<h1>Qualifizierungsoffensive (Fragen und Antworten)</h1> <h2>Mit der Qualifizierungsoffensive sorgt die Bundesregierung daf&uuml;r, dass die Besch&auml;ftigten die Chance haben zu lernen, um am Ball zu bleiben. Und zwar grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von Qualifikation, Alter und Betriebsgr&ouml;&szlig;e... Quelle BMAS</h2> <p>Qualifizierungsoffensive FAQ Allgemeines Was ist die Qualifizierungsoffensive? Die Qualifizierungsoffensive von Bundesminister Heil ist ein erster konkreter Schritt zur aktiven Gestaltung des Wandels in der Arbeitswelt. Wenn sich Berufe langsamer &auml;ndern als die technologische Entwicklung, entscheidet die Qualifikation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer st&auml;rker &uuml;ber Arbeitsmarkt- und Besch&auml;ftigungschancen. Mit der Qualifizierungsoffensive sorgen wir daf&uuml;r, dass die Besch&auml;ftigten die Chance haben zu lernen, um am Ball zu bleiben - und grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von Qualifikation, Alter und Betriebsgr&ouml;&szlig;e. Der erste Schritt ist das Qualifizierungschancengesetz, dass den Zugang zur Weiterbildungsf&ouml;rderung verbreitert und die Weiterbildungsberatung st&auml;rkt. Der Start der Nationalen Weiterbildungsstrategie folgt im November. Worum geht es bei der Nationalen Weiterbildungsstrategie? Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie wollen wir eine neue Weiterbildungskultur etablieren, indem wir u.a. arbeitsmarkt- und bildungspolitische Instrumente besser verzahnen und Weiterbildungsprogramme von Bund und L&auml;ndern b&uuml;ndeln. Wir wollen erreichen, dass auch in Zukunft genug gut ausgebildete Fachkr&auml;fte daf&uuml;r sorgen, dass &#039;&#039;Made in Germany&#039;&#039; weltweit gefragt ist. Hinter der Nationalen Weiterbildungsstrategie steht ein Gremium von Sozialpartnern, L&auml;ndern und Bundesregierung unter Federf&uuml;hrung von BMAS und BMBF. Den Auftakt zur Arbeit setzen wir am 12. November in Berlin. Was wird im Qualifizierungschancengesetz geregelt? Das Gesetz verbreitert den Zugang zur Weiterbildungsf&ouml;rderung f&uuml;r besch&auml;ftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (im Folgenden kurz Besch&auml;ftigte). Zugleich werden die F&ouml;rderleistungen verbessert, und die Weiterbildungsberatung wird deutlich ausgebaut. Die Ma&szlig;nahmen zielen auf Besch&auml;ftigte, die berufliche T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben, die durch Technologien ersetzt werden k&ouml;nnen, in sonstiger Weise von Strukturwandel betroffen sind oder die eine berufliche Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben, also in einem Beruf, in dem Fachkr&auml;ftemangel besteht. Sie sollen ihre beruflichen Kompetenzen leichter fortentwickeln und anpassen k&ouml;nnen. Damit st&auml;rken wir die Fachkr&auml;ftebasis und Wettbewerbsf&auml;higkeit der Wirtschaft im digitalen Strukturwandel. Au&szlig;erdem wird der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung ausgeweitet und der Zugang zum Anspruch auf Arbeitslosengeld erleichtert, der Beitragssatz zur Arbeitsf&ouml;rderung von 3,0 Prozent auf 2,5 Prozent gesenkt und die bis Jahresende befristet geltende Regelung, eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Besch&auml;ftigung bis zu einer maximalen Besch&auml;ftigungsdauer von 70 Tagen oder drei Monaten (statt 50 Tage oder zwei Monate) anzuerkennen, dauerhaft fortgef&uuml;hrt. Was war am bisherigen Angebot mangelhaft? Was ist jetzt besser? Derzeit ist die F&ouml;rderung grunds&auml;tzlich auf Besch&auml;ftigte ohne Berufsabschluss, von Arbeitslosigkeit bedrohte Besch&auml;ftigte und Besch&auml;ftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) begrenzt. Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird die Weiterbildungsf&ouml;rderung f&uuml;r Besch&auml;ftigte grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von Qualifikation, Lebensalter und Betriebsgr&ouml;&szlig;e erm&ouml;glicht und damit weiter ge&ouml;ffnet. Au&szlig;erdem werden die F&ouml;rderleistungen verbessert, indem neben den Weiterbildungskosten auch Zusch&uuml;sse zum w&auml;hrend der Weiterbildung fortgezahlten Arbeitsentgelt an den Arbeitgeber gezahlt werden k&ouml;nnen. Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse werden derzeit nur an Arbeitgeber geleistet, die ihre Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt f&uuml;r berufsabschlussorientierte Weiterbildungen freistellen. K&uuml;nftig sollen auch Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse f&uuml;r berufliche Qualifizierungen geleistet werden k&ouml;nnen, die l&auml;nger als vier Wochen dauern und nicht ausschlie&szlig;lich arbeitsplatzbezogen sind. Die &Uuml;bernahme von Weiterbildungskosten und die Zahlung von Zusch&uuml;ssen zum Arbeitsentgelt setzen in Abh&auml;ngigkeit von der Unternehmensgr&ouml;&szlig;e grunds&auml;tzlich eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber voraus. F&uuml;r bestimmte Personengruppen (&auml;ltere oder schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in KMU oder solche in Kleinstbetrieben) sind Ausnahmen von diesem Grundsatz m&ouml;glich. Weiterhin flexibilisieren wir die berufliche Weiterbildungsf&ouml;rderung f&uuml;r Arbeitslose, in dem sie um eine Option, n&auml;mlich Erweiterungsqualifizierungen, erweitert wird und damit eine breitere berufliche Handlungsf&auml;higkeit erm&ouml;glicht. Welche Arten von Qualifizierungsf&ouml;rderung gibt es? Die F&ouml;rderung der Agenturen f&uuml;r Arbeit und Jobcenter konzentriert sich bislang auf die Teilnahme an sog. Anpassungsqualifizierungen, die nach Bildungsziel, Inhalt und Dauer berufliche Kompetenzen vermitteln, die zur beruflichen Eingliederung zwingend erforderlich sind. Zur Verbesserung der beruflichen Eingliederungschancen von arbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sollen zuk&uuml;nftig auch Erweiterungsqualifizierungen gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen. Sie erm&ouml;glichen es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sich qualifikatorisch breiter und flexibler f&uuml;r den Arbeitsmarkt aufzustellen und ggfs. auch das Berufsfeld zu wechseln. Damit verbessern sich auch Aufstiegswege f&uuml;r arbeitslose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Warum ist es wichtig, die Weiterbildungsberatung zu st&auml;rken? Schon jetzt haben junge Menschen und Erwachsene, die am Arbeitsleben teilnehmen oder teilnehmen wollen, die M&ouml;glichkeit, sich in der &ouml;rtlich zust&auml;ndigen Agentur f&uuml;r Arbeit zur beruflichen Entwicklung beraten zu lassen. Mit dem neuen Gesetz wird die Weiterbildungsberatung ausgebaut. Sie soll dazu beitragen, die Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit u.a. vor dem Hintergrund des technologischen Wandels zu erhalten oder zu verbessern, berufliche Aufstiege zu erm&ouml;glichen und Arbeitslosigkeit zu verhindern. Auch f&uuml;r Arbeitgeber wird das Beratungsangebot ausgebaut, um fr&uuml;hzeitig Qualifizierungsbedarfe bei der Belegschaft zu erkennen. Mit diesem Beratungsangebot wird der pr&auml;ventive Ansatz der Arbeitsmarktpolitik gest&auml;rkt. Wer profitiert davon? Die Weiterbildungsberatung richtet sich nicht nur an Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, sondern an alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch Berufsr&uuml;ckkehrende (etwa nach einer Erziehungspause) und erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch k&ouml;nnen sich mit dem Wunsch nach Beratung an die Agentur f&uuml;r Arbeit wenden. Die Qualifizierungsberatung richtet sich als Teil der Arbeitsmarktberatung an Arbeitgeber. Warum wird der Beitragssatz gesenkt? K&ouml;nnte das Geld nicht auch noch f&uuml;r mehr Weiterbildung verwendet werden? Die positive Entwicklung der R&uuml;cklagen im Haushalt der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und die gute Wirtschaftsentwicklung erm&ouml;glichen es, den Beitragssatz zur Arbeitsf&ouml;rderung auf 2,5 Prozent zu senken. Auch mit dieser finanziellen Ausstattung ist die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit f&uuml;r zuk&uuml;nftige Herausforderungen ger&uuml;stet. Mit der Senkung des Beitragssatzes um insgesamt 0,5 Prozentpunkte werden Besch&auml;ftigte und Arbeitgeber um rund 6 Mrd. Euro entlastet. Bleibt der Beitragssatz zur Arbeitsf&ouml;rderung jetzt immer so niedrig? Voraussetzung f&uuml;r die Umsetzung des Qualifizierungschancengesetzes ist eine handlungsf&auml;hige Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Sie ist der zentrale Akteur, um st&auml;rker als bisher Qualifizierung zu f&ouml;rdern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besser abzusichern. Dazu braucht die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit entsprechende Ressourcen und einen Puffer f&uuml;r Krisenzeiten. Die positive Entwicklung der R&uuml;cklagen im Haushalt der Bundesagentur f&uuml;r Arbeitund die gute Wirtschaftsentwicklung erm&ouml;glichen es jetzt, den Beitragssatz zur Arbeitsf&ouml;rderung auf 2,5 Prozent zu senken. Davon erfolgt die Senkung auf 2,6 Prozent dauerhaft und die Senkung um weitere 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent befristet bis Ende des Jahres 2022. Als Arbeitnehmer Was brauche ich, um an einer Qualifizierungsma&szlig;nahme teilzunehmen? Die (betriebliche) Weiterbildung besch&auml;ftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegt vorrangig in der Verantwortung von Arbeitgebern. Weiterbildung ist und bleibt Kernaufgabe der Unternehmen. Dieser Grundsatz gilt auch weiterhin. Wenn eine Weiterbildungsf&ouml;rderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch in Betracht kommt, erh&auml;lt die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer bei Vorliegen der F&ouml;rderungsvoraussetzungen von der Agentur f&uuml;r Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein. Unter den im Bildungsgutschein festgelegten Bedingungen (Bildungsziel, Dauer, Geltungsbereich) kann der Gutscheininhaber diesen bei einem f&uuml;r die Weiterbildungsf&ouml;rderung zugelassenen Tr&auml;ger seiner Wahl einl&ouml;sen. In Ausnahmef&auml;llen kann die Agentur f&uuml;r Arbeit auf die Ausgabe eines Bildungsgutscheines verzichten (z.B. weil vor Ort kein entsprechendes Weiterbildungsangebot vorhanden ist) und stattdessen Bildungsanbieter mit der Durchf&uuml;hrung von Weiterbildungslehrg&auml;ngen beauftragen. Informationen &uuml;ber zugelassene Ma&szlig;nahmen enth&auml;lt auch die Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Wie oft kann eine Weiterbildung in Anspruch genommen werden? Grunds&auml;tzlich gibt es keine Begrenzung, eine F&ouml;rderung liegt im Ermessen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Die Weiterbildung besch&auml;ftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann allerdings nur gef&ouml;rdert werden, wenn der Erwerb eines Berufsabschlusses mindestens vier Jahre zur&uuml;ckliegt. Au&szlig;erdem muss die letzte mit &ouml;ffentlichen Mitteln gef&ouml;rderte Weiterbildung mehr als vier Jahre zur&uuml;ckliegen. Muss ich eine Weiterbildung absolvieren? Grunds&auml;tzlich nein, aber Weiterbildung ist insgesamt wichtig, um die Besch&auml;ftigungschancen zu verbessern. Wegen des digitalen Strukturwandels kommt Weiterbildung noch einmal eine st&auml;rkere Bedeutung zu - auch als Schutz angesichts neuer und flexibler Arbeitsformen. Um zu erfahren, ob und welche Weiterbildung notwendig ist, k&ouml;nnen Besch&auml;ftigte die Angebote der Agentur f&uuml;r Arbeit zur Weiterbildungsberatung in Anspruch nehmen. Ausgeschlossen von einer F&ouml;rderung ist die Teilnahme an solchen Weiterbildung, zu deren Durchf&uuml;hrung der Arbeitgeber aufgrund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen verpflichtet ist. Wann habe ich einen Anspruch auf berufliche Weiterbildung? Die Leistungen zur F&ouml;rderung der beruflichen Weiterbildung sind grunds&auml;tzlich Ermessensleistungen. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es daher nicht. Schon nach bislang geltendem Recht muss die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung notwendig sein, um bei sp&auml;terer Arbeitslosigkeit wieder beruflich eingegliedert werden zu k&ouml;nnen, eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, oder weil die Notwendigkeit einer Weiterbildung wegen fehlenden Berufsabschlusses anerkannt ist. Das hei&szlig;t, die Agentur f&uuml;r Arbeit oder das Jobcenter musspr&uuml;fen, ob z.B. mit dem angestrebten Bildungsziel eine anschlie&szlig;ende Besch&auml;ftigungsaufnahmeerwartet werden kann oder ob andere arbeitsmarktpolitische Instrumente erfolgversprechender sind. Die mit dem Qualifizierungschancengesetz ge&ouml;ffnete Weiterbildungsf&ouml;rderung f&uuml;r Besch&auml;ftigte zielt vor allem auf die Verbesserung von Qualifikationen durch Weiterbildungen, die eine Dauer von vier Wochen &uuml;bersteigen und au&szlig;erhalb des Betriebes durchgef&uuml;hrt werden. Im Fokus stehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vom technologischen Wandel durch Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse oder in sonstiger Weise durch Strukturwandel in einem Wirtschaftszweig betroffen sind oder eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Wie auch schon nach geltenden Recht m&uuml;ssen Ma&szlig;nahmen und Tr&auml;ger zugelassen sein. Kann ich neben der Arbeit eine Weiterbildung absolvieren? Das ist grunds&auml;tzlich m&ouml;glich, h&auml;ngt aber von der jeweils zwischen Arbeitgeber und Besch&auml;ftigtengetroffenen Vereinbarungen bzw. generellen tarifvertraglichen bzw. betrieblichen Vereinbarungen zur Weiterbildung ab. Insbesondere durch die erweiterten M&ouml;glichkeiten, Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse an Arbeitgeber zu leisten (siehe dazu unten), schafft das SGB III Spielr&auml;ume, um Arbeit und Weiterbildung flexibel nebeneinander zu absolvieren. Kann ich meine Arbeit auch ganz unterbrechen? Auch das h&auml;ngt letztlich von den im Betrieb getroffenen Vereinbarungen ab. Grunds&auml;tzlich setzt schon das geltende Recht Anreize daf&uuml;r, dass Arbeitgeber ihren Besch&auml;ftigten erm&ouml;glichen, ihre Arbeitst&auml;tigkeit f&uuml;r eine Weiterbildung ruhen zu lassen. So k&ouml;nnen Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse schon jetzt an Arbeitgeber geleistet werden, die ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt f&uuml;r berufsabschlussorientierte Weiterbildungen freistellen. Was ist ein Arbeitsentgeltzuschuss f&uuml;r die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer? Schon nach bisheriger Rechtslage k&ouml;nnen Arbeitgeber von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit w&auml;hrend der Zeit einer beruflichen Weiterbildung ihrer geringqualifizierten Arbeitnehmer einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten. Die Weiterbildung muss dazu unter anderem wegen eines fehlenden Berufsabschlusses als notwendig anerkannt worden sein und im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnisses durchgef&uuml;hrt werden. Mit der Qualifizierungsoffensive wird nun neu geregelt, dass grunds&auml;tzlich k&uuml;nftig f&uuml;r alle Qualifizierungen, die l&auml;nger als vier Wochen dauern, Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse an Arbeitgeber geleistet werden k&ouml;nnen (siehe dazu unten). Welche Rolle spielen die Betriebsr&auml;te bei der Weiterbildung? Die Betriebsr&auml;te k&ouml;nnen ihre Rechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) nutzen. Diese finden sich insbesondere in den &sect;&sect; 96 bis 98 BetrVG. So ist der Arbeitgeber zum Beispiel nach &sect; 96 BetrVG verpflichtet, auf Initiative des Betriebsrats den Bildungsbedarf zu ermitteln und anschlie&szlig;end die sich aus dem Ergebnis ergebenden Fragen zu beraten. Entscheidet sich der Arbeitgeber f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Berufsbildungsma&szlig;nahmen hat der Betriebsrat nach &sect; 98 Abs. 1 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei der inhaltlichen und zeitlichen Ausgestaltung. Der im BetrVG verwendete Begriff &#039;&#039;Berufsbildung&#039;&#039; umfasst dabei s&auml;mtliche Ma&szlig;nahmen, die dem Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin gezielt Kenntnisse und Erfahrungen vermitteln, die ihn zur Aus&uuml;bung einer bestimmten T&auml;tigkeit erst bef&auml;higen oder es erm&ouml;glichen, die beruflichen Kenntnisse und F&auml;higkeiten zu erhalten. Kann ich trotz Ablehnung des Arbeitgebers bewirken, dass eine Weiterbildung etc. stattfindet? Da es keinen Rechtsanspruch auf Weiterbildungsf&ouml;rderung gibt und die &Uuml;bernahme von Weiterbildungskosten bzw. Zahlung von Zusch&uuml;ssen zum Arbeitsentgelt grunds&auml;tzlich eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber voraussetzt, kann eine Weiterbildung grunds&auml;tzlich nur im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber absolviert werden. Wo finde ich Ansprechpartner bzw. wer ber&auml;t mich? Ansprechpartner finden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei ihrer jeweiligen Agentur f&uuml;r Arbeit bzw. bei ihrem Jobcenter vor Ort. Informationen &uuml;ber zugelassene Ma&szlig;nahmen enth&auml;lt auch die Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Das Gesetz soll auch mehr Schutz f&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Arbeitslosenversicherung bringen. Wie wird das erreicht? Der Zugang zu einem Anspruch auf Arbeitslosengeld wird erleichtert. Derzeit muss die f&uuml;r einen Anspruch vorgeschriebene Mindestversicherungszeit von zw&ouml;lf Monaten innerhalb einer Frist von zwei Jahren vor der Entstehung des Anspruchs erf&uuml;llt sein. Diese Rahmenfrist soll von zwei Jahren auf 30 Monate erweitert werden. Von der Neuregelung profitieren insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die wiederholt nur Besch&auml;ftigungen mit einer kurzen Dauer aus&uuml;ben, z.B. weil sie nur f&uuml;r Projektarbeit angestellt werden. Diese Neuregelung tritt erst zum 1. Januar 2020 in Kraft, weil die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zur Umsetzung der Regelung eine entsprechende Vorlaufzeit ben&ouml;tigt. Profitieren von der Neuregelung auch Personen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld bereits vor dem 1. Januar 2020 entstanden ist? Nein. Die auf 30 Monate erweiterte Rahmenfrist gilt nur f&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nach dem 31. Dezember 2019 mindestens einen Tag versicherungspflichtig waren - und dann auch die sonstigen Voraussetzungen f&uuml;r einen (erneuten) Anspruch auf Arbeitslosengeld erf&uuml;llen. Diese &Uuml;bergangsregelung hat in erster Linie verwaltungspraktische Gr&uuml;nde. Welche Folgen hat die Absenkung der Sozialversicherungspauschale f&uuml;r das Arbeitslosengeld? Durch Senkung der f&uuml;r die Berechnung des Arbeitslosengeldes ma&szlig;gebliche Sozialversicherungspauschale von 21 Prozent auf 20 Prozent, steigt das Arbeitslosengeld an. Habe ich als Arbeitnehmerin oder als Arbeitnehmer auch etwas von der Beitragssatzsenkung zur Arbeitsf&ouml;rderung? Da der Beitrag zur Arbeitsf&ouml;rderung je zur H&auml;lfte vom Besch&auml;ftigten und Arbeitgeber geleistet wird, zahlen Sie nun 0,25 Prozentpunkte weniger in die Arbeitslosenversicherung ein. Als Unternehmer Was bringt mir eine Weiterbildung der Angestellten? Angesichts des digitalen Wandels und des Einsatzes neuer Technologien ist es wichtig, dass sich auch Besch&auml;ftigte weiterbilden und ihre fachlichen Qualifikationen und Kompetenzen erweitern. Je besser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf neue Anforderungen vorbereitet sind, umso besser ist das f&uuml;r das Unternehmen. Im &Uuml;brigen kann sich das Angebot von Weiterbildungsf&ouml;rderung auch motivierend auf die Angestellten auswirken. Muss ich Weiterbildung erlauben, kann ich sie vorschreiben? Antwort: Nein, eine entsprechende Verpflichtung gibt es nicht. Umgekehrt k&ouml;nnen Arbeitgeber aber z.B. in betrieblichen oder dienstlichen Vereinbarungen obligatorische Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsehen. Wie verhindere ich, dass ein Arbeitnehmer nach der Qualifizierung mein Unternehmen verl&auml;sst? Die (betriebliche) Weiterbildung besch&auml;ftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegt in der vorrangigen Verantwortung der Arbeitgeber und Betriebe. Die mit dem Qualifizierungschancengesetz erweiterten F&ouml;rdervoraussetzungen f&uuml;r die berufliche Weiterbildungsf&ouml;rderung nach dem SGB III sollen insbesondere dazu beitragen, dass betrieblich finanzierte Weiterbildung, insbesondere k&uuml;rzere und innerbetriebliche Weiterbildungen, weiterhin vorrangig von den Betrieben finanziert werden. Damit liegt letztlich die M&ouml;glichkeit und Verantwortung bei den Unternehmen, ihre Besch&auml;ftigten durch Weiterbildungsangebote so zu f&ouml;rdern, dass sie ihre Qualifizierung in ihre T&auml;tigkeit im Unternehmen einbringen k&ouml;nnen. Wie kann ich als Unternehmer gef&ouml;rdert werden? Welche finanziellen Anteile m&uuml;ssen Arbeitgeber &uuml;bernehmen/beachten? Die &Uuml;bernahme von Weiterbildungskosten und die Zahlung von Zusch&uuml;ssen zum Arbeitsentgelt setzen grunds&auml;tzlich eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber voraus. F&uuml;r bestimmte Personengruppen (&auml;ltere oder schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in KMU oder solche in Kleinstbetrieben) sind Ausnahmem&ouml;glichkeiten von diesem Grundsatz vorgesehen. Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse werden derzeit nur an Arbeitgeber geleistet, die ihre Besch&auml;ftigten unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt f&uuml;r berufsabschlussorientierte Weiterbildungen freistellen. K&uuml;nftig sollen f&uuml;r alle Qualifizierungen, die l&auml;nger als vier Wochen dauern und nicht ausschlie&szlig;lich arbeitsplatzbezogen sind, Arbeitsentgeltzusch&uuml;sse geleistet werden k&ouml;nnen (max. 25 Prozent f&uuml;r Unternehmen ab 250 Mitarbeiten, 50 Prozent f&uuml;r KMU und bis zu 75 Prozent f&uuml;r Kleinstunternehmen). F&uuml;r berufsabschlussbezogene Weiterbildungen verbleibt es bei einer Zuschussoption von bis zu 100 Prozent. Weiterbildungskosten sollen k&uuml;nftig ebenfalls f&uuml;r Besch&auml;ftigte aller Betriebsgr&ouml;&szlig;en und unabh&auml;ngig vom Qualifizierungsziel &uuml;bernommen werden k&ouml;nnen: bei Besch&auml;ftigten in Kleinstunternehmen wie bisher 100 Prozent, KMU bis zu 50 Prozent und bei gr&ouml;&szlig;eren Betrieben bis zu 25 Prozent. Bei &auml;lteren Besch&auml;ftigten (ab vollendetem 45. Lebensjahr) oder Arbeitnehmer mit einer Schwerbehinderung kann in KMU von einer Kostenbeteiligung abgesehen werden. Als Arbeitgeber: Wo finde ich Ansprechpartner bzw. wer ber&auml;t mich? Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird auch f&uuml;r Arbeitgeber das Beratungsangebot ausgebaut. Die sog. Qualifizierungsberatung richtet sich als Teil der Arbeitsmarktberatung an Arbeitgeber und dient dazu, fr&uuml;hzeitig Qualifizierungsbedarfe bei Belegschaft zu erkennen. Mit diesem Beratungsangebot wird der pr&auml;ventive Ansatz der Arbeitsmarktpolitik gest&auml;rkt. Erster Ansprechpartner f&uuml;r den Arbeitgeber ist der Arbeitgeber-Service (AGS) der Betriebssitz-Agentur f&uuml;r Arbeit. Im Falle einer Gro&szlig;kundenbetreuung sind die Ansprechpartner regional geb&uuml;ndelt: Region Nord-Ost (Standort Berlin): F&uuml;r Arbeitgeber mit Betriebssitz in Hamburg, MecklenburgVorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, SachsenAnhalt, Th&uuml;ringen Region West (Standort Bonn): F&uuml;r Arbeitgeber mit Betriebssitz in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen Region S&uuml;d (Standort M&uuml;nchen): F&uuml;r Arbeitgeber mit Betriebssitz in Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg Habe ich als Arbeitgeber auch etwas von der Beitragssatzsenkung zur Arbeitsf&ouml;rderung? Da der Beitrag zur Arbeitsf&ouml;rderung je zur H&auml;lfte vom Besch&auml;ftigten und Arbeitgeber geleistet wird, zahlen Sie nun 0,25 Prozentpunkte weniger in die Arbeitslosenversicherung ein</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01271.pdf">Publikation zeigen</a></p>