<h1>Wege aus der privaten Finanzkrise (Ratgeber)</h1> <h2>Mit diesem Ratgeber werden Wege aufgezeigt, wie es gelingen kann, sich einer Schuldenspirale zu entwinden... Quelle Presse- und Informationsamt der Bundesregierung</h2> <p>Schulden abbauen - Schulden vermeiden Wege aus der privaten Finanzkrise Verschuldung und &Uuml;berschuldung Ablauf einer Schuldnerberatung Umgang mit Gl&auml;ubigern und Mahnschreiben Schuldenregulierung Verbraucherinsolvenz Hilfen beim Rechtsstreit &Uuml;berschuldung vermeiden Das 1x1 des Verbraucherdarlehens Girokonto auf Guthabenbasis Pf&auml;ndungstabelle und Musterbriefe Pf&auml;ndungstabelle (Auszug) Mit der Reform des Insolvenzrechts hat die Bundesregierung f&uuml;r den Fall einer privaten Insolvenz die Chance f&uuml;r einen echten Neuanfang geschaffen. Die lange Wohlverhaltensperiode bei der Restschuldbefreiung wurde deutlich verk&uuml;rzt. Eine schnelle Restschuldbefreiung kann es aber nicht zum Nulltarif geben. Im Fall einer Privatinsolvenz Konsum auf Pump und damit zu Lasten anderer zu finanzieren, ist auch weiterhin nicht m&ouml;glich. Im Interesse der Gl&auml;ubiger geht es darum, einen m&ouml;glichst hohen Anteil der Schulden zu begleichen. Mit diesem Ratgeber will die Bundesregierung Wege aus der Schuldenspirale aufzeigen. Nach dem Grundsatz Vorsorge ist besser als Nachsorge finden Sie auf den folgenden Seiten auch hilfreiche Tipps zur Vermeidung von &Uuml;berschuldung. Gerichtlicher Schuldenregulierungsplan: Bevor das gerichtliche Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet wird, kann das Gericht nochmals versuchen, eine einvernehmliche Schuldenregulierung herbeizuf&uuml;hren. Der Vorteil des gerichtlichen Einigungsversuchs ist, dass jetzt nicht mehr alle, sondern nur noch die Mehrheit der Gl&auml;ubiger nach K&ouml;pfen und Schuldsumme dem Schulden regulierungsplan zustimmen muss. Das Gericht kann dann unter bestimmten Voraussetzungen die Zustimmung einzelner Gl&auml;ubiger, die Ihren Plan ablehnen, ersetzen (sogenanntes Zustimmungsersetzungsverfahren). Wird der Plan angenommen bzw. werden die fehlenden Zustimmungen einer Gl&auml;ubigerminderheit vom Gericht ersetzt, er&uuml;brigt sich das weitere Verfahren. Der angenommene gerichtliche Schuldenregulierungsplan hat dieselbe Wirkung wie ein gerichtlicher Vergleich. Dies bedeutet, Sie m&uuml;ssen die im Schuldenregulierungsplan vereinbarten Zahlungen leisten. Hat der Plan keine Aussicht, von den Gl&auml;ubigern angenommen zu werden, etwa weil Sie ihnen keine Zahlungen anbieten k&ouml;nnen, wird das Gericht auf die Durchf&uuml;hrung des gerichtlichen Schuldenregulierungsverfahrens verzichten. In diesem Fall und beim Scheitern des gerichtlichen Einigungsversuchs entscheidet das Gericht &uuml;ber die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens. 3. Vereinfachtes Insolvenzverfahren &Ouml;ffentliche Mitteilung zur Verfahrenser&ouml;ffnung: Mit dem Beschluss des Gerichts zur Er&ouml;ffnung des Verfahrens werden die Gl&auml;ubiger &ouml;ffentlich aufgefordert, ihre Forderungen gegen Sie beim Treuh&auml;nder anzumelden. Durch die Verwertung des Verm&ouml;gens des Schuldners (soweit solches vorhanden ist) sollen die Gl&auml;ubiger soweit wie m&ouml;glich befriedigt werden. Das Insolvenzgericht bestimmt den Treuh&auml;nder f&uuml;r die Dauer des Verfahrens. Er &uuml;bernimmt die Aufgaben eines Insolvenzverwalters. Die Restschuldbefreiung wird sofort erteilt, wenn entweder kein Gl&auml;ubiger Forderungen angemeldet hat oder wenn alle angemeldeten Forderungen getilgt sind. Dabei m&uuml;ssen auch Verbindlichkeiten, die bei einer Insolvenz vor allen anderen Insolvenzgl&auml;ubigern in voller H&ouml;he zu bedienen sind (sogenannte Masseverbindlichkeiten nach &sect; 55 Insolvenzordnung) und die Verfahrenskosten bezahlt werden. Die vorzeitige Restschuldbefreiung ist zu beantragen. Zus&auml;tzlich gilt auch f&uuml;r alle vor dem 1. Juli 2014 beantragten Insolvenzverfahren, dass Verbraucher, die Schuldner sind, noch w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens mit der Mehrheit der Gl&auml;ubiger einen Insolvenzplan vereinbaren k&ouml;nnen. Er erm&ouml;glicht eine flexible und individuelle, zumeist auch preiswertere Entschuldung, unabh&auml;ngig von einer Quote oder einer bestimmten Verfahrensdauer. Der Plan kann dann durch das Insolvenzgericht best&auml;tigt werden, mit Wirkung f&uuml;r und gegen alle Beteiligten. 5. Restschuldbefreiung Halten Sie die Verpflichtungen ein, befreit Sie das Insolvenzgericht nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode von den restlichen Schulden. Ausgenommen davon sind Geldstrafen, Geldbu&szlig;en sowie Zwangs und Ordnungsgelder, zinslose Darlehen, die Dritte gew&auml;hrt haben, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu begleichen, Forderungen aus vors&auml;tzlich begangener unerlaubter Handlung und unter Umst&auml;nden aus Steuerschulden. Bei gesetzlichen Unterhaltspflichten gilt, dass Sie hierf&uuml;r die laufenden Zahlungen aufbringen m&uuml;ssen. R&uuml;ckst&auml;nde werden mit der Restschuldbefreiung erlassen. Ausnahme: Sie hatten Ihre Unterhaltspflichten damals vors&auml;tzlich verletzt und die Unterhaltsforderungen wurden mit Hinweis hierauf angemeldet. Anwendung der Pf&auml;ndungstabelle Vom bereinigten Nettolohn ausgehend, ist der jeweils pf&auml;ndbare Betrag entsprechend der Zahl Ihrer gesetzlichen Unterhaltspflichten abzulesen. Gesetzliche Unterhaltspflichten bestehen gegen&uuml;ber: Verwandten in gerader Linie (also z.B. Kindern, Eltern, Enkeln), Ehegatten (auch w&auml;hrend einer Trennung) und geschiedenen Ehegatten, Lebenspartnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, M&uuml;ttern und V&auml;tern, die ein gemeinsames Kind bis zu dessen drittem Geburtstag betreuen und deshalb auf eine eigene Erwerbst&auml;tigkeit verzichten, M&uuml;ttern generell sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes. Weisen Sie Ihrem Arbeitgeber bzw. Lohnb&uuml;ro fr&uuml;hzeitig Ihre Unterhaltspflichten nach. Die Pf&auml;ndungstabelle endet bei einem bereinigten Nettoeinkommen von 3.292,09 Euro (seit 1. Juli 2015). Der Einkommensteil, der dar&uuml;ber hinausgeht, ist vollst&auml;ndig an die Gl&auml;ubiger abzuf&uuml;hren. Die Tabelle ber&uuml;cksichtigt allerdings maximal f&uuml;nf Unterhaltsberechtigte. Ist der Schuldner mehr als f&uuml;nf Personen zum Unterhalt verpflichtet, kann das Vollstreckungsgericht oder die Vollstreckungsstelle des &ouml;ffentlichen Gl&auml;ubigers auf seinen Antrag hin die Pf&auml;ndungsgrenzen anheben. Das ist auch m&ouml;glich, wenn im Einzelfall ein h&ouml;herer Freibetrag erforderlich ist, beispielsweise wegen eines behinderten oder kranken Kindes</p> <p><a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/1661268/927ef9e614c97e4756da84ea75512fc5/ratgeber-schulden-neu-2019-bpa-data.pdf">Publikation zeigen</a></p>