<h1>Besch&auml;ftigung, Arbeit und Unternehmertum</h1> <h2>Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen, dass sich kleinere Betriebe in vielen Punkten von gr&ouml;&szlig;eren Betrieben unterscheiden... Quelle IAB-Forschungsbericht</h2> <p>Besch&auml;ftigung, Arbeit und Unternehmertum in deutschen Kleinbetrieben Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2010 Obwohl die deutsche Betriebslandschaft sehr stark durch Kleinst- und Kleinbetriebe mit weniger als 50 Besch&auml;ftigten gepr&auml;gt ist, stehen sie selten im Fokus des &ouml;ffentlichen oder wissenschaftlichen Interesses. Beachtung finden viel h&auml;ufiger mittlere Betriebe und G ro&szlig;betriebe mit 50 B esch&auml;ftigten und mehr. Dieses Missverh&auml;ltnis l&auml;sst sich u. a. mit einem stark selektiven Blick auf die Betriebslandschaft erkl&auml;ren, d&uuml;rfte aber auch daran liegen, dass das Gros der verf&uuml;gbaren Statistiken in der Regel keine oder nur unzureichende Informationen &uuml;ber kleinere Betriebe zur Verf&uuml;gung stellt. Das IAB-Betriebspanel stellt eine Ausnahme dar, weil dort Betriebe aller Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen enthalten sind, sofern sie mindestens einen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten haben. Angesichts der vorhandenen Informationsl&uuml;cken wird der vorliegende gesamtdeutsche Ergebnisbericht, der auf den Befunden der Befragung v. a. des Jahres 2010 basiert, Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten und Kleinstbetrieben mit 5 bis 9 Besch&auml;ftigten in den Fokus der Darstellung r&uuml;cken. Die Kleinstbetriebe werden wiederum mit den Kleinbetrieben mit 10 bis 49 Besch&auml;ftigten, den mittleren Betrieben mit 50 bis 249 Besch&auml;ftigten und den Gro&szlig;betrieben mit 250 Besch&auml;ftigten und mehr verglichen. Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen, dass sich kleinere Betriebe in vielen Punkten von gr&ouml;&szlig;eren Betrieben unterscheiden. Unterschiede in der Besch&auml;ftigtenund Eigent&uuml;merstruktur zeigen sich darin, dass kleinere Betriebe seltener wissensintensive Arbeitspl&auml;tze anbieten als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe bzw. mehrheitlich eigent&uuml;mergef&uuml;hrt sind und meist als eigenst&auml;ndige Unternehmen ohne weitere Niederlassungen am Markt auftreten. Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit zeigen sich vor allem in einem geringeren Produktivit&auml;ts- und Lohnniveau, aber auch in der geringeren Exportquote der kleineren Betriebe. Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen dar&uuml;ber hinaus, dass der Besch&auml;ftigungsanstieg im Jahr 2010 - die Zahl der Besch&auml;ftigten erreichte einen H&ouml;chststand seit der deutschen Wiedervereinigung - sehr stark vom Besch&auml;ftigungswachstum bei den K leinstbetrieben getragen wurde. Der Besch&auml;ftigungsanstieg wiederum f&uuml;hrte zu einer steigenden Nachfrage nach Fachkr&auml;ften. Der Fachkr&auml;ftebedarf und ebenso das Ausma&szlig; der Schwierigkeiten, Fachkr&auml;ftestellen zu besetzen, waren &auml;hnlich hoch wir vor der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009. Vor allem kleinere Betriebe hatten Schwierigkeiten, Fachkr&auml;ftestelle neu zu besetzen. Unterschiede zwischen kleineren und gr&ouml;&szlig;eren Betrieben gab es auch in der Art der Nutzung von befristeten Arbeitsvertr&auml;gen sowie von Leiharbeitern. Von den kleineren Betrieben nutzte nur ein geringer Teil befristete Arbeitsvertr&auml;ge oder Leiharbeiter. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen sind die Motive f&uuml;r den Abschluss befristeter Arbeitsvertr&auml;ge in allen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen &auml;hnlich. Vor allem der zeitlich begrenzte Bedarf an Arbeitskr&auml;ften wurde genannt. Ins gesamt deuten die Befunde darauf hin, dass befristete Besch&auml;ftigung f&uuml;r die Mehrheit der befristet Besch&auml;ftigten keine Br&uuml;cke in ein dauerhaftes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis im Einstellungsbetrieb darstellt. Zwischen kleineren und gr&ouml;&szlig;eren Betrieben gibt es Unterschiede auch bei den Arbeitszeitregelungen. Die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit ist in kleineren Betrieben l&auml;nger als in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben. Auftragsspitzen werden nach wie vor gerne mit &Uuml;berstunden bew&auml;ltigt, insbesondere in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben. Wegen der oftmals fehlenden M&ouml;glichkeit, geleistete &Uuml;berstunden mit Freizeit auszugleichen, f&uuml;hren &Uuml;berstunden vor allem in kleineren Betrieben langfristig zu einer Erh&ouml;hung der Jahresarbeitszeit. Im Vergleich zu gr&ouml;&szlig;eren Betrieben bilden kleinere Betriebe seltener aus und haben zudem h&auml;ufiger Schwierigkeiten, die von ihnen angebotenen Ausbildungspl&auml;tze zu besetzen. Das Gros der Ausbildungsabsolventen blieb nach Abschluss der Ausbildung auch im Jahr 2010 im eigenen, ausbildenden Betrieb. Kleinere Betriebe hatten also nicht nur gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten bei der Gewinnung von neuen Arbeitskr&auml;ften und Fachkr&auml;ften, sondern auch beim Halten von Fachkr&auml;ften und Wei terbesch&auml;ftigen von frisch ausgebildeten Fachkr&auml;ften. Hinzu kommt, dass kleinere Betriebe seltener weiterbilden als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe. Gleichwohl ist der Anteil von Mitarbeitern mit Weiterbildung &auml;hnlich hoch. Auch Innovations- und Investitionsaktivit&auml;ten sind sehr stark von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e auf der einen Seite und FuE -Aktivit&auml;ten auf der anderen Seite abh&auml;ngig. Gr&ouml;&szlig;ere Betriebe sowie Betriebe mit FuE-Aktivit&auml;ten innovieren h&auml;ufiger als kleinere Betriebe bzw. Betriebe ohne FuE -Aktivit&auml;ten. Dar&uuml;ber hinaus investieren gr&ouml;&szlig;ere Betriebe h&auml;ufiger als kleinere Betriebe. Bei Betrachtung der Investitionen pro Besch&auml;ftigten in den investierenden Betrieben zeigen sich aber keine Unterschiede zwischen den einzelnen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen. Der Fremdkapitalbedarf bei kleineren Betrieben ist h&ouml;her als bei gr&ouml;&szlig;eren Betrieben. Kleinere Betriebe pr&auml;gen die Betriebslandschaft in Deutschland Die bundesdeutsche Betriebslandschaft wird durch Kleinst- und Kleinbetriebe mit bis zu 49 Besch&auml;ftigten gepr&auml;gt. Sie stellen knapp 95% aller Betriebe und besch&auml;ftigen mit einem Anteil von 45% fast die H&auml;lfte aller Arbeitnehmer. Trotz dieses Gewichts stehen sie aber eher selten im Fokus. Stattdessen dominieren vor allem mittlere Betriebe und Gro&szlig;betriebe mit 50 Besch&auml;ftigten und m ehr die Diskussionen, obwohl sie mit einem Anteil von etwa 6% insgesamt nur eine Minderheit darstellen. Dieses Missverh&auml;ltnis l&auml;sst sich mit einem stark selektiven Blick auf die Betriebslandschaft erkl&auml;ren, d&uuml;rfte aber auch daran liegen, dass das Gros der verf&uuml;gbaren Statistiken in der Regel keine Informationen &uuml;ber kleinere Betriebe erhebt. Eine Ausnahme stellt das IAB-Betriebspanel dar, weil dort Betriebe aller Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen enthalten sind, sofern diese mindestens einen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten haben. Damit ist das IAB-Betriebspanel wesentlich breiter angelegt als andere betriebsbezogene Datenquellen, und es k&ouml;nnen selbst Aussagen &uuml;ber Betriebe mit weniger als 10 Besch&auml;ftigten getroffen werden. Angesichts der vorhandenen Informationsl&uuml;cken wird der vorliegende gesamtdeutsche Ergebnisbericht, der auf den B efunden der Befragung des Jahres 2010 bas iert, Kleinstbetriebe mit weniger als 5 B esch&auml;ftigten und Kleinstbetriebe mit 5 bi s 9 Besch&auml;ftigten in den Fokus der Darstellung r&uuml;cken. 1 Die Kleinstbetriebe werden wiederum mit den Kleinbetrieben mit 10 bi s 49 B esch&auml;ftigten, den mittleren Betrieben mit 50 bi s 249 B esch&auml;ftigten und den Gro&szlig;betrieben mit 250 Besch&auml;ftigten und mehr verglichen. Eine gro&szlig;e Herausforderung der Jahre 2008/2009 war die Bew&auml;ltigung der Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Daher stellt sich nicht nur die Frage, in welchem Ma&szlig;e Betriebe der einzelnen Gr&ouml;&szlig;enklassen betroffen waren. Ebenso interessiert, mit welchen Ma&szlig;nahmen und mit welchem Erfolg krisenbetroffene Betriebe der Krise begegnet sind. Haben z.B. Kleinstbetriebe die gleichen Instrumente und Strategien genutzt, um die Krise zu bew&auml;ltigen, wie Gro&szlig;betriebe? Ging es in den Jahren 2008/2009 vor allem darum, trotz massiver Umsatzr&uuml;ckg&auml;nge Besch&auml;ftigung in den Betrieben zu sichern, haben mit der Verbesserung der Konjunktur zunehmend wieder Fragen der Fachkr&auml;fterekrutierung an B edeutung gewonnen. Vor dem Hintergrund der wieder steigenden Nachfrage nach Arbeitskr&auml;ften stellt sich daher auch die Frage, welche Wege und Instrumente z.B. Kleinstbetriebe nutzen, In der Literatur wird oftmals der sogenannte Mittelstand in den Fokus der Berichterstattung gestellt. Mit Mittelstand sind zun&auml;chst kleine und m ittlere Unternehmen (KMU) gemeint mit i. d. R. weniger als 250 bzw. 500 Besch&auml;ftigten - je nach verwendeter Definition. Neben der Betriebsgr&ouml;&szlig;e werden auch die H&ouml;he des Umsatzes sowie die Eigenst&auml;ndigkeit des Unternehmens herangezogen, um Unternehmen dem Mittelstand zuzurechnen oder nicht. In der Praxis werden die Definitionen sehr willk&uuml;rlich genutzt und aus Mangel an vorhandenen Daten in der konkreten Durchf&uuml;hrung der Auswertungen meistens auf eine reine Einteilung der Unternehmen nach der Besch&auml;ftigtenzahl zur&uuml;ckgegriffen. Da der Begriff Mittelstand sehr weit gefasst und i. d. R. nahezu die gesamte Betriebslandschaft umfasst, wollen wir im vorliegenden Ergebnisbericht die besonderes St&auml;rke des IAB-Betriebspanels nutzen und unseren Fokus auf die Kleinstbetriebe legen und sie mit den gr&ouml;&szlig;eren Betrieben vergleichen. um ihren wieder gewachsenen Bedarf an Fachkr&auml;ften zu decken. Wie erfolgreich sind sie bei der Gewinnung von Fachkr&auml;ften? Haben Kleinstbetriebe gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen S tellen als Gro&szlig;betriebe? Welche Bedeutung hat die betriebliche Aus- und Weiterbildung f&uuml;r die Sicherung des Fachkr&auml;ftenachwuchses in Betrieben der unterschiedlichen Gr&ouml;&szlig;enklassen? Da der Erfolg bei der Gewinnung von Fachkr&auml;ften auch von der Attraktivit&auml;t eines Betriebes als Arbeitgeber abh&auml;ngt, stellt sich auch die Frage nach dem betrieblichen Einsatz von Arbeitskraft. In diesem Zusammenhang geht es z.B. um Fragen der Entlohnung und der Arbeitszeiten, aber auch um die Nutzung von so genannten atypischen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen wie z.B. Befristungen oder Leiharbeit, welche in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen bei der Nutzung solcher Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse zwischen Kleinstbetrieben etwa und Gro&szlig;betrieben? Die unterschiedlichen M&ouml;glichkeiten von Betrieben verschiedener Gr&ouml;&szlig;enklassen, u. a. bedi ngt durch Unterschiede in der Ressourcenausstattung, aber auch der Marktausrichtung - Kleinstbetriebe sind eher auf lokalen M&auml;rkten aktiv, Gro&szlig;betriebe dagegen st&auml;rker in die internationale Arbeitsteilung eingebunden -, sowie unterschiedliche, institutionell bedingte Rahmenbedingungen wie z.B. der Geltungsbereich des K&uuml;ndigungsschutzgesetzes (KSchG), lassen gr&ouml;&szlig;enspezifische Reaktionsmuster im Hinblick auf die oben aufgeworfenen Fragen erwarten. Auch die Tatsache, dass bei kleineren Betrieben Eigentum und Lei tung oftmals in einer Hand liegen, d&uuml;rfte einen Einfluss auf di e Wahl von personalpolitischen Strategien und Instrumenten aus&uuml;ben. So ist davon auszugehen, dass diese Einheit zu einem anderen unternehmerischen Handeln f&uuml;hrt als bei managergef&uuml;hrten Betrieben. Der Eigent&uuml;mer kann unmittelbar auf al le relevanten Vorg&auml;nge Einfluss nehmen und damit die betriebsinternen Organisationsformen und -praktiken bestimmen. Im Vordergrund steht der Erhalt des Unternehmens und weniger das Streben nach einer m&ouml;glichst hohen R endite. Sie sind weniger kurzfristig in ihrer Unternehmenspolitik ausgerichtet und verfolgen eher langfristig orientierte Unternehmensstrategien (vgl. Franz und Pfeiffer 2001). Bei managergef&uuml;hrten Betrieben kann der Eigent&uuml;mer nur mittelbar &uuml;ber den angestellten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Einfluss nehmen. Eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe sollten daher unabh&auml;ngiger und flexibler agieren k&ouml;nnen als managergef&uuml;hrte Betriebe. Zum weiteren Vorgehen: Kapitel 2 stellt die strukturellen Unterschiede zwischen kleineren und gr&ouml;&szlig;eren Betrieb in den V ordergrund. Man sieht z. T. deutliche Unterschiede hinsichtlich der Eigent&uuml;merstruktur und den an di e Besch&auml;ftigten gestellten Qualifikationsanforderungen auf der einen Seite und der M&ouml;glichkeit, unternehmerische Entscheidungen vergleichsweise autonom zu treffen. Kapitel 3 vergleicht die wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit der kleineren Betriebe mit der der gr&ouml;&szlig;eren Betriebe, und z war am Beispiel der Umsatzproduktivit&auml;t, der Exportquote und des Pro-Kopf-Lohns. In Kapitel 4 wird vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf di e Entwicklung des Besch&auml;ftigungsniveaus 2010 im Vorjahresvergleich eingegangen. Kapitel 5 besch&auml;ftigt sich mit dem Nutzungsverhalten den aty pischen Besch&auml;ftigungsformen &#039;&#039;Befristet Besch&auml;ftigte&#039;&#039; und &#039;&#039; Leiharbeiter&#039;&#039;. Kapitel 6 besch&auml;ftigt sich mit der Entwicklung und der Regulierung der Arbeitszeiten in deutschen Betrieben. Kapitel 7 setzt sich mit dem Aus- und Weiterbildungsverhalten auseinander. Im letzten Kapitel werden das Investitionsverhalten auf der einen Seite und das Innovationsverhalten deutscher Betriebe auf der anderen Seite betrachtet. Kapitel 9 schlie&szlig;lich fasst die Ergebnisse des Ergebnisberichts kurz zusammen. Zur wirtschaftlichen Bedeutung von kleineren Betrieben Wie bereits erw&auml;hnt, wird in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung die Bedeutung von Gro&szlig;betrieben in der Regel &uuml;bersch&auml;tzt und die Rolle der kleineren Betriebe untersch&auml;tzt. Mit 71% aber war auch im Jahr 2010 das Gros der Betriebe Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Besch&auml;ftigten (vgl. Abbildung 1). Dabei geh&ouml;rten diese Betriebe mit einem Anteil von 43% mehrheitlich zu den Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten. Umgekehrt waren in lediglich 1% aller Betriebe 250 und m ehr Besch&auml;ftigte t&auml;tig. Betrachtet man, wie viele Besch&auml;ftigte in den B etrieben der verschiedenen Gr&ouml;&szlig;enklassen arbeiten, verschiebt sich das Gewicht aber deutlich in Richtung der Gro&szlig;betriebe. Dort arbeitet fast jeder dritte Besch&auml;ftigte (29%), w&auml;hrend in den Kleinstbetrieben nur jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte (18%) t&auml;tig ist. Kleinere Betriebe gepr&auml;gt durch Eigent&uuml;mer und t&auml;tige Inhaber In der &ouml;ffentlichen Diskussion wird aber nicht nur der Fokus auf Gro&szlig;betriebe gelegt, sondern auch auf b&ouml;rsennotierte Betriebe, die i. d. R. gleichzusetzen sind mit managergef&uuml;hrten Betrieben. Betrachtet man ausschlie&szlig;lich privatwirtschaftlich organisierte Betriebe, werden aber nur 10% der Betriebe ausschlie&szlig;lich durch Manager gef&uuml;hrt. Mit einem Anteil von 86% wird die Mehrheit der Betriebe ausschlie&szlig;lich vom Eigent&uuml;mer selbst oder von Mitgliedern der Eigent&uuml;merfamilie gelenkt. 3 Eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe sind dabei besonders h&auml;ufig in der Gruppe der Kleinstbetriebe zu finden, w&auml;hrend Gro&szlig;betriebe mit einem Anteil von 70% mehrheitlich ausschlie&szlig;lich von Managern gef&uuml;hrt werden. Wie Abbildung 2 zeigt, ist dieser Gr&ouml;&szlig;enklasseneffekt sehr stark ausgepr&auml;gt und bei n&auml;herer &Uuml;berlegung auch naheliegend: Kleinere Betriebe sind meistenteils Einzelunternehmen oder Personengesellschaften. In dieser Gruppe von Betrieben ist die Chance relativ hoch, dass es nur einen Eigent&uuml;mer gibt und di eser auch die Gesch&auml;ftsleitung selbst &uuml;bernimmt. Umgekehrt sind gr&ouml;&szlig;ere Betriebe h&auml;ufiger Kapitalgesellschaften, und diese Rechtsform sieht explizit die Bestellung eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers oder Vorstandes vor, der das Unternehmen f&uuml;hren soll. Den Umstand, dass bei kleineren Betrieben die Einheit von Eigentum und Lei tung der Normalfall ist, sieht man auch bei der Betrachtung der Besch&auml;ftigtenstruktur. In fast 80% der Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten gibt es t&auml;tige Inhaber und mithelfende Familienangeh&ouml;rige, aber nur noch bei 61% der Kleinbetriebe oder 12% der Gro&szlig;betriebe. Und bei den in Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten vorherrschenden nicht-sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten handelt es sich mit einem Anteil von 70% &uuml;berwiegend um t&auml;tige Inhaber und mithelfende Familienangeh&ouml;rige. Bei Gro&szlig;betrieben dagegen wird die zu vernachl&auml;ssigende Gruppe der nicht-sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten mit einem Anteil von 60% &uuml;berwiegend von Beamten repr&auml;sentiert, gefolgt von der Gruppe der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten. K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechs, Stiftungen, Anstalten, Beh&ouml;rden, &Auml;mter und sonstige Rechtsformen wie z.B. Vereine oder Genossenschaften sind damit aus der Auswertung ausgeschlossen. Bei 3% der Betriebe besteht die Gesch&auml;ftsleitung sowohl aus Managern als auch aus Mitgliedern der Eigent&uuml;merfamilie. Das IAB-Betriebspanel operationalisiert Familienunternehmen als eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Unternehmen, bei denen ni cht nur das Eigentum, sondern auch die Leitung des Unternehmens in der Hand des Eigent&uuml;mers oder der Eigent&uuml;merfamilie liegt. Auch wenn nur jeder zehnte Betrieb ausschlie&szlig;lich von Managern gef&uuml;hrt wird, arbeiten dort fast 40% der Besch&auml;ftigten. In Familienbetrieben hingegen, die mit einem Anteil von 86% die Mehrheit der Betriebe stellen, arbeitet die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigten. 4 Dieser Gr&ouml;&szlig;enklasseneffekt wird deutlich sichtbar, wenn man sich die durchschnittliche Betriebsgr&ouml;&szlig;e von Familienbetrieben und m anagergef&uuml;hrten Betrieben vor Augen h&auml;lt (vgl. Abbildung 3). Managergef&uuml;hrte Betriebe sind mit einer durchschnittlichen Betriebsgr&ouml;&szlig;e von 56 Besch&auml;ftigten deutlich gr&ouml;&szlig;er als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 17 B esch&auml;ftigten, eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe liegen mit einer Durchschnittsgr&ouml;&szlig;e von 9 Besch&auml;ftigten deutlich darunter. W&auml;hrend sich eigent&uuml;mer- und managergef&uuml;hrte Betriebe in der Gruppe der kleineren Betriebe hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Betriebsgr&ouml;&szlig;e nicht oder nur wenig voneinander unterscheiden, sieht man bei den B etrieben in den oberen Gr&ouml;&szlig;enklassen sehr deutlich, dass managergef&uuml;hrte Betriebe z. T. deutlich gr&ouml;&szlig;ere Betriebe sind. Managergef&uuml;hrte Betriebe in der Gruppe der Gro&szlig;betriebe beispielsweise sind mit einer Durchschnittsgr&ouml;&szlig;e von fast 700 Besch&auml;ftigten um etwa 50% gr&ouml;&szlig;er als Familienbetriebe dieser Gr&ouml;&szlig;enklasse. Neben dem sozialversicherungsrechtlichen Status lassen sich Besch&auml;ftigte auch nach ihrer ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit unterscheiden (vgl. Abbildung 4). Im Rahmen des IAB-Betriebspanels erfolgt diese Unterscheidung auf Basis der mit der jeweils ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit verbundenen Qualifikationsanforderung. Die so getroffene Zuordnung von Besch&auml;ftigten auf einzelne T&auml;tigkeitsgruppen l&auml;sst R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die Struktur der Arbeitspl&auml;tze sowie die allgemeinen Qualifikationsanforderungen in den Betrieben zu. Fast zwei Drittel aller Besch&auml;ftigten sind auf Arbeitspl&auml;tzen t&auml;tig, deren Aus&uuml;bung eine Berufsausbildung erfordert, und s omit stellt diese T&auml;tigkeitsgruppe in allen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen die Mehrheit der Arbeitspl&auml;tze. Die sogenannten Facharbeiter oder Fachangestellten bilden also das R&uuml;ckgrat der Besch&auml;ftigten in allen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Gr&ouml;&szlig;enklassen Unterschiede in der Bedeutung von Facharbeitern. Mit steigender Betriebsgr&ouml;&szlig;e sinkt der Anteil von T&auml;tigkeiten, deren Aus&uuml;bung eine Berufsausbildung erfordert, und zwar von 70% in der Gruppe der Kleinstbetriebe auf 59% in der Gruppe der Gro&szlig;betriebe. Dagegen w&auml;chst mit steigender Betriebsgr&ouml;&szlig;enklasse der Anteil von T&auml;tigkeiten, deren Aus&uuml;bung einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss erfordert. Mit 22% ist der Anteil dieser Arbeitspl&auml;tze in Gro&szlig;betrieben fast dreimal so hoch wie in Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten. Die Produktion oder die Erbringung von Dienstleistungen in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben ist so gesehen nicht nur kapitalintensiver, sondern auch deutlich wissensintensiver als in kleineren Betrieben. Im Hinblick auf die Bedeutung von Einfacharbeitspl&auml;tzen l&auml;sst sich dagegen kein Zusammenhang mit der Betriebsgr&ouml;&szlig;e beobachten. T&auml;tigkeiten, f&uuml;r die keine Ausbildung erforderlich ist, haben ungeachtet der wegen des technologischen Fortschritts wachsenden Arbeitsplatzanforderungen und der damit verbundenen Wissensintensivierung der Produktion und Dienstleistungserzeugung bei Kleinere Betriebe k&ouml;nnen autonomer agieren Wodurch sind kleinere Betriebe gegen&uuml;ber gr&ouml;&szlig;eren Betrieben dar&uuml;ber hinaus charakterisiert? Aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Tendenz zu einer prinzipiell st&auml;rker ausgepr&auml;gten Institutionalisierung in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben sind nicht &uuml;berraschend Arbeitnehmervertretungen in diesen deutlich h&auml;ufiger anzutreffen als in kleineren Betrieben. W&auml;hrend mit einem Anteil von 85% beinahe alle Gro&szlig;betriebe einen Betriebsrat haben, sind es bei den Kleinstbetrieben mit 5 bis 9 Besch&auml;ftigten lediglich 4%. Kleinstbetriebe mit einem Betriebsrat sind aller Wahrscheinlichkeit nach keine eigenst&auml;ndigen Unternehmen, sondern innerhalb eines Unternehmensverbundes die Zentrale oder eine Niederlassung. Dieser Gr&ouml;&szlig;enklasseneffekt f&uuml;hrt auch dazu, dass managergef&uuml;hrte Betriebe insgesamt mit einer Quote von 36% deutlich h&auml;ufiger einen Betriebsrat haben al s eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe mit einer Quote von nur 1%. Allerdings gilt die st&auml;rkere Institutionalisierung von Arbeitnehmervertretungen auch in den oberen Gr&ouml;&szlig;enklassen. In der Gruppe der Gro&szlig;betriebe etwa haben 90% der managergef&uuml;hrten Betriebe einen Betriebsrat, w&auml;hrend gerade mal zwei von drei Familienbetrieben einen Betriebsrat aufweisen. Einen nicht ganz so ausgepr&auml;gten Gr&ouml;&szlig;enklasseneffekt sieht man bei der Tarifgebundenheit von Betrieben (vgl. Franz und P feiffer 2001, K ohaut und S chnabel 2003). So gaben 19% der Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten an, tarifIAB-Forschungsbericht 07/2011 gebunden zu sein, bei den Kleinstbetrieben mit 5 bis 9 Besch&auml;ftigten waren es bereits 30% und bei den Gro&szlig;betrieben 68%. Dies f&uuml;hrt auch dazu, dass managergef&uuml;hrte Betriebe mit einem Anteil von 39% h&auml;ufiger tarifgebunden sind als eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe mit einem Anteil von 25%. Allerdings sind managergef&uuml;hrte Betriebe in jeder Gr&ouml;&szlig;enklasse h&auml;ufiger tarifgebunden als eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe. Die meisten Betriebe verf&uuml;gen &uuml;ber weitgehende unternehmerische Freiheiten. Sie sind entweder eigenst&auml;ndige Unternehmen (84%) oder die Zentrale oder Hauptverwaltung eines Unternehmens mit Niederlassungen (3%). Nur etwa jeder zehnte Betrieb ist eine Niederlassung eines gr&ouml;&szlig;eren Unternehmens und verf&uuml;gt damit &uuml;ber tendenziell geringere Entscheidungsspielr&auml;ume. Mit zunehmender Betriebsgr&ouml;&szlig;e allerdings w&auml;chst der Anteil der Betriebe mit einem prinzipiell geringen Entscheidungsspielraum. W&auml;hrend in der Gruppe der Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten nur 7% der Betriebe Niederlassungen, Filialen oder sogenannte Mittelinstanzen sind, steigt dieser Anteil auf bis zu 33% in der Gruppe der Gro&szlig;betriebe. Damit ist der Anteil der Niederlassungen fast f&uuml;nfmal so hoch wie bei den Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten. Die Unternehmensform bzw. die Stellung des Betriebs innerhalb eines gr&ouml;&szlig;eren Unternehmens steht in einem ma&szlig;geblichen Zusammenhang damit, ob es ein eigent&uuml;mergef&uuml;hrter oder ein managergef&uuml;hrter Betrieb ist. Mit einem Anteil von 94% sind eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe deutlich h&auml;ufiger eigenst&auml;ndige Unternehmen ohne eine weitere Niederlassung als managergef&uuml;hrte Betriebe mit einem Anteil von nur 44%. Auch wenn ein leichter Gr&ouml;&szlig;enklasseneffekt vorliegt, sind in allen Gr&ouml;&szlig;enklassen eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe h&auml;ufiger eigenst&auml;ndige Unternehmen ohne weitere Niederlassung als managergef&uuml;hrte Betriebe. Die einzelnen Branchen sind verschieden stark kleinbetrieblich strukturiert. Der Anteil der Kleinstbetriebe ist vor allem in den Branchen Land- und Forstwirtschaft, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und Unternehmensnahe Dienstleistungen sowie im Bereich der Organisationen ohne Erwerbszweck &uuml;berproportional hoch, umgekehrt ist der Anteil der gr&ouml;&szlig;eren Betriebe mit 50 Besch&auml;ftigten und mehr vor allem in den Bereichen &Ouml;ffentliche Verwaltung, Bergbau/Energie/Wasser/Abfall sowie im Verarbeitenden Gewerbe &uuml;berdurchschnittlich hoch. Zwischenfazit: Die meisten Betriebe in Deutschland sind Kleinstbetriebe, in denen relativ wenige Besch&auml;ftigte t&auml;tig sind. Mit einem Anteil von nur 1% sind Gro&szlig;betriebe mengenm&auml;&szlig;ig zwar eine zu vernachl&auml;ssigende Gr&ouml;&szlig;e, aber wegen der gro&szlig;en Anzahl von dort t&auml;tigen Besch&auml;ftigten ist deren arbeitsmarktpolitische Bedeutung und damit &ouml;ffentliche Wahrnehmung hoch. Kleinere Betriebe weisen eine ganz andere Besch&auml;ftigtenstruktur auf als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe. In kleineren Betrieben gibt es einen z. T. deutlich geringeren Anteil an sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung als in gr&ouml;&szlig;eren. Das ist aber vor allem auf das sehr viel gr&ouml;&szlig;ere Gewicht der t&auml;tigen Inhaber in kleineren Betrieben zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Dabei greifen sie in relativ geringem Umfang auf Besch&auml;ftigte f&uuml;r hochqualifizierte und damit wissensintensive T&auml;tigkeiten zur&uuml;ck. Dies geschieht vor allem in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben. Kleinere Betriebe sind mehrheitlich eigent&uuml;mergef&uuml;hrt und bestehen als ein eigenst&auml;ndiges Unternehmen ohne weitere Niederlassungen. Gr&ouml;&szlig;ere Betriebe hingegen sind mehrheitlich managergef&uuml;hrt und deutlich h&auml;ufiger in gr&ouml;&szlig;ere Unternehmensverbunde integriert. Damit k&ouml;nnen kleinere Betriebe weitaus autonomer agieren als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe. Kleinere Betriebe haben zudem deutlich seltener eine betriebliche Arbeitnehmervertretung und sind deutlich seltener tarifgebunden als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe. Gibt es neben den Unterschieden in der Qualifikationsstruktur der Besch&auml;ftigten und der allgemeinen Strukturmerkmale auch Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit und ihrer Wettbewerbsf&auml;higkeit auf dem Arbeitsmarkt? Zur Beschreibung der wirtschaftlichen Lage von Betrieben stellt das IAB-Betriebspanel u. a. Informationen zur Produktivit&auml;t, zum Ma&szlig; der wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten im Ausland sowie zur Lohnund Gehaltssituation bereit. Unterscheiden sich hinsichtlich dieser drei Gr&ouml;&szlig;en kleinere Betriebe von gr&ouml;&szlig;eren Betrieben? Produktivit&auml;t, Exporte und Lohn und Gehalt Die Produktivit&auml;t stellt eine wichtige Kennzahl zur Beschreibung der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit von ganzen Volkswirtschaften dar, aber auch von einzelnen Betrieben. Produktivit&auml;tsfortschritte f&uuml;hren zu Wettbewerbsvorteilen gegen&uuml;ber anderen Volkswirtschaften bzw. anderen Betrieben. Umgekehrt stehen Betriebe mit einer niedrigen Produktivit&auml;t im Vergleich mit Betrieben mit hoher Produktivit&auml;t schlechter da. Die Exportorientierung wiederum ist ein Ma&szlig; f&uuml;r die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der Betriebe. Eine hohe E xportorientierung ist ein Hinweis auf ei ne hohe wirtschaftliche Wettbewerbsf&auml;higkeit, w&auml;hrend Betriebe mit wenigen international wettbewerbsf&auml;higen Produkten oder Dienstleistungen sich kaum auf den i nternationalen M&auml;rkten behaupten k&ouml;nnen. Die Lohn- und Gehaltssituation schlie&szlig;lich ist ein Indiz daf&uuml;r, wie gut sich der Betrieb im Wettkampf um in Zukunft aller Voraussicht nach knapper werdende Arbeitskr&auml;fte gegen&uuml;ber anderen auf dem Arbeitsmarkt behaupten kann. Gr&ouml;&szlig;ere Produktivit&auml;tsunterschiede zwischen kleineren Betrieben und gr&ouml;&szlig;eren Betrieben Mit den Daten des IAB-Betriebspanels kann die Umsatzproduktivit&auml;t - gemessen als Umsatz pro Vollzeitbesch&auml;ftigtem - ermittelt werden. 5 Die Produktivit&auml;tsunterschiede zwischen kleineren und gr &ouml;&szlig;eren Betrieben sind offenkundig (vgl. Abbildung 5). Das Produktivit&auml;tsniveau von Kleinstbetrieben mit Um die unterschiedlichen Arbeitszeiten von Teilzeitbesch&auml;ftigten und Vollzeitbesch&auml;ftigten zu ber&uuml;cksichtigen, rechnen wir unter Einbeziehung der Teilzeitquote und der L&auml;nge der Arbeitszeit von Teilzeitbesch&auml;ftigten sowie der Auszubildenden die Anzahl der Besch&auml;ftigten in Vollzeit&auml;quivalente um. Damit wird der Umsatz in Bezug gesetzt zur Anzahl der sogenannten Vollzeit&auml;quivalente. Bei Ber&uuml;cksichtigung der Anzahl der Besch&auml;ftigten wird wegen der Teilzeitbesch&auml;ftigten und Auszubildenden die Arbeits- oder Umsatzproduktivit&auml;t tendenziell untersch&auml;tzt. F&uuml;r Produktivit&auml;tsunterschiede gibt es vielf&auml;ltige Erkl&auml;rungsans&auml;tze (Bellmann und Brussig 1998, Niese 2003). Prinzipiell h&auml;ngt das Produktivit&auml;tsniveau von Kostenvorteilen in der Produktion ab und dam it auch von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e, der innerbetrieblichen Arbeitsorganisation, der technischen Ausstattung und der Qualifikationsstruktur der Besch&auml;ftigten: Anders als kleinere Betriebe k&ouml;nnen gr&ouml;&szlig;ere Betriebe allein aufgrund ihrer Gr&ouml;&szlig;e oftmals Kostenvorteile in der Produktion realisieren. Sie sind in der Lage, eine bestimmte Menge zu einem g&uuml;nstigeren Preis zu produzieren als mehrere kleinere Betriebe gemeinsam. Sie k&ouml;nnen sich st&auml;rker innerbetrieblich spezialisieren und Arbeitsabl&auml;ufe effizienter organisieren. Auch wegen ihrer st&auml;rkeren Orientierung an &uuml;berregionalen Absatzm&auml;rkten (vgl. auch folgenden Abschnitt) produzieren sie meistens in gr&ouml;&szlig;eren Serien und k &ouml;nnen durch Ausweitung ihrer Produktion st&auml;rker auf tec hnischen Fortschritt und ei nen effizienteren Einsatz von Technologien setzen. Durch die Ausweitung der Produktion k&ouml;nnen sie auch g&uuml;nstigere Einkaufskonditionen aushandeln. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen sie aufgrund ihrer Gr&ouml;&szlig;e auch die Herstellung mehrerer Produkte b&uuml;ndeln und s omit eine prinzipiell h&ouml;here Auslastung herbeif&uuml;hren. Gr&ouml;&szlig;ere Betriebe sind au&szlig;erdem h&auml;ufiger in Unternehmensverb&uuml;nde integriert - entweder als Zentrale oder als Niederlassung - als kleinere Betriebe, was prinzipiell auch zu Kostenvorteilen in der Produktion f&uuml;hrt. W&auml;hrend 84% der Kleinstbetriebe mit weniger als 5 B esch&auml;ftigten eigenst&auml;ndige Unternehmen ohne weitere Niederlassung sind, sind es bei der Gruppe der Gro&szlig;betriebe nur 41%. Umgekehrt steigt der Anteil von Betrieben, die Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Konzerns sind, von 15% bei der Gruppe der Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten auf 57% bei der Gruppe der Gro&szlig;betriebe. Diese gr&ouml;&szlig;enbedingten Kostenvorteile werden aber mit zunehmender Betriebsgr&ouml;&szlig;e durch einen wachsenden Kontroll- und Koordinationsaufwand geschm&auml;lert. Jenseits der branchen- und marktspezifischen optimalen Betriebsgr&ouml;&szlig;e (Beer und Ragnitz 1997) &uuml;berwiegt damit der gr&ouml;&szlig;enbedingte Kontroll- und Koordinationsaufwand die Kostenvorteile in der Produktion. Neben der Betriebsgr&ouml;&szlig;e ist auch das Qualifikationsniveau der Besch&auml;ftigten entscheidend. Wie weiter oben ber eits dargestellt, ist der Anteil der Besch&auml;ftigten f&uuml;r hochqualifizierte T&auml;tigkeiten mit 22% besonders hoch in Gro&szlig;betrieben, w&auml;hrend in Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten diese Besch&auml;ftigtengruppe nur mit einem Anteil von 8% vertreten ist. In gr&ouml;&szlig;eren Betrieben sind damit die T&auml;tigkeiten deutlich h&auml;ufiger wissensintensiv als in kleineren Betrieben (vgl. Fischer et al. 2008). Und anders als in eigent&uuml;mergef&uuml;hrten Betrieben wird bei managergef&uuml;hrten Betrieben die Gesch&auml;ftsleitung nicht notwendigerweise ausschlie&szlig;lich nach familienpolitischen Erw&auml;gungen besetzt, sondern vor allem nach ihren Marktkenntnissen und Kenntnissen in der F&uuml;hrung eines Unternehmens. Der Befund deutlich h&ouml;herer Produktivit&auml;tsniveaus bei Betrieben, in denen die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung sowohl von Mitgliedern der Eigent&uuml;merfamilie als auch durch Manager gestellt wird, unterstreicht diese Argumentation. Kleinere Betriebe sind seltener international t&auml;tig als gr&ouml;&szlig;ere Betriebe Eine weitere Kennziffer zur Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit und internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit ist die Exportquote, gemessen als der Anteil des im Ausland realisierten Umsatzes. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Exportquote stetig gewachsen und liegt nach einem leichten R&uuml;ckgang seit 2006 konstant bei 17%. F&uuml;r deutsche Betriebe wurden in den v ergangenen 20 J ahren ausl&auml;ndische Absatzm&auml;rkte also immer wichtiger. Zwischen den einzelnen Gr&ouml;&szlig;enklassen gibt es hinsichtlich der internationalen Ausrichtung z. T. gr o&szlig;e Unterschiede. Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten etwa erwirtschaften mit einer Exportquote von 6% einen deutlich geringeren Anteil ihres Umsatzes im Ausland als Gro&szlig;betriebe mit einer Exportquote von 33%. Sie sind also st&auml;rker auf den B innenmarkt orientiert, was sich auch auf die Produktivit&auml;t auswirkt (vgl. vorhergehenden Abschnitt). Man darf daraus nicht nur auf weniger international wettbewerbsf&auml;hige Produkte und Dienstleistungen von kleineren Betrieben schlie&szlig;en, sondern auch auf die unterschiedliche Branchenstruktur und damit die unterschiedliche Rolle in der Wirtschaft. So m&uuml;ssen f&uuml;r Exportaktivit&auml;ten Produkte und D ienstleistungen zun&auml;chst einmal &uuml;berregional handelbar sein. Bruttolohn pro Vollzeit&auml;quivalent: Die Lohnh&ouml;he h&auml;ngt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab: Eine Mindestlohngesetzgebung etwa bestimmt eine faktische Untergrenze der in einer Volkswirtschaft oder Branche legalen Entlohnung, aufgrund der &uuml;ber Betriebsr&auml;te, Gewerkschaften und Tarifvertr&auml;ge institutionalisierten Verhandlungsmacht k&ouml;nnen Arbeitnehmer einen h&ouml;heren Lohn als den markt&uuml;blichen Lohn durchsetzen, und Fortschritte in der Produktivit&auml;t sollten in Form von Lohnsteigerungen an di e Arbeitnehmer weitergegeben werden und um gekehrt sollten h&ouml;here L&ouml;hne zu Produktivit&auml;tsfortschritten f&uuml;hren. Umgekehrt m&uuml;ssen Betriebe mit einer geringeren Produktivit&auml;t - sofern sie in Konkurrenz mit produktiveren Betrieben stehen, und das sind in unserem Fall kleinere Betriebe sowie eigent&uuml;mergef&uuml;hrte Betriebe - verschiedene Strategien verfolgen, um ihre Kostennachteile gegen&uuml;ber produktiveren Betrieben auszugleichen und dam it im Wettbewerb mit diesen bestehen zu k&ouml;nnen (Audretsch et al. 1999, Niese 2003). Neben dem Besetzen von Marktnischen - damit steht man nicht mehr in direkter Konkurrenz zu produktiveren Betrieben - oder einer schlanken Gestaltung von Arbeitsprozessen z&auml;hlen hierzu u. a. ger ingere L&ouml;hne s owie l&auml;ngere Arbeitszeiten (ohne einen entsprechenden Lohnausgleich). In der Tat sieht man bei den L&ouml;hnen, wie auch bereits bei der Produktivit&auml;t, &auml;hnlich gro&szlig;e Unterschiede zwischen kleineren und gr&ouml;&szlig;eren Betrieben auf der einen Seite und eigent&uuml;mer- und managergef&uuml;hrten Betrieben auf der anderen Seite. Im Schnitt zahlen kleinere Betriebe einen geringeren Pro-Kopf-Lohn als gr&ouml;&szlig;ere (vgl. Abbildung 7). W&auml;hrend in den Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch&auml;ftigten Vollzeitbesch&auml;ftigte im Schnitt 1.880 Euro brutto erhalten, zahlen Gro&szlig;betriebe mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 3.350 Euro pro Vollzeitbesch&auml;ftigtem fast doppelt so viel. Dieser deutlich h&ouml;here Bruttolohn scheint offensichtlich den Produktivit&auml;tsvorsprung der Gro&szlig;betriebe gegen&uuml;ber Kleinstbetrieben abzubilden und damit verbunden auch die h&ouml;heren Qualifikationsanforderungen, oder anders formuliert: Kleinstbetriebe scheinen also ihre deutlich geringere Produktivit&auml;t, aber auch die etwas geringeren Qualifikationsanforderungen durch ein geringeres Entlohnungsniveau zu kompensieren. Einen &auml;hnlichen Effekt sieht man bei den eigent&uuml;mer- und den managergef&uuml;hrten Betrieben. Auch dort wird die aus verschiedenen Gr&uuml;nden (vgl. Abschnitt vorher) gr&ouml;&szlig;ere Produktivit&auml;t von managergef&uuml;hrten Betrieben gegen&uuml;ber eigent&uuml;mergef&uuml;hrten sichtbar. In der Gruppe der Kleinstbetriebe und Gro&szlig;betriebe zahlen sie einen im Schnitt um 36% bzw. 41% h&ouml;heren Lohn. In den mittleren Gr&ouml;&szlig;enklassen wird der Zusammenhang zwischen Produktivit&auml;t und Lohn ni cht so sichtbar. Der Lohn bei den managergef&uuml;hrten Betrieben liegt bei den Kleinbetrieben um 22% und bei den mittleren Betrieben um 25% h&ouml;her als bei eigent&uuml;mergef&uuml;hrten Betrieben. Abbildung 7: Bruttolohn in EUR je Vollzeit&auml;quivalent (abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte ohne t&auml;tige Inhaber) nach Gr&ouml;&szlig;enklasse Die Einfl&uuml;sse der Krise waren &uuml;berwiegend negativ (in 36% aller Betriebe - nachfolgend Krisenbetriebe genannt). Betriebe verzeichneten aber auch positive Krisenwirkungen (3% aller Betriebe), weitere 3% der Betriebe meinten, sowohl negativ als auch positiv von der Krise beeinflusst worden zu sein. Positive Wirkungen d&uuml;rften vor allem auf s taatliche Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, also auf die beiden Konjunkturpakete der Bundesregierung. 8 Im IAB-Betriebspanel wurde nicht nur nach der Krisenbetroffenheit in den z ur&uuml;ckliegenden zwei Jahren gefragt, sondern es wurden auch Informationen zur betrieblichen Situation Mitte 2010 bez&uuml;glich der Krise erhoben. Mitte 2010 sch&auml;tzten von allen Betrieben 22% ein, die Krise w&auml;re zwar noch sp&uuml;rbar, es ginge aber wieder aufw&auml;rts, und 4% der Betriebe meinten, die Krise w&auml;re &uuml;berwunden. 10% aller Betriebe gaben aber an, Mitte 2010 noch immer von der Krise betroffen zu sein (vgl. ebenfalls Abbildung 9). Von der Finanz- und Wirtschaftskrise waren Betriebe aller Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen beeinflusst. Auswirkungen sp&uuml;rten mittlere und gr&ouml;&szlig;ere Betriebe allerdings etwas h&auml;ufiger: Ca. 40% der Kleinstbetriebe, aber knapp die H&auml;lfte der mittleren und gr&ouml;&szlig;eren Betriebe sch&auml;tzten Mitte 2010 ein, in den zur&uuml;ckliegenden zwei Jahren Auswirkungen der Krise gesp&uuml;rt zu haben, und zwar sowohl negativer als auch positiver Art. In allen Betriebsgr&ouml;&szlig;enklassen gab es mit jeweils etwa 7% auch Betriebe, die von der Krise profitierten. Die &uuml;berwiegende Mehrheit z&auml;hlte jedoch zu den Krisenbetrieben im eigentlichen Sinne. Etwa 35% der Kleinst- und Kleinbetriebe und j eweils 41% der mittleren und gr &ouml;&szlig;eren Betriebe sp&uuml;rten ausschlie&szlig;lich negative Folgen der Krise</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01053.pdf">Publikation zeigen</a></p>