<h1>Blaue Karte EU</h1> <h2>Erleichterte Zuwanderung f&uuml;r hochqualifizierte Fachkr&auml;fte. Einf&uuml;hrung des Aufenthaltstitels Blaue Karte EU... Quelle BAMF</h2> <p>Die Blaue Karte hat sich als Zugangsweg f&uuml;r Hochqualifizierte nach Deutschland bew&auml;hrt. Seit 2012 ist die Zahl der vergebenen Karten kontinuierlich gestiegen. Eine weitere Absenkung der Gehaltsschwellen k&ouml;nnte den Aufenthaltstitel allerdings f&uuml;r Zuwanderungsinteressierte noch attraktiver und f&uuml;r kleine und mittlere Unternehmen nutzbarer machen. Am 1. August 2012 wurde die Blaue Karte als neuer Aufenthaltstitel f&uuml;r hochqualifizierte Fachkr&auml;fte aus Drittstaaten in Deutschland eingef&uuml;hrt. Bis Ende des Jahres 2015 wurden insgesamt 41.624 Blaue Karten ausgestellt, davon 20.006 an neueingereiste Hochqualifizierte und 21.618 an Personen, die sich zuvor schon mit anderen Aufenthaltstiteln in Deutschland aufgehalten hatten. Dabei ist sowohl die Gesamtzahl als auch der Anteil der neuausgestellten Blauen Karten an neueingereiste Fachkr&auml;fte im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich angestiegen (Abbildung). Noch immer wird rund die H&auml;lfte der Blauen Karten an Personen vergeben wird, die sich bereits zuvor in Deutschland aufgehalten haben. Das spricht nicht gegen ihren Erfolg. Vielmehr richtet sich die Blaue Karte nicht nur an hochqualifizierte Fachkr&auml;fte aus Drittstaaten, die zum Arbeiten nach Deutschland kommen wollen, sondern auch an Drittstaatenangeh&ouml;rige, die hier bereits einen Studienabschluss erworben haben und erwerbst&auml;tig werden wollen. Da diese keinen direkten Zugang zur dauerhaften Niederlassungserlaubnis haben, ben&ouml;tigen auch sie einen Aufenthaltstitel zur Erwerbst&auml;tigkeit, womit sich die Blaue Karte anbietet. Differenziert man nach vorherigem Aufenthaltsstatus, so hatten am 31. Dezember 2015 insgesamt 6.395 Inhaber der Blauen Karte zuvor einen Aufenthaltstitel zur Ausbildung inne. Das entspricht Anteilen von 24,0 Prozent aller Inhaber der Blauen Karte und 49,7 Prozent derer, die zuvor schon mit einem anderen Aufenthaltstitel in Deutschland lebten. Bei den &uuml;brigen nicht neueingereisten Personen handelt es sich zu gro&szlig;en Teilen um klassische Statuswechsler, die zuvor einen anderen Aufenthaltstitel zur Erwerbst&auml;tigkeit innehatten (BAMF, 2016b). Derartige Statuswechsel sind vorwiegend ein &Uuml;bergangsph&auml;nomen und d&uuml;rften in Zukunft immer seltener werden. Die Inhaber der Blauen Karte leben also besonders h&auml;ufig in den Bundesl&auml;ndern mit guter Arbeitsmarktlagen und entsprechend gro&szlig;en Fachkr&auml;ftebedarfen. Auch wenn die konkreten Besch&auml;ftigungsfelder der Inhaber der Blauen Karte in Deutschland nicht erfasst werden, l&auml;sst sich zudem sagen, dass ihre Einf&uuml;hrung zusammen mit Initiativen wie Make-It-in-Germany dazu beigetragen hat, dass die Besch&auml;ftigung von Indern in akademischen MINT-Berufen in den letzten Jahren sehr dynamisch gewachsen ist (Anger et al., 2016). Der rechtliche Rahmen Stand August 2016 k&ouml;nnen sich Akademiker aus Drittstaaten mit einem Stellenangebot in Deutschland - f&uuml;r EU-B&uuml;rger gilt die Freiz&uuml;gigkeit - um eine Blaue Karte bem&uuml;hen. Zentrale Voraussetzung f&uuml;r die Vergabe dieses Aufenthaltstitels ist, dass entweder ein deutscher Hochschulabschluss vorliegt oder der ausl&auml;ndische Hochschulabschluss in Deutschland anerkannt bzw. mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist. Die Pr&uuml;fung der Vergleichbarkeit kann bereits im Ausland angesto&szlig;en werden. Die Blaue Karte wird sowohl f&uuml;r befristete wie f&uuml;r unbefristete Stellen vergeben, so lange sie mindestens mit einem Bruttogehalt von 49.600 Euro j&auml;hrlich dotiert sind. F&uuml;r Absolventen mit Engpassqualifikation - das sind derzeit die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Humanmedizin - liegt die Gehaltsgrenze mit einem j&auml;hrlichen Bruttogehalt von mindestens 38.688 Euro deutlich niedriger. Allerdings erfolgt bei einem Gehalt unter 49.600 Euro und einem ausl&auml;ndischen Hochschulabschluss eine Pr&uuml;fung durch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, ob der vereinbarte Verdienst dem orts&uuml;blichen Niveau entspricht. Die dauerhafte Niederlassungserlaubnis kann Besitzern der Blauen Karte nach 33 Monaten erteilt werden. Weist der Antragsteller Deutschkenntnisse nach, die mindestens dem B2-Niveau entsprechen, ist dieser Schritt bereits nach 21 Monaten m&ouml;glich. Damit erhalten Inhaber der Blauen Karte deutlich fr&uuml;her als andere Zuwanderergruppen eine dauerhafte Perspektive in Deutschland. Obwohl die Anzahl der vergebenen Blauen Karten - sowohl an neueingereiste Fachkr&auml;fte als auch an Statuswechsler - seit 2012 kontinuierlich gestiegen ist, l&auml;sst sich dennoch Verbesserungspotential identifizieren. So sind die aktuellen Gehaltsschwellen in manchen F&auml;llen zu hoch. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Hochschulabsolventen au&szlig;erhalb der Engpassqualifikationen, die in den Beruf starten, aber auch f&uuml;r Zuwanderer, die sich in Deutschland noch weiter qualifizieren und deshalb nicht in Vollzeit arbeiten wollen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen k&ouml;nnen in solchen F&auml;llen nicht immer Einstiegsgeh&auml;lter bieten, die die Schwellenwerte erf&uuml;llen. Dann bietet sich zwar h&auml;ufig ein Aufenthaltstitel zur qualifizierten Besch&auml;ftigung nach &sect;18 Abs. 4 AufenthG als Alternative an, dieser hat jedoch insbesondere mit Blick auf den &Uuml;bergang zur Niederlassungserlaubnis substanzielle Nachteile gegen&uuml;ber der Blauen Karte. Potenziale der Blauen Karte Mit dem sukzessiven Ausscheiden der gro&szlig;en Jahrg&auml;nge der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt ist in den n&auml;chsten Jahren mit einem zunehmenden Bedarf an qualifizierten Erwerbspersonen aus dem Ausland zu rechnen. Dabei steht Deutschland bei der Gewinnung von international mobilen Fachkr&auml;ften im Wettbewerb mit anderen entwickelten L&auml;ndern insbesondere aus dem angels&auml;chsischen Raum. Daher sollten die Rahmenbedingungen f&uuml;r die Zuwanderung so gestaltet werden, dass Fachkr&auml;ften aus Drittstaaten die Entscheidung f&uuml;r Deutschland m&ouml;glichst leicht f&auml;llt. Hierzu z&auml;hlt ein modernes Einwan derungsrecht, wobei die Blaue Karte als Blaupause f&uuml;r andere Aufenthaltstitel dienen kann. Anders als etwa beim Aufenthaltstitel zur qualifizierten Besch&auml;ftigung nach &sect;18 Abs. 4 AufenthG sind die Vergabekriterien f&uuml;r die Blaue Karte n&auml;mlich so klar und eindeutig definiert, dass sie von Zuwanderungsinteressierten und Arbeitgebern ohne weiteres nachvollzogen werden k&ouml;nnen. Da dar&uuml;ber hinaus kaum Interpretationsspielraum bei den Kriterien besteht, k&ouml;nnen sich Unternehmen und ausl&auml;ndische Fachkraft bereits im Vorhinein relativ sicher sein, ob letztlich eine Blaue Karte vergeben wird oder nicht. Zudem wurde mit dem Begriff &#039;&#039;Blaue Karte&#039;&#039; eine Marke geschaffen, die bei der Ansprache international mobiler Fachkr&auml;fte aus Drittstaaten sehr hilfreich sein kann. Ein Problem bei der Gewinnung von Fachkr&auml;ften aus Drittstaaten ist n&auml;mlich, dass das deutsche Zuwanderungsrecht mit Blick auf die Erwerbsmigration im internationalen Vergleich zwar liberal ist, aber nicht unbedingt auch so wahrgenommen wird</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01247.pdf">Publikation zeigen</a></p>