<h1>Steuern f&uuml;r Existenzgr&uuml;nder</h1> <h2>Diese IHK-Info soll Existenzgr&uuml;nder &uuml;ber die Grundz&uuml;ge der Unternehmensbesteuerung und &uuml;ber die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns mit Hilfe der Buchf&uuml;hrung informieren... Quelle IHK</h2> <p>Steuern f&uuml;r Existenzgr&uuml;nder Hinweise zur Buchf&uuml;hrung und Unternehmenssteuern Gewinnermittlung/Buchf&uuml;hrung Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung Bilanzierung/doppelte Buchf&uuml;hrung Sonderfragen der Gewinnermittlung Diese IHK-Information soll Existenzgr&uuml;nder &uuml;ber die Grundz&uuml;ge der Unternehmensbesteuerung und &uuml;ber die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns mit Hilfe der Buchf&uuml;hrung informieren. Die enthaltenen Informationen zielen in erster Linie auf gewerblich t&auml;tige Existenzgr&uuml;nder ab, allerdings finden auch Selbst&auml;ndige/Freiberufler n&uuml;tzliche Informationen. Die Unterscheidung beider Einkunftsarten wirkt sich in vielerlei Hinsicht aus, beispielsweise auf das Anmeldeverfahren, auf Buchf&uuml;hrungspflichten und auf die Frage der Gewerbesteuerpflicht. Gewerblich ist die T&auml;tigkeit dann, wenn sie selbst&auml;ndig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgef&uuml;hrt wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt. Als selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit gelten in erster Linie die Freien Berufe, also &Auml;rzte, Ingenieure, Architekten, Musiker und so weiter. Zu Abgrenzungsfragen gibt die IHK im Einzelfall gerne Auskunft. Die IHK-Information soll au&szlig;erdem verdeutlichen, dass Buchf&uuml;hrung nicht nur als l&auml;stige Pflicht betrachtet werden sollte. Sie kann auch wichtiges Steuerungsinstrument f&uuml;r Ihren Betrieb sein. Haben Sie wenig oder gar keine Erfahrung in Buchf&uuml;hrungs- und Steuerfragen empfiehlt es sich, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. 1. Gewinnermittlung/Buchf&uuml;hrung Der Gewinn aus gewerblicher oder selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit muss versteuert werden. Auf diese Weise partizipiert der Fiskus an der unternehmerischen Bet&auml;tigung jedes Einzelnen. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmern unterliegt der Gewinn der Einkommensteuer, bei Kapitalgesellschaften der K&ouml;rperschaftsteuer. Alle Gewerbebetriebe m&uuml;ssen au&szlig;erdem die Gewerbesteuer beachten. Um den Gewinn zu ermitteln, sieht das Steuerrecht entweder die Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung oder die Bilanzierung/doppelte Buchf&uuml;hrung vor. Die Pflicht zur doppelten Buchf&uuml;hrung kann aus zwei Gr&uuml;nden bestehen: Handelsrecht Im Handelsregister eingetragene Kaufleute (zum Beispiel GmbHs, oHGs oder KGs) sind nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) unabh&auml;ngig von Umsatz und Gewinn zur F&uuml;hrung von B&uuml;chern verpflichtet. F&uuml;r das Steuerrecht hat dies insofern Bedeutung, als dort gilt, dass alle, die nach anderen Gesetzen zur Buchf&uuml;hrung verpflichtet sind, auch zum Zwecke der Besteuerung buchf&uuml;hrungspflichtig sind. Die Verpflichtung zur Buchf&uuml;hrung beginnt mit dem ersten Gesch&auml;ftsvorfall nach Aufnahme des Handelsgewerbes. Bei Kapitalgesellschaften beginnt die Buchf&uuml;hrungspflicht mit Abschluss des Gesellschaftsvertrages. Eine Ausnahme gilt f&uuml;r eingetragene Kaufleute (e. K.), wenn sie am Ende von zwei aufeinander folgenden Gesch&auml;ftsjahren Ums&auml;tze von nicht mehr als 500.000 Euro und einen Jahres&uuml;berschuss von nicht mehr als 50.000 Euro erwirtschaften. Existenzgr&uuml;nder sind schon dann befreit, wenn die Schwellenwerte am ersten Abschlussstichtag nicht erreicht werden. Steuerrecht Gewerbliche Unternehmer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, sind nach steuerrechtlichen Vorschriften zur Bilanzierung verpflichtet, wenn sie in einem Jahr entweder einen Umsatz von mehr als 500.000 Euro oder einen Gewinn mehr als 50.000 Euro gehabt haben. Die Buchf&uuml;hrungspflicht f&auml;ngt mit Beginn des Wirtschaftsjahres an, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung des Finanzamts folgt, dass die genannten Grenzen &uuml;berschritten sind und zur doppelten Buchf&uuml;hrung &uuml;bergegangen werden soll. Bei der Bilanzierung sind - soweit sich aus dem Steuerrecht nichts anderes ergibt - die Grunds&auml;tze ordnungsgem&auml;&szlig;er Buchf&uuml;hrung des Handelsrechts zu beachten. Dies bedeutet, dass sich ein sachverst&auml;ndiger Dritter (zum Beispiel Steuerpr&uuml;fer des Finanzamts) innerhalb angemessener Zeit anhand der Buchf&uuml;hrungsunterlagen und Aufzeichnungen ein Bild von den Gesch&auml;ftsvorf&auml;llen und der Lage des Unternehmens machen kann. Alle Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle sind vollst&auml;ndig, richtig und geordnet zu erfassen, so dass sie in ihrer Entstehung und Abwicklung nachvollziehbar sind. Der Gewinnermittlungszeitraum ist grunds&auml;tzlich das Kalenderjahr. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Wirtschaftsjahr aber auch davon abweichen. Die Unterlagen zur Gewinnermittlung m&uuml;ssen zehn Jahre aufbewahrt werden. Sonstige Unterlagen, soweit sie f&uuml;r die Besteuerung von Bedeutung sind, sechs Jahre. Weitere Informationen zu Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten finden Sie in unserer IHK-Information &#039;&#039;Aufbewahrungsfristen von Gesch&auml;ftsunterlagen&#039;&#039; www.ihk-koeln.de Dok.-Nr. 628. 1.1 Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung Das Steuerrecht erlaubt den Personen, die nicht zur doppelten Buchf&uuml;hrung verpflichtet sind, die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns durch eine Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung. Grunds&auml;tzlich muss die Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung unter Verwendung eines amtlichen Vordrucks (&#039;&#039;Anlage E&Uuml;R&#039;&#039;) erfolgen. Dieser Vordruck kann nebst Anleitung &uuml;ber den Internetauftritt des Bundesfinanzministeriums (http://www.bundesfinanzministerium.de) abgerufen werden. Einzig bei Unternehmen mit einem Umsatz unter 17.500 Euro wird es seitens der Finanzverwaltung nicht beanstandet, wenn der Steuererkl&auml;rung anstelle des amtlichen Vordrucks weiterhin eine formlose Gewinnermittlung beigef&uuml;gt wird. Die Pflichten des Unternehmers sind bei der Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung geringer als bei der doppelten Buchf&uuml;hrung. Bei der Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung handelt es sich um eine einfache Gegen&uuml;berstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nach dem Prinzip Betriebseinnahmen Betriebsausgaben_ Gewinn beziehungsweise Verlust. Ma&szlig;geblich ist grunds&auml;tzlich der tats&auml;chliche Zeitpunkt des Zuflusses/Abflusses. Die Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle werden in chronologischer Reihenfolge aufgrund der Buchungsbelege in einem Journal aufgezeichnet. Dabei ist es zweckm&auml;&szlig;ig, die einzelnen Posten beispielsweise nach Kostenarten zu sortieren. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen das Nettoentgelt, die Umsatzsteuer und der Gesamtbetrag einzeln aufgezeichnet werden. Gewerbliche Unternehmer sind verpflichtet, den Wareneingang und den Warenausgang aufzuzeichnen. Letzteres allerdings nur, wenn die Ware an einen anderen gewerblichen Unternehmer zur Weiterver&auml;u&szlig;erung oder zum Verbrauch geliefert wird. 1.2 Bilanzierung/doppelte Buchf&uuml;hrung Bei der Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich wird das Betriebsverm&ouml;gen am Schluss des Wirtschaftsjahres mit dem Betriebsverm&ouml;gen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres verglichen. Der Unterschiedsbetrag ist der steuerpflichtige Gewinn. Hierbei ist bei Buchf&uuml;hrungspflichtigen (vergleiche oben 1.) oder bei Gewerbetreibenden, die freiwillig B&uuml;cher f&uuml;hren, grunds&auml;tzlich das Betriebverm&ouml;gen anzusetzen, welches nach handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsgem&auml;&szlig;er Buchf&uuml;hrung ermittelt wurde. Privat veranlasste Vorg&auml;nge bleiben unber&uuml;cksichtigt. Daher m&uuml;ssen Entnahmen hinzu gerechnet, Einlagen abgezogen werden. Sind Sie zur doppelten Buchf&uuml;hrung verpflichtet, m&uuml;ssen Sie zu Beginn der T&auml;tigkeit eine Inventur durchf&uuml;hren und eine Er&ouml;ffnungsbilanz erstellen. Bei der Inventur sind alle Wirtschaftsg&uuml;ter des Betriebes k&ouml;rperlich und wertm&auml;&szlig;ig zu erfassen und in ein Verzeichnis (Inventar) einzutragen. Zum Ende des Gesch&auml;ftjahres m&uuml;ssen Sie wieder ein solches Inventar und eine Schlussbilanz erstellen. Ebenso sind wie bei der Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung ein Wareneingangs- und Warenausgangsbuch zu f&uuml;hren. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen alle baren Zahlungsvorg&auml;nge in einem Kassenbuch festgehalten werden. Bei der doppelten Buchf&uuml;hrung werden alle Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle auf Konten verbucht, einmal im Soll und einmal im Haben. Hierf&uuml;r gibt es Kontenpl&auml;ne die f&uuml;r jeden Betrieb aus den verschiedenen Kontenrahmen seines Wirtschaftszweiges entwickelt werden. Ein Kontenplan ist das Gliederungsschema aller relevanten Konten. Er enth&auml;lt nur die f&uuml;r die Unternehmung tats&auml;chlich n&ouml;tigen und von ihr gef&uuml;hrten Konten. F&uuml;r jede Branche gibt es eigene Kontenrahmen. Die drei wichtigsten sind: Kontenrahmen f&uuml;r den Einzelhandel Kontenrahmen f&uuml;r den Gro&szlig;- und Au&szlig;enhandel Gemeinschaftskontenrahmen f&uuml;r die Industrie Kontenrahmen sind nach dem Zehnersystem in Kontenklassen aufgebaut. Die doppelte Buchf&uuml;hrung soll den periodengerechten Gewinn ermitteln. Aus diesem Grund m&uuml;ssen auch Periodenabgrenzungen vorgenommen, R&uuml;ckstellungen gemacht und Forderungen oder Ver3 bindlichkeiten verbucht werden. Im Gegensatz zur Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung sind also nicht nur die tats&auml;chlichen Zahlungsstr&ouml;me relevant. 1.3 Sonderfragen der Gewinnermittlung Abschreibungen Grunds&auml;tzlich gilt, dass f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens, die eine Nutzungsdauer von mehr als einem Jahr haben, im Jahr der Anschaffung oder Herstellung nicht die gesamten Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Betriebsausgabe abgesetzt werden d&uuml;rfen. Die Kosten m&uuml;ssen auf den gesamten Nutzungszeitraum verteilt werden, das hei&szlig;t in jedem Jahr der Nutzungsdauer darf nur der anteilige Werteverzehr als Betriebsausgabe ( Abschreibung) geltend gemacht werden. Bei Anschaffung oder Herstellung im Laufe eines Jahres kann grunds&auml;tzlich immer nur der Teil des Abschreibungsbetrages geltend gemacht werden, der auf den Zeitraum bis Ende des Jahres anteilig entf&auml;llt. Hierzu wird linear abgeschrieben, das hei&szlig;t, es werden j&auml;hrlich die gleichen Betr&auml;ge abgesetzt: Anschaffungs- oder Herstellungskosten Voraussichtliche Nutzungsdauer in Jahren Die Nutzungsdauer ist unter Ber&uuml;cksichtigung der besonderen betrieblichen Verh&auml;ltnisse zu sch&auml;tzen. Ma&szlig;gebliches Hilfsmittel f&uuml;r die Sch&auml;tzung der voraussichtlichen Nutzung sind die vom Bundesministerium f&uuml;r Finanzen ver&ouml;ffentlichten AfA-Tabellen. Die fr&uuml;her zul&auml;ssige degressive Abschreibung wurde durch die Unternehmensteuerreform 2008 f&uuml;r nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter abgeschafft. F&uuml;r das Konjunkturprogramm zur Bew&auml;ltigung der Finanzkrise wurde sie befristet f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter, die zwischen dem 1. Januar 2009 und 31. Dezember 2010, bis zur H&ouml;he des 2,5-fachen des linearen Satzes, maximal 25 Prozent wieder eingef&uuml;hrt. Ab 2011 gilt dann wieder allein die lineare Abschreibung. Beachte: Abweichend vom vorstehenden Grundsatz gelten Besonderheiten f&uuml;r so genannte geringwertige Wirtschaftsg&uuml;ter bis zu einem Anschaffungswert von einschlie&szlig;lich 410 Euro (ohne Umsatzsteuer) oder alternativ f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter mit einem Anschaffungswert von unter 150 Euro sowie &uuml;ber 150 Euro bis einschlie&szlig;lich 1.000 Euro (ohne Umsatzsteuer). Wirtschaftsg&uuml;ter bis einschlie&szlig;lich 410 Euro Geringwertige Wirtschaftsg&uuml;ter mit einem Anschaffungswert bis einschlie&szlig;lich 410 Euro (ohne Umsatzsteuer) k&ouml;nnen im Jahre der Anschaffung oder Herstellung als Betriebsausgabe in voller H&ouml;he abgezogen werden. Die insoweit auf 150 Euro reduzierte Grenze wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2010 wieder auf 410 Euro erh&ouml;ht. Soweit sie den Wert von 150 Euro &uuml;bersteigen, sind sie unter Angabe des Tages der Anschaffung, Herstellung oder Einlage des Wirtschaftsguts oder der Er&ouml;ffnung des Betriebs und der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einem besonderen, laufend zu f&uuml;hrenden Verzeichnis aufgef&uuml;hrt. Das Verzeichnis braucht nicht gef&uuml;hrt zu werden, wenn diese Angaben aus der Buchf&uuml;hrung ersichtlich sind. Wirtschaftsg&uuml;ter &uuml;ber 150 bis einschlie&szlig;lich 1.000 Euro Alternativ zur vorstehenden Sofortabschreibung f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter bis 410 Euro kann f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter &uuml;ber 150 Euro (ohne Umsatzsteuer) bis einschlie&szlig;lich 1.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) auch weiterhin jahrgangsbezogen ein Sammelposten gebildet werden. Die hierin zusammengefassten Wirtschaftsg&uuml;ter sind gleichm&auml;&szlig;ig &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nf Jahren abzuschreiben. Tats&auml;chliche Ver&auml;nderungen innerhalb des Sammelpostens werden nicht ber&uuml;cksichtigt. Das schreibt das Gesetz explizit vor. Wer sich also zum Beispiel im Jahr 2001 einen Laptop f&uuml;r 998 Euro kauft, schreibt diesen &uuml;ber f&uuml;nf Jahre bis zum Jahr 2005 im Rahmen des Sammelpostens 2001 ab. Geht der Laptop nach zwei Jahren kaputt oder wird aus sonstigen Gr&uuml;nden entsorgt und im Jahr 2003 ein neuer Laptop f&uuml;r wieder 998 Euro angeschafft, wird der erste Laptop nach wie vor im Sammelposten 2001 gef&uuml;hrt und abgeschrieben. Der neue Laptop geht in den Sammelposten des Jahres 2003 ein und wird dort bis zum Jahr 2007 abgeschrieben. Vorteil dieser alternativ m&ouml;glichen &#039;&#039;Poolabschreibung&#039;&#039; sind die reduzierten Aufzeichnungspflichten gegen&uuml;ber der Sofortabschreibung bis 410 Euro. Investitionsabzugsbetr&auml;ge und Sonderabschreibungen Daneben besteht f&uuml;r Betriebe, die die Gr&ouml;&szlig;enklasse des so genannten Investitionsabzugsbetrags erf&uuml;llen, eine weitergehende M&ouml;glichkeit der Sonderabschreibung. Diese Unternehmen k&ouml;nnen f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 20 Prozent in Anspruch nehmen. Und zwar auch dann, wenn zuvor kein Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wurde. Voraussetzung ist nur, dass das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr in einer inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte fast ausschlie&szlig;lich betrieblich genutzt wird. Umfangreiche Informationen hierzu finden Sie in unserer IHK-Information &#039;&#039;Investitionsabzugsbetr&auml;ge und Sonderabschreibungen&#039;&#039; www.ihkkoeln.de Dok.-Nr. 633. Abschreibungen nach Einlage von Wirtschaftsg&uuml;tern in den Betrieb Bei Betriebsgr&uuml;ndungen kommt es oft vor, dass Wirtschaftsg&uuml;ter in den Betrieb eingebracht werden, die zuvor privat genutzt wurden (beispielsweise Pkw). Handelt es sich hierbei um Wirtschaftsg&uuml;ter des abnutzbaren Anlageverm&ouml;gens, k&ouml;nnen auch hier Abschreibungen vorgenommen werden. Die Einlage erfolgt grunds&auml;tzlich mit dem Teilwert oder den fortgef&uuml;hrten Anschaffungskosten. Wurde das eingelegte Wirtschaftsgut bisher nicht zur Erzielung von &Uuml;berschusseink&uuml;nften genutzt, so ist der Einlagewert prinzipiell auf die Restnutzungsdauer abzuschreiben. Wurde das Wirtschaftsgut jedoch vor seiner Einlage bereits zur Erzielung von &Uuml;berschusseink&uuml;nften genutzt, so bemessen sich die weiteren Abschreibungen nicht mehr nach dem Einlagewert, sondern nach dem Restwert des Wirtschaftsguts im Einlagezeitpunkt. Durch diese Regelung soll vermieden werden, dass mit der Einlage k&uuml;nstlich neues Abschreibungsvolumen geschaffen wird. Gr&uuml;ndungsaufwendungen Bei der Gr&uuml;ndung eines Betriebs entstehen in der Regel noch vor Aufnahme der Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit Kosten. Diese Kosten k&ouml;nnen bei der Ermittlung des ertragssteuerlichen Gewinns als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn sie durch den Betrieb veranlasst sind. Es kommt hier alleine auf den wirtschaftlichen Zusammenhang an, ein zeitlicher Zusammenhang ist nur von sekund&auml;rer Bedeutung. Besonderheiten sind bei der Gr&uuml;ndung einer GmbH zu beachten. Die Gr&uuml;ndung einer GmbH vollzieht sich in drei Schritten: 1. Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft (regelm&auml;&szlig;ig BGB-Gesellschaft, bis Abschluss des Gesellschaftsvertrages) - 2. Vorgesellschaft (ab Abschluss eines Gesellschaftsvertrages) - 3. GmbH (ab Eintragung ins Handelsregister). Die Vorgesellschaft und die sp&auml;tere Kapitalgesellschaft werden ertragsteuerrechtlich als ein Steuersubjekt behandelt. Daraus folgt, dass die Aufwendungen w&auml;hrend der Zeit der Vorgesellschaft, nicht aber aus der Zeit der Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft, als Betriebsausgaben geltend gemacht werden k&ouml;nnen. Letztere w&auml;ren gegebenenfalls im Rahmen der Einkommensermittlung bei den jeweiligen Gesellschaftern zu ber&uuml;cksichtigen. Gewerbesteuerrechtlich gelten Vorgesellschaft und GmbH dann als einheitlicher Steuergegenstand, wenn die Vorgesellschaft schon vor Eintragung der Kapitalgesellschaft ins Handelsregister nach au&szlig;en hin auftritt. Dann sind auch bei der Ermittlung des Gewerbeertrags die Betriebsausgaben der Vorgesellschaft zu ber&uuml;cksichtigen. Im Allgemeinen entsteht das Steuersubjekt Kapitalgesellschaft jedoch erst mit Eintragung ins Handelsregister. 2. Die wichtigsten Steuern Das Finanzamt sendet jedem Unternehmer bei Er&ouml;ffnung des Betriebes einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Darin muss er Angaben zu pers&ouml;nlichen Daten und vor allem zum gesch&auml;tzten Gewinn und zu weiteren Eink&uuml;nften machen. Bei Gewerbetreibenden erh&auml;lt das Finanzamt vom Gewerbeamt Kenntnis von der Betriebsgr&uuml;ndung. Selbst&auml;ndig T&auml;tige m&uuml;ssen von sich aus ihre T&auml;tigkeit beim Finanzamt anzeigen. 2.1 Einkommensteuer (ESt) Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen einer nat&uuml;rlichen Person innerhalb des Veranlagungszeitraumes. Der Veranlagungszeitraum ist grunds&auml;tzlich das Kalenderjahr. Das Einkommensteuergesetz (EStG) kennt insgesamt sieben Einkunftsarten, die der Einkommensteuer unterliegen. Darunter fallen auch die so genannten Gewinneink&uuml;nfte, also die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb und selbst&auml;ndiger Arbeit. Die Ermittlung des tats&auml;chlich zu versteuernden Einkommens sieht (vereinfacht) folgenderma&szlig;en aus: Summe der Eink&uuml;nfte aus den Einkunftsarten und Hinzurechnungsbetrag Verlustausgleich Altersentlastungsbetrag Freibetrag f&uuml;r Land- und Forstwirte Verlustber&uuml;cksichtigung Verluste werden steuerlich grunds&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt. Der Verlustausgleich erfolgt in erster Linie innerhalb derselben Einkunftsart, in zweiter Linie dann mit positiven Eink&uuml;nften anderer Einkunftsarten. So kann beispielsweise ein Verlust aus gewerblicher T&auml;tigkeit auch mit positiven Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung verrechnet werden. Die in einem Veranlagungszeitraum nicht ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higen Verluste k&ouml;nnen bis zu einem Betrag von (511.500 Euro bis 2012) 1 Million Euro bei Einzelveranlagung, 2 Millionen Euro bei Zusammenveranlagung in den vorangegangenen Veranlagungszeitraum zur&uuml;ckgetragen werden. Dar&uuml;ber hinausgehende Verluste k&ouml;nnen vorgetragen werden. Verluste bis zu einer Million Euro sind in diesem Rahmen unbeschr&auml;nkt verrechenbar. Dar&uuml;ber hinaus gehende Betr&auml;ge k&ouml;nnen im Rahmen des Verlustvortrags zu 60 Prozent des 1 Million &uuml;bersteigenden Gesamtbetrages der Eink&uuml;nfte bei Einzelveranlagung, 2 Millionen &uuml;bersteigenden Gesamtbetrages der Eink&uuml;nfte bei Zusammenveranlagung verrechnet werden. Nicht verrechenbare Verluste sind zeitlich unbeschr&auml;nkt auf weitere Jahre vorzutragen. Einkommensteuertarif Liegt das nach dem vorstehenden Schema ermittelte zu versteuernde Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags, m&uuml;ssen keine Steuern bezahlt werden. Innerhalb der Progressionszone steigt der Steuersatz in Abh&auml;ngigkeit vom Einkommen progressiv an. &Uuml;berschreitet man die unten genannten Einkommensgrenzen, steigt der Einkommensteuersatz nicht mehr weiter an, der Steuersatz bleibt proportional. Hinweis: Der Bundesrat hat in seiner ersten Sitzung am 1. Februar 2013 der Anhebung des Grundfreibetrages in zwei Schritten zugestimmt. F&uuml;r das Jahr 2013 wird er r&uuml;ckwirkend um 126 Euro auf 8.130 Euro erh&ouml;ht. Zum 1. Januar 2014 stieg der Grundfreibetrag dann nochmals auf 8.354 Euro. Der Grundfreibetrag f&uuml;r 2015 soll um 118 Euro auf 8.472 Euro erh&ouml;ht werden. Diese beg&uuml;nstigende Gesetzes&auml;nderung kann die Bundesregierung r&uuml;ckwirkend in Kraft setzen. Der Eingangssteuersatz von 14 Prozent bleibt konstant. Bitte beachten Sie: F&uuml;r Steuerpflichtige, deren zu versteuerndes Einkommen (zvE) mehr als 250.731 Euro f&uuml;r Ledige und 501.462 Euro f&uuml;r Verheiratete betr&auml;gt, gilt seit dem 1. Januar 2008 ein um drei Prozentpunkte erh&ouml;hter Spitzensteuersatz von 45 Prozent auch f&uuml;r die bis dahin von der so genannten &#039;&#039;Reichensteuer&#039;&#039; ausgenommenen Gewinneink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, selbst&auml;ndiger Arbeit oder Land- und Forstwirtschaft. Von jedem Euro des zvE, der &uuml;ber diesen Grenzen liegt, m&uuml;ssen zus&auml;tzlich drei Prozent abgef&uuml;hrt werden. Thesaurierungsbeg&uuml;nstigung Seit 1. Januar 2008 besteht f&uuml;r Personenunternehmen die M&ouml;glichkeit der so genannten Thesaurierungsbeg&uuml;nstigung. Danach k&ouml;nnen bei bilanzierenden Unternehmen thesaurierte, das hei&szlig;t ein7 behaltene Gewinne mit einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 28,25 Prozent (zuz&uuml;glich Solidarit&auml;tszuschlag) besteuert werden. Die parallel anfallende Gewerbesteuer wird hierauf weiterhin angerechnet. Die Sache hat jedoch den Haken, dass im Falle einer sp&auml;teren Entnahme der thesaurierten Gewinne eine Nachversteuerung analog der Besteuerung von Dividenden bei Kapitalgesellschaften erfolgt. Der Nachversteuerungssatz betr&auml;gt 25 Prozent. Hierdurch kann sich bei der sp&auml;teren Entnahme insgesamt betrachtet eine h&ouml;here Steuerlast ergeben als bei der &#039;&#039;Regelbesteuerung&#039;&#039;. Daher sollte die Inanspruchnahme der Thesaurierungsbeg&uuml;nstigung im Einzelfall sorgf&auml;ltig gepr&uuml;ft werden. Veranlagung/Vorauszahlung Nach Ablauf des Kalenderjahres oder des Wirtschaftsjahres wird der Steuerpflichtige zur Einkommensteuer veranlagt. Dieses Verfahren besteht aus zwei Teilen. Zum einen dem Ermittlungsverfahren, in dem die Besteuerungsgrundlagen ermittelt werden (Eink&uuml;nfte, Sonderausgaben und so weiter) und zum anderen dem Festsetzungsverfahren, in dem die Steuerschuld festgesetzt und per Steuerbescheid bekannt gegeben wird. Grunds&auml;tzlich wird die Einkommensteuer durch Veranlagung erhoben. Die Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer stellen jedoch Sonderformen der Einkommensteuer dar, die durch Steuerabzug (im Falle der Lohnsteuer als Vorauszahlung) erhoben werden. W&auml;hrend des Veranlagungszeitraumes muss der Steuerpflichtige Vorauszahlungen in H&ouml;he der voraussichtlich geschuldeten Einkommensteuer entrichten. Das Finanzamt legt die Vorauszahlungen durch Vorauszahlungsbescheid fest. Die Vorauszahlungen bemessen sich nach der Einkommensteuer, die bei der letzten Veranlagung festgesetzt wurde. Die ersten Vorauszahlungen im Jahr der Existenzgr&uuml;ndung werden nach den Angaben im Betriebser&ouml;ffnungsbogen festgesetzt. Die Einkommensteuervorauszahlungen sind viertelj&auml;hrlich zu entrichten, und zwar am 10. M&auml;rz, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Als Steuerpflichtiger m&uuml;ssen Sie nach Ablauf des Veranlagungszeitraums bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Steuererkl&auml;rung abgeben, die eigenh&auml;ndig unterzeichnet sein muss. Haben Sie einen Steuerberater, ist die Frist bis zum 31. Dezember verl&auml;ngert, in Ausnahmef&auml;llen sogar noch l&auml;nger. Bei doppelter Buchf&uuml;hrung ist der Steuererkl&auml;rung eine Abschrift der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung beizuf&uuml;gen. Lohnsteuer Die Lohnsteuer ist eine Sonderform der Einkommensteuer. Sie wird durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben. Schuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitnehmer. Besch&auml;ftigen Sie Arbeitnehmer, sind Sie verpflichtet, die Lohnsteuer bei jeder Lohnzahlung einzubehalten und an das Finanzamt abzuf&uuml;hren. Dies muss bis sp&auml;testens am 10. Tag nach Ablauf des Lohnsteuer-Anmeldezeitraums geschehen. Die Anmeldungen sind grunds&auml;tzlich in elektronischer Form zu &uuml;bermitteln. In H&auml;rtef&auml;llen (zum Beispiel bei Nichtvorhandensein eines Computers mit Internetzugang) kann auf schriftlichen Antrag die &Uuml;bermittlung in Papierform vom Finanzamt gestattet werden. Seit 2011 werden keine neuen Lohnsteuerkarten mehr ausgegeben, da ab 2012 voll auf das rein elektronische Lohnsteuerabzugsverfahren (ELSTERLohn II) umgestellt werden sollte. Dieses Vorhaben wurde wegen technischer Schwierigkeiten auf das Jahr 2013 verschoben. Seit 2014 sind ausschlie&szlig;lich die elektronischen Abzugsmerkmale ma&szlig;geblich. Der Lohnsteuer- Anmeldezeitraum ist grunds&auml;tzlich der Kalendermonat. Bei sehr geringen Betr&auml;gen kann auch das Kalendervierteljahr oder das Kalenderjahr der Lohnsteuer-Anmeldezeitraum sein. Neben der Lohnsteuer m&uuml;ssen auch der Solidarit&auml;tszuschlag und die Kirchensteuer f&uuml;r den Arbeitnehmer einbehalten und abgef&uuml;hrt werden. Letzteres nat&uuml;rlich nur, wenn der Arbeitnehmer Mitglied einer Kirche ist, die Kirchensteuer erhebt. In Nordrhein-Westfalen betr&auml;gt der Kirchensteuersatz zurzeit 9 von Hundert, der Solidarit&auml;tszuschlag liegt deutschlandweit bei 5,5 von Hundert. Bemessungsgrundlage ist die einzubehaltende Lohnsteuer des Arbeitnehmers. Besonderheiten gelten f&uuml;r kurzfristige und geringf&uuml;gige Arbeitsverh&auml;ltnisse. Informationen dazu entnehmen Sie bitte unserer IHK-Information &#039;&#039;Mini-Jobs - Steuern und Sozialversicherung&#039;&#039; www.ihkkoeln.de Dok.-Nr. 633. 2.2 K&ouml;rperschaftsteuer (KSt) Die K&ouml;rperschaftsteuerpflicht gilt f&uuml;r alle Kapitalgesellschaften und erstreckt sich auf ihre s&auml;mtlichen Eink&uuml;nfte. Sie beginnt mit Abschluss des Gesellschaftsvertrages (vergleiche dazu 1.3 Gr&uuml;ndungskosten), fr&uuml;hestens jedoch mit Beginn der nach au&szlig;en gerichteten Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit. Der Steuersatz betrug bis zum 31. Dezember 2007 25 Prozent. Durch die Unternehmensteuerreform 2008 wurde er ab 1. Januar 2008 auf 15 Prozent abgesenkt. Ermittlungszeitraum ist grunds&auml;tzlich das Kalenderjahr, es ist aber auch ein abweichendes Wirtschaftsjahr m&ouml;glich. Die K&ouml;rperschaftsteuer-Voranmeldungen sind zu den gleichen Terminen abzugeben wie die Einkommensteuer-Voranmeldungen. Nach Ablauf des Veranlagungszeitraumes muss ebenfalls eine Steuererkl&auml;rung eingereicht werden. Die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns erfolgt durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach den Vorschriften des EStG und des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG). Behandlung von Gewinnaussch&uuml;ttungen Gewinnaussch&uuml;ttungen von der Kapitalgesellschaft an die Gesellschafter unterliegen bei diesem nochmals der Besteuerung. Werden die Anteile im Privatverm&ouml;gen gehalten, werden Aussch&uuml;ttungen seit dem 1. Januar 2009, mit einem Satz von 25 Prozent (mit Veranlagungsoption bei niedrigerem pers&ouml;nlichem Steuersatz) besteuert (&#039;&#039;Abgeltungssteuer&#039;&#039;). Werden die Anteile im Betriebsverm&ouml;gen gehalten (zum Beispiel einer GmbH und Co. KG), findet die Besteuerung nach dem so genannten &#039;&#039;Teileink&uuml;nfteverfahren&#039;&#039; statt. Dieses besagt, dass 60 Prozent der Aussch&uuml;ttung in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Besteuerung einbezogen werden und damit nur 40 Prozent von der Steuer frei gestellt sind. Ist der Anteilseigner eine Kapitalgesellschaft, zum Beispiel eine GmbH, sind die Dividenden dort wegen der sonst entstehenden Mehrfachbesteuerung zu 95 Prozent steuerfrei gestellt. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalt Die GmbH ist in Deutschland die h&auml;ufigste Form der Kapitalgesellschaft. Sie ben&ouml;tigt einen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, ihr Organ. Dessen Gehalt ist lohnsteuerpflichtig und wirkt zugleich als Betriebsausgabe der GmbH. Probleme kann es hierbei geben, wenn ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ein Gehalt bekommt, das nicht markt&uuml;blichen Konditionen entspricht. Dann kann es zu einer verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung kommen mit der Folge, dass das Gehalt nicht als Betriebsausgabe anerkannt und dem Gewinn hinzugerechnet wird. Bei einer GmbH gibt es somit drei Ebenen, auf denen Steuern gezahlt werden: Die GmbH selbst zahlt auf ihre Gewinne K&ouml;rperschaftsteuer, die Gesellschafter auf Gewinnaussch&uuml;ttungen in das Privatverm&ouml;gen Abgeltungsteuer und der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Lohnsteuer. 2.3 Gewerbesteuer Der Gewerbesteuer unterliegt jeder inl&auml;ndische Gewerbebetrieb. Angeh&ouml;rige freier Berufe m&uuml;ssen keine Gewerbesteuer bezahlen. Steuerschuldner ist bei Einzelunternehmen der Unternehmer, auf dessen Rechnung das Gewerbe betrieben wird, bei Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften ist Steuerschuldnerin die Gesellschaft. Die Gewerbesteuer wird von den Gemeinden erhoben, sie ist deren Hauptfinanzierungsquelle. Gewerbeertrag Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Steuer ist der Gewerbeertrag. Grundlage des Gewerbeertrags ist der nach Einkommensteuergesetz (EStG) oder K&ouml;rperschaftsteuergesetz (KStG) ermittelte Gewinn. Dieser wird durch verschiedene Hinzurechnungen und K&uuml;rzungen korrigiert. Gerade im Bereich der Hinzurechnungen haben sich hier durch die Unternehmensteuerreform 2008 wesentliche &Auml;nderungen ergeben. Danach m&uuml;ssen unter anderem 25 Prozent aller Zinszahlungen sowie des Zinsanteils, der in Mieten, Pachten, Leasingraten sowie Lizenzen steckt, hinzugerechnet werden. Dabei wird der jeweilige Zinsanteil vom Gesetz pauschal bestimmt und betr&auml;gt f&uuml;r Mieten Pachten und Leasingraten f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter 20 Prozent f&uuml;r Mieten Pachten und Leasingraten f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter 50 Prozent und f&uuml;r Lizenzen 25 Prozent. Berechnung der Gewerbesteuer Der Gewerbeertrag ist zun&auml;chst auf volle 100 Euro abzurunden und bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften um 24.500 Euro, h&ouml;chstens jedoch in H&ouml;he des abgerundeten Gewerbeertrags, zu k&uuml;rzen. Bei Kapitalgesellschaften gibt es keinen solchen Freibetrag. Als n&auml;chstes wird der Gewerbeertrag mit der Steuermesszahl multipliziert. Sie betr&auml;gt seit 1. Januar 2008 f&uuml;r Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften einheitlich 3,5 v. H. Beispiel: Gewerbeertrag einer OHG: Abgerundet Abz&uuml;glich Freibetrag Korrigierter Gewerbeertrag Der Steuermessbetrag wird dann mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert, in der Ihr Betrieb ans&auml;ssig ist. Gewerbesteuerschuld: 903 Euro x 475 v. H. (K&ouml;ln) 4.289,25 Euro. Anrechnung auf die Ertragsteuer Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen erfolgt eine pauschalierte Anrechnung auf den Teil der Einkommensteuer, der auf den Anteil der gewerblichen Eink&uuml;nfte entf&auml;llt. Die Anrechnung erfolgt in H&ouml;he des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrages. Dies f&uuml;hrt dazu, dass sich die Belastungswirkung der Gewerbesteuer in Kommunen mit Hebes&auml;tzen bis 400 neutralisiert, sofern ausreichend Einkommensteuer f&uuml;r die Anrechnung zur Verf&uuml;gung steht. Eine &Uuml;berkompensation durch die Anrechnung in F&auml;llen, in denen zum Beispiel aufgrund der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen die Gewerbesteuerschuld h&ouml;her ist als die Einkommensteuerschuld, findet nicht statt. Vorauszahlungen Der Steuerpflichtige hat am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November Vorauszahlungen an die Gemeinde abzuf&uuml;hren, in der der Betrieb angesiedelt ist, und nach Ende des Erhebungszeitraumes (in der Regel das Kalenderjahr) beim zust&auml;ndigen Finanzamt (Betriebsfinanzamt) eine Steuererkl&auml;rung abzugeben. Die Vorauszahlungen werden dann im Rahmen der Jahressteuererkl&auml;rung mit der Steuerschuld verrechnet. Detaillierte Informationen &uuml;ber die Gewerbesteuer finden Sie auch in unserer IHK-Information &#039;&#039;Die Gewerbesteuer&#039;&#039;, welches Sie im Internet unter www.ihk-koeln.de Dok.-Nr. 630 abrufen k&ouml;nnen. 2.4 Umsatzsteuer (USt) Die Umsatzsteuer wird auf Ums&auml;tze erhoben, die ein Unternehmer im Inland im Rahmen seines Unternehmens erzielt. In erster Linie sind hier Ums&auml;tze aus Warenlieferungen oder sonstigen Leistungen, zum Beispiel Dienstleistungen, gemeint. Unternehmer ist jeder, der eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Der Steuersatz betr&auml;gt 19 Prozent, f&uuml;r bestimmte Ums&auml;tze auch nur 7 Prozent. Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz gilt f&uuml;r B&uuml;cher und Zeitungen, f&uuml;r viele Lebensmittel und f&uuml;r die Erbringung einer Bef&ouml;rderungsleistung im Personenverkehr. Steuerbefreiungen Bestimmte Ums&auml;tze sind von der Umsatzsteuer befreit. Zu erw&auml;hnen sind hier insbesondere die Ausfuhrlieferungen und die innergemeinschaftlichen Lieferungen. Umsatzsteuervoranmeldung/Vorsteuerabzug In der Regel beziehen Sie von anderen Unternehmen Vorleistungen, die Sie zur Erstellung ihrer eigenen Leistung ben&ouml;tigen. Der Vorlieferant stellt Ihnen daf&uuml;r Umsatzsteuer in Rechnung. Diesen Betrag, Vorsteuer genannt, k&ouml;nnen Sie mit der Umsatzsteuer verrechnen, die Sie an das Finanzamt abf&uuml;hren m&uuml;ssen, wenn Sie Waren oder andere Leistungen verkaufen. Da die Umsatzsteuerpflicht bereits mit der Unternehmert&auml;tigkeit beginnt, k&ouml;nnen auch Vorsteuerbetr&auml;ge, die durch Anschaffungen im Rahmen der Existenzgr&uuml;ndung anfallen, beim Finanzamt geltend gemacht werden. F&uuml;r die Gr&uuml;ndung einer GmbH gilt, dass Vorgesellschaft und GmbH steuerlich als ein Subjekt angesehen werden. Beispiel: Im Voranmeldungszeitraum t&auml;tigen Sie Wareneink&auml;ufe im Wert von 10.000 Euro zuz&uuml;glich 1.900 Euro Vorsteuer und Warenverk&auml;ufe im Wert von 15.000 Euro zuz&uuml;glich 2.850 Euro Umsatzsteuer. An das Finanzamt sind 950 Euro (2.850 Euro - 1.900 Euro) als Umsatzsteuervorauszahlung abzuf&uuml;hren. Als Existenzgr&uuml;nder sind Sie in den ersten zwei Jahren zur monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet. Ansonsten ist Voranmeldezeitraum grunds&auml;tzlich das Kalendervierteljahr, es sei denn die Steuer f&uuml;r das vorangegangene Kalenderjahr betr&auml;gt mehr als 7.500 Euro. In diesem Fall sind auch nach den ersten zwei Gr&uuml;ndungsjahren monatliche Anmeldungen abzugeben. Bei einer abzuf&uuml;hrenden Umsatzsteuer des Vorjahres von weniger als 1.000 Euro kann das Finanzamt den Unternehmer von der Pflicht zur Voranmeldung und Vorauszahlung befreien. Der Unternehmer muss bis zum 10. Tag nach Ablauf eines jeden Voranmeldungszeitraums eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben und gleichzeitig die von ihm berechnete Umsatzsteuerzahllast abf&uuml;hren. Kommt es zu einem Vorsteuer&uuml;berhang weil die gezahlte Vorsteuer die erhaltene Umsatzsteuer &uuml;bersteigt, erstattet das Finanzamt diesen &Uuml;berhang. Allerdings ist dabei zu beachten, dass es die Erstattung von der Hinterlegung einer Sicherheitsleistung, zum Beispiel eine Bankb&uuml;rgschaft, abh&auml;ngig machen kann. Die Anmeldungen sind grunds&auml;tzlich in elektronischer Form zu &uuml;bermitteln. In H&auml;rtef&auml;llen (zum Beispiel bei Nichtvorhandensein eines Computers mit Internetzugang) kann ebenso wie bei den Lohnsteueranmeldungen auf schriftlichen Antrag die &Uuml;bermittlung in Papierform vom Finanzamt gestattet werden. Unternehmer, die ihre Umsatzsteuervoranmeldungen monatlich abgeben, k&ouml;nnen j&auml;hrlich bis zum 10. Februar einen Antrag auf Fristverl&auml;ngerung beim Finanzamt stellen. Voranmeldungen und Vorauszahlungen sind dann jeweils einen Monat sp&auml;ter f&auml;llig. Die Fristverl&auml;ngerung ist davon abh&auml;ngig, dass eine Sondervorauszahlung in H&ouml;he eines Elftels der Summe der Vorauszahlungen des vorangegangenen Jahres angemeldet und bis zum 10 Februar geleistet wird (&sect; 47 Absatz 1 UmsatzsteuerDurchf&uuml;hrungsverordnung). Die Steuer wird grunds&auml;tzlich nach vereinbarten Entgelten (Soll-Besteuerung) berechnet. Es kommt also nicht darauf an, ob der Kunde bereits bezahlt hat. Die Umsatzsteuer entsteht mit Ausf&uuml;hrung der Leistung. Abweichend hiervon kann auf Antrag die so genannte Ist-Besteuerung angewendet werden. In diesem Fall erfolgt die Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer nach den vereinnahmten, also zugeflossenen Entgelten. Voraussetzung hierf&uuml;r ist allerdings, dass Sie alternativ bestimmte Voraussetzungen erf&uuml;llen. Diese ist einmal, dass der Netto-Umsatz im Vorjahr oder im Jahr der Gr&uuml;ndung 500.000 Euro nicht &uuml;berschreitet. Ebenso k&ouml;nnen Unternehmer, die aufgrund einer Billigkeitsregelung von der Buchf&uuml;hrungspflicht befreit sind, die Ist-Besteuerung beantragen, ebenso Angeh&ouml;rige von freien Berufen. Umsatzsteuererkl&auml;rung Nach Ablauf des Kalenderjahres hat der Unternehmer eine eigenh&auml;ndig unterschriebene Umsatzsteuererkl&auml;rung einzureichen, in der er die Umsatzsteuerzahllast oder den &Uuml;berschuss f&uuml;r das gesamte Kalenderjahr selbst berechnet. Ausstellen von Rechnungen Ein Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtige Ums&auml;tze t&auml;tigt, ist berechtigt beziehungsweise auf Verlangen des belieferten Unternehmers verpflichtet, Rechnungen auszustellen. F&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger ist eine Rechnung insbesondere deshalb von Bedeutung, weil er nur dann die darin ausgewiesene Steuer als Vorsteuer abziehen kann. Die Rechnung muss folgenden Inhalt haben: Ein Beispiel f&uuml;r eine Musterrechnung finden Sie im Anhang zu dieser IHK-Information. Bitte beachten Sie, dass &uuml;ber die vorgenannten Pflichtangaben der Rechnung auch weitere Angaben f&uuml;r die korrekte Rechnungsstellung notwendig sein k&ouml;nnen. Beispielhaft genannt sind der Hinweis auf die Steuerschuld des Leistungsempf&auml;ngers bei Umkehr der Steuerschuldnerschaft oder ein Hinweis auf die Aufbewahrungsfrist des Leistungsempf&auml;ngers bei Bauleistungen an Privatpersonen. F&uuml;r Rechnungen, deren Rechnungsbetrag 150 Euro einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer nicht &uuml;bersteigt, gibt es eine Vereinfachungsregel. F&uuml;r den Vorsteuerabzug gen&uuml;gt es, folgende Angaben in der Rechnung Weitergehende Informationen zur Rechnungsstellung finden Sie in der IHK-Information</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01067.pdf">Publikation zeigen</a></p>