<h1>Merkblatt zur Steuerklassenwahl</h1> <h2>Aus den Tabellen k&ouml;nnen Sie nach der H&ouml;he Ihrer monatlichen Arbeitsl&ouml;hne die f&uuml;r Sie g&uuml;nstigste Steuerklassenkombination feststellen... Quelle BMF</h2> <p>Merkblatt zur Steuerklassenwahl f&uuml;r das Jahr 2019 bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die beide Arbeitnehmer sind Ehegatten oder Lebenspartner, die beide unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig sind, nicht dauernd getrennt leben und beide Arbeitslohn1 beziehen, k&ouml;nnen bekanntlich f&uuml;r den Lohnsteuerabzug w&auml;hlen, ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen oder ob einer von ihnen (der H&ouml;herverdienende) nach Steuerklasse III und der andere nach Steuerklasse V besteuert werden will. Die Steuerklassenkombination III/V ist so gestaltet, dass die Summe der Steuerabzugsbetr&auml;ge beider Ehegatten oder Lebenspartner in etwa der zu erwartenden Jahressteuer entspricht, wenn der in Steuerklasse III eingestufte Ehegatte oder Lebenspartner ca. 60 Prozent und der in Steuerklasse V eingestufte ca. 40 Prozent des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Bei abweichenden Verh&auml;ltnissen des gemeinsamen Arbeitseinkommens kann es aufgrund des verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig niedrigen Lohnsteuerabzugs zu Steuernachzahlungen kommen. Aus diesem Grund besteht bei der Steuerklassenkombination III/V generell die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung. Zur Vermeidung von Steuernachzahlungen bleibt es den Ehegatten oder Lebenspartnern daher unbenommen, sich trotzdem f&uuml;r die Steuerklassenkombination IV/IV zu entscheiden, wenn sie den h&ouml;heren Steuerabzug bei dem Ehegatten oder Lebenspartner mit der Steuerklasse V vermeiden wollen, dann entf&auml;llt jedoch f&uuml;r den anderen Ehegatten oder Lebenspartner die g&uuml;nstigere Steuerklasse III. Zudem besteht die M&ouml;glichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu w&auml;hlen (siehe &#039;&#039;Faktorverfahren&#039;&#039;). Um verheirateten oder verpartnerten Arbeitnehmern die Steuerklassenwahl zu erleichtern, haben das Bundesministerium der Finanzen und die obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder die in der Anlage beigef&uuml;gten Tabellen ausgearbeitet. Aus den Tabellen k&ouml;nnen die Ehegatten oder Lebenspartner nach der H&ouml;he ihrer monatlichen Arbeitsl&ouml;hne die Steuerklassenkombination feststellen, bei der sie die geringste Lohnsteuer entrichten m&uuml;ssen. Soweit beim Lohnsteuerabzug Freibetr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen sind, sind diese vor Anwendung der jeweils in Betracht kommenden Tabelle vom monatlichen Bruttoarbeitslohn abzuziehen. Die Tabellen erleichtern lediglich die Wahl der f&uuml;r den Lohnsteuerabzug g&uuml;nstigsten Steuerklassenkombination. Ihre Aussagen sind auch nur in den F&auml;llen genau, in denen die Monatsl&ouml;hne &uuml;ber das ganze Jahr konstant bleiben. Im &Uuml;brigen besagt die im Laufe des Jahres einbehaltene Lohnsteuer noch nichts &uuml;ber die H&ouml;he der Jahressteuerschuld. Die vom Arbeitslohn einbehaltenen Betr&auml;ge an Lohnsteuer stellen im Regelfall nur Vorauszahlungen auf die endg&uuml;ltige Jahressteuerschuld dar. In welcher H&ouml;he sich nach Ablauf des Jahres Erstattungen oder Nachzahlungen ergeben, l&auml;sst sich nicht allgemein sagen, hier kommt es immer auf die Verh&auml;ltnisse des Einzelfalles an. Das Finanzamt kann Einkommensteuer-Vorauszahlungen festsetzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Jahressteuerschuld die einzubehaltende Lohnsteuer um mindestens 400 Euro im Kalenderjahr &uuml;bersteigt. Auf die Erl&auml;uterungen im &#039;&#039;Kleinen Ratgeber f&uuml;r Lohnsteuerzahler 2019&#039;&#039;, der auf der Internetseite der jeweiligen obersten Finanzbeh&ouml;rde des Landes abgerufen werden kann, wird hingewiesen. Auswirkungen der Steuerklassenwahl oder des Faktorverfahrens Bei der Wahl der Steuerklassenkombination oder der Anwendung des Faktorverfahrens sollten die Ehegatten oder Lebenspartner daran denken, dass die Entscheidung auch die H&ouml;he der Entgelt/Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, &Uuml;bergangsgeld, Elterngeld und Mutterschaftsgeld oder die H&ouml;he des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit beeinflussen kann. Eine vor Jahresbeginn getroffene Steuerklassenwahl wird bei der Gew&auml;hrung von Lohnersatzleistungen von der Agentur f&uuml;r Arbeit grunds&auml;tzlich anerkannt. Wechseln Ehegatten oder Lebenspartner im Laufe des Kalenderjahres die Steuerklassen, k&ouml;nnen sich bei der Zahlung von Entgelt-/Lohnersatzleistungen (z.B. wegen Arbeitslosigkeit eines Ehegatten oder Inanspruchnahme von Altersteilzeit) unerwartete Auswirkungen ergeben. Deshalb sollten Arbeitnehmer, die damit rechnen, in absehbarer Zeit eine Entgelt-/Lohnersatzleistung f&uuml;r sich in Anspruch nehmen zu m&uuml;ssen oder diese bereits beziehen, vor der Neuwahl der Steuerklassenkombination bzw. der Anwendung des Faktorverfahrens zu deren Auswirkung auf die H&ouml;he der Entgelt-/Lohnersatzleistung den zust&auml;ndigen Sozialleistungstr&auml;ger bzw. den Arbeitgeber befragen. Antr&auml;ge zum Steuerklassenwechsel oder zur Anwendung des Faktorverfahrens sind an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk die Ehegatten oder Lebenspartner im Zeitpunkt der Antragstellung ihren Wohnsitz (Wohnsitzfinanzamt) haben. Die Steuerklasse ist eines der f&uuml;r den Lohnsteuerabzug ma&szlig;gebenden Lohnsteuerabzugsmerkmale. Im Kalenderjahr 2019 gilt die im Kalenderjahr 2017 verwendete Steuerklasse grunds&auml;tzlich weiter. Soll diese Steuerklasse nicht zur Anwendung kommen, kann bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2017 eine andere Steuerklasse oder abweichende Steuerklassenkombination beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Weil ein solcher Antrag nicht als Wechsel der Steuerklassen gilt, geht das Recht, einmal j&auml;hrlich die Steuerklasse zu wechseln, nicht verloren. F&uuml;r das Faktorverfahren gilt dies entsprechend. Ein Steuerklassenwechsel oder die Anwendung des Faktorverfahrens im Laufe des Jahres 2019 kann in der Regel nur einmal, und zwar sp&auml;testens bis zum 30. November 2019, beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Nur in den F&auml;llen, in denen im Laufe des Jahres 2019 ein Ehegatte oder Lebenspartner keinen Arbeitslohn mehr bezieht (z.B. Ausscheiden aus dem Dienstverh&auml;ltnis), einer der Ehegatten oder Lebenspartner verstorben ist oder sich die Ehegatten oder Lebenspartner auf Dauer getrennt haben, kann das Wohnsitzfinanzamt bis zum 30. November 2019 auch noch ein weiteres Mal einen Steuerklassenwechsel vornehmen. Ein weiterer Steuerklassenwechsel bzw. die Anwendung des Faktorverfahrens ist auch m&ouml;glich, wenn ein Ehegatte oder Lebenspartner nach vorangegangener Arbeitslosigkeit wieder Arbeitslohn bezieht oder nach einer Elternzeit das Dienstverh&auml;ltnis wieder aufnimmt. Die Antr&auml;ge sind grunds&auml;tzlich von beiden Ehegatten oder Lebenspartnern gemeinsam mit dem beim Finanzamt erh&auml;ltlichen Vordruck &#039;&#039;Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern&#039;&#039; zu stellen. Bei der Wahl des Faktorverfahrens sind zus&auml;tzlich die voraussichtlichen Arbeitsl&ouml;hne des Jahres 2019 aus den ersten Dienstverh&auml;ltnissen anzugeben. Ab 2019 ist ein Wechsel der Steuerklassenkombination III/V in IV/IV auch auf Antrag nur eines Ehegatten/Lebenspartners m&ouml;glich, so dass beide Ehegatten/Lebenspartner in die Steuerklasse IV eingereiht werden. Steuerklassenwahl F&uuml;r die Ermittlung der Lohnsteuer sind zwei Tabellen zur Steuerklassenwahl aufgestellt worden. Die Tabelle I ist zu benutzen, wenn der h&ouml;her verdienende Ehegatte oder Lebenspartner in allen Zweigen sozialversichert ist (z.B. auch bei Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und freiwilliger Versicherung in der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung). Die Tabelle II ist zu benutzen, wenn der h&ouml;her verdienende Ehegatte oder Lebenspartner in keinem Zweig sozialversichert ist und keinen steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung erh&auml;lt (z.B. privat krankenversicherte Beamte). Ist einer der Ehegatten oder Lebenspartner nicht in allen Zweigen sozialversichert (z.B. rentenversicherungspflichtiger, privat krankenversicherter Arbeitnehmer) oder einer der Ehegatten oder Lebenspartner in keinem Zweig sozialversichert, jedoch zuschussberechtigt (z.B. nicht rentenversicherungspflichtiger, privat krankenversicherter Arbeitnehmer mit steuerfreiem Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung), kann die Anwendung der Tabellen zu unzutreffenden Ergebnissen f&uuml;hren. Entsprechendes gilt, wenn bei einem gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz vom durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 1,00 Prozent (wie er bei der Aufstellung der Tabellen ber&uuml;cksichtigt wurde) abweicht, bei einem gesetzlich pflegeversicherten Arbeitnehmer ein Beitragszuschlag zu zahlen ist oder der Arbeitnehmer in Sachsen besch&auml;ftigt ist (hier h&ouml;herer Arbeitnehmeranteil zur sozialen Pflegeversicherung). In den meisten F&auml;llen f&uuml;hren diese Besonderheiten jedoch zu keinem anderen Ergebnis. Beide Tabellen gehen vom monatlichen Arbeitslohn A2 des h&ouml;her verdienenden Ehegatten oder Lebenspartners aus. Dazu wird jeweils der monatliche Arbeitslohn B2 des geringer verdienenden Ehegatten oder Lebenspartners angegeben, der bei einer Steuerklassenkombination III (f&uuml;r den h&ouml;her verdienenden Ehegatten oder Lebenspartner) und V (f&uuml;r den geringer verdienenden Ehegatten oder Lebenspartner) grunds&auml;tzlich nicht &uuml;berschritten werden darf, wenn der geringste Lohnsteuerabzug erreicht werden soll. Die Spalten 2 und 5 sind ma&szlig;gebend, wenn der geringer verdienende Ehegatte oder Lebenspartner in allen Zweigen sozialversichert ist, ist der geringer verdienende Ehegatte oder Lebenspartner in keinem Zweig sozialversichert und hat keinen steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung erhalten, sind die Spalten 3 und 6 ma&szlig;gebend. &Uuml;bersteigt der monatliche Arbeitslohn des geringer verdienenden Ehegatten oder Lebenspartners den nach den Spalten 2, 3 oder 5 und 6 der Tabellen in Betracht kommenden Betrag, f&uuml;hrt die Steuerklassenkombination IV/IV f&uuml;r die Ehegatten oder Lebenspartner grunds&auml;tzlich zu einem geringeren oder zumindest nicht h&ouml;heren Lohnsteuerabzug als die Steuerklassenkombination III/V. Faktorverfahren Anstelle der Steuerklassenkombination III/V k&ouml;nnen Arbeitnehmer-Ehegatten oder Lebenspartner auch die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor w&auml;hlen. Durch die Steuerklassenkombination IV/IV in Verbindung mit dem vom Finanzamt zu berechnenden und als Lohnsteuerabzugsmerkmal zu bildenden Faktor wird erreicht, dass f&uuml;r jeden Ehegatten oder Lebenspartner durch Anwendung der Steuerklasse IV der Grundfreibetrag beim Lohnsteuerabzug ber&uuml;cksichtigt wird und sich die einzubehaltende Lohnsteuer durch Anwendung des Faktors von 0, (stets kleiner als eins) entsprechend der Wirkung des Splittingverfahrens reduziert. Der Faktor ist ein steuermindernder Multiplikator, der sich bei unterschiedlich hohen Arbeitsl&ouml;hnen der Ehegatten oder Lebenspartner aus der Wirkung des Splittingverfahrens errechnet. Der Faktor kann beim Finanzamt beantragt werden. Hierf&uuml;r kann der Vordruck &#039;&#039;Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern&#039;&#039; verwendet werden. Dabei sind die voraussichtlichen Arbeitsl&ouml;hne des Jahres 2019 aus den ersten Dienstverh&auml;ltnissen anzugeben. Das Finanzamt berechnet danach den Faktor mit drei Nachkommastellen ohne Rundung und tr&auml;gt ihn jeweils zur Steuerklasse IV ein. Der Faktor wird wie folgt berechnet: voraussichtliche Einkommensteuer im Splittingverfahren (&#039;&#039;Y&#039;&#039;) geteilt durch die Summe der Lohnsteuer f&uuml;r die Arbeitnehmer-Ehegatten oder Lebenspartner gem&auml;&szlig; Steuerklasse IV (&#039;&#039;X&#039;&#039;). Ein etwaiger Freibetrag wird hier nicht gesondert ber&uuml;cksichtigt, weil er bereits in die Berechnung der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren einflie&szlig;t. Die H&ouml;he der steuermindernden Wirkung des Splittingverfahrens h&auml;ngt von der H&ouml;he der Lohnunterschiede ab. Mit dem Faktorverfahren wird der Lohnsteuerabzug der voraussichtlichen Jahressteuerschuld sehr genau angen&auml;hert. Damit k&ouml;nnen h&ouml;here Nachzahlungen (und ggf. auch EinkommensteuerVorauszahlungen) vermieden werden, die bei der Steuerklassenkombination III/V auftreten k&ouml;nnen. In solchen F&auml;llen ist die Summe der Lohnsteuer im Faktorverfahren dann folgerichtig h&ouml;her als bei der Steuerklassenkombination III/V. Grunds&auml;tzlich f&uuml;hrt die Steuerklassenkombination IV/IV-Faktor zu einer erheblich anderen Verteilung der Lohnsteuer zwischen den Ehegatten oder Lebenspartnern als die Steuerklassenkombination III/V. Die Ehegatten oder Lebenspartner sollten daher beim Faktorverfahren - ebenso wie bei der Steuerklassenkombination III/V - daran denken, dass dies die H&ouml;he der Entgelt-/Lohnersatzleistungen oder die H&ouml;he des Lohnanspruchs bei Altersteilzeit beeinflussen kann (s. oben). Das Bundesministerium der Finanzen und die obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder halten auf ihren Internetseiten neben dem Lohnsteuerrechner auch eine Berechnungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r den Faktor bereit, damit die Arbeitnehmer-Ehegatten oder Lebenspartner die steuerlichen Auswirkungen der jeweiligen Steuerklassenkombination pr&uuml;fen k&ouml;nnen, siehe diesbez&uuml;glich z.B. &#039;&#039;www.bmf-steuerrechner.de&#039;&#039;. Wie bei der Wahl der Steuerklassenkombination III/V sind die Arbeitnehmer-Ehegatten oder Lebenspartner auch bei der Wahl des Faktorverfahrens verpflichtet, eine Einkommensteuererkl&auml;rung beim Finanzamt einzureichen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01342.pdf">Publikation zeigen</a></p>