die Handwerksrolle erf&uuml;llen. Das hei&szlig;t, Sie m&uuml;ssen &uuml;ber die erforderliche Qualifikation - in der Regel die Meisterpr&uuml;fung - verf&uuml;gen. Ob Sie pers&ouml;nlich haftend oder als Kommanditist an der Gesellschaft beteiligt sind, spielt keine Rolle. Zu den Personengesellschaften z&auml;hlen unter anderem die BGB-Gesellschaften (zum Beispiel GbR), Kommanditgesellschaften (KG) und offene Handelsgesellschaften (OHG). Nicht alle mitarbeitenden Gesellschafter sind selbst&auml;ndig T&auml;tige. Sie k&ouml;nnen auch abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte und damit als Arbeitnehmer in der Rentenversicherung pflichtversichert sein. Nicht versicherungspflichtig sind - als selbst&auml;ndig T&auml;tige zu betrachtende - Gesellschafter einer in die Handwerksrolle eingetragenen Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, KGaA). Dies gilt selbst dann, wenn der Gesellschafter den handwerklichen Bef&auml;higungsnachweis besitzt. Zulassungsfreie Gewerbe &Uuml;ben Sie dagegen ein zulassungsfreies Handwerk oder ein handwerker&auml;hnliches Gewerbe aus, sind Sie nicht versicherungspflichtig. Die Versicherungspflicht kann je14 doch aufgrund anderer Voraussetzungen eintreten, zum Beispiel bei Selbst&auml;ndigen mit einem Auftraggeber. Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Betrieb nach dem Tod des selbst&auml;ndigen Handwerkers (als Witwe oder Witwer, Erbe, Lebenspartner, Nachlassverwalter, Nachlassinsolvenzverwalter, Testamentsvollstrecker) weiterf&uuml;hren, sind Sie ebenfalls nicht versicherungspflichtig. Informationswege und Meldepflichten Die Handwerkskammern teilen der Rentenversicherung Anmeldungen, &Auml;nderungen und L&ouml;schungen aus der Handwerksrolle mit. Die Rentenversicherung ist an die Eintragungen, &Auml;nderungen und L&ouml;schungen gebunden. Neueintragungen in das Verzeichnis f&uuml;r zulassungsfreie Handwerke sind f&uuml;r die Rentenversicherung ohne Bedeutung, da die Aus&uuml;bung eines zulassungsfreien Handwerks nicht zur Versicherungspflicht f&uuml;hrt. Unser Tipp: Lassen Sie sich vor dem Start in die Selbst&auml;ndigkeit von Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger beraten. Dort k&ouml;nnen Sie kl&auml;ren, ob Sie versicherungspflichtig sind und welche Rentenbeitr&auml;ge f&auml;llig werden. Ansprechpartner finden Sie auf den Seiten 28 bis 30. Selbst&auml;ndig, aber nicht versicherungspflichtig Wenn Sie Ihre selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit nur in geringf&uuml;gigem Umfang aus&uuml;ben, sind Sie immer versicherungsfrei. Unter bestimmten Voraussetzungen k&ouml;nnen Sie sich auch von der Versicherungspflicht befreien lassen. Geringf&uuml;gige T&auml;tigkeit Sie sind geringf&uuml;gig t&auml;tig, wenn Ihr Arbeitseinkommen regelm&auml;&szlig;ig 450 Euro im Monat nicht &uuml;bersteigt. Dabei kommt es allein auf Ihr aktuelles Arbeitseinkommen an. Unser Tipp: Wenn Sie Ihre selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit bereits am 31. Dezember 2012 ausge&uuml;bt haben, k&ouml;nnen sich &Uuml;bergangs- und Bestandsschutzregelungen ergeben. Erkundigen Sie sich hierzu bitte bei Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger. Um festzustellen, ob bei Ihnen auch bei mehreren geringf&uuml;gigen T&auml;tigkeiten insgesamt noch Geringf&uuml;gigkeit vorliegt, m&uuml;ssen diese zusammengerechnet werden. Eine geringf&uuml;gige selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit und ein geringf&uuml;giger Arbeitnehmer-Job werden aber beispielsweise nicht addiert. Beispiel: Boris S. verdient als selbst&auml;ndiger Tennislehrer 200 Euro pro Monat. Sein Arbeitseinkommen als selbst&auml;ndiger Tischler betr&auml;gt regelm&auml;&szlig;ig 250 Euro. Diese selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten liegen auch nach dem Zusammenrechnen noch innerhalb der Geringf&uuml;gigkeitsgrenze von 450 Euro monatlich. Boris S. &uuml;bt au&szlig;erdem einen Minijob als Kassierer aus. Sein monatlicher Verdienst betr&auml;gt hier 450 Euro. Da nur seine T&auml;tigkeiten als Tennislehrer und Tischler zusammengerechnet werden, f&uuml;hren seine beiden selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten nicht zur Versicherungspflicht. Rentner Wenn Sie eine mehr als geringf&uuml;gige selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit aus&uuml;ben und bereits eine Altersvollrente wegen Erreichens der Regelaltersgrenze bekommen, sind Sie versicherungsfrei. Ebenso sind Sie versicherungsfrei, wenn Sie eine Altersversorgung nach beamten- oder soldatenrechtlichen Vorschriften, nach kirchenrechtlichen Regelungen oder von einer berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtung erhalten. Sie m&uuml;ssen dann ab dem Beginn der Rente oder Altersversorgung keine Rentenbeitr&auml;ge mehr zahlen. Unser Tipp: Sie haben die M&ouml;glichkeit, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger beraten. Existenzgr&uuml;ndung Als Existenzgr&uuml;nder k&ouml;nnen Sie bei der zust&auml;ndigen Agentur f&uuml;r Arbeit einen sogenannten Gr&uuml;ndungszuschuss beantragen. Er wird zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung gezahlt. Voraussetzung hierf&uuml;r ist, dass Sie Ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine hauptberufliche selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit aufnehmen. Auch Ihre Rentenversicherung kann Ihnen einen Gr&uuml;ndungszuschuss zahlen. Das ist dann m&ouml;glich, wenn Sie an einer Ma&szlig;nahme zur Teilhabe am Arbeitsleben teilgenommen haben. Genaueres erfahren Sie von den Fachberatern f&uuml;r berufliche Rehabilitation in unseren Auskunfts- und Beratungsstellen oder in den Gemeinsamen Servicestellen f&uuml;r Rehabilitation. Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Gr&uuml;ndungszuschuss bekommen, sind Sie nicht automatisch rentenversichert. Versicherungspflicht kann f&uuml;r Sie jedoch aufgrund anderer Regelungen bestehen. Lassen Sie sich deshalb von uns beraten. Ansprechpartner finden Sie auf den Seiten 28 bis 30. Befreiung aufgrund von 18 Jahren mit Pflichtbeitr&auml;gen Als selbst&auml;ndiger Handwerker k&ouml;nnen Sie sich auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn Sie mindestens 216 Monate (18 Jahre) Pflichtbeitr&auml;ge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Auf die Mindestpflichtbeitragszeit werden alle Pflichtbeitr&auml;ge (zum Beispiel aufgrund einer Besch&auml;ftigung, Kindererziehung, Pfleget&auml;tigkeit, Wehrdienstleistung) angerechnet, die zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Stellen Sie den Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht sp&auml;ter als drei Monate nach Erreichen der 18 Jahre, werden Sie erst ab Antragseingang von der Rentenversicherungspflicht befreit. Befreiung f&uuml;r Neueinsteiger Werden Sie als Selbst&auml;ndiger mit einem Auftraggeber zum ersten Mal versicherungspflichtig, k&ouml;nnen Sie sich in der Existenzgr&uuml;ndungsphase f&uuml;r maximal drei Jahre befreien lassen. Diese befristete Befreiung ist auch bei einer zweiten Existenzgr&uuml;ndung f&uuml;r weitere drei Jahre m&ouml;glich. Eine zweite Existenzgr&uuml;ndung liegt jedoch nicht vor, wenn lediglich der Gesch&auml;ftsname gewechselt wird oder sich der neue Gesch&auml;ftszweck nur unwesentlich vom alten unterscheidet. Die Befreiung gilt ab der Gesch&auml;ftsaufnahme, wenn Sie Ihren Antrag innerhalb von drei Monaten stellen, andernfalls erst ab Antragseingang bei der Rentenversicherung. Ihr Antrag muss jedoch vor Ablauf von drei Jahren nach Beginn Ihrer Selbst&auml;ndigkeit vorliegen. Versicherungspflicht auf Antrag und freiwillige Versicherung Wenn Sie als Selbst&auml;ndiger nicht per Gesetz der Rentenversicherung angeh&ouml;ren, k&ouml;nnen Sie die Versicherungspflicht beantragen oder sich freiwillig versichern. Sie bitte Seite 24. Beide Varianten bieten die M&ouml;glichkeit, Leistungsanspr&uuml;che in der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwerben oder aufrecht zu erhalten. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen Selbst&auml;ndige, die Pflichtbeitr&auml;ge zahlen, zus&auml;tzlich die staatliche F&ouml;rderung bei der Riester-Rente in Anspruch nehmen. Versicherungspflicht auf Antrag Sie m&uuml;ssen Ihren Antrag innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach Aufnahme Ihrer T&auml;tigkeit stellen. Die Versicherungspflicht beginnt mit dem Tag, an dem erstmals die Voraussetzungen hierf&uuml;r vorliegen, sofern Sie den Antrag Die Versicherungspflicht auf Antrag kann dabei auch r&uuml;ckwirkend beginnen. innerhalb von drei Monaten stellen. Stellen Sie den Antrag sp&auml;ter, beginnt die Versicherungspflicht einen Tag, nachdem Ihr Antrag bei der Rentenversicherung eingeht. Unser Tipp: Welche Gestaltungsm&ouml;glichkeiten Sie zum Beginn der Versicherungspflicht auf Antrag haben, erfahren Sie bei Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger. Die Versicherungspflicht endet mit Ablauf des Tages, an dem die Voraussetzungen weggefallen sind, also in der Regel mit der Aufgabe der Selbst&auml;ndigkeit. Bitte beachten Sie: Haben Sie sich einmal f&uuml;r die Antragspflichtversicherung entschieden, k&ouml;nnen Sie diese nicht wieder k&uuml;ndigen. Sie bleibt so lange bestehen, wie Sie selbst&auml;ndig t&auml;tig sind. Bei der Entscheidung, wie sinnvoll eine Versicherungspflicht auf Antrag f&uuml;r Sie ist, spielen Ihre gesamten Lebensumst&auml;nde eine Rolle. Dazu geh&ouml;ren beispielsweise die Form Ihrer bisherigen Vorsorge, Ihre famili&auml;ren Verh&auml;ltnisse oder Ihre Zukunftspl&auml;ne. Lassen Sie sich deshalb von Ihrer Rentenversicherung beraten. Bitte beachten Sie: Wenn Sie den vollen Erwerbsminderungsschutz haben wollen, m&uuml;ssen Sie die Versicherungspflicht sp&auml;testens 24 Monate nach dem Ausscheiden aus einer versicherten Besch&auml;ftigung oder T&auml;tigkeit beantragen. Die freiwillige Versicherung Wenn Sie nicht bereits per Gesetz versicherungspflichtig sind und auch nicht die Versicherungspflicht beantragen wollen, sollten Sie &uuml;berlegen, ob f&uuml;r Sie eine freiwillige Versicherung in Frage kommt. Die freiwillige Versicherung ist zweifach flexibel: Die Beitragh&ouml;he k&ouml;nnen Sie im Jahr 2017 stufenlos zwischen 84,15 Euro (Mindestbeitrag/monatlich) und 1 187,45 Euro (H&ouml;chstbeitrag/monatlich) frei w&auml;hlen. Mindest- und H&ouml;chstbeitrag gelten in den alten und neuen Bundesl&auml;ndern gleicherma&szlig;en. Die Laufzeit der freiwilligen Versicherung beginnt bei rechtzeitiger Antragstellung grunds&auml;tzlich im Monat nach dem Ende der Versicherungspflicht. Sie kann aber jederzeit unterbrochen oder beendet werden. Ihr Vorteil: Durch freiwillige Beitr&auml;ge steht Ihnen das umfangreiche Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung zur Verf&uuml;gung. Neben der Absicherung im Alter k&ouml;nnen Sie Anspruch auf Rehabilitationsma&szlig;nahmen oder eine Rente wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit haben, wenn Sie die weiteren Voraussetzungen daf&uuml;r erf&uuml;llen. Auch Ihre Hinterbliebenen k&ouml;nnen so abgesichert werden. Freiwillige Beitr&auml;ge lohnen sich f&uuml;r Sie vor allem dann, wenn Sie damit den bereits erworbenen Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit aufrechterhalten k&ouml;nnen. Das ist sinnvoll, wenn Sie vor 1984 bereits die Wartezeit von 60 Kalendermonaten erf&uuml;llt haben, seit 1984 jeden Monat mit einer rentenrechtlich relevanten Zeit belegt haben und jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beitr&auml;ge zahlen. Ob diese Voraussetzungen bei Ihnen erf&uuml;llt sind, pr&uuml;ft Ihr Rentenversicherungstr&auml;ger f&uuml;r Sie. Unser Tipp: Sie k&ouml;nnen seit dem 1. Januar 2017 unter bestimmten Voraussetzungen auch als Bezieher einer Altersvollrente bis zum Ablauf des Kalendermonats, in dem Sie die Regelaltersgrenze erreichen, freiwillige Beitr&auml;ge zahlen. Erkundigen Sie sich hierzu bitte bei Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger. Ansprechpartner finden Sie ab Seite 28. Beitragszahlung - Sie haben die Wahl Die H&ouml;he der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge von versicherungspflichtigen Selbst&auml;ndigen richtet sich normalerweise nach einem festgelegten Betrag - dem sogenannten Regelbeitrag. Auf Wunsch kann aber auch ein einkommensgerechter Beitrag gezahlt werden. Einsteiger in die Selbst&auml;ndigkeit - zum Beispiel Junghandwerker - m&uuml;ssen in den ersten drei Jahren nur den halben Regelbeitrag zahlen. Als Selbst&auml;ndiger k&ouml;nnen Sie zwischen zwei, als Einsteiger sogar zwischen drei M&ouml;glichkeiten der Beitragszahlung w&auml;hlen. 1.Regelbeitrag Sie k&ouml;nnen ohne R&uuml;cksicht auf Ihr tats&auml;chliches Arbeitseinkommen den vollen Regelbeitrag zahlen. Er betr&auml;gt im Jahr 2017 monatlich 556,33 Euro in den alten und 497,42 Euro in den neuen Bundesl&auml;ndern. Den Regelbeitrag k&ouml;nnen Sie auch zahlen, wenn Sie die Pflichtversicherung selbst beantragt haben. 2. Halber Regelbeitrag f&uuml;r Einsteiger Innerhalb der ersten drei Kalenderjahre nach dem Jahr der Aufnahme Ihrer selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit k&ouml;nnen Sie sich f&uuml;r den sogenannten halben Regelbeitrag entscheiden. Er betr&auml;gt im Jahr 2017 monatlich 278,16 Euro in den alten und 248,71 Euro in den neuen Bundesl&auml;ndern. 3. Einkommensgerechter Beitrag Selbst&auml;ndige k&ouml;nnen auch niedrigere oder h&ouml;here Beitr&auml;ge als den Regelbeitrag zahlen, wenn sie ein entsprechend abweichendes Arbeitseinkommen anhand des letzten Einkommensteuerbescheides nachweisen. In den alten Bundesl&auml;ndern sind dies 2017 mindestens 84,15 Euro und h&ouml;chstens 1 187,45 Euro. In den neuen Bundesl&auml;ndern w&auml;ren mindestens 84,15 Euro und h&ouml;chstens 1 065,90 Euro zu zahlen. Bitte beachten Sie: F&uuml;r einige Berufsgruppen gibt es Ausnahmeregelungen. So k&ouml;nnen Sie zum Beispiel als K&uuml;nstler und Publizist, Seelotse, K&uuml;stenschiffer und -fischer oder Hausgewerbetreibender nur einkommensgerechte Beitr&auml;ge zahlen. Zur Beitragszahlung lesen Sie bitte Seite 27. Was ist Arbeitseinkommen? Unter dem Arbeitseinkommen versteht man den Gewinn aus einer selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit laut Einkommensteuerrecht. Dies kann der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsverm&ouml;gen am Schluss des abgelaufenen und des vorangegangenen Kalenderjahres sein. Alternativ kann das Arbeitseinkommen aber auch als &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben verstanden werden. F&uuml;r den Nachweis Ihres Arbeitseinkommens ist Ihr letzter Einkommensteuerbescheid ausschlaggebend. Wenn dieser Bescheid noch nicht vorliegt (zum Beispiel bei Einsteigern), kann das j&auml;hrliche Arbeitseinkommen auch gesch&auml;tzt werden. Das nachgewiesene Arbeitseinkommen wird j&auml;hrlich jeweils zum Jahresanfang automatisch dynamisiert. Unser Tipp: Wissen Sie bereits im Vorfeld, dass Ihr Arbeitseinkommen im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich um mindestens 30 Prozent von dem im letzten Einkommensteuerbescheid nachgewiesenen Arbeitseinkommen abweichen wird, k&ouml;nnen Sie eine Sozialklausel in Anspruch nehmen. Damit werden nur Beitr&auml;ge entsprechend dem laufenden Arbeitseinkommen f&auml;llig. Als Nachweis k&ouml;nnen Sie beispielsweise eine Bescheinigung Ihres Steuerberaters vorlegen oder eine gewissenhafte Selbsteinsch&auml;tzung vornehmen. Bei K&uuml;stenschiffern und -fischern wird bei der Beitragsberechnung das in der Unfallversicherung ma&szlig;gebende beitragspflichtige Arbeitseinkommen ber&uuml;cksichtigt. Seit dem 1. Juli 2015 haben auch K&uuml;stenschiffer und -fischer einen Anspruch auf die Sozialklausel, wenn das laufende Arbeitseinkommen im Durchschnitt um voraussichtlich wenigstens 30 Prozent geringer ist als das in der Unfallversicherung ma&szlig;gebende beitragspflichtige Arbeitseinkommen. Die Formel zur Ermittlung des Beitrags lautet: J&auml;hrliches Arbeitseinkommen x Dynamisierungsfaktor x Beitragssatz : 12 Monate monatlicher Beitrag Beispiel: Im Jahr 2015 erzielte Friseurmeister Bernhard K. laut Einkommensteuerbescheid ein Arbeitseinkommen von 22 000 Euro. Der ma&szlig;gebende Dynamisierungsfaktor im Jahr 2017 betr&auml;gt 1,0492. Es ist ein Beitragssatz von 18,7 Prozent zu ber&uuml;cksichtigen. Die Berechnung des Monatsbeitrags: 22 000 Euro x 1,0492 x 18,7 Prozent : 12 Monate 359,70 Euro. Bernhard K. muss bis zur Vorlage seines Einkommensteuerbescheides 2016 einen Beitrag in H&ouml;he von 359,70 Euro monatlich zahlen. Ihren aktuellen Einkommensteuerbescheid legen Sie dann bitte m&ouml;glichst innerhalb von zwei Monaten nach der Zustellung Ihrem zust&auml;ndigen Rentenversicherungstr&auml;ger vor. &Auml;nderungen werden vom Ersten des Folgemonats an ber&uuml;cksichtigt. F&auml;lligkeit der Beitr&auml;ge Beitr&auml;ge sind sp&auml;testens am drittletzten Bankarbeitstag eines Monats f&auml;llig. Um eventuelle S&auml;umniszuschl&auml;ge zu vermeiden, nehmen Sie am besten am Beitragseinzugsverfahren teil. Dann bucht die Rentenversicherung die Beitr&auml;ge termingerecht ab. Bis Ende Februar eines jeden Jahres erhalten Sie einen Beitragsnachweis f&uuml;r das jeweils abgelaufene Kalenderjahr. Zahlung der Beitr&auml;ge Selbst&auml;ndige m&uuml;ssen die Beitr&auml;ge in der Regel in voller H&ouml;he selbst zahlen. Unser Tipp: K&uuml;nstler und Publizisten s owie Hausgewerbetreibende m&uuml;ssen nur die H&auml;lfte der Beitr&auml;ge selbst zahlen, die andere H&auml;lfte &uuml;bernimmt die K&uuml;nstlersozialkasse beziehungsweise der Auftraggeber</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01050.pdf">Publikation zeigen</a></p>