<h1>Zukunftsf&auml;hige Lern- und Weiterbildungskultur</h1> <h2>Weiterbildung und eine starke Lernkultur sind zentrale Faktoren, die zu einem souver&auml;nen Agieren eines Unternehmens am Markt beitragen... Quelle BMWi</h2> <p>Neue Technologien und Organisationsformen bieten nicht nur Chancen f&uuml;r die Kreativit&auml;t, f&uuml;r den wirtschaftlichen Erfolg und f&uuml;r Innovation, sondern sind auch f&uuml;r viele Firmen und Besch&auml;ftigte mit Verunsicherung und Herausforderungen ver bunden. Doch Weiterbildung und eine starke Lernkultur sind zentrale Faktoren bei der Begegnung dieser Herausforderungen und tragen ma&szlig;geblich zum souver&auml;nen Agieren eines Unternehmens am Markt bei. Vor diesem Hintergrund hat sich die Arbeitsgruppe 5 der Plattform Industrie 4.0 (Arbeit, Aus- und Weiterbildung) mit der Frage Wie kann eine zukunftsf&auml;hige Lern- und Weiterbildungskultur im Unter nehmen gef&ouml;rdert werden? besch&auml;ftigt. Um dem Ziel n&auml;herzukommen, wird in die sem Impulspapier ein Referenzmodell von Handlungsempfehlungen unter den drei Kategorien Unternehmens- und F&uuml;hrungskultur, Organisation und Struktur und Selbstverantwortung dargestellt. Neben den konkreten Empfehlungen behaupten wir, dass die gemeinsame F&ouml;rderung einer Lernkultur von den Prinzipien der Koope ration und Partizipation, Kommunikation, Agilit&auml;t und vorausschauendem Handeln geleitet werden muss. Nur so wird es gelingen, den Wandel der Digitalisierung nach haltig und im Sinne aller Beteiligten zu gestalten. Ausgangslage, sation von Bildung und Qualifizierung zu ziehen. Mit den Vorbemerkungen hier geschilderten Erkenntnissen und ausgesprochenen Empfehlungen soll dem Ziel einer zukunftsf&auml;higen Lern- und Weiterbildungskultur n&auml;hergekommen werden. Dieses &Uuml;bergreifende Transformationsprozesse wie die Digitali- Impulspapier spiegelt die Erfahrungen der Mitglieder der sierung, der demografische Wandel, die Dekarbonisierung Arbeitsgruppe aus der betrieblichen Praxis wider und geht und die Globalisierung machen lebenslanges Lernen not- dar&uuml;ber hinaus auf Interviews mit Vertreterinnen und Ver wendig. Insbesondere junge Menschen k&ouml;nnen sich nicht tretern unterschiedlicher Unternehmen zur&uuml;ck. Die Mit ihr gesamtes Berufsleben lang auf ihre Erstausbildung ver- glieder der Arbeitsgruppe 5 verf&uuml;gen &uuml;ber umfangreiche lassen, auch Berufserfahrene m&uuml;ssen sich Requalifizierun- praktische Erfahrungen im Bereich Human Resources, in gen stellen. Die Weiterbildung wird zum steten Begleiter der Betriebsratsarbeit und in der sozialpartnerschaftlichen aller Lebensphasen der Berufst&auml;tigkeit. Gestaltung von Aus- und Weiterbildung und betrieblichen Ver&auml;nderungsprozessen. Nach dem Motto Aus der Praxis Der Wandel ist im Sinne der Besch&auml;ftigten, der Unterneh- f&uuml;r die Praxis beschreibt die AG wichtige konzeptionelle men und der Gesellschaft insgesamt zu gestalten. Rich- und methodische Ans&auml;tze. Dabei wird kein Anspruch auf tig gesetzte Rahmenbedingungen, eine vorausschauende Vollst&auml;ndigkeit erhoben. Stattdessen versteht sich dieses Unternehmenspolitik sowie eine sozialpartnerschaftliche Impulspapier als erste Vorlage f&uuml;r ein Referenzrahmen Herangehensweise f&ouml;rdern eine Weiterbildungskultur, modell Weiterbildung 4.0. die den Bedarfen der Besch&auml;ftigten ebenso wie denen der Unternehmen entspricht. Um den Herausforderungen sich Die AG 5 hat bei ihren &Uuml;berlegungen sowohl die Unter ver&auml;ndernder Berufs- und Qualifikationsprofile zu begeg- nehmensinteressen als auch die Interessen aller Besch&auml;f nen, ist Weiterbildung ein zentraler Faktor. Fachkr&auml;fte k&ouml;n- tigten in der Industrie 4.0 im Blick: die der gewerblichen nen gewonnen, ihre Qualifikationen gef&ouml;rdert und erwei- Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenso wie die der tert werden. So werden auch zuk&uuml;nftig Wettbewerbs- und Angestellten, die von (formal) Geringqualifizierten ebenso Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit gew&auml;hrleistet. wie die von Hochqualifizierten. Die AG 5 verfolgt insofern einen inklusiven Ansatz. Ver&auml;nderungen in der Lebens- und Berufswelt sind bekannte und letztendlich vertraute Ph&auml;nomene. Jedoch Der Fokus liegt dabei auf der betrieblichen Weiterbildung - w&auml;chst die Zahl der Gesellschaftsmitglieder, die eine eine Weiterbildung, die sich an Wertsch&ouml;pfungsprozessen ad&auml;quate Teilhabe am Fortschritt missen. Doch ist jeder und den individuellen Kompetenzen sowie Qualifikations Wandel mit Verunsicherung verbunden. Denn das Neue erfordernissen der Besch&auml;ftigten ausrichtet. Die klassische ist unbekannt. Allerdings bieten neue Technologien und Wissensvermittlung in formellen Bildungsinstitutionen, Organisationsformen auch Chancen: f&uuml;r die Kreativit&auml;t, f&uuml;r oft vor der Berufst&auml;tigkeit, legt hierf&uuml;r Grundsteine und ist wirtschaftlichen Erfolg, f&uuml;r gute Arbeitsbedingungen. immens wichtig. Die Kompetenzen und direkten Zust&auml;n digkeiten der Arbeitsgruppe liegen in den Betrieben. Hier Um neuen Komplexit&auml;ten erfolgreich begegnen zu k&ouml;nnen, sehen wir Kompetenzen, die sich agil im Beruf entfalten ist eine Lernkultur wichtig, die von Agilit&auml;t und Kollabora- und entwickeln. Erfolgreich geschieht dies auch informell, tion getragen wird. Mit dem Begriff Lernkultur verstehen in der Praxis und in Teams. wir die Summe von selbstverst&auml;ndlichen, gemeinsamen sozialen Normen und Werten, die die Einstellungen und Berufliche Weiterbildung findet in einem bestimmten ins das Handeln der Mitarbeiter pr&auml;gen. Eine zukunftsf&auml;hige titutionellen, rechtlichen Rahmen statt, den insbesondere Lernkultur fokussiert sich auf die Kompetenzentwicklung Bund, L&auml;nder und Kommunen, Kammern, Tarifvertrags- und -sicherung im Prozess der Arbeit und gestaltet diesen und Betriebsparteien gestalten. Unser Fokus richtet sich auf Ver&auml;nderungsprozess sozialpartnerschaftlich zusammen betriebliche Weiterbildung innerhalb der Unternehmen der mit den Besch&auml;ftigten. Industrie 4.0, nicht auf die gesetzliche bzw. institutionelle Rahmenordnung. Wir nehmen den gesetzlichen Rahmen Die Arbeitsgruppe 5 der Plattform Industrie 4.0 (Arbeit, als gegeben an, wollen darauf aufbauend aber zu einem Aus- und Weiterbildung) hat wichtige Faktoren f&uuml;r eine sp&auml;teren Zeitpunkt auch Handlungsempfehlungen an die erfolgreiche Weiterbildung in der digitalisierten Industrie Politik bzw. weitere Akteure formulieren. identifiziert, die es erlauben, Konsequenzen f&uuml;r die Organi Wie Menschen sich in Organisationen und sozialen fizierungsangebote. Formale Weiterbildungsangebote Gruppen verhalten, wird wesentlich von der jewei- behalten ihre Bedeutung. Doch im Mittelpunkt steht ligen Kultur gepr&auml;gt. Dabei verstehen wir Kultur als nicht mehr die Entwicklung von Lehrg&auml;ngen, sondern ein r&uuml;ckbez&uuml;gliches System von informellen Regeln, die Organisation von Lernprozessen und die Sicherung Normen und Werten, die von den Menschen in einer der daf&uuml;r erforderlichen Rahmenbedingungen f&uuml;r das Organisation geteilt werden. Dieses System verein- Arbeiten und Lernen im Sinne von Kompetenzent facht unsere komplexe Welt und schafft eine gewisse wicklung und innovativer Arbeitsgestaltung. Stabilit&auml;t innerhalb einer Organisation. Auch Art und Umfang des Lernens und der Weiterbildung in Unter- Eine zukunftsf&auml;hige Lernkultur setzt im dynamischen nehmen h&auml;ngen von solchen Werten, Normen und Strukturwandel der Digitalisierung auf agiles Handeln informellen Regeln ab. Die so verstandene Lernkultur und auf die Kompetenz ihrer Belegschaft und ver ist gestaltbar: Im Fokus steht eine Lernumgebung, die bindet dies mit der Offenheit f&uuml;r Ver&auml;nderung und Weiterbildung f&ouml;rdert und jedem Einzelnen sowie sozialpartnerschaftliche Gestaltung. Wesentlich ist Unternehmen hilft, sich in einer wandelnden Welt zu dabei, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die bewegen. Eine Kulturv er&auml;nderung h&auml;ngt sowohl vom Visionen, die Ziele und Strategien ihres Unternehmens Arbeitsumfeld als auch von der &Auml;nderung der Erwar- kennen und sich auch mit diesen identifizieren. Sie tungshaltung des einzelnen Mitarbeiters ab. versteht sich zugleich als Teil einer innovativen Unternehmenskultur, die das Verhalten der Mitarbeiter und Kernpunkte sind die Weiterbildung am Arbeitsplatz, F&uuml;hrungskr&auml;fte zueinander, zu ihrer Arbeit und nach ein selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen au&szlig;en pr&auml;gt</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01056.pdf">Publikation zeigen</a></p>