<h1>Privatnutzung von Dienstwagen</h1> <h2>Info f&uuml;r Arbeitnehmer &uuml;ber die steuerliche Behandlung der Privatnutzung von personengebundenen Dienst-Kfz oder aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses von Dritten &uuml;berlassenen Dienst-Kfz... Quelle Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg</h2> <p>Informationsblatt f&uuml;r Arbeitnehmer zur steuerrechtlichen Behandlung der &Uuml;berlassung von Dienstwagen Inhaltsverzeichnis Pauschale Ermittlung des Nutzungswerts (1%-Methode) Privatfahrten Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte Familienheimfahrten Verbindung einer Familienheimfahrt mit einer Dienstreise Fahrten im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern Begrenzung des pauschalen Nutzungswerts Fahrergestellung Nutzungsentgelt / Zuzahlung des Arbeitnehmers Individuelle Nutzungswertermittlung (Fahrtenbuch-Methode) Gesamtkosten Das ordnungsgem&auml;&szlig;e Fahrtenbuch a) Aufzeichnung der dienstlichen Fahrten b) Aufzeichnungen zu Privatfahrten c) Abgrenzung zwischen privater und dienstlicher Veranlassung d) Pflichten Fahrten im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern Fahrergestellung Nutzungsentgelt / Zuzahlungen des Arbeitnehmers Unfallkosten Park and Ride Lohnsteuerabzugsverfahren 1. pauschale oder individuelle Ermittlung des Nutzungswerts 2. Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15% bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Arbeitsst&auml;tte Wird der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer (ArbN) bzw. ihren Angeh&ouml;rigen ein Kraftfahrzeug f&uuml;r andere als berufliche Fahrten kostenlos oder verbilligt zur Verf&uuml;gung gestellt, so handelt es sich dabei um einen geldwerten Vorteil, der dem ArbN im Rahmen seines Arbeitsverh&auml;ltnisses zugewendet wird und deshalb grunds&auml;tzlich dem steuerpflichtigen Arbeitslohn zuzurechnen ist. Zur privaten Nutzung eines Dienstwagens geh&ouml;ren alle Fahrten, die einem privaten Zweck dienen, z.B. Urlaubsfahrten, Einkaufsfahrten, Fahrten zu privaten Gastst&auml;ttenbesuchen. Fahrten im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten, Ehren&auml;mtern oder im Rahmen einer anderen Einkunftsart geh&ouml;ren unter Umst&auml;nden auch zu den Privatfahrten (vgl. hierzu n&auml;here Ausf&uuml;hrungen unter Abschnitt II. 5 und Abschnitt III.2). Zus&auml;tzlich zu dem f&uuml;r reine Privatfahrten anzusetzenden geldwerten Vorteil sind die Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (bis 2013 regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte) und ggf. die Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung mit einem gesonderten Wert zu erfassen. Der geldwerte Vorteil aus der &Uuml;berlassung eines Dienstwagens kann nach zwei Berechnungsmethoden ermittelt werden. Grunds&auml;tzlich ist nach der pauschalen Nutzungswertermittlung (sog. 1%-Methode) zu verfahren. In Abstimmung mit dem Arbeitgeber kann sich der ArbN aber auch f&uuml;r eine individuelle Nutzungswertermittlung (Einzelnachweis, sog. Fahrtenbuch-Methode) entscheiden. Das Verfahren darf bei demselben Dienstwagen w&auml;hrend des Kalenderjahres nicht gewechselt werden. Die Festlegung auf die Anwendung einer Nutzungswertermittlungsart gilt f&uuml;r alle privaten Fahrten. Nicht m&ouml;glich ist es z.B., die individuelle Nutzungswertermittlung auf Urlaubsfahrten zu beschr&auml;nken, wenn das Kraftfahrzeug mit pauschaler Nutzungswertermittlung f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte genutzt wird. Bei seiner Einkommensteuerveranlagung ist der ArbN nicht an das f&uuml;r den Lohnsteuerabzug gew&auml;hlte Verfahren gebunden. So ist ein Wechsel von der individuellen Nutzungswertermittlung (Fahrtenbuchmethode) zur pauschalen Nutzungswertermittlung (1%-Methode) unproblematisch, der Wechsel von der pauschalen Nutzungswertermittlung im Lohnsteuerabzugsverfahren zur individuellen Nutzungswertermittlung im Veranlagungsverfahren setzt allerdings voraus, dass w&auml;hrend der gesamten Nutzungszeit des Dienstwagens im Veranlagungsjahr ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gef&uuml;hrt wurde. Pauschale Ermittlung des Nutzungswerts (sog. 1%-Methode) Der Begriff &#039;&#039;Privatfahrt&#039;&#039; umfasst sowohl die Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (Arbeitsstelle) als auch sonstige Privatfahrten und die zweite und jede weitere Familienheimfahrt pro Woche. Steuerrechtlich erfolgt eine unterschiedliche Bewertung des geldwerten Vorteils: Der pauschale Nutzungswert einer Dienstwagen&uuml;berlassung setzt sich zusammen aus der Bewertung der &#039;&#039;reinen&#039;&#039; Privatfahrten (Tz. II.1), der Bewertung der Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (Tz. II.2) und der Bewertung der Familienheimfahrten, sofern der Sachverhalt einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung erf&uuml;llt ist (Tz. II.3). Nach der Rechtsprechung sind die jeweiligen Teilnutzungswerte nach dem tats&auml;chlichen Nutzungsumfang anzusetzen. Folglich sind die 1% des Listenpreises nicht zu ber&uuml;cksichtigen, wenn der ArbN seinen Dienstwagen lediglich f&uuml;r dienstliche Zwecke und f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte, nicht aber f&uuml;r sonstige Privatfahrten nutzen darf (siehe zu II.9). 1. Privatfahrten (ohne Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte) Die Nutzung eines Dienstwagens zu (sonstigen) Privatfahrten ist mit monatlich 1% des inl&auml;ndischen Listenpreises des Kraftfahrzeugs zu bewerten. Listenpreis ist die auf volle 100 Euro abgerundete unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Erstzulassung -ohne Ber&uuml;cksichtigung gew&auml;hrter Rabatte und einschlie&szlig;lich der Zuschl&auml;ge f&uuml;r werkseitig im Zeitpunkt der Erstzulassung eingebaute Sonderausstattungen (z.B. Autoradio, Schiebedach, Klimaanlage, besondere technische Ausstattungen, besondere Bereifung, Satellitennavigationsger&auml;t) und der Umsatzsteuer. Der Wert eines Autotelefons einschlie&szlig;lich Freisprechanlage sowie der Wert eines weiteren Satzes Reifen einschlie&szlig;lich Felgen bleiben au&szlig;er Ansatz. K&uuml;rzungen der Werte, z.B. wegen eines privaten Zweitwagens oder wegen der &Uuml;bernahme der Treibstoffkosten oder Garagenkosten durch den ArbN, sind nicht zul&auml;ssig. Diese Wertermittlung ist auch dann vorzunehmen, wenn das Kraftfahrzeug gebraucht gekauft oder geleast wird. Bei einem Kraftfahrzeug, das aus Sicherheitsgr&uuml;nden gepanzert ist, ist der Listenpreis des leistungsschw&auml;cheren Kraftfahrzeugs zugrunde zu legen, das dem ArbN zur Verf&uuml;gung gestellt w&uuml;rde, wenn seine Sicherheit nicht gef&auml;hrdet w&auml;re. Sicherheitsausr&uuml;stungen im v. g. Sinne sind ausschlie&szlig;lich Vorkehrungen zum Personenschutz (z.B. Panzerglas). Bei lediglich der Verkehrssicherheit dienenden Einbauten (z.B. Feuerl&ouml;scher, Bremsassistent o. &auml;.) ist eine Minderung der Bemessungsgrundlage nicht m&ouml;glich. Der Monatswert ist auch dann anzusetzen, wenn der ArbN den ihm &uuml;berlassenen Dienstwagen tats&auml;chlich nur gelegentlich nutzt oder wenn er von seinem Zugriffsrecht auf ein Kraftfahrzeug aus einem Fahrzeugpool nur gelegentlich Gebrauch macht. Die Monatsbetr&auml;ge brauchen nicht angesetzt zu werden f&uuml;r volle Kalendermonate, in denen dem ArbN kein Kraftfahrzeug zur Verf&uuml;gung steht, oder wenn dem ArbN das Kraftfahrzeug nur aus besonderem Anlass oder nur zu einem besonderen Zweck gelegentlich (von Fall zu Fall) mit Einzelgenehmigung f&uuml;r nicht mehr als f&uuml;nf Kalendertage im Kalendermonat &uuml;berlassen wird. Dann ist die Nutzung f&uuml;r Privatfahrten und f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte je Fahrtkilometer mit 0,001% des inl&auml;ndischen Listenpreises des Kraftfahrzeugs zu bewerten. Zum Nachweis der Fahrtstrecke m&uuml;ssen die Kilometerst&auml;nde festgehalten werden. Werden dem ArbN w&auml;hrend eines Kalendermonats unterschiedliche Kraftfahrzeuge zur privaten Nutzung &uuml;berlassen, so ist das Kraftfahrzeug der pauschalen Nutzungswertbesteuerung zugrunde zu legen, das der ArbN &uuml;berwiegend nutzt, dies gilt auch f&uuml;r den Monat des Fahrzeugwechsels. 2. Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte Kann der Dienstwagen auch f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte genutzt werden, so ist diese Nutzung grunds&auml;tzlich - unabh&auml;ngig von der Nutzung des Kraftfahrzeugs zu Privatfahrten (vgl. Tz. II.1) - zus&auml;tzlich monatlich mit 0,03% des inl&auml;ndischen Listenpreises (inl&auml;ndischer Listenpreis vgl. Tz. II.1) f&uuml;r jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte anzusetzen. Dies gilt dann unabh&auml;ngig davon, wie oft das Kraftfahrzeug f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte tats&auml;chlich genutzt wird. Der Monatswert gilt auch dann, wenn das Kraftfahrzeug dem ArbN nur zeitweise zur Verf&uuml;gung steht. Ein z.B. durch Urlaub oder Krankheit bedingter Nutzungsausfall ist bereits im Nutzungswert pauschal ber&uuml;cksichtigt. Der gesetzliche monatliche Zuschlag mit 0,03% des inl&auml;ndischen Listenpreises je Entfernungskilometer basiert auf Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte an 180 Tagen im Jahr bzw. an 15 Tagen im Monat. Steht zu Jahresbeginn oder bei erstmaliger &Uuml;berlassung eines Dienstwagens fest, dass der Dienstwagennutzer regelm&auml;&szlig;ig im Durchschnitt an weniger als 15 Tagen im Monat Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte vornimmt, kann er nach h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung mit dem Arbeitgeber eine arbeitsrechtliche Vereinbarung treffen, dass nur die tats&auml;chlichen Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte der Besteuerung zugrunde gelegt werden. Unter Angabe der genauen Tage (Datumsangabe) und des Fahrzeugs werden dann Einzelfahrten im jeweiligen Monat mit 0,002% des inl&auml;ndischen Listenpreises je Entfernungskilometer besteuert. Kann dieses Wahlrecht zu Beginn des Jahres bzw. bei Nutzungsbeginn mangels fehlender Erkenntnisse &uuml;ber die Intensit&auml;t derartiger Fahrten nicht ausge&uuml;bt werden oder stellt sich zum Beispiel erst am Ende des Jahres heraus, dass an weniger als 180 Tagen Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte stattgefunden haben und eine Besteuerung mit monatlich 0,03% des Listenpreises vorgenommen wurde, kann der Dienstwagennutzer im Rahmen des Veranlagungsverfahrens die Einzelfahrtbetrachtung mit seiner Einkommensteuererkl&auml;rung geltend machen. Er hat dann dem Finanzamt entsprechende Nachweise vorzulegen, beispielsweise eine kalendarische Aufstellung der Fahrttage, Bescheinigung des Arbeitgebers &uuml;ber die erfolgte pauschale Besteuerung mit 0,03% des inl&auml;ndischen Listenpreises je Entfernungskilometer etc. Erfolgt auf Grund der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber die monatliche Einzelfahrtbesteuerung, weil die Prognose zu diesem Zeitpunkt eine geringere Anzahl von Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (weniger als 180 Tage im Kalenderjahr) vorsah und stellt sich diese wegen der &Auml;nderung der Umst&auml;nde als falsch heraus, d.h. es werden an mehr als 180 Tagen Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte unternommen, endet die Besteuerung (Deckelung) durch den Arbeitgeber ab dem 181. Tag f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte. Eine monatliche Begrenzung auf 15 Fahrten ist ausgeschlossen. Ein Wechsel von der pauschalen 0,03%-Regelung zur 0,002%Regelung im laufenden Jahr ist nicht m&ouml;glich. Dem pauschalen Nutzungswert ist die einfache Entfernung zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugrunde zu legen, diese ist auf den n&auml;chsten vollen Kilometerbetrag abzurunden. Nutzt der ArbN verschiedene Kraftfahrzeuge f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte, so ist zur Ermittlung des Nutzungswerts stets der Listenpreis des &uuml;berwiegend genutzten Kraftfahrzeugs f&uuml;r diese Fahrten zugrunde zu legen. F&auml;hrt der ArbN abwechselnd zu verschiedenen Wohnungen, ist bei dem pauschalen Monatswert die Entfernung zur n&auml;her gelegenen Wohnung zugrunde zu legen. Wege von der weiter entfernt liegenden Wohnung werden nur ber&uuml;cksichtigt, wenn diese den Mittelpunkt der Lebensinteressen des ArbN bildet. F&uuml;r jede dieser Fahrten ist zus&auml;tzlich ein pauschaler Nutzungswert von 0,002% des inl&auml;ndischen Listenpreises des Kraftfahrzeugs f&uuml;r jeden vollen Kilometer der Entfernung dem Arbeitslohn zuzurechnen, soweit sie die Entfernung zur n&auml;her gelegenen Wohnung &uuml;bersteigt. Ein geldwerter Vorteil ist f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht zu erfassen, wenn der ArbN ein Kraftfahrzeug ausschlie&szlig;lich an den Tagen f&uuml;r seine Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte erh&auml;lt, an denen es erforderlich werden kann, dass er dienstliche Fahrten unmittelbar von der Wohnung aus antritt (siehe Tz. II.4). 3. Familienheimfahrten Familienheimfahrten liegen vor, wenn man au&szlig;erhalb des Ortes, in dem sich der Familienhausstand/ Haupthausstand befindet, eine weitere Wohnung am Arbeitsort unterh&auml;lt. Wird dem ArbN ein Dienstwagen unentgeltlich zu w&ouml;chentlichen Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung &uuml;berlassen, so ist ein Nutzungswert nicht zu erfassen, soweit f&uuml;r diese Fahrten ein Abzug von Werbungskosten in Betracht k&auml;me, d.h. f&uuml;r eine Familienheimfahrt w&ouml;chentlich. Wird der Dienstwagen zu mehr als einer Familienheimfahrt genutzt, so ist f&uuml;r jede dieser zus&auml;tzlichen Familienheimfahrten ein pauschaler Nutzungswert von 0,002% des inl&auml;ndischen Listenpreises (inl&auml;ndischer Listenpreis vgl. Tz. II.1) f&uuml;r jeden Kilometer der Entfernung zwischen Besch&auml;ftigungsort und Ort des eigenen Hausstands anzusetzen. 4. Verbindung von Familienheimfahrt mit einer Dienstreise Dienstliche Verrichtungen auf dem Wege zum oder vom Familienwohnsitz ver&auml;ndern den Charakter der (privaten) Fahrt nicht wesentlich. Regelm&auml;&szlig;ig wird demzufolge nur die Umwegstrecke dienstlicher Natur sein. Der Charakter der Fahrt wandelt sich erst dann zu einer insgesamt berufsbedingten Dienstfahrt (Dienstreise), wenn die dienstliche Verrichtung am jeweiligen Zielort ein gewisses Eigengewicht hat. Beispiel A f&auml;hrt vom Familienwohnsitz zur Kreisverwaltung, um dort an einer Bauausf&uuml;hrungsabstimmung teilzunehmen. Am sp&auml;ten Nachmittag f&auml;hrt er zu seiner Arbeitsst&auml;tte (Ort seiner ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte). Bei der T&auml;tigkeit in der Kreisverwaltung wird von einem hinreichenden (zeitlichen) Eigengewicht auszugehen sein, so dass die gesamte Fahrt (von der Familienwohnung zur Kreisverwaltung, von der Kreisverwaltung zu seiner Arbeitsst&auml;tte) als Dienstreise anzusehen ist. Zum gleichen Ergebnis kommt man, wenn der ArbN von der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte eine Dienstreise antritt, die am Familienwohnsitz endet. Beispiel A f&auml;hrt am Montag vom Familienwohnsitz zur ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte, dem Pr&uuml;fb&uuml;ro f&uuml;r Baustatik X in Cottbus. Am Freitag f&auml;hrt A vom Pr&uuml;fb&uuml;ro f&uuml;r Baustatik X nach Potsdam, verrichtet dort ganztags Dienstgesch&auml;fte, um am Abend direkt von Potsdam an den Familienwohnsitz zur&uuml;ckzukehren. F&uuml;r die Ermittlung des Nutzungswertes ist lediglich die Fahrt am Montag einzubeziehen. Bei den Fahrten am Freitag handelt es sich insgesamt um Dienstreisen, die am Familienwohnsitz enden, denn die ganzt&auml;gige dienstliche T&auml;tigkeit hat ein gewisses Eigengewicht. Beispiel A f&auml;hrt vom Familienwohnsitz zun&auml;chst die Stadtverwaltung an, um einige dienstliche Unterlagen dort abzugeben, um dann weiter zu seinem Pr&uuml;fb&uuml;ro f&uuml;r Baustatik, der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zu fahren. F&uuml;r die Ermittlung des privaten Nutzungswertes ist die Fahrt einzubeziehen. Die dienstliche Verrichtung der Abgabe der Unterlagen hat insoweit kein hinreichendes Eigengewicht um die private Veranlassung der Fahrt zu &uuml;berdecken. 5. Fahrten im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern Kann der Dienstwagen auch im Rahmen einer anderen Einkunftsart genutzt werden, ist diese Nutzungsm&ouml;glichkeit mit dem Nutzungswert nach der 1%-Regelung abgegolten. 6. Begrenzung des pauschalen Nutzungswerts - Deckelung Der pauschale Nutzungswert f&uuml;r Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte und Familienheimfahrten kann die dem Arbeitgeber f&uuml;r das Kraftfahrzeug insgesamt entstandenen Kosten &uuml;bersteigen (zum Beispiel aufgrund g&uuml;nstiger Leasingkonditionen). Wird dies im Einzelfall nachgewiesen, so ist der Nutzungswert h&ouml;chstens mit dem Betrag der Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs anzusetzen (Deckelung). 7. Fahrergestellung Wird dem ArbN ein Dienstwagen mit Fahrer zur Verf&uuml;gung gestellt, ist der geldwerte Vorteil aus der Fahrergestellung zus&auml;tzlich zum geldwerten Vorteil der Dienstwagen&uuml;berlassung als Arbeitslohn zu erfassen. Ma&szlig;stab zur Bewertung dieses Vorteils ist der Wert einer von einem fremden Dritten bezogenen vergleichbaren Dienstleistung, wobei dieser Wert den zeitanteiligen Personalkosten des Arbeitgebers entsprechen kann aber nicht muss. Hier kann insgesamt einheitlich f&uuml;r das Kalenderjahr f&uuml;r Privatfahrten (vgl. Tz. II.1), f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (vgl. Tz. II.2) sowie f&uuml;r Familienheimfahrten (vgl. Tz. II.3) als &uuml;blicher Endpreis am Abgabeort der Anteil an den tats&auml;chlichen Lohn- und Lohnnebenkosten des Fahrers (d.h. insbesondere: Bruttoarbeitslohn, Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur Sozialversicherung, Verpflegungszusch&uuml;sse sowie Kosten beruflicher Fort- und Weiterbildung f&uuml;r den Fahrer) angesetzt werden, welcher der Einsatzdauer des Fahrers im Verh&auml;ltnis zu dessen Gesamtarbeitszeit entspricht. Zur Einsatzdauer des Fahrers geh&ouml;ren auch die Stand- und Wartezeiten des Fahrers, nicht aber die bei der &Uuml;berlassung eines Kraftfahrzeugs mit Fahrer durch die An- und Abfahrten des Fahrers durchgef&uuml;hrten Leerfahrten und die anfallenden R&uuml;stzeiten, diese sind den dienstlichen Fahrten zuzurechnen. Diese tats&auml;chlichen Lohn- und Lohnnebenkosten sind dann vom Arbeitgeber dem ArbN ggf. auch f&uuml;r die Einkommensteuererkl&auml;rung mitzuteilen. Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden kann der jeweilige private Nutzungswert durch Erh&ouml;hung der geldwerten Vorteile durch die Dienstwagen&uuml;berlassung ermittelt werden und zwar wie folgt: f&uuml;r Privatfahrten (vgl. Tz. II.1) um o 50%, wenn der Fahrer &uuml;berwiegend in Anspruch genommen wird, o 40%, wenn der ArbN den Dienstwagen h&auml;ufig selbst steuert, o 25%, wenn der ArbN den Dienstwagen weit &uuml;berwiegend selbst steuert, f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (vgl. Tz. II.2) und f&uuml;r die mit Fahrer tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrten Familienheimfahrten (vgl. Tz. II.3) um 50% , f&uuml;r die zweite und jede weitere Familienheimfahrt anl&auml;sslich einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung erh&ouml;ht sich der auf die einzelne Familienheimfahrt entfallende Nutzungswert nur dann um 50%, wenn f&uuml;r diese Fahrt ein Fahrer tats&auml;chlich in Anspruch genommen worden ist. Kommt eine Deckelung in Betracht (vgl. Tz. II.6), so ist der mit dem Betrag der Gesamtkosten gedeckelte Nutzungswert stets um 50% zu erh&ouml;hen, wenn das Kraftfahrzeug mit Fahrer zur Verf&uuml;gung gestellt worden ist. Der Arbeitgeber kann im Lohnsteuerabzugsverfahren den geldwerten Vorteil aus der Fahrergestellung nach den oben beschriebenen Verfahren ansetzen. Dieses Wahlrecht hat der Arbeitgeber f&uuml;r das Kalenderjahr f&uuml;r alle Privatfahrten einschlie&szlig;lich der Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte sowie f&uuml;r Familienheimfahrten einheitlich auszu&uuml;ben. Der ArbN kann den geldwerten Vorteil aus der Fahrergestellung bei seiner Einkommensteuerveranlagung nach den vorgenannten Grunds&auml;tzen auch abweichend vom Arbeitgeber bewerten und gegen&uuml;ber dem Finanzamt nachweisen. Diese Wahl kann im Kalenderjahr f&uuml;r alle Fahrten insgesamt nur einheitlich ausge&uuml;bt werden. Bei einer abweichenden Bewertung sind der im Lohnsteuerabzugsverfahren angesetzte Vorteil sowie die Berechnungsgrundlagen nachzuweisen (z.B. durch eine formlose Mitteilung des Arbeitgebers). Bei einem Dienstwagen, der aus Sicherheitsgr&uuml;nden ein sondergesch&uuml;tztes (gepanzertes) und deshalb zum Selbststeuern nicht geeignet ist, f&uuml;hrt die Fahrergestellung nicht zu einer Erh&ouml;hung des Nutzungswerts. Es ist dabei unerheblich, in welche Gef&auml;hrdungsstufe der ArbN eingeordnet ist. 8. Nutzungsentgelt / Zuzahlungen des Arbeitnehmers Zahlt der ArbN ein Entgelt f&uuml;r die Nutzung, so mindert dies den geldwerten Vorteil. Es ist dabei gleichg&uuml;ltig, ob es sich um pauschale oder kilometerbezogene Zuzahlungen handelt. Pauschale und kilometerbezogene Zuzahlungen k&ouml;nnen aber nur dann ber&uuml;cksichtigt werden, wenn es sich um Geldleistungen handelt. Stellt der ArbN dagegen z.B. seine private Garage f&uuml;r den Dienstwagen zur Verf&uuml;gung oder &uuml;bernimmt er ganz oder teilweise die Treibstoffkosten, so kann der Wert dieser Sachleistungen nicht mit dem geldwerten Vorteil verrechnet werden (vgl. Tz. II.1). Individuelle Nutzungswertermittlung (Fahrtenbuch-Methode) Anstelle des pauschalen Nutzungswerts (vgl. Tz. II.) kann der Wert der privaten Nutzung des dem ArbN &uuml;berlassenen Dienstwagens mit den tats&auml;chlichen Aufwendungen f&uuml;r das Kraftfahrzeug angesetzt werden, die auf die privaten Fahrten entfallen. Das setzt voraus, dass die f&uuml;r das Kraftfahrzeug insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege (Gesamtkosten) und das Verh&auml;ltnis der privaten zu den &uuml;brigen Fahrten durch ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Bei wechselnden Kraftfahrzeugen sind f&uuml;r jedes Kraftfahrzeug die insgesamt entstehenden Aufwendungen und das Verh&auml;ltnis der privaten zu den &uuml;brigen Fahrten nachzuweisen (Fahrtenb&uuml;cher werden fahrzeugbezogen gef&uuml;hrt). Anhand der tats&auml;chlich nachgewiesenen Kosten und laufenden Aufzeichnungen in einem Fahrtenbuch wird dann der individuelle Kilometersatz ermittelt, nach dem alle Fahrten zu bewerten sind, f&uuml;r die ein geldwerter Vorteil zu versteuern ist. Es bestehen keine Bedenken, wenn im Laufe des Kalenderjahres (d.h. im Lohnsteuerabzugsverfahren) die Privatfahrten vorl&auml;ufig mit 0,001% des Listenpreises je Fahrtkilometer angesetzt werden (siehe auch unter VI.) Die Gesamtkosten sind als Summe der Nettoaufwendungen (z.B. Betriebsstoffkosten, Wartung / Pflege / Reparatur einschlie&szlig;lich Materialkosten, Auspuff, Bremsen, Batterie, Gl&uuml;hlampen usw., Garagenkosten, Kfz-Steuer, Haftpflicht, Kasko, u. a.) zuz&uuml;glich Umsatzsteuer und der Absetzung f&uuml;r Abnutzung zu ermitteln. Den Absetzungen f&uuml;r Abnutzung sind die tats&auml;chlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten (einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer) des einzelnen Kraftfahrzeugs zugrunde zu legen. Bei Leasingfahrzeugen ist anstelle der Absetzung f&uuml;r Abnutzung die jeweilige Leasingrate anzusetzen. Im Rahmen der Fahrtenbuchmethode sind die Gesamtkosten jedenfalls dann periodengerecht anzusetzen, wenn der Arbeitgeber die Kosten des von ihm &uuml;berlassenen Kfz in seiner Gewinnermittlung dementsprechend erfassen muss. Deshalb sind in der Gewinnermittlung zu erfassende Leasingsonderzahlungen, die f&uuml;r einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erbracht werden, nur zeitanteilig bei den &#039;&#039;gesamten Kfz-Aufwendungen&#039;&#039; zu ber&uuml;cksichtigen Die Bildung eines Durchschnittswerts der Gesamtkosten mehrerer Fahrzeuge zur Ermittlung des geldwerten Vorteils ist nicht zul&auml;ssig. Es ist auch nicht zul&auml;ssig, die individuelle Nutzungswertermittlung auf Privatfahrten zu beschr&auml;nken, wenn der Dienstwagen auch zu Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte genutzt wird. Bei einem aus Sicherheitsgr&uuml;nden gepanzerten Kraftfahrzeug ist bei der Berechnung der Gesamtkosten die Absetzung f&uuml;r Abnutzung nach den Anschaffungskosten des leistungsschw&auml;cheren Kraftfahrzeugs zugrunde zu legen, das dem ArbN zur Verf&uuml;gung gestellt w&uuml;rde, wenn seine Sicherheit nicht gef&auml;hrdet w&auml;re. Im Hinblick auf die durch die Panzerung verursachten h&ouml;heren laufenden Betriebskosten bestehen keine Bedenken, wenn der Nutzungswertermittlung 70% der tats&auml;chlich festgestellten laufenden Kosten (ohne Absetzung f&uuml;r Abnutzung) zugrunde gelegt werden. 2. Das ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrte Fahrtenbuch Ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch (steuerlicher &#039;&#039;Eigenbeleg&#039;&#039; in geschlossener Form) setzt voraus, dass die dienstlich und die einzelnen privat zur&uuml;ckgelegten Fahrtstrecken gesondert und laufend, d.h. zeitnah, eingetragen werden. a) Aufzeichnungen der dienstliche Fahrten F&uuml;r jede einzelne dienstliche Fahrt sind grunds&auml;tzlich die folgenden Mindestangaben erforderlich: Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder einzelnen Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit (Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit ist jede berufliche T&auml;tigkeit au&szlig;erhalb der eigenen ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte, also auch T&auml;tigkeiten innerhalb der Stadt), Reiseziel und bei Umwegen auch die Reiseroute, Reisezweck und aufgesuchte Gesch&auml;ftspartner. Der ArbN hat anhand objektiver Tatsachen im Fahrtenbuch darzulegen, dass die Fahrtkosten in tats&auml;chlichem und wirtschaftlichem Zusammenhang mit der dienstlichen T&auml;tigkeit angefallen sind. Der Reisezweck sollte daher so konkret wie m&ouml;glich gefasst werden. Nur durch hinreichend konkretisierte Eintragungen des Reisezwecks kann die dienstliche Veranlassung nachgewiesen und damit die private Veranlassung ausgeschlossen werden. Die dienstliche Veranlassung muss plausibel erscheinen und gegebenenfalls einer stichprobenartigen Nachpr&uuml;fung standhalten. Auf einzelne der oben genannten Angaben kann deshalb nur verzichtet werden, soweit wegen der besonderen Umst&auml;nde im Einzelfall die erforderliche Aussagekraft zur dienstlichen Veranlassung und &Uuml;berpr&uuml;fungsm&ouml;glichkeit nicht beeintr&auml;chtigt wird. So ist z.B. die Reiseroute nur dann von Interesse, wenn sich eine gr&ouml;&szlig;ere Differenz zwischen direkter Entfernung und tats&auml;chlich gefahrenen Kilometern ergibt. In einem solchem Fall ist eine Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Umwegstrecke zum Nachweis ihrer beruflichen Veranlassung erforderlich. Bei sicherheitsgef&auml;hrdeten Personen (Gef&auml;hrdungsstufen 1, 2 oder 3), deren Fahrtroute h&auml;ufig von sicherheitsbegr&uuml;ndeten Gesichtspunkten bestimmt wird, kann auf die Angabe der Reiseroute auch bei gr&ouml;&szlig;eren Differenzen zwischen der direkten Entfernung und der tats&auml;chlichen Fahrtstrecke verzichtet werden. Analog hierzu sind sicherheitsbedingte Umwegstrecken bei Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte unbeachtlich. Die Fahrtstrecke ist auf der Grundlage der k&uuml;rzesten benutzbaren / ggf. verkehrsg&uuml;nstigsten Stra&szlig;enverbindung zu ermitteln. Dies gilt dann auch f&uuml;r den Werbungskostenabzug im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung. Dem Fahrtenbuch kommt als &#039;&#039;Eigenbeleg&#039;&#039; die Aufgabe zu, &uuml;ber die unternommenen Fahrten Rechenschaft abzulegen, das wiederum ist nur gesichert, wenn die erforderlichen Angaben in &#039;&#039;geschlossener Form&#039;&#039; festgehalten werden. Die Aufzeichnungen im Fahrtenbuch selbst m&uuml;ssen eine hinreichende Gew&auml;hr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit und Richtigkeit daf&uuml;r bieten, dass der zu versteuernde Privatanteil an der Gesamtfahrleistung des Fahrzeugs mit vertretbarem Aufwand &uuml;berpr&uuml;ft werden kann. Hierzu sind die Eintragungen im Fahrtenbuch laufend und zeitnah (am selben Tag) zu f&uuml;hren. Ein anhand von Notizzetteln und Termin&uuml;bersichten nachtr&auml;glich erstelltes Fahrtenbuch gen&uuml;gt diesen Anforderungen nicht. Das Merkmal &#039;&#039;zeitnah&#039;&#039; bezieht sich dabei auf den zeitlichen Zusammenhang zwischen einer durchgef&uuml;hrten Fahrt und dem schriftlichen oder elektronischen Festhalten dieser Fahrt. Grunds&auml;tzlich sind damit auch nachtr&auml;gliche Erg&auml;nzungen des Fahrtenbuches nicht m&ouml;glich, sie kommen allenfalls in Betracht, wenn sie erkennbar ebenfalls noch zeitnah vorgenommen worden sind. Auch eine Erg&auml;nzung durch R&uuml;ckgriff auf sonstige Unterlagen ist nach der Rechtsprechung nicht geeignet, in einem Fahrtenbuch fehlende Angaben auszugleichen. Insbesondere ein Terminkalender bietet - anders als ein Fahrtenbuch nach seiner abgeschlossenen Konzeption - keine Gew&auml;hr daf&uuml;r, dass nachtr&auml;gliche Korrekturen oder Erg&auml;nzungen unterblieben sind. Ein Verweis auf erg&auml;nzende Unterlagen kann nur dann zul&auml;ssig sein kann, wenn der geschlossene Charakter der Fahrtenbuchaufzeichnungen dadurch insgesamt nicht beeintr&auml;chtigt wird. Das Fahrtenbuch ist laufend zu f&uuml;hren. Die Beschr&auml;nkung auf einen repr&auml;sentativen Zeitraum ist selbst dann nicht zugelassen, wenn die Nutzungsverh&auml;ltnisse keinen gr&ouml;&szlig;eren Schwankungen unterliegen. Anstelle des Fahrtenbuchs kann ein Fahrtenschreiber oder ein elektronisches Fahrtenbuch eingesetzt werden, wenn sich daraus dieselben Erkenntnisse gewinnen lassen. Beim elektronischen Fahrtenbuch ist dar&uuml;ber hinaus Voraussetzung, dass beim Ausdrucken von elektronischen Aufzeichnungen nachtr&auml;gliche Ver&auml;nderungen der aufgezeichneten Angaben technisch ausgeschlossen sind, zumindest aber dokumentiert werden. b) Aufzeichnungen zu Privatfahrten F&uuml;r Privatfahrten gen&uuml;gen jeweils Kilometerangaben. F&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte und bei Familienheimfahrten (erste und jede weitere w&ouml;chentliche) gen&uuml;gt jeweils ein kurzer Vermerk. Wird dem ArbN ein Dienstwagen mit Fahrer zur Verf&uuml;gung gestellt, ist ein Vermerk bei allen Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte und Familienheimfahrten angebracht, ob der Dienstwagennutzer selbst gefahren ist (Selbstfahrer, vgl. Tz. III.2). c) Abgrenzungen zwischen privater und dienstlicher Veranlassung siehe hierzu unter Tz. II.4 d) Pflichten Die Fahrtenb&uuml;cher sind vom Arbeitgeber zum Lohnkonto des jeweiligen ArbN zu nehmen, d.h. sie sind Eigentum des Arbeitgebers. Der Arbeitgeber hat im Rahmen seiner Verpflichtung zur ordnungsgem&auml;&szlig;en Versteuerung des Arbeitslohnes auch die Pflicht, die Fahrtenb&uuml;cher laufend zu &uuml;berpr&uuml;fen. Der ArbN als Nutzer hat seinerseits die Pflicht, die Fahrtenb&uuml;cher ordnungsgem&auml;&szlig; zu f&uuml;hren. Ben&ouml;tigt der ArbN die Fahrtenb&uuml;cher zur Vorlage bei seinem Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung, so hat der Arbeitgeber diese zur Verf&uuml;gung zu stellen. Sind die Voraussetzungen f&uuml;r die Anerkennung der Fahrtenbuch-Methode nicht erf&uuml;llt, weil z.B. das Fahrtenbuch nicht ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrt ist, ist stets die 1%-Methode anzuwenden. 3. Fahrten im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern Fahrten mit dem im Hauptamt &uuml;berlassenen Dienstwagen im Rahmen von Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern, die kein Ausfluss des Hauptamts sind, sind private Fahrten, die zu einer Erh&ouml;hung des geldwerten Vorteils im Hauptamt f&uuml;hren. F&uuml;r die Abgrenzung, ob Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mter Ausfluss des Hauptamts sind, ist ma&szlig;gebend, ob die Verg&uuml;tungen aus den Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern dem Grunde nach dem Lohnsteuerabzug beim Hauptamt unterliegen oder sie dem Grunde nach der Abf&uuml;hrungspflicht an den Arbeitgeber unterliegen. Unterliegen die Verg&uuml;tungen aus den Nebent&auml;tigkeiten oder Ehren&auml;mtern nicht dem Grunde nach dem Lohnsteuerabzug beim Hauptamt oder der Abf&uuml;hrungspflicht, handelt es sich um private Fahrten, die zu einer Erh&ouml;hung des geldwerten Vorteils f&uuml;hren. 4. Fahrergestellung Wird dem ArbN ein Dienstwagen mit Fahrer zur Verf&uuml;gung gestellt, ist der geldwerte Vorteil aus der Fahrergestellung zus&auml;tzlich zur Dienstwagen&uuml;berlassung als Arbeitslohn zu erfassen. Zum Ma&szlig;stab bei der Bewertung dieses Vorteils gelten die unter II.7 genannten Grunds&auml;tze entsprechend. 5. Nutzungsentgelt / Zuzahlungen des Arbeitnehmers Zahlt der ArbN ein Entgelt f&uuml;r die Nutzung, so mindert dies den geldwerten Vorteil Siehe unter II.8. Unfallkosten geh&ouml;ren nicht zu den Gesamtkosten eines dem ArbN &uuml;berlassenen Dienstwagens. Vom Arbeitgeber getragene Unfallkosten sind daher neben dem sich nach der 1%-Methode (pauschale Nutzungswertermittlung) oder der Fahrtenbuch-Methode (individuelle Nutzungswertermittlung) ergebenden geldwerten Vorteil gesondert zu w&uuml;rdigen. Vereinfachungsregelung Bei Unfallkosten, die - bezogen auf den einzelnen Schadensfall und nach Erstattungen von dritter Seite (z.B. Versicherungen) - einen Betrag von 1.000 Euro zuz&uuml;glich Umsatzsteuer nicht &uuml;bersteigen, wird es von der Finanzverwaltung nicht beanstandet ( Wahlrecht), wenn sie als Reparaturkosten in die Gesamtkosten einbezogen werden. Diese Vereinfachungsregelung gilt auch bei Anwendung der 1%-Regelung, so dass Unfallkosten bis zu einem Betrag von 1000 Euro zuz&uuml;glich Umsatzsteuer bei Anwendung der 1%-Methode nicht als gesonderter geldwerter Vorteil anzusetzen sind. Beispiel Anl&auml;sslich der R&uuml;ckgabe eines geleasten Dienstwagens an die Leasinggesellschaft wird eine Besch&auml;digung des Fahrzeugs an der Sto&szlig;stange festgestellt. Die Beseitigung des Schadens kostet einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer 800 Euro. Aufgrund der vorstehenden Vereinfachungsregelung beanstandet es die Finanzverwaltung nicht, wenn die Aufwendungen in H&ouml;he von 800 Euro als Reparaturkosten in die Gesamtkosten einbezogen werden. Wird der geldwerte Vorteil aus der Firmenwagengestellung nach der 1%-Prozent-Methode ermittelt, ist kein weiterer geldwerter Vorteil anzusetzen. Bei Ermittlung des geldwerten Vorteils nach der Fahrtenbuch-Methode f&uuml;hrt die Einbeziehung der Aufwendungen in die Gesamtkosten also letztlich zu einem h&ouml;heren km-Satz f&uuml;r die Privatfahrten und f&uuml;r die Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte. Park and Ride Setzt der Arbeitnehmer einen ihm &uuml;berlassenen Dienstwagen bei den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte oder bei Familienheimfahrten nur f&uuml;r eine Teilstrecke ein, weil er regelm&auml;&szlig;ig die andere Teilstrecke mit &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln zur&uuml;cklegt, so ist der Ermittlung des pauschalen Nutzungswerts die gesamte Entfernung zugrunde zu legen. Es ist nicht zu beanstanden, den Zuschlag auf der Grundlage der Teilstrecke zu ermitteln, die mit dem Dienstwagen tats&auml;chlich zur&uuml;ckgelegt wurde, wenn der Dienstwagen vom Arbeitgeber nur f&uuml;r diese Teilstrecke zur Verf&uuml;gung gestellt worden ist oder f&uuml;r die restliche Teilstrecke ein Nachweis &uuml;ber die Benutzung eines anderen Verkehrsmittels erbracht wird, z.B. eine auf den Arbeitnehmer ausgestellte Jahres-Bahnfahrkarte vorgelegt wird. Lohnsteuerabzugsverfahren 1. pauschale oder individuelle Ermittlung des Nutzungswerts Ob die individuelle Nutzungswertermittlung (Fahrtenbuch-Methode) an die Stelle der pauschalen Nutzungswertermittlung (1%-Methode) treten soll, hat der ArbN in Abstimmung mit dem Arbeitgeber im Vorhinein f&uuml;r jedes Kalenderjahr festzulegen. Das gew&auml;hlte Verfahren darf bei demselben Kraftfahrzeug w&auml;hrend des Kalenderjahres nicht gewechselt werden. Es ist nicht zul&auml;ssig, die pauschale oder individuelle Ermittlung des Nutzungswerts auf einzelne Fahrten zu beschr&auml;nken, wenn der Dienstwagen sowohl f&uuml;r Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte als auch f&uuml;r Familienheimfahrten genutzt werden kann. Wird im Laufe des Jahres festgestellt, dass das Fahrtenbuch nicht ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrt wurde, ist f&uuml;r das gesamte Jahr die pauschale Nutzungswertermittlung anzuwenden. Die fehlerhafte F&uuml;hrung des Fahrtenbuches ist nicht heilbar, da die geforderte Zeitn&auml;he der Eintragungen im Fahrtenbuch zur durchgef&uuml;hrten Fahrt nicht mehr gegeben ist. Soweit die genaue betragsm&auml;&szlig;ige Festlegung und Erfassung des privaten Nutzungswerts nach der Fahrtenbuch-Methode monatlich nicht m&ouml;glich ist, kann vorl&auml;ufig zun&auml;chst aus Vereinfachungsgr&uuml;nden f&uuml;r die Einbehaltung und Abf&uuml;hrung der Lohnsteuer ein Zw&ouml;lftel des Vorjahresbetrags monatlich zugrunde gelegt werden. Es bestehen auch keine Bedenken, wenn die Privatfahrten je Fahrtkilometer vorl&auml;ufig mit 0,001% des inl&auml;ndischen Listenpreises (vgl. Tz. II.1) f&uuml;r das Kraftfahrzeug angesetzt werden. Nach Ablauf des Kalenderjahres oder nach Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses ist der tats&auml;chlich zu versteuernde Nutzungswert zu ermitteln und eine etwaige Lohnsteuerdifferenz bei der Lohnabrechnung und bei der Lohnsteueranmeldung des Arbeitgebers auszugleichen. 2. Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15% bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Arbeitsst&auml;tte Bei Anwendung der 0,03%-Regelung kann der steuerpflichtige Wert der &Uuml;berlassung eines Dienstwagens zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte bei behinderten Arbeitnehmern in vollem Umfang und bei allen anderen Arbeitnehmern einheitlich mit 0,30 Euro je Km der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Dienstwagen zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzt wird, mit 15% pauschal der Lohnsteuer unterworfen werden. Dabei hat der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer zu &uuml;bernehmen. Allerdings verliert der Arbeitnehmer durch die Pauschalierung mit 15% die M&ouml;glichkeit des Abzugs als Werbungskosten. Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden kann der Arbeitgeber unterstellen, dass der Dienstwagen an 15 Arbeitstagen monatlich (180 Tagen j&auml;hrlich) zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte genutzt wird, wenn der Arbeitnehmer nichts anderes nachweist. Im Falle der Einzelbewertung der tats&auml;chlichen Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte (0,002%-Regelung) ist die Lohnsteuerpauschalierung anhand der vom Arbeitnehmer erkl&auml;rten Anzahl der Tage vorzunehmen. Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 15% zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte erheben</p> <p><a href="https://mdfe.brandenburg.de/media_fast/4055/Informationsblatt_%C3%9Cberlassung%20Dienstwagen_M%C3%A4rz%202020.pdf">Publikation zeigen</a></p>