<h1>Steuertipps f&uuml;r Menschen mit Behinderung</h1> <h2>Um Belastungen f&uuml;r Sie ertr&auml;glicher zu gestalten, sieht das Steuerrecht Steuererleichterungen in fast allen Steuerarten vor... Quelle Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein</h2> <p>Steuertipps f&uuml;r Menschen mit Behinderung A. Zum Begriff der Schwerbehinderung 1. Wer gilt als schwerbehindert? 2. Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen 3. Feststellung der Behinderung a) Schwerbehindertenausweis b) Merkzeichen B. Lohn- und Einkommensteuer 1. Pauschbetrag f&uuml;r behinderte Menschen 2. Kraftfahrzeugkosten f&uuml;r Privatfahrten 3. Krankheits- und Kurkosten 4. Aufwendungen wegen eigener Pflegebed&uuml;rftigkeit als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen 5. Pauschbetrag bei pers&ouml;nlicher Pflege behinderter Personen durch Angeh&ouml;rige 6. Behindertengerechte Umbauten im Haus und in der Wohnung 7. Steuererleichterungen f&uuml;r Eltern mit behinderten Kindern a) Kinderfreibetrag/Kindergeld b) Aufwendungen f&uuml;r den Privatschulbesuch behinderter Kinder c) Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende d) Kinderbetreuungskosten 8. Steuererm&auml;&szlig;igung bei Aufwendungen f&uuml;r die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen 9. Steuerfreie Einnahmen einer Gastfamilie f&uuml;r die Aufnahme eines behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen 10. Aufwendungen f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte als Werbungskosten/ Betriebsausgaben 11. Freibetrag f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne 12. Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz bei Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen C. Kraftfahrzeugsteuer 1. Steuerbefreiung 2. Steuererm&auml;&szlig;igung 3. Sonderregelung f&uuml;r bestimmte Behinderte 4. Eltern mit behinderten Kindern D. Umsatzsteuer 1. Blinde Unternehmer 2. Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz E. Grundsteuer F. Bausparf&ouml;rderung und Verm&ouml;gensbildung G. Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer H. Hundesteuer Die Steuergesetze kn&uuml;pfen f&uuml;r die steuerlichen Erleichterungen vielfach an die Feststellungen anderer Beh&ouml;rden an. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Behinderteneigenschaft und den Grad der Schwerbehinderung. Grad der Behinderung (GdB) Als schwerbehinderte Menschen sind Personen einzustufen mit einem GdB von mindestens 50, sofern sie ihren Wohnsitz, ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt oder ihre Besch&auml;ftigung auf einem Arbeitsplatz im Bundesgebiet haben. Die Schwerbehinderteneigenschaft wird kraft Gesetzes erworben. Das bedeutet, dass diese bereits mit dem Eintritt der Behinderung und nicht erst mit deren Feststellung durch die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde beginnt. Der GdB ist ein Ma&szlig; f&uuml;r die Beeintr&auml;chtigung k&ouml;rperlicher, geistiger oder seelischer Funktionen mit Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen. Er besagt nichts &uuml;ber die Leistungsf&auml;higkeit am Arbeitsplatz und ist unabh&auml;ngig vom ausge&uuml;bten oder angestrebten Beruf. Der Grad der Behinderung wird - anders als die Minderung der Erwerbsf&auml;higkeit - nicht mehr in Prozents&auml;tzen ausgedr&uuml;ckt (z.B. 50 an Stelle von 50%). Personen mit einem GdB von weniger als 50, aber mindestens 30, sollen auf Antrag schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten k&ouml;nnen. Zust&auml;ndigkeit Die Gleichstellung erfolgt durch die Agentur f&uuml;r Arbeit. Der Antrag ist unmittelbar bei der zust&auml;ndigen Agentur f&uuml;r Arbeit unter Vorlage des Feststellungsbescheides des Landesamtes f&uuml;r soziale Dienste Schleswig-Holstein &uuml;ber die H&ouml;he des GdB zu stellen. Die Gleichstellung wird mit dem Tag des Antrags- eingangs wirksam. Sie kann befristet werden. Die f&uuml;r den Wohnort des behinderten Menschen zust&auml;ndige Au&szlig;enstelle des Landesamtes f&uuml;r soziale Dienste SchleswigHolstein stellt auf Antrag die Behinderungen, den GdB und ggf. weitere gesundheitliche Merkmale (Merkzeichen) fest. Es erteilt hier&uuml;ber einen Bescheid, der gegebenenfalls auch gerichtlich &uuml;berpr&uuml;ft werden kann. Eine Feststellung ist nicht erforderlich, wenn die Behinderung und der Grad der Behinderung bereits in einem Rentenbescheid oder dergleichen festgestellt worden sind. Menschen sind behindert, wenn ihre k&ouml;rperliche Funktion, geistige F&auml;higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt ist. Rechtsquelle: &sect; 2 SGB IX Betr&auml;gt der festgestellte GdB mindestens 50, so stellt das Landesamt f&uuml;r soziale Dienste Schleswig-Holstein einen Ausweis mit Lichtbild &uuml;ber die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderung und gegebenenfalls die weiteren gesundheitlichen Merkmale (Merkzeichen) aus. Im Schwerbehindertenausweis k&ouml;nnen unterschiedliche Merkzeichen eingetragen werden, die Auskunft &uuml;ber die Art der Behinderung geben, u. a.: G bei erheblicher Beeintr&auml;chtigung des behinderten Menschen in seiner Bewegungsf&auml;higkeit im Stra&szlig;enverkehr oder erheblicher Gehbehinderung. B bei Benutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel ist st&auml;ndige Begleitung notwendig aG bei au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Gehbehinderung H bei st&auml;ndiger Hilflosigkeit RF bei Erf&uuml;llung der gesundheitlichen Voraussetzungen Nachteilsausgleiche bei Rundfunk, Fernsehen und Telefon BI bei Blindheit Gl bei Geh&ouml;rlosigkeit Der Ausweis mit den eingetragenen Merkzeichen ist u. a. zur Vorlage beim Finanzamt wichtig, er dient als Nachweis f&uuml;r die Voraussetzungen von Steuerverg&uuml;nstigungen. Bei der Lohn- und Einkommensteuer k&ouml;nnen behinderte Menschen steuerliche Verg&uuml;nstigungen entweder in Form von Pauschbetr&auml;gen bzw. Freibetr&auml;gen oder durch den Abzug von tats&auml;chlichen Mehraufwendungen bei der Einkommensermittlung in Anspruch nehmen. Arbeitnehmer k&ouml;nnen die meisten Steuerverg&uuml;nstigungen bereits durch Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte geltend machen und damit die monatlich zu zahlende Lohnsteuer verringern (Antrag auf Lohnsteuererm&auml;&szlig;igung). Wegen der Aufwendungen f&uuml;r die Hilfe bei den gew&ouml;hnlichen und regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrenden Verrichtungen des t&auml;glichen Lebens, f&uuml;r die Pflege sowie f&uuml;r einen erh&ouml;hten W&auml;schebedarf k&ouml;nnen behinderte Menschen einen Pauschbetrag (BehindertenPauschbetrag) geltend machen, wenn sie diese behinderungsbedingten Mehraufwendungen nicht im Einzelnen nachweisen wollen. Der Behinderten-Pauschbetrag wird ohne K&uuml;rzung um die zumutbare Belastung angesetzt. Rechtsquellen: &sect; 33b Absatz 1 EStG, R 33b Absatz 1 EStR Bei Blinden und Hilflosen wird ein erh&ouml;hter Pauschbetrag von 3.700 Euro ber&uuml;cksichtigt. Der Nachweis erfolgt durch Vorlage eines Schwerbehindertenausweises, in dem die Merkzeichen &#039;&#039;BI&#039;&#039; oder &#039;&#039;H&#039;&#039; eingetragen sein m&uuml;ssen. Dem Merkzeichen &#039;&#039;H&#039;&#039; steht die Einstufung als Schwerstpflegebed&uuml;rftiger in Pflegestufe III nach dem SGB XI, dem SGB XII oder diesen entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen gleich. Die Zuordnung zur Pflegestufe III ist durch Vorlage eines entsprechenden Bescheides nachzuweisen. Ein behinderter Mensch gilt als &#039;&#039;hilflos&#039;&#039;, wenn er f&uuml;r eine Reihe von h&auml;ufig und regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung seiner pers&ouml;nlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf. Diese Voraussetzungen sind auch erf&uuml;llt, wenn die Hilfe in Form einer &Uuml;berwachung oder einer Anleitung zu den genannten Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine st&auml;ndige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist. Rechtsquellen: &sect; 33b Absatz 3 Satz 3 und Abs&auml;tze 6 und 7 EStG, &sect; 65 Absatz 2 EStDV</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01175.pdf">Publikation zeigen</a></p>