<h1>Steuertipps f&uuml;r Senioren (Bayern)</h1> <h2>Diese Brosch&uuml;re soll Ihnen helfen, diejenigen Bereiche des Steuerrechts, die f&uuml;r Sie von Bedeutung sein k&ouml;nnten, besser zu verstehen... Quelle Bayerisches Staatsministerium der Finanzen</h2> <p>Steuertipps f&uuml;r Senioren Die Brosch&uuml;re Steuertipps f&uuml;r Senioren soll Ihnen helfen, diejenigen Bereiche des Steuerrechts, die f&uuml;r Sie von Bedeutung sein k&ouml;nnten, besser zu verstehen. So werden vor allem die Grunds&auml;tze der Besteuerung von Altersbez&uuml;gen sowie die in Betracht kommenden Steuerverg&uuml;nstigungen erl&auml;utert. Rentner und Empf&auml;nger von Versorgungsbez&uuml;gen sollen dadurch einerseits besser &uuml;ber ihre steuerlichen Verpflichtungen informiert, andererseits aber auch in die Lage versetzt werden, die ihnen zustehenden steuerlichen Erleichterungen voll aussch&ouml;pfen zu k&ouml;nnen. Neuregelung der Rentenbesteuerung Leistungen der so genannten Basisversorgung Gef&ouml;rderte Altersvorsorgeleistungen Rentenbezugsmitteilungen Eintragung von Renteneink&uuml;nften in die Einkommensteuererkl&auml;rungsvordrucke Altersbedingte Erleichterungen bei anderen Einkunftsarten Altersteilzeitleistungen Hinterbliebenen-Pauschbetrag Altersentlastungsbetrag Kurkosten Aufwendungen wegen Pflegebed&uuml;rftigkeit und erheblich eingeschr&auml;nkter Alltagskompetenz Beerdigungskosten Durch das Alterseink&uuml;nftegesetz ist die Besteuerung von Altersbez&uuml;gen mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2005 neu geregelt worden. Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2002, das die bisherige unterschiedliche Besteuerung von Renten und Pensionen als mit dem Grundgesetz unvereinbar angesehen und den Gesetzgeber zu einer Neuregelung verpflichtet hat. Ziel des Gesetzes ist die schrittweise Umsetzung der so genannten nachgelagerten Besteuerung. Dies bedeutet, dass die Altersversorgung aus unversteuerten Einkommensteilen aufgebaut wird, w&auml;hrend im Gegenzug die sp&auml;teren Altersbez&uuml;ge in vollem Umfang steuerpflichtig sind. F&uuml;r die Umsetzung hat der Gesetzgeber entsprechende Fristen festgelegt. Die nachgelagert besteuerten Leistungen unterliegen ab dem Jahr 2005 zu 50 Prozent der Besteuerung. Das gilt f&uuml;r alle Bestandsrenten und die in diesem Jahr erstmals gezahlten Renten. Ab 2006 wird der Besteuerungsanteil f&uuml;r jeden neu hinzukommenden Rentnerjahrgang angehoben, bis f&uuml;r die ab 2040 erstmals gezahlten Renten ein Besteuerungsanteil von 100 Prozent erreicht ist. Dieser lange Zeitraum soll einen schonenden &Uuml;bergang zur vollen Rentenbesteuerung sicherstellen. Trotz der Neuregelung wird bei der &uuml;berwiegenden Mehrzahl derer, die bereits Rente beziehen oder in den n&auml;chsten Jahren in Rente gehen, weiterhin keine Einkommensteuer anfallen. Allgemein gilt dies jedoch nur f&uuml;r die F&auml;lle, in denen ausschlie&szlig;lich Renten bezogen werden. Kommen dagegen andere - voll steuerpflichtige - Nebeneink&uuml;nfte (zum Beispiel Arbeitslohn, Versorgungsbez&uuml;ge, Mieteinnahmen) oder dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosengeld) hinzu, so kann sich sehr wohl eine Steuerpflicht auch f&uuml;r die Renteneink&uuml;nfte ergeben. Es gibt aber eine Reihe von Freibetr&auml;gen und Steuererleichterungen, die daf&uuml;r sorgen, dass die Steuerbelastung ertr&auml;glich bleibt. Diese Brosch&uuml;re bem&uuml;ht sich, die Besteuerung von Renten und Pensionen vereinfacht darzustellen und zu erl&auml;utern. Auch auf die Frage, wann ein Rentner oder Pension&auml;r verpflichtet ist, eine Steuererkl&auml;rung abzugeben, und welche Verg&uuml;nstigungen er dabei im Einzelnen beanspruchen kann, wird nachfolgend n&auml;her eingegangen. Wegen weiterer, nicht speziell altersbedingter Steuererleichterungen - zum Beispiel Werbungskostenabzug bei Arbeitnehmern, Sonderausgabenabzug (insbesondere Spenden) - wird auf die ausf&uuml;hrliche Darstellung in den ebenfalls vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen herausgegebenen Steuertipps f&uuml;r Familien und Steuertipps f&uuml;r Arbeitnehmer verwiesen. 1. Umfang der Besteuerung, Begriffsbestimmungen Einkunftsarten Der Einkommensteuer unterliegen die im Einkommensteuergesetz aufgef&uuml;hrten Einkunftsarten. F&uuml;r &auml;ltere Mitb&uuml;rger d&uuml;rften in erster Linie folgende vier Einkunftsarten von Bedeutung sein: Eink&uuml;nfte aus nichtselbstst&auml;ndiger Arbeit (hierunter fallen neben dem Arbeitslohn auch Versorgungsbez&uuml;ge wie zum Beispiel Beamtenpensionen sowie Betriebs- oder Werksrenten), Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden, Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien oder Investmentfondsanteilen), Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung, Sonstige Eink&uuml;nfte im Sinne des &sect; 22 EStG. Hierunter fallen insbesondere solche aus wiederkehrenden Bez&uuml;gen (zum Beispiel Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen) sowie Leistungen aus Altersvorsorgevertr&auml;gen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen. Werbungskosten Bei allen diesen Einkunftsarten wird der Besteuerung der &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten zugrunde gelegt. Werbungskosten sind Aufwendungen, die dem Erwerb, der Sicherung und Erhaltung von Einnahmen dienen. Sie sind bei der Einkunftsart zu ber&uuml;cksichtigen, bei der sie entstanden sind. Zu beachten ist, dass bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen als Werbungskosten der Sparer-Pauschbetrag (vgl. RNr. 116) abzuziehen ist. Der Abzug der tats&auml;chlichen Werbungskosten ist ausgeschlossen. Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte Die Summe der verschiedenen Eink&uuml;nfte, unter anderem vermindert um den Altersentlastungsbetrag, ist der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte. Einkommen Der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte, vermindert um die Sonderausgaben und die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen, ist das Einkommen. Zu versteuerndes Einkommen Das Einkommen, gegebenenfalls vermindert um Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder und um den H&auml;rteausgleich (vgl. RNr. 163), ist das zu versteuernde Einkommen. Dieses bildet die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die tarifliche Einkommensteuer. Rechtsquelle: &sect; 2 EStG Versorgungsbez&uuml;ge werden im Vergleich zu normalen L&ouml;hnen und Geh&auml;ltern niedriger besteuert: Als so genannter Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag bleibt ein bestimmter Teil dieser Bez&uuml;ge steuerfrei. Werden die Bez&uuml;ge wegen Erreichens einer Altersgrenze gezahlt, werden die Freibetr&auml;ge f&uuml;r Versorgungsbez&uuml;ge erst dann gew&auml;hrt, wenn der Steuerb&uuml;rger das 63. Lebensjahr - falls er schwerbehindert ist: das 60. Lebensjahr - vollendet hat. Durch das Alterseink&uuml;nftegesetz ist die Besteuerung von Versorgungsbez&uuml;gen ab dem Veranlagungsjahr 2005 neu geregelt worden. Danach bleibt f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2005 ein Betrag von 40 Prozent dieser Bez&uuml;ge, h&ouml;chstens 3.000 Euro (Versorgungsfreibetrag), und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in H&ouml;he von 900 Euro steuerfrei. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag wird als Ausgleich f&uuml;r den Wegfall des Arbeitnehmer-Pauschbetrags gezahlt, da bei Versorgungsbez&uuml;gen nicht der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, sondern - wie auch bei den Renten - ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro zu ber&uuml;cksichtigen ist, sofern nicht h&ouml;here Aufwendungen nachgewiesen werden. Der Werbungskosten-Pauschbetrag darf nur bis zur H&ouml;he der um den Versorgungsfreibetrag (einschlie&szlig;lich des Zuschlags) geminderten Einnahmen abgezogen werden. Im Zuge der Angleichung der Besteuerung von Renten und Versorgungsbez&uuml;gen durch das Alterseink&uuml;nftegesetz werden f&uuml;r die ab 2006 neu in Ruhestand tretenden Jahrg&auml;nge sowohl der Versorgungsfreibetrag als auch der Zuschlag schrittweise entsprechend der nachfolgenden &Uuml;bersicht abgeschmolzen. Bemessungsgrundlage f&uuml;r den Versorgungsfreibetrag ist bei Versorgungsbeginn vor 2005 das Zw&ouml;lffache des Versorgungsbezugs f&uuml;r Januar 2005 und bei Versorgungsbeginn ab 2005 das Zw&ouml;lffache des Versorgungsbezugs f&uuml;r den ersten vollen Monat, jeweils zuz&uuml;glich voraussichtlicher Sonderzahlungen im Kalenderjahr, auf die zu diesem Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht. Die H&ouml;he des Versorgungsfreibetrags und des Zuschlags richtet sich damit nach dem Jahr des Versorgungsbeginns und bleibt f&uuml;r die weitere Laufzeit des Versorgungsbezugs grunds&auml;tzlich unver&auml;ndert. Die Besteuerung der Leibrenten wird durch j&auml;hrliche Rentenbezugsmitteilungen der Rentenversicherungstr&auml;ger und der Versicherungsunternehmen an eine zentrale Stelle der Finanzverwaltung sichergestellt. Hier werden die Daten zusammengef&uuml;hrt und den jeweils zust&auml;ndigen Landesfinanzbeh&ouml;rden &uuml;bermittelt. Dort wird eine Vorauswahl der pr&uuml;fungsw&uuml;rdigen F&auml;lle getroffen, die anschlie&szlig;end an die &ouml;rtlich zust&auml;ndigen Finanz&auml;mter weitergeleitet werden. Die Rentenbezugsmitteilungen enthalten insbesondere Angaben zur Person des Leistungsempf&auml;ngers (zum Beispiel Name, Geburtsdatum des Rentners), zur H&ouml;he und Art der im Kalenderjahr zugeflossenen Leistungen, zum Zeitpunkt des Beginns und - soweit bekannt - des Endes des Leistungsbezugs, zur Identifikation des Mitteilungspflichtigen (Rentenversicherungstr&auml;ger beziehungsweise Versicherungsunternehmen). Durch das Mitteilungsverfahren wird eine den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entsprechende Besteuerung gew&auml;hrleistet. Bei Rentenbeziehern, die steuerlich nicht erfasst sind, pr&uuml;fen die Finanz&auml;mter, ob unter Ber&uuml;cksichtigung des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit weitere Sachverhaltsermittlungen veranlasst sind. Das Rentenbezugsmitteilungsverfahren entbindet nicht von der Verpflichtung zur Abgabe von Einkommensteuererkl&auml;rungen. Rechtsquelle: &sect; 22a EStG Abgeltungsteuer Altersentlastungsbetrag Altersteilzeitleistungen Altersvorsorgeleistungen Basisversorgung Beerdigungskosten Behinderten-Pauschbetrag Di&auml;tverpflegung Dividenden Einkunftsarten Einzelveranlagung Erbschaftsteuer Ertragsanteil Erwerbsminderungsrente Freistellungsauftrag gef&ouml;rderte Altersvorsorgeleistungen Grundfreibetrag H&auml;rteausgleich Handwerkerleistungen haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse haushaltsnahe Dienstleistungen Heimunterbringung Hilfe im Haushalt Hinterbliebenenbez&uuml;ge Hinterbliebenen-Pauschbetrag Jubil&auml;umszuwendungen Kapitalertr&auml;ge Kapitalertragsteuer Kindererziehungsleistungen Kirchensteuer Krankenversicherungszusch&uuml;sse Krankheitskosten Kurkosten Lebensversicherungen Leibrenten Lohnsteuerabzugsmerkmal Lohnsteuer-Erm&auml;&szlig;igungsverfahren nachgelagerte Besteuerung Nichtveranlagungsbescheinigung &Ouml;ffnungsklausel Pensionskasse Pflegebed&uuml;rftigkeit Pflege-Pauschbetrag Pflegeversicherungsleistungen Progressionsvorbehalt Rentenerh&ouml;hung Rentenlaufzeit Rentenbezugsmitteilungen Schenkungsteuer Solidarit&auml;tszuschlag Sonderausgaben Sparer-Pauschbetrag Splittingtabelle steuerfreie Einnahmen Steuerklasse Steuerpflicht Unfallrente Unterbringung im Heim Unterhaltsbeitrag Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn Veranlagungswahlrecht Vermietung und Verpachtung Verm&ouml;gensbildung Versorgungsbez&uuml;ge Versorgungsfreibetrag Vorsorgeaufwendungen Waisenrente Werbungskosten Witwen-/Witwerrente Witwen-/Witwersplitting Zinsen zumutbare Belastung Zusammenveranlagung</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01168.pdf">Publikation zeigen</a></p>