<h1>Berufsw&uuml;nsche und berufliche Pl&auml;ne von Azubis</h1> <h2>Welche Pl&auml;ne haben Jugendliche nach ihrer Schulzeit und welche beruflichen Wege schlagen sie ein? Quelle BIBB</h2> <p>BERUFSBILDUNG IN ZAHLEN vertrag mit einem Betrieb geschlossen, vier Prozent mit einer &uuml;ber- bzw. au&szlig;erbetrieblichen Einrichtung. Drei von vier Jugendlichen (75%), die ihren Wunsch nach einer dualen Ausbildung nicht realisieren konnten, sind weiterhin an einer Ausbildung interessiert. WIE WURDEN DIE JUGENDLICHEN AUF DIE STELLE AUFMERKSAM? Jugendliche in Ausbildung: Berufsw&uuml;nsche und weitere berufliche Pl&auml;ne MICHAEL FRIEDRICH Wiss. Mitarbeiter im Arbeitsbereich Berufsbildungsangebot und -nachfrage/Bildungsbeteiligung im BIBB Welche Pl&auml;ne haben Jugend liche nach ihrer Schulzeit und welche beruflichen Wege schlagen sie ein? Dar&uuml;ber geben die regelm&auml;&szlig;ig durchgef&uuml;hrten BIBBSchulabg&auml;ngerbefragungen Auskunft. Auf der Grundlage der Ergebnisse aus dem Jahr 2012 wird in diesem Beitrag dargelegt, wie die Jugendlichen auf ihre Stelle aufmerksam wurden, wie viele Zusagen sie erhalten haben und welche beruflichen Pl&auml;ne sie f&uuml;r die Zukunft schmieden. DUALE BERUFSAUSBILDUNG: WUNSCH UND WIRKLICHKEIT Die Affinit&auml;t zum dualen System der Berufsausbildung ist nach wie vor hoch. Fast die H&auml;lfte (47%) der Jugendlichen, die im Sommer 2012 eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule oder eine berufliche Vollzeitschule verlassen haben, hatte sich im Fr&uuml;hjahr 2012 f&uuml;r eine betriebliche Ausbildung im Ausbildungsjahr 2012/2013 interessiert. 60 Prozent dieser Schulabg&auml;nger/-innen haben im Herbst 2012 auch eine duale Ausbildung aufgenommen, 56 Prozent haben einen Ausbildungs Die Antworten der Jugendlichen auf diese Frage wurden im Nachhinein in drei Kategorien zusammengefasst: Soziale Netzwerke (z.B. Eltern, Verwandte, Freunde und Bekannte), &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationen und Dienstleistungen (z.B. Stelleninformationsb&ouml;rse und Berufsberatung der Arbeitsagentur, Stellenanzeigen von Unternehmen in Printmedien oder im Internet), eigene Aktivit&auml;ten (z.B. Betriebspraktika und eigenes Nachfragen bei Betrieben). &Ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationen und Dienstleistungen wurden von den meisten Jugendlichen (32%) genannt, gefolgt von eigenen Aktivit&auml;ten, meist in Form von Betriebspraktika (30%). Soziale Netzwerke, meist Freunde und Bekannte, wurden von jedem vierten Jugendlichen (25%) angegeben. Daneben gab es vier Prozent der Jugendlichen, die auf verschiedenen Wegen auf ihre Ausbildungsstelle aufmerksam wurden (unter Sonstiges zusammengefasst) und neun Prozent, die mehrere Angaben machten, sodass sie nicht eindeutig einer der genannten Kategorien zugeordnet werden konnten (vgl. Tab. 1). Unterschiede bei den Zugangswegen werden deutlich, wenn der Schulabschluss der Jugendlichen ber&uuml;cksichtigt wird: Studienberechtigte Jugendliche nutzten st&auml;rker &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationen z.B. &uuml;ber das Internet (45%) und soziale Beziehungen (29%). Betriebspraktika und eigenes Nachfragen bei Betrieben spielten dagegen nur eine geringe Rolle (12%). Dies hatte hingegen bei BIBB-Schulabg&auml;ngerbefragung 2012 Im Auftrag des BIBB wurden im Herbst 2012 von Forsa (Berlin) rund 1.500 Schulabg&auml;nger/-innen zu ihrer aktuellen beruflichen Situation und (retrospektiv) zu ihren beruflichen Pl&auml;nen im Fr&uuml;hjahr befragt. Erfasst wurden Jugendliche aus allgemeinbildenden Schulen (Hauptschule, Realschule, Integrierte Gesamtschule, Gymnasium), beruflichen Schulen (Fachgymnasium, Fachoberschule) und aus nicht vollqualifizierenden Bildungsg&auml;ngen an beruflichen Schulen (Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr und Berufsfachschule, die nicht zu einem Berufsabschluss f&uuml;hrt). Die repr&auml;sentative Befragung wurde von September bis Ende November 2012 mittels computerunterst&uuml;tzter telefonischer Interviews durchgef&uuml;hrt. Vergleichbare Studien wurden 2004, 2005, 2006, 2008 und 2010 durchgef&uuml;hrt (zur Methode vgl. F RIEDRICH 2009). den Jugendlichen mit Hauptschuloder Realschulabschluss den h&ouml;chsten Stellenwert (34%). Nur knapp jede/-r Vierte (24%) konnte soziale Beziehungen nutzen und weniger als ein Drittel (29% bzw. 28%) fand die Ausbildungsstelle &uuml;ber &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationsquellen. AUSBILDUNG IM WUNSCHBERUF UND ANZAHL DER ZUGESAGTEN AUSBILDUNGSSTELLEN 81 Prozent der Jugendlichen gaben an, eine Stelle in ihrem Wunschberuf gefunden zu haben (vgl. Tab. 2). Bei 16 Prozent stimmt der Ausbildungsberuf zumindest teilweise mit dem gew&uuml;nschten Beruf &uuml;berein, nur bei vier Prozent der Jugendlichen liegt keine &Uuml;bereinstimmung vor. So verwundert es auch nicht, dass lediglich drei Prozent der Jugendlichen, die aktuell eine Ausbildung absolvieren, nach einer anderen Ausbildungsstelle 16 Prozent dieser Jugendlichen sind noch f&uuml;r 2012 und 39 Prozent sind f&uuml;r das n&auml;chste Jahr an einer Ausbildung interessiert. 20 Prozent suchen erst f&uuml;r einen sp&auml;teren Zeitpunkt eine Ausbildungsstelle. Nach Personenmerkmalen differenzierte Ergebnisse zu den Jugendlichen, die eine Ausbildung begonnen haben und denjenigen, die bei der Ausbildungsplatzsuche erfolglos geblieben sind, sowie eine Darstellung der Entwicklung im Zeitverlauf seit 2004 finden sich im Daten report zum Berufsbildungsbericht 2013 (vgl. F RIEDRICH 2013). suchen. Dieses gute Ergebnis kommt insofern zustande, als die Jugendlichen h&auml;ufig mehrere Zusagen f&uuml;r Ausbildungsstellen hatten und unter diesen ausw&auml;hlen konnten: Im Schnitt wurden den Jugendlichen 2,2 Stellen angeboten, jede/r zweite Ausbildungsanf&auml;nger/-in hatte mehr als eine Ausbildungsstelle in Aussicht. Eine genauere Betrachtung der Ergebnisse zeigt, dass Jugendliche mit Hauptschulabschluss deutlich mehr Ausbildungsstellen in Aussicht hatten als Studienberechtigte und Jugendliche mit Realschulabschluss. Dies h&auml;ngt vermutlich damit zusammen, dass sich Jugendliche mit Hauptschulabschluss (53%) h&auml;ufiger als Jugendliche mit Realschulabschluss (49%) oder Studienberechtigte (36%) bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) als Bewerber/-in f&uuml;r Ausbildungsstellen registriert hatten und die Dienstleistung der BA nutzten. Jugendlichen, die auch &uuml;ber die BA eine Stelle gesucht haben, wurden im Schnitt 2,6 betriebliche Ausbildungsstellen angeboten, bei jenen, die nicht bei der BA registriert waren, lag der Durchschnittswert bei zwei Stellen. Es ist anzunehmen, dass sich unter diesen Ausbildungsstellen relativ viele Stellen befanden, die f&uuml;r Jugendliche mit einem guten Hauptschulabschluss oder h&ouml;herem Schulabschluss unattraktiv sind (z.B. Fachverk&auml;ufer/-in im Lebensmittelhandwerk, Restaurantfachmann/-frau, Koch/K&ouml;chin). zum/zur Meister/-in, Techniker/-in oder Fachwirt/-in mehrheitlich das Ziel (67% bzw. 60%). Studienberechtigte wollen nach der Ausbildung eher studieren (47%), eine Aufstiegsfortbildung wird nur von jedem/jeder dritten Studienberechtigten (31%) angestrebt (vgl. Tab. 3). Im Jahr 2012 ist der positive Trend der letzten Jahre auf dem Ausbildungsstellenmarkt ins Stocken geraten (vgl. U LRICH u. a. 2012). Die Ausbildungschancen der Jugendlichen haben sich im Zeitverlauf jedoch insgesamt positiv entwickelt. Die Ergebnisse der BIBB-Schulabg&auml;ngerbefragungen best&auml;tigen diesen Trend. Erfreulich ist hierbei, dass nicht nur Jugendliche mit mittlerem und h&ouml;herem Schulabschluss, sondern auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss von dieser Entwicklung profitieren konnten. Gerade Jugendliche mit Hauptschul- und Realschulabschluss zeigen eine hohe Bildungsaspiration und streben eine Weiterqualifizierung innerhalb des Berufsbildungssystems an. Diese Zielgruppe ist daher f&uuml;r Unternehmen zur Deckung ihres k&uuml;nftigen Bedarfs an qualifizierten Nachwuchsfachkr&auml;ften interessant. Zur Sicherung des Fachkr&auml;ftenachwuchses m&uuml;ssen dar&uuml;ber hinaus Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage gel&ouml;st werden. Hierbei wird die Integration der Jugendlichen mit schlechteren Schulleistungen und sozial Benachteiligten an Bedeutung gewinnen. Wege der Ausbildungsplatzsuche Quelle: BIBB-Schulabg&auml;ngerbefragung 2012, gewichtete Daten Tabelle 2 Ausbildung im Wunschberuf, Einschaltung der BA und Anzahl der angebotenen Ausbildungsstellen (nach Schulabschluss in%) BERUFLICHE PL&Auml;NE Aufstiegsm&ouml;glichkeiten innerhalb des Systems der beruflichen Bildung und die Durchl&auml;ssigkeit zur akademischen Bildung spielen f&uuml;r die Jugendlichen eine wichtige Rolle und werden von ihnen bereits zu Beginn ihrer Ausbildung gesehen. Die Mehrzahl dieser Jugendlichen m&ouml;chte sich nach Abschluss der Ausbildung weiter qualifizieren (76%). F&uuml;r Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ist eine Aufstiegsfortbildung</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01128.pdf">Publikation zeigen</a></p>