<h1>Anspruch auf Urlaubsabgeltung und seine Berechnung</h1> <h2>Die Urlaubsabgeltung betrifft den Fall, dass wegen Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses der Urlaub ganz oder teilweise nicht gew&auml;hrt werden konnte... Quelle IHK</h2> <p>Urlaubsabgeltungs- und Urlaubsentgeltanspruch Das Thema Urlaubsabgeltung f&uuml;hrt immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten vor dem Arbeitsgericht, da noch viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Auffassung sind, dass man nicht genommenen Urlaub finanziell abgelten k&ouml;nne. Grunds&auml;tzlich muss Urlaub im laufenden Kalenderjahr gew&auml;hrt und genommen werden. Nur wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gr&uuml;nde es rechtfertigen, ist eine &Uuml;bertragung des Urlaubs auf das n&auml;chste Kalenderjahr statthaft. Im Fall der &Uuml;bertragung muss der Urlaub bis zum 31. M&auml;rz des Folgejahres gew&auml;hrt und genommen werden. Kommt es auch in dieser &Uuml;bertragungszeit nicht zum Urlaub, verf&auml;llt der Urlaubsanspruch. Prinzipiell ist eine Urlaubsabgeltung w&auml;hrend des Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht m&ouml;glich. Einziger Ausnahmefall: Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses ganz oder teilweise nicht mehr gew&auml;hrt werden, so ist dieser abzugelten (&sect; 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz, BUrlG), das hei&szlig;t die Auszahlung des Urlaubs tritt an die Stelle der Freizeitgew&auml;hrung. Nach einer Entscheidung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs (Az C-118/13, 12.06.2014) entf&auml;llt der Urlaubsanspruch auch bei Tod des Arbeitnehmers nicht. Daher kann den Erben ein Abgeltungsanspruch bez&uuml;glich der nicht genommenen Urlaubstage zustehen. Die Berechnung des Abgeltungsanspruchs richtet sich nach der Berechnung des Urlaubentgelts, welches jedoch nicht mit dem Urlaubsgeld zu verwechseln ist. Das Urlaubsentgelt ist die Fortzahlung der Verg&uuml;tung w&auml;hrend der Urlaubszeit. Dagegen ist das Urlaubsgeld eine betriebliche Sonderzuwendung und nicht eine gesetzlich vorgeschriebene Leistung. Nach &sect; 11 BUrlG bemisst sich das Urlaubsentgelt nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt erhalten hat. Daher muss zun&auml;chst der Gesamtarbeitsverdienst f&uuml;r diesen Zeitraum ermittelt werden. Der Gesamtarbeitsverdienst ergibt sich aus dem Arbeitsentgelt und den Zulagen, die im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung stehen. Hierzu geh&ouml;ren unter anderem Schicht-, Gefahren-, Auslands-, Bereitschaftsdienst- und Schmutzzulagen. Hingegen werden angefallene &Uuml;berstundenverg&uuml;tungen, Spesen, Fahrgeld und einmalige Leistungen wie Weihnachtsgratifikationen und Treuepr&auml;mien nicht in die Berechnung einbezogen. Kurzarbeit, Arbeitsausf&auml;lle oder unverschuldete Arbeitsvers&auml;umnisse, welche im Berechnungszeitraum eintreten, bleiben f&uuml;r die Berechnung des Urlaubsentgelts au&szlig;er Betracht. Bei Verdiensterh&ouml;hungen nicht nur vor&uuml;bergehender Natur (vor allem einzelvertragliche und tarifvertragliche Lohn- und Gehaltserh&ouml;hungen), die w&auml;hrend des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist die Berechnung so vorzunehmen, als sei die Verdiensterh&ouml;hung mit Beginn des Berechnungszeitraums eingetreten. Bei Freischichtmodellen bleiben die in den Berechnungszeitraum fallenden Freischichttage unber&uuml;cksichtigt, weil diese keine Arbeitstage sind. F&uuml;r die Berechnung des Urlaubsentgelts ist dann der errechnete Gesamtarbeitsverdienst mit der Anzahl der genommenen Urlaubstage zu multiplizieren und dann durch die Anzahl der Arbeitstage zu dividieren (f&uuml;r die Urlaubsabgeltung entsprechend mit der Anzahl der offenen Urlaubstage). Bei einer F&uuml;nf-Tage-Woche ist der Divisor 65 und bei einer Sechs-Tage-Woche 78. Berechnungsformel des Urlaubsentgelts: Gesamtarbeitsverdienst in 13 Wochen x Urlaubstage 65 Arbeitstage (5 Tage x 13 Wochen) Urlaubsentgelt Beispiel 1: Das Arbeitsverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers X endet zum 30. Juni und er hat noch f&uuml;nf Tage Urlaubsanspruch. Seine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitszeit betr&auml;gt f&uuml;nf Tage die Woche. Sein Arbeitsverdienst betr&auml;gt 3.500,00 Euro monatlich. 91 Tage: April 30 Tage, Mai 31 Tage, Juni 30 Tage 91 Tage: 7 Tage 13 Wochen Daraus ergibt sich ein Gesamtarbeitsentgelt im 13-Wochen-Zeitraum von 10.500,00 Euro. Berechnung des Urlaubsentgelts (Abgeltungsanspruch) 10.500 Euro Gesamtarbeitsverdienst x 5 Urlaubstage 65 Arbeitstage (5 Tage x 13 Wochen) 807, 68 Euro Beispiel 2: Das Arbeitsverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers X endet zum 30. Juni und er hat noch zehn Tage Urlaubsanspruch. Seine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitszeit betr&auml;gt f&uuml;nf Tage die Woche. Sein Arbeitsverdienst betr&auml;gt 2.000,00 Euro monatlich. Daraus ergibt sich ein Gesamtarbeitsentgelt von 6.000,00 Euro. Berechnung des Urlaubsentgelts (Abgeltungsanspruch) 6.000 Euro Gesamtarbeitsverdienst x 10 Urlaubstage 65 Arbeitstage (5 Tage x 13 Wochen) 923,08 Euro Berechnung bei Teilzeitarbeitskr&auml;ften Auch Teilzeitbesch&auml;ftigte erwerben Anspruch auf Urlaub, wenn das Arbeitsverh&auml;ltnis sechs Monate ununterbrochen bestanden hat. Demzufolge gelten auch f&uuml;r diese Arbeitnehmer die oben erl&auml;uterten Grunds&auml;tze. Die Urlaubsentgeltberechnung ist dann unver&auml;ndert durchzuf&uuml;hren, wenn der Arbeitnehmer zwar an allen betrieblichen Arbeitstagen arbeitet, aber f&uuml;r eine geringere Stundenzahl. Arbeitet der Arbeitnehmer nicht an allen betrieblichen Arbeitstagen, so ist f&uuml;r die Berechnung des Urlaubsentgelts das im Berechnungszeitraum verdiente Arbeitsentgelt durch die Zahl der tats&auml;chlichen Arbeitstage zu dividieren und dann mit den tats&auml;chlich genommenen Urlaubstagen zu multiplizieren (bzw. der offenen Urlaubstage f&uuml;r die Abgeltung). Beispiel 3: Das Arbeitsverh&auml;ltnis des teilzeitbesch&auml;ftigten Arbeitnehmers Y endet zum 30. Juni. Er hat noch f&uuml;nf Tage Urlaubsanspruch, den er aus betriebsbedingten Gr&uuml;nden nicht nehmen konnte. Die betriebliche Arbeitszeit betr&auml;gt f&uuml;nf Tage die Woche. Seine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitszeit betr&auml;gt vier Tage die Woche. Sein Arbeitsverdienst betr&auml;gt 1.200,00 Euro monatlich. Daraus ergibt sich ein Gesamtarbeitsentgelt von 3.600,00 Euro Berechnung des Urlaubsentgelts (Abgeltungsanspruch) 3.600 Euro Gesamtarbeitsverdienst x 5 Urlaubstage 52 Arbeitstage (4 Tage x 13 Wochen ) 346,15 Euro</p> <p><a href="https://www.ihk-koeln.de/upload/Urlaubsabgeltungs__und_Urlaubsentgeltanspruch_9956.pdf">Publikation zeigen</a></p>