<h1>Mitgestaltung der digitalen Transformation</h1> <h2>Die digitale Transformation bietet Chancen und stellt die Mitbestimmungsakteure dabei vor vielf&auml;ltige Herausforderungen... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>Wie k&ouml;nnen sich Betriebsr&auml;te besser in betriebliche Ver&auml;nderungsprozesse einbringen? Die digitale Transformation bietet Chancen - und stellt die Mitbestimmungsakteure dabei vor vielf&auml;ltige Herausforderungen. Mit &#039;&#039;Arbeit 2020 in NRW&#039;&#039; haben die IG Metall, die IG BCE und die NGG zusammen mit dem DGB in Nordrhein-Westfalen ein vom Arbeitsministerium des Landes NRW gef&ouml;rdertes innovatives Projekt gestartet: Es begleitet Betriebsr&auml;te und Unternehmen dabei, den Digitalisierungsprozess im Sinne der Besch&auml;ftigten auszugestalten. Die vorliegende Mitbestimmungspraxis geht u. a. folgenden Fragen nach: Wie positionieren sich Betriebsr&auml;te in einem Ver&auml;nderungsprozess wie der Digitalisierung erfolgreich? Wie k&ouml;nnen sie Handlungsfelder identifizieren und Mitbestimmung fortlaufend verankern? Neben den Erfahrungen aus dem Projekt und den dazugeh&ouml;rigen Zukunftsvereinbarungen beleuchten Vereinbarungen aus dem Archiv des Arbeitsbereichs &#039;&#039;Praxiswissen Betriebsvereinbarungen&#039;&#039; der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung die M&ouml;glichkeiten, in betrieblichen Ver&auml;nderungsprozessen mitzuwirken und mitzubestimmen. Mitbestimmung in betrieblichen Ver&auml;nderungsprozessen Ansatzpunkte f&uuml;r eine bessere Einbindung in Ver&auml;nderungsprozessen Regelungsm&ouml;glichkeiten - Beispiele aus Vereinbarungen Beteiligung festschreiben Gemeinsame Absichtserkl&auml;rungen und Pr&auml;ambeln verfassen Informationen einholen, Transparenz schaffen, Mitbestimmungsprozesse festschreiben Externen Sachverstand einholen, die Besch&auml;ftigten qualifizieren Akzeptanz durch Transparenz schaffen, Besch&auml;ftigte einbinden Aufgaben auf Arbeitsgruppen &uuml;bertragen Prozesse durch Aussch&uuml;sse und Steuerungskreise begleiten und gestalten Konflikte angehen und einvernehmliche L&ouml;sungen finden Mitbestimmung ist das demokratische Gestaltungsprinzip der sozialen Marktwirtschaft. So lautet der Leitsatz der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Wie sollen und k&ouml;nnen Betriebsr&auml;te mit ihren Gewerkschaften diesem Prinzip in der Praxis Geltung verschaffen, wenn ein Betrieb mehr und mehr nur noch ein abh&auml;ngiges Element in einer umfassenden und grenz&uuml;berschreitenden Wertsch&ouml;pfungskette ist? Wenn zudem Besch&auml;ftigte zu ihren funktionalen Gliedern werden, unabh&auml;ngig davon, wie ihre arbeitsvertragliche Situation aussieht? Will Mitbestimmung in der digitalen Transformation weiterhin Treiber und Werkzeug f&uuml;r gute Arbeit sein, m&uuml;ssen Betriebsr&auml;te und Gewerkschaften sich neu aufstellen. In Nordrhein-Westfalen haben sich die IG Metall, die IG Bergbau, Chemie, Energie und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gastst&auml;tten zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund im Projekt &#039;&#039;Arbeit 2020 in NRW&#039;&#039; auf den Weg gemacht, der Digitalisierung der Arbeitswelt eine eigene Richtung zu geben. Erste sogenannte Zukunftsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung deuten darauf hin, welche Pfl&ouml;cke f&uuml;r die Gestaltung von guter digitalisierter Arbeit bereits eingeschlagen werden konnten. Es zeigt sich: Die Aufgabe ist nicht einfach. Insbesondere die Schutzaufgabe bleibt. Doch dazu m&uuml;ssen Betriebsr&auml;te die eher reaktive Gestaltung einzelner mitbestimmungspflichtiger Details hinter sich lassen und ihre Mitbestimmungsrechte offensiver interpretieren: nicht abwarten, was einem der Arbeitgeber vorlegt, sondern die Initiative ergreifen und mitgestalten mit klarem Blick aufs Ganze. Das ist f&uuml;r viele Arbeitgeber mindestens genauso ungewohnt wie f&uuml;r die Mitbestimmungsakteure. Mitbestimmung ist in der digitalen Transformation ein Zukunftsthema. Wo viele Fragen an die Zukunft offen sind, muss um die besten und sozial tragf&auml;higsten L&ouml;sungen gerungen werden. Mitbestimmung und stabile Sozialpartnerschaft haben in rund 75 Jahren Transformation der Nachkriegsgeschichte Deutschlands ihren Leistungsnachweis erbracht: In fundamentalen gesellschaftlichen und &ouml;konomischen Umw&auml;lzungen werden durch gemeinsame Anstrengung im Alltag, an Arbeitspl&auml;tzen und in Betrieben zukunftsf&auml;hige L&ouml;sungen gefunden. Mitbestimmungsrechte m&uuml;ssen im Zusammenspiel mit Tarifvertr&auml;gen und im Interesse des gesellschaftlichen Erfolgs der digitalen Transformation gesichert und ausgebaut werden</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/p_mbf_praxis_2019_23.pdf">Publikation zeigen</a></p>