<h1>Geschenke, Bewirtungen und Betriebsveranstaltungen</h1> <h2>Bei der Gewinnermittlung sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind, nicht jedoch Aufwendungen, die privat veranlasst sind, als Betriebsausgaben abzugsf&auml;hig... Quelle Diverse Steuerberater</h2> <p>Geschenke, Bewirtungen und Betriebsveranstaltungen Aufwendungen f&uuml;r Geschenke Welche Aufzeichnungen sind vorzunehmen? Wann liegt steuerrechtlich ein Geschenk vor? Bewirtung durch Arbeitnehmer Geschenke an Gesch&auml;ftspartner Zuwendungen an Arbeitnehmer Wann liegt steuerrechtlich eine Bewirtung vor? Wann sind Bewirtungskosten angemessen? Betriebsveranstaltungen und der Freibetrag von 110 Euro Berechnung des 110-Euro-Freibetrags Bei der Gewinnermittlung sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind, nicht jedoch Aufwendungen, die privat veranlasst sind, als Betriebsausgaben abzugsf&auml;hig. Gemischte Aufwendungen, die sowohl privat als auch betrieblich veranlasst sind, sind nur insoweit abzugsf&auml;hig, wie ein objektiver betrieblicher Anteil nachgewiesen werden kann. Daneben k&ouml;nnen Aufwendungen f&uuml;r die Lebensf&uuml;hrung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, anfallen, die zugleich zur F&ouml;rderung des Berufs oder der T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen. Bei bestimmten Aufwendungen, welche betrieblich oder beruflich veranlasst sind - hierzu geh&ouml;ren Geschenke an Gesch&auml;ftsfreunde und Bewirtungsaufwendungen -, hat der Gesetzgeber eine gesetzliche Abzugsbeschr&auml;nkung festgelegt. Incentive-Reisen sind Geschenke, wenn sie nicht sachlich und zeitlich mit einer konkreten Leistung des Empf&auml;ngers zusammenh&auml;ngen (z.B. um Gesch&auml;ftsbeziehungen anzubahnen oder zu verbessern). In diesem Merkblatt wird Ihnen aufgezeigt, inwieweit Sie derartige Aufwendungen steuermindernd als Betriebsausgaben geltend machen k&ouml;nnen. Soweit ein Geschenk teilweise oder ganz privat veranlasst ist, sind die entsprechenden Aufwendungen als Kosten der privaten Lebensf&uuml;hrung insgesamt nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Aufwendungen f&uuml;r Geschenke an Gesch&auml;ftspartner des zuwendenden Unternehmers sind nur beschr&auml;nkt als Betriebsausgaben abzugsf&auml;hig. Die Anschaffungsbzw. Herstellungskosten f&uuml;r Geschenke d&uuml;rfen pro Jahr und Empf&auml;nger nicht h&ouml;her als 35 Euro sein (siehe Punkt 1.2.1). Voraussetzung f&uuml;r die Abzugsf&auml;higkeit ist die betriebliche Veranlassung. Geschenke an Arbeitnehmer hingegen sind immer in voller H&ouml;he abziehbar, jedoch kann eine Lohnsteuerpflicht entstehen. Um vor b&ouml;sen &Uuml;berraschungen bei einer Betriebspr&uuml;fung gefeit zu sein, werden Ihnen hier die Bestimmungen f&uuml;r die korrekte steuerliche Behandlung von Geschenkaufwendungen aufgezeigt (siehe Punkt 1.3). Zugaben zu Warenk&auml;ufen, die direkt mit dem Warenkauf zusammenh&auml;ngen (z.B. Kugelschreiber als Zugabe zum Kauf von Druckerpapier), sind keine Geschenke. Trinkgelder sind keine Geschenke, weil sie ein Entgelt f&uuml;r eine bestimmte Leistung darstellen (z.B. Bedienung im Restaurant). Rabatte sind keine Geschenke, weil sie die Anschaffungskosten mindern. Kr&auml;nze und Blumen bei Beerdigungen sind ebenfalls keine Geschenke. Wie teuer d&uuml;rfen Geschenke sein? Die Begrenzung des Betriebsausgabenabzugs bei Aufwendungen f&uuml;r Geschenke an Gesch&auml;ftspartner liegt pro Jahr und Empf&auml;nger (personenbezogen) bei 35 Euro. Sobald also die Aufwendungen f&uuml;r Geschenke an eine Person mehr als 35 Euro im Jahr betragen, sind sie in voller H&ouml;he nicht als Betriebsausgaben abziehbar (Freigrenze). Wann liegt steuerrechtlich ein Geschenk vor? Geschenke sind unentgeltliche Zuwendungen. Ma&szlig;gebend ist der zivilrechtliche Begriff der Schenkung: Eine Zuwendung bedeutet die Verschaffung eines verm&ouml;genswerten Vorteils, welcher nicht als Gegenleistung f&uuml;r eine bestimmte Leistung des Empf&auml;ngers gedacht ist und auch nicht in einem unmittelbaren zeitlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer solchen Leistung steht. Beispiel Werbepr&auml;sente sind Geschenke, wenn sie weder zeitlich noch unmittelbar mit einem Warenkauf zusammenh&auml;ngen. F&uuml;r die Berechnung der Freigrenze sind die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ma&szlig;gebend, bei gebrauchten Gegenst&auml;nden aus dem Betriebsverm&ouml;gen gilt der Verkehrswert. Hinzuzurechnen sind Aufwendungen f&uuml;r die Kennzeichnung der Werbetr&auml;ger, nicht jedoch die Verpackungs- und Versandkosten. Wird ein Geschenk in einem anderen Gesch&auml;ftsjahr als dem seines Erwerbs &uuml;bergeben, sind die Aufwendungen erst im Jahr der Zuwendung bei der Pr&uuml;fung der &Uuml;berschreitung der 35-Euro-Freigrenze zu ber&uuml;cksichtigen. Hinweis Bei Geschenken aus einem besonderen pers&ouml;nlichen Anlass des Gesch&auml;ftspartners (z.B. Hochzeit, runder Geburtstag) gilt die Freigrenze f&uuml;r Aufmerksamkeiten an die eigenen Arbeitnehmer, so dass ein Wert von bis zu 60 Euro brutto pro Anlass beim Schenker als Betriebsausgabe gebucht werden darf. Der Beschenkte braucht den Wert dann nicht zu versteuern (vgl. Punkte 1.2.3 und 1.2.4), da das Geschenk nicht der betrieblichen Sph&auml;re zuzurechnen ist. 1.2.2 Welche Aufzeichnungen sind in der Buchhaltung vorzunehmen? Die Aufwendungen sind nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) zus&auml;tzlich einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen, um als Betriebsausgaben abziehbar zu sein. Konkret bedeutet dies, dass die Buchung auf einem besonderen Konto bzw. eine Aufzeichnung als besonderer Posten erfolgen muss. Die Aufzeichnungen haben zeitnah und fortlaufend zu erfolgen. Die gesonderte Aufzeichnung dient der leichteren &Uuml;berpr&uuml;fung, ob die Freigrenze von 35 Euro eingehalten worden ist. Hinweis Sofern die Aufwendungen erst bei den Jahresabschlussarbeiten auf ein Konto umgebucht werden, liegt ein Versto&szlig; gegen eine zeitnahe Erfassung vor. Die umgebuchten Aufwendungen sind trotz eines Nicht&uuml;berschreitens der 35-EuroFreigrenze steuerlich nicht abziehbar. aus betrieblichem Anlass gegeben wird. Der Wert ist mit dem gemeinen Wert anzusetzen, dieser ist der &uuml;bliche Endpreis am Abgabeort. Hinweis Wenn von der Pauschalierung bei Geschenken Gebrauch gemacht wird, entf&auml;llt die Steuerpflicht beim Beschenkten (siehe Punkt 1.2.4). 1.2.4 Pauschalierungsm&ouml;glichkeit bei Geschenken Wenn der Wert von Geschenken beim Empf&auml;nger der Besteuerung unterliegt (vgl. Punkt 1.2.3), verkehrt sich die Freude des Beschenkten emotional ins Gegenteil. Dieses gilt insbesondere bei Eintrittskarten f&uuml;r Kulturund Sportveranstaltungen. Daher erm&ouml;glicht es &sect; 37b EStG dem Zuwendenden, die Steuer des Empf&auml;ngers in pauschaler Form zu &uuml;bernehmen. Bei Anwendung dieser Pauschalierungsvorschrift m&uuml;ssen Sie als Zuwendender einheitlich alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gew&auml;hrten Sachzuwendungen, die aus betrieblichem Anlass gew&auml;hrt werden, mit 30% versteuern (zuz&uuml;glich Solidarit&auml;tszuschlag (SolZ) und Kirchensteuer (KiSt)). Bemessungsgrundlage sind Ihre Aufwendungen einschlie&szlig;lich der Umsatzsteuer. Auch der Wert der Zuwendungen an Ihre Arbeitnehmer muss in die Pauschalierung einbezogen werden. Hinweis Eine Pauschalierung darf nicht vorgenommen werden, wenn die Aufwendungen je Empf&auml;nger und Wirtschaftsjahr den Betrag von 10.000 Euro &uuml;bersteigen. Gleiches gilt, wenn die Aufwendungen f&uuml;r eine einzelne Zuwendung diesen Betrag &uuml;bersteigen. Durch die Pauschalierung braucht der Empf&auml;nger den Wert der Geschenke nicht in seine Gewinnermittlung einzubeziehen. Die Pauschalierung hat somit abgeltende Wirkung. Der Zuwendende muss den Empf&auml;nger informieren, dass er die anfallende Steuer &uuml;bernimmt. Hinweis Allgemein gilt: Wenn die Aufzeichnungspflicht nicht beachtet wird, sind die betreffenden Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Die pauschale Einkommensteuer wird bei der Lohnsteuer angemeldet und abgef&uuml;hrt. Diese Steuer ist nicht als Betriebsausgabe abzugsf&auml;hig. Aufwendungen f&uuml;r mehrere Geschenke gleicher Art (z.B. zehn Notizb&uuml;cher) k&ouml;nnen in einer Summe auf dem gesonderten Konto zusammengefasst werden. Die Namen der Empf&auml;nger sind einzeln auf der Einkaufsrechnung zu vermerken. Die &Uuml;bernahme der Einkommensteuer des Zuwendungsempf&auml;ngers seitens des Zuwendenden durch Zahlung von 30% pauschaler Einkommensteuer wird vom Bundesfinanzhof (BFH) als weitere Zuwendung angesehen. Der abzugsf&auml;hige H&ouml;chstbetrag verringert sich dadurch effektiv bei &Uuml;bernahme der Pauschalierung, und zwar neben der Einkommensteuer auch um SolZ und KiSt. Die Aufzeichnungspflicht bleibt auch bei der Pauschalierung (siehe Punkt 1.2.4) bestehen. 1.2.3 Wie werden Geschenke beim Empf&auml;nger behandelt? Als Empf&auml;nger eines Geschenks muss ein Unternehmer dieses als Betriebseinnahme versteuern. Voraussetzung f&uuml;r die Steuerpflicht ist, dass das Geschenk Geschenke, Bewirtungen und Betriebsveranstaltungen Demnach liegt hier der abzugsf&auml;hige H&ouml;chstbetrag f&uuml;r Geschenke bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern - abh&auml;ngig vom Bundesland - zwischen 24,97 Euro netto und 25,16 Euro netto. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat dieses Urteil des BFH zwar zur Ver&ouml;ffentlichung im Bundessteuerblatt bestimmt, wodurch es grunds&auml;tzlich bindend f&uuml;r die Finanzverwaltung wird. Jedoch hat das BMF dabei eine Fu&szlig;note gesetzt, die &uuml;ber einen Verweis auf sein Schreiben vom 19.05.2015 explizit ausdr&uuml;ckt, dass weiterhin nur auf den Betrag der Zuwendung abgestellt und die &uuml;bernommene Steuer nicht mit einbezogen wird. Aufwendungen f&uuml;r die betrieblich veranlasste Bewirtung von Gesch&auml;ftspartnern k&ouml;nnen nur in H&ouml;he von 70% der angemessenen Bewirtungskosten als Betriebsausgaben abgezogen werden (einschlie&szlig;lich der enthaltenen Bewirtungskosten des Unternehmers und von teilnehmenden Arbeitnehmern). Ob Sie bei Geschenken an ausl&auml;ndische Gesch&auml;ftspartner &uuml;berhaupt Pauschalsteuer abf&uuml;hren m&uuml;ssen - und ob damit auch diese Geschenke von der neuen Rechtsprechung betroffen sind -, pr&uuml;fen wir im Einzelfall f&uuml;r Sie. Sie k&ouml;nnen uns jederzeit gerne darauf ansprechen. Zu beachten ist, dass die Pauschalierung der Einkommensteuer nach &sect; 37b EStG nur greift, wenn die Zuwendung beim Empf&auml;nger zu einkommensteuerpflichtigen Eink&uuml;nften f&uuml;hrt. Zuwendungen an Arbeitnehmer Aufwendungen aus betrieblichem Anlass f&uuml;r Geschenke an eigene Arbeitnehmer sind in voller H&ouml;he als Betriebsausgaben abziehbar. Dabei sind die lohnsteuerrechtlichen Regelungen zu beachten: Geldzuwendungen sind immer lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn. Sachzuwendungen sind dann lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn sie weder Aufmerksamkeiten noch &uuml;bliche Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung darstellen. Aufmerksamkeiten Lohnsteuerfreie Aufmerksamkeiten sind freiwillige Sachzuwendungen mit einem Wert bis 60 Euro (brutto, inklusive Umsatzsteuer), die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern oder deren Angeh&ouml;rigen aus einem besonderem Anlass (z.B. silberne Hochzeit, Examen) gew&auml;hren und zu keiner nennenswerten Bereicherung f&uuml;hren. Auch Getr&auml;nke und Genussmittel, die der Arbeitgeber den Arbeitnehmern im Betrieb unentgeltlich oder verbilligt &uuml;berl&auml;sst, sind steuerfreie Aufmerksamkeiten. Das Gleiche gilt f&uuml;r Speisen, soweit ein betriebliches Interesse des Arbeitgebers vorliegt (z.B. bei au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Arbeitseins&auml;tzen oder Fortbildungsveranstaltungen), wenn ihr Wert 60 Euro nicht &uuml;bersteigt. Hinweis zur Umsatzsteuer Unentgeltliche Sachzuwendungen an das Personal l&ouml;sen generell Umsatzsteuer aus. Jedoch geh&ouml;ren blo&szlig;e Aufmerksamkeiten nicht zu den steuerbaren Ums&auml;tzen. Generell m&uuml;ssen steuerfreie Aufmerksamkeiten vom Arbeitgeber zus&auml;tzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden. Eine Bewirtung liegt vor, wenn die Darreichung von Speisen und Getr&auml;nken eindeutig im Vordergrund steht. Bewirtungskosten sind Aufwendungen f&uuml;r Speisen und Getr&auml;nke und die damit zusammenh&auml;ngenden Nebenkosten (z.B. Trinkgelder, Garderobengeb&uuml;hren). Hinweis Werden Aufmerksamkeiten in geringem Umfang, etwa Kaffee und Geb&auml;ck bei Besprechungen, gew&auml;hrt, gilt das nicht als Bewirtung, sondern als &uuml;bliche Aufmerksamkeitsgeste. Was ist mit &#039;&#039;betrieblichem Anlass&#039;&#039; gemeint? Gesch&auml;ftlich veranlasst sind Bewirtungen, an denen Gesch&auml;ftspartner (betriebsfremde Personen) teilnehmen. Die Teilnahme von Arbeitnehmern ist unsch&auml;dlich. Wenn der Anlass der Bewirtung privater Natur ist (z.B. Geburtstag, Hochzeit), k&ouml;nnen die Kosten steuerlich nicht ber&uuml;cksichtigt werden. F&uuml;r den bewirteten Gesch&auml;ftspartner stellt die Bewirtung aus gesch&auml;ftlichem Anlass keine Betriebseinnahme dar und f&uuml;r den bewirteten Arbeitnehmer keinen Arbeitslohn. Bei Bewirtung in der Privatwohnung des Unternehmers wird grunds&auml;tzlich eine private Veranlassung unterstellt, so dass Aufwendungen daf&uuml;r nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden k&ouml;nnen. Hat eine Bewirtung sowohl private als auch betriebliche Gr&uuml;nde, k&ouml;nnen die Aufwendungen aufgeteilt werden, wenn sich mit der Einladung und den sonstigen Umst&auml;nden plausibel nachweisen l&auml;sst, dass (und warum) die Bewirtung aus beiden Anl&auml;ssen erfolgt. Beispiel Bei einem Empfang anl&auml;sslich des Firmenjubil&auml;ums und des runden Geburtstags des Unternehmers werden sowohl Gesch&auml;ftsfreunde als auch private G&auml;ste bewirtet. Eine Aufteilung der Aufwendungen nach der Zahl der Teilnehmenden aus beiden Bereichen wird zugelassen. Hinweis Die Aufwendungen f&uuml;r die teilnehmenden Gesch&auml;ftsfreunde sind als betrieblich veranlasste Bewirtungsaufwendungen zu 70% abzugsf&auml;hig, w&auml;hrend die auf die Geburtstagsg&auml;ste entfallenden Aufwendungen als Privatentnahmen zu buchen sind. Wann sind Bewirtungskosten angemessen? Abzugsf&auml;hig mit 70% der Aufwendungen sind nur Bewirtungsaufwendungen in angemessener H&ouml;he. Unangemessen hohe Aufwendungen k&ouml;nnen nicht, auch nicht eingeschr&auml;nkt, als Betriebsausgaben abgezogen werden. Unangemessen sind Bewirtungsaufwendungen dann, wenn ein Missverh&auml;ltnis zwischen Anlass und H&ouml;he der Bewirtung besteht. Diese Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit wird die Finanzbeh&ouml;rde im Einzelfall pr&uuml;fen. Eine feste betragsm&auml;&szlig;ige Grenze, ab wann Bewirtungskosten als unangemessen anzusehen sind, gibt es nicht. Jede Bewirtung ist vielmehr f&uuml;r sich auf die Angemessenheit hin zu pr&uuml;fen. Welche Aufzeichnungen sind vorzunehmen? Bei Bewirtungen in Gastst&auml;tten oder Restaurants erfolgt der Nachweis &uuml;ber Ort, Datum und H&ouml;he der Aufwendungen durch die maschinell erstellte Rechnung der Gastst&auml;tte bzw. des Restaurants. Aus diesen Rechnungen m&uuml;ssen sich Name und Anschrift der Gastst&auml;tte, der Tag der Bewirtung sowie die in Anspruch genommene Leistung nach Art, Umfang und Entgelt (als Bruttobetrag inklusive Umsatzsteuer unter Angabe des Steuersatzes) ergeben. In der Rechnung m&uuml;ssen auch die einzelnen Posten gesondert aufgef&uuml;hrt werden, ein allgemeiner Posten &#039;&#039;Speisen und Getr&auml;nke&#039;&#039; gen&uuml;gt nicht f&uuml;r den Betriebskostenabzug. Hinweis Bei Gastst&auml;ttenrechnungen &uuml;ber 250 Euro inklusive Umsatzsteuer m&uuml;ssen zus&auml;tzlich sowohl der Name und die Anschrift des Gastgebers als auch die Rechnungs- und Steuernummer der Gastst&auml;tte enthalten sein. Angaben zum Anlass und zu den Teilnehmern k&ouml;nnen entweder auf der maschinellen Rechnung oder auf einem separaten Beleg, der aber fest mit der Rechnung verbunden sein muss, vorgenommen werden. Des Weiteren sind die Bewirtungsaufwendungen zeitnah einzeln und getrennt aufzuzeichnen. Sie sind in der Buchf&uuml;hrung auf einem gesonderten Konto zu erfassen. Sind die Bewirtungskosten Betriebsausgaben, kann die darauf entfallende Vorsteuer in vollem Umfang bei der Umsatzsteuer abgezogen werden. Dies betrifft aber nur den Vorsteuerabzug. Die nicht abziehbaren Betriebsausgaben von 30% erh&ouml;hen den Gewinn. Hinweis Achtung: Die neuere Rechtsprechung stellt unter gewissen Umst&auml;nden auf eine andere Berechnung ab. Wenn mehr Teilnehmer gemeldet als tats&auml;chlich bei der Veranstaltung anwesend waren (z.B. aufgrund Krankheit), so ist auf die Anzahl der angemeldeten Arbeitnehmer abzustellen und nicht auf die Anzahl der tats&auml;chlichen Teilnehmer. Der Differenzbetrag stellt (fehlgeschlagenen) Aufwand dar. Gegen das entsprechende Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln (Az. 3 K 870/17) wurde Revision zugelassen. Sollten Sie betroffen sein, empfehlen wir Ihnen, unter Hinweis auf das Revisionsverfahren vor dem BFH (Az. XI R 31/18) Einspruch mit der Bitte um Ruhen des Verfahrens einzulegen. Wir pr&uuml;fen das gerne f&uuml;r Sie, sprechen Sie uns einfach an! Arbeitnehmer k&ouml;nnen beruflich veranlasste Aufwendungen f&uuml;r Bewirtungen von Gesch&auml;ftspartnern, die sie wirtschaftlich selbst tragen - also ohne Erstattung durch den Arbeitgeber -, in H&ouml;he von 70% als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nicht selbst&auml;ndiger Arbeit geltend machen. Die vorgenannten Nachweispflichten (siehe Punkt 2.3) sind zu beachten. Aufwendungen f&uuml;r reine Arbeitnehmerbewirtungen sind Werbungskosten, wenn der bewirtende Arbeitnehmer erfolgsabh&auml;ngige Lohnbez&uuml;ge erh&auml;lt. Aufwendungen eines Arbeitnehmers sind auch dann Werbungskosten, wenn ein beruflicher Anlass vorliegt und nur Personen aus dem beruflichen Umfeld teilnehmen. Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Freibetrags von 110 Euro ist, dass die Betriebsveranstaltung allen Angeh&ouml;rigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Bei einer Beschr&auml;nkung des Teilnehmerkreises m&uuml;ssen sachliche Gr&uuml;nde hierf&uuml;r vorliegen, sie darf sich nicht als eine Bevorzugung bestimmter Arbeitnehmergruppen darstellen. Zul&auml;ssig sind somit auch Abteilungsversammlungen, Pension&auml;rstreffen oder Treffen von Jubilaren ab zehn Jahren Betriebszugeh&ouml;rigkeit. Die Ehrung eines einzelnen Jubilars gilt nicht als beg&uuml;nstigte Betriebsveranstaltung. Bewirtungen aus Anlass eines besonderen pers&ouml;nlichen Ereignisses des Arbeitnehmers (z.B. Geburtstag) sind als Kosten der privaten Lebensf&uuml;hrung anzusehen. Sie stellen damit f&uuml;r den Arbeitnehmer keine Werbungskosten seiner Lohneink&uuml;nfte dar. Betriebsveranstaltungen sind Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter, etwa Betriebsausfl&uuml;ge, Weihnachtsfeiern und Jubil&auml;umsfeiern. Eine Betriebsveranstaltung liegt nur vor, wenn der Teilnehmerkreis &uuml;berwiegend besteht aus Betriebsangeh&ouml;rigen, deren Begleitpersonen und gegebenenfalls weiteren Personen, die einen besonderen Bezug zu den Mitarbeitern haben (z.B. Leiharbeiter oder Mitarbeiter anderer Unternehmen im Konzernverbund). Aufwendungen des Arbeitgebers f&uuml;r Betriebsveranstaltungen unterliegen grunds&auml;tzlich nicht der Lohnsteuer, da sie im &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse get&auml;tigt werden, etwa zur F&ouml;rderung des Kontakts der Mitarbeiter untereinander. Sofern aber die Aufwendungen einen Betrag von 110 Euro je Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer &uuml;bersteigen, sind die &uuml;bersteigenden Aufwendungen lohnsteuerpflichtig. Hinweis Anstatt die Lohnsteuer bei jedem einzelnen Arbeitnehmer, auf den mehr als 110 Euro entf&auml;llt, zu berechnen, kann der Arbeitgeber die steuerpflichtigen Betr&auml;ge mit einem Pauschsteuersatz von 25% (zuz&uuml;glich SolZ und KiSt) belegen. F&uuml;r den einzelnen Arbeitnehmer sind j&auml;hrlich maximal zwei Betriebsveranstaltungen mit je 110 Euro Freibetrag beg&uuml;nstigt. Sofern die Betriebsveranstaltung au&szlig;erhalb der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte des Arbeitnehmers stattfindet, k&ouml;nnen seine Reisekosten steuerfrei erstattet werden. Nehmen an einer Betriebsveranstaltung zus&auml;tzlich Gesch&auml;ftspartner und deren Arbeitnehmer teil, sind die anteiligen Aufwendungen f&uuml;r diese Personen nach den Regelungen des Bewirtungsaufwands f&uuml;r gesch&auml;ftliche Bewirtungen nur mit 70% des Aufwands und ohne Ber&uuml;cksichtigung des Freibetrags von 110 Euro als Betriebsausgabe abzugsf&auml;hig (siehe Punkt 2). Die ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higen Aufwendungen sind zu gleichen Teilen auf alle anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Sodann ist der auf eine Begleitperson entfallende Anteil der Aufwendungen dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen. Sofern der so ermittelte Betrag den Freibetrag von 110 Euro &uuml;bersteigt, ist der &uuml;berschie&szlig;ende Betrag der Lohnsteuer und Sozialversicherung zu unterwerfen. F&uuml;r Begleitpersonen ist kein zus&auml;tzlicher Freibetrag von 110 Euro anzusetzen. Durch Aufzeichnungen ist somit die Zahl der anwesenden Teilnehmer und der Begleitpersonen nachzuweisen. Durch die Hinzurechnung der Aufwendungen f&uuml;r Begleitpersonen ist bei 25 Arbeitnehmern ein Betrag von 200 Euro anzusetzen. Abz&uuml;glich des Freibetrags von 110 Euro verbleibt bei diesen ein steuerpflichtiger Anteil von 90 Euro. Die Aufwendungen f&uuml;r die Mitarbeiter ohne Begleitperson liegen innerhalb des Freibetrags von 110 Euro, so dass bei ihnen keine Lohnsteuer anf&auml;llt</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01220.pdf">Publikation zeigen</a></p>