<h1>Steuertipps f&uuml;r Senioren (BW)</h1> <h2>Zahlreiche Praxisbeispiele geben einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Besteuerung von Renten und Versorgungsbez&uuml;gen sowie spezielle Steuerverg&uuml;nstigungen... Quelle Ministerium f&uuml;r Finanzen Baden-W&uuml;rttemberg</h2> <p>Sicherlich haben Sie schon von ELSTER, der elektronischen Steuererkl&auml;rung, geh&ouml;rt. Die elektronische Steuererkl&auml;rung bietet Ihnen im Vergleich zur Papier-Erkl&auml;rung zahlreiche Vorteile: E lektronisch abgegebene Erkl&auml;rungen werden in der Regel schneller bearbeitet, da die Daten dem Finanzamt schon elektronisch vorliegen. Durch die unverbindliche Steuerberechnung wissen Sie vorab, mit welcher Erstattung Sie rechnen k&ouml;nnen. Mit der Daten&uuml;bernahme aus dem Vorjahr entf&auml;llt viel l&auml;stige Schreibarbeit, da Sie gleichbleibende Daten nicht wieder neu eingeben m&uuml;ssen. Durch die verschl&uuml;sselte &Uuml;bertragung sind Ihre Daten maximal gesichert. Neben dem kostenlosen Programm der Steuerverwaltung ELSTER-Formular k&ouml;nnen Sie viele dieser Vorteile auch mit kommerziellen Programmen nutzen. Sie k&ouml;nnen Ihre Steuererkl&auml;rung papierlos abgeben, indem Sie Ihre Daten authentifiziert &uuml;bermitteln - die Authentifizierung ersetzt dabei Ihre Unterschrift und ist kostenlos &uuml;ber das ELSTER-Online-Portal erh&auml;ltlich. Die weit verbreitete Ansicht, Renten seien steuerfrei, stimmt nicht. Zwar m&uuml;ssen viele Senioren keine Steuern zahlen, weil ihnen viele verschiedene Freibetr&auml;ge und Abzugsbetr&auml;ge zustehen. Grunds&auml;tzlich sind die meisten Renten jedoch steuerpflichtig - insbesondere die aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Bis 2004 musste nur der so genannte Ertragsanteil versteuert werden, also der Zinsanteil, der in der Rente enthalten ist. Doch seit 2005 regelt das Alterseink&uuml;nftegesetz die Besteuerung der Renten neu. Hintergrund war eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2002. Die unterschiedliche Besteuerung von Renten (nur mit dem Ertragsanteil) und Pensionen (in voller H&ouml;he steuerpflichtig) lie&szlig; sich nach Auffassung der Karlsruher Richter nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren. Das Alterseink&uuml;nftegesetz setzt deshalb schrittweise die nachgelagerte Besteuerung auch f&uuml;r Renten um und gleicht diese an die Besteuerung von Pensionen an. Nachgelagerte Besteuerung hei&szlig;t, dass Renten und Pensionen erst dann versteuert werden, wenn sie im Alter zuflie&szlig;en. Daf&uuml;r bleiben die w&auml;hrend der Erwerbst&auml;tigkeit einbezahlten Beitr&auml;ge zum Aufbau der Altersversorgung unversteuert - soweit sie nicht den j&auml;hrlichen H&ouml;chstbetrag &uuml;bersteigen. Der Gesetzgeber hat jedoch eine &Uuml;bergangsregelung festgelegt, so dass die volle nachgelagerte Besteuerung mit 100 Prozent erst im Jahr 2040 erreicht wird. Bis dahin wird der Besteuerungsanteil beginnend mit 50 Prozent f&uuml;r Renten, die im, beziehungsweise vor dem Jahr 2005 begonnen haben, f&uuml;r jeden neuen Rentnerjahrgang schrittweise angehoben. Den Besteuerungsanteil ab 2005 auf 50 Prozent anzuheben, trug der Tatsache Rechnung, dass bereits zuvor ein Gro&szlig;teil der erbrachten Beitr&auml;ge zum Aufbau der Altersversorgung w&auml;hrend der Beitragszahlungsphase steuerfrei gestellt war: Der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung wird ausschlie&szlig;lich steuerfrei erbracht und hat zur H&auml;lfte zum Erwerb derzeitiger Rentenanspr&uuml;che beigetragen. Die Arbeitnehmerbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden durch den Sonderausgabenabzug in erheblichem Umfang steuerfrei gestellt. Die meisten B&uuml;rger, die bereits Rente beziehen oder in den n&auml;chsten Jahren in Rente gehen, werden aber trotz der Neuregelung keine Einkommensteuer bezahlen m&uuml;ssen, weil sie die Besteuerungsgrenzen nicht erreichen. Der Gro&szlig;teil der Rentner muss auch k&uuml;nftig regelm&auml;&szlig;ig keine Steuererkl&auml;rung abgeben. Das gilt vor allem f&uuml;r die F&auml;lle, die ausschlie&szlig;lich eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen (siehe Seite 43). Kommen zur Rente weitere Eink&uuml;nfte hinzu, kann sich allerdings eine Einkommensteuerschuld ergeben. Zu diesen Eink&uuml;nften z&auml;hlen: Arbeitslohn Versorgungsbez&uuml;ge aus fr&uuml;herer T&auml;tigkeit (zum Beispiel Werksrenten oder Beamtenpensionen siehe Seite 9) oder Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung Es gibt aber - gerade f&uuml;r Senioren - Freibetr&auml;ge und Steuererleichterungen, welche die Einkommensteuer mindern und daf&uuml;r sorgen, dass die Steuerbelastung ertr&auml;glich bleibt. Die vorliegende Brosch&uuml;re Steuertipps f&uuml;r Senioren erl&auml;utert vor allem Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG), die f&uuml;r die Besteuerung des Einkommens von Rentnern wichtig sein k&ouml;nnen. Sie stellt Regelungen vor, die es insbesondere Senioren erm&ouml;glichen, durch zus&auml;tzliche Verg&uuml;nstigungen Steuern zu sparen. Denn auch das Einkommensteuergesetz tr&auml;gt dazu bei, &auml;lteren Menschen den gewohnten Lebensstandard zu sichern und zu erhalten. Regelungen, die nicht speziell die Besteuerung des Einkommens von Senioren betreffen, zum Beispiel Werbungskosten aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, Sonderausgaben und au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, werden in anderen Brosch&uuml;ren des Ministeriums f&uuml;r Finanzen und Wirtschaft Baden-W&uuml;rttemberg ausf&uuml;hrlich erl&auml;utert. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird an der entsprechenden Stelle auf die jeweils einschl&auml;gige Brosch&uuml;re verwiesen. Einkunftsarten Der Einkommensteuer unterliegen sieben Einkunftsarten: Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (darunter fallen neben dem Arbeitslohn auch Versorgungsbez&uuml;ge wie zum Beispiel Betriebsrenten und Beamtenpensionen) Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung sonstige Eink&uuml;nfte (dazu geh&ouml;ren auch die Renteneink&uuml;nfte). F&uuml;r Senioren sind vor allem die vier letztgenannten Einkunftsarten wichtig: Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, Kapitalverm&ouml;gen, Vermietung und Verpachtung sowie die sonstigen Eink&uuml;nfte. Bei diesen Einkunftsarten wird der &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten besteuert, bei den &uuml;brigen Einkunftsarten der Gewinn. Werbungskosten sind Ausgaben, die direkt mit den Einnahmen zusammenh&auml;ngen. Die Summe der verschiedenen Eink&uuml;nfte, unter anderem vermindert um den Altersentlastungsbetrag, ist der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte. Der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte, von dem zum Beispiel die Sonderausgaben und die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen abgezogen werden, ist das Einkommen. Das Einkommen, vermindert um weitere bestimmte Betr&auml;ge (wie zum Beispiel die Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder), ist schlie&szlig;lich das zu versteuernde Einkommen, das die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die tarifliche Einkommensteuer bildet. Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit kommen bei Senioren meistens als Versorgungsbez&uuml;ge - nicht zu verwechseln mit der Rente - oder als Verg&uuml;tung f&uuml;r eine im Ruhestand ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit vor. Die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit k&ouml;nnen also in zwei Gruppen unterteilt werden: Zu den Einnahmen aus einer fr&uuml;heren Besch&auml;ftigung z&auml;hlen Witwen-, Witwerund Waisengelder, Ruhegelder, Wartegelder und andere Bez&uuml;ge und Vorteile. Einnahmen aus einer aktiven Besch&auml;ftigung sind Geh&auml;lter, L&ouml;hne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bez&uuml;ge und Vorteile. Bei all diesen Einnahmen kommt es nicht darauf an, ob es sich um fortlaufende oder einmalige Bez&uuml;ge handelt und ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht. Das Einkommensteuergesetz definiert Versorgungsbez&uuml;ge als alle im &ouml;ffentlichen Dienst und in der privaten Wirtschaft gew&auml;hrten Bez&uuml;ge und Vorteile aus einer fr&uuml;heren Besch&auml;ftigung, die vorwiegend als Ruhegehalt, Witwen-, Witweroder Waisengeld oder Unterhaltsbeitrag gezahlt werden. Versorgungsbez&uuml;ge haben ihren wirtschaftlichen Ursprung in der fr&uuml;heren Besch&auml;ftigung und dienen der Versorgung des ehemaligen Besch&auml;ftigten oder seiner Hinterbliebenen. Man bezeichnet diese Bez&uuml;ge auch als Pensionen. In erster Linie geh&ouml;ren hierzu die Leistungen, die aufgrund beamtenrechtlicher oder entsprechender gesetzlicher Vorschriften von einem &ouml;ffentlichen Arbeitgeber erbracht werden. Zu den Versorgungsbez&uuml;gen z&auml;hlen aber auch die Betr&auml;ge, die private Arbeitgeber nach dem Erreichen einer Altersgrenze, wegen Berufsunf&auml;higkeit, verminderter Erwerbsf&auml;higkeit oder als Hinterbliebenenbez&uuml;ge zahlen. Man bezeichnet sie als Werkspensionen oder im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Betriebsrenten - obwohl es sich im steuerrechtlichen Sinn nicht um Renten handelt. Auch Der Arbeitgeber hat bei jeder Lohn- und Gehaltszahlung die Lohnsteuer, den Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer (sogenannte Steuerabzugsbetr&auml;ge) vom Arbeitslohn einzubehalten und an das f&uuml;r ihn zust&auml;ndige Finanzamt abzuf&uuml;hren. Das gilt auch bei der Zahlung von Versorgungsbez&uuml;gen, da auch diese dem Lohnsteuerabzug unterliegen. Wesentliche Grundlage f&uuml;r den Lohnsteuerabzug sind die individuellen Besteuerungsmerkmale des Arbeitnehmers (Steuerklasse, Kirchensteuermerkmal sowie Freibetr&auml;ge oder Hinzurechnungsbetr&auml;ge). Seit 2013 stehen den Arbeitgebern die individuellen Besteuerungsmerkmale der bei ihnen besch&auml;ftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Pension&auml;re als Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) zum elektronischen Abruf zur Verf&uuml;gung. Die Lohnsteuerabzugsmerkmale sind in einer zentralen Datenbank gespeichert (sogenannte ELStAM-Datenbank) und werden aus dieser dem Arbeitgeber bereitgestellt. Auch etwaige &Auml;nderungen werden dem Arbeitgeber automatisch mitgeteilt. Das zuvor geltende Verfahren mit vorzulegender Lohnsteuerkarte wurde durch dieses elektronische Verfahren abgel&ouml;st. Welche ELStAM in der Datenbank gespeichert sind und welche Arbeitgeber die ELStAM in den letzten zwei Jahren abgerufen haben, kann vom Arbeitnehmer jederzeit eingesehen werden. Hierzu ist allerdings eine einmalige Registrierung im ElsterOnline-Portal (https://www.elsteronline.de) unter Angabe der Identifikationsnummer erforderlich. Auf Antrag gibt auch das Finanzamt Auskunft &uuml;ber die gespeicherten ELStAM. Weitere Einzelheiten sind in der Brosch&uuml;re Steuertipps f&uuml;r Arbeitnehmer enthalten. Damit man im laufenden Kalenderjahr nicht zu viel Steuern bezahlen muss, werden beim Lohnsteuerabzug einige Pausch- und Freibetr&auml;ge bereits ber&uuml;cksichtigt. Dies gilt bei aktiv Besch&auml;ftigten f&uuml;r den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in H&ouml;he von 1 000 Euro, den f&uuml;r &uuml;brige Sonderausgaben anzusetzenden Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro (bei Ehegatten: 72 Euro) sowie f&uuml;r die f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen (wie zum Beispiel die Arbeitnehmerbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Sozialversicherung) anzusetzende Vorsorgepauschale. F&uuml;r h&ouml;here Aufwendungen kann gegebenenfalls ein Freibetrag beim Lohnsteuerabzug ber&uuml;cksichtigt werden. N&auml;here Informationen dazu sind in der Brosch&uuml;re Steuertipps f&uuml;r Arbeitnehmer nachzulesen, die bei Ihrem Finanzamt oder im Internet unter www.mfw.baden-wuerttemberg.de Publikationen Steuern erh&auml;ltlich ist. Die auszahlende Kasse beziehungsweise der fr&uuml;here Arbeitgeber ber&uuml;cksichtigen den Versorgungsfreibetrag und den Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von sich aus beim Lohnsteuerabzug. Am Jahresende wird auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zus&auml;tzlich zur H&ouml;he der Versorgungsbez&uuml;ge, das Jahr des Versorgungsbeginns und bei unterj&auml;hriger Zahlung der Versorgungsbez&uuml;ge der erste und letzte Monat, f&uuml;r den Versorgungsbez&uuml;ge gezahlt wurden, bescheinigt, damit das Finanzamt den Versorgungsfreibetrag und den Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag bei der Veranlagung zur Einkommensteuer automatisch in seine Berechnung einbeziehen kann. Die auszahlenden Kassen und Arbeitgeber sind verpflichtet, die Lohnsteuerdaten auf elektronischem Weg an die Finanzverwaltung zu &uuml;bermitteln. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer einen Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszustellen oder elektronisch bereitzustellen. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Bei Arbeitnehmern kommen als Werbungskosten in erster Linie in Betracht: Beitr&auml;ge zu Berufsverb&auml;nden Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte Aufwendungen f&uuml;r Arbeitsmittel wie Werkzeuge, Berufskleidung oder Fachliteratur. Bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit wird f&uuml;r Werbungskosten ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag in H&ouml;he von 1 000 Euro ber&uuml;cksichtigt, sofern nicht in der Einkommensteuererkl&auml;rung h&ouml;here Aufwendungen nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Handelt es sich bei den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um Versorgungsbez&uuml;ge, wird nicht der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, sondern ein Werbungskosten-Pauschbetrag in H&ouml;he von 102 Euro ber&uuml;cksichtigt, sofern nicht h&ouml;here Aufwendungen nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Einzelheiten zu den Werbungskosten sind in der Brosch&uuml;re Steuertipps f&uuml;r Arbeitnehmer enthalten. Beziehen beide Ehegatten Arbeitslohn oder Versorgungsbez&uuml;ge, so steht ihnen jeweils ein eigener Arbeitnehmer-Pauschbetrag beziehungsweise WerbungskostenPauschbetrag oder Versorgungsfreibetrag einschlie&szlig;lich Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag zu. Die Pausch- und Freibetr&auml;ge k&ouml;nnen jedem Ehegatten jedoch nur bis zur H&ouml;he des jeweiligen Arbeitslohns beziehungsweise der jeweiligen Versorgungsbez&uuml;ge abgezogen werden. Sie sind auch nicht zwischen den Ehegatten &uuml;bertragbar wie etwa der Sparer-Pauschbetrag (siehe Seite 23). Auch der Arbeitslohn aus einer gelegentlichen, nur kurzfristigen Besch&auml;ftigung oder einer geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Deren steuerliche Behandlung richtet sich nach folgenden Grunds&auml;tzen: Den Arbeitslohn aus einer kurzfristigen oder geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung kann der Arbeitgeber pauschal versteuern. Diese M&ouml;glichkeit besteht alternativ zum Lohnsteuerabzugsverfahren, bei dem der Arbeitslohn nach den individuellen Merkmalen - Familienstand, Steuerklasse, Faktor, Freibetr&auml;ge - zu besteuern ist. Bei der Pauschalbesteuerung handelt es sich um eine endg&uuml;ltige Versteuerung. Das hei&szlig;t, der Arbeitslohn und die pauschale Lohnsteuer werden im Rahmen einer f&uuml;r den Arbeitnehmer durchzuf&uuml;hrenden Einkommensteuerveranlagung nicht erfasst. Schuldner der pauschalen Lohnsteuer ist der Arbeitgeber. Ihm steht daher allein die Entscheidung zu, ob er den Arbeitslohn pauschal oder im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens versteuern m&ouml;chte. Der Arbeitgeber hat allerdings die M&ouml;glichkeit, die pauschale Lohnsteuer durch vertragliche Vereinbarungen mit dem Arbeitnehmer auf diesen abzuw&auml;lzen. Die Frage, ob die Pauschalversteuerung gegen&uuml;ber dem Lohnsteuerabzugsverfahren aus der Sicht des Arbeitnehmers Vorteile hat, l&auml;sst sich nicht allgemein beantworten. Es kommt auf den Einzelfall an. Das Lohnsteuerabzugsverfahren kann sich zum Beispiel aufgrund nicht ausgesch&ouml;pfter Freibetr&auml;ge als g&uuml;nstiger erweisen. Das gilt dann, wenn die einem Rentner zustehenden Freibetr&auml;ge nicht durch den steuerpflichtigen Teil der Rente, durch Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen oder Vermietung und Verpachtung vollst&auml;ndig aufgebraucht werden und die pauschale Lohnsteuer vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abgew&auml;lzt wird. PAUSCHALVERSTEUERUNG BEI KURZFRISTIGER BESCH&Auml;FTIGUNG Bei kurzfristiger Besch&auml;ftigung gilt ein Pauschsteuersatz f&uuml;r die Lohnsteuer von 25 Prozent. Ob eine kurzfristige Besch&auml;ftigung vorliegt, ist ausschlie&szlig;lich nach steuerlichen Vorschriften zu beurteilen. Die sozialversicherungsrechtlichen Regelungen f&uuml;r eine kurzfristige Besch&auml;ftigung gelten hier nicht</p> <p><a href="https://fm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-fm/intern/Publikationen/200120_FM_ST_Seniorinnen_und_Senioren_INTERNET.pdf">Publikation zeigen</a></p>