<h1>Gruppenarbeit (Analyse und Handlungsempfehlungen)</h1> <h2>In einer umfangreichen Analyse von Vereinbarungen wurden wichtige Probleme und neue Gestaltungswege herausgearbeitet... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>Gruppenarbeit Analyse und Handlungsempfehlungen Ziele der Gruppenarbeit Die neuen Aufgaben der Besch&auml;ftigten in Arbeitsgruppen Der Autonomiegrad der Gruppen Gruppenarbeit als bis dahin kaum verbreitete Form der Arbeitsorganisation erlebte Anfang der neunziger Jahre in Deutschland einen deutlichen Aufschwung durch die erneute Auseinandersetzung mit japanischen Produktionskonzepten. Die zunehmende Ineffizienz tayloristischer Produktionsmethoden angesichts der Verk&uuml;rzung von Innovationszyklen, der Individualisierung von Produkten und Dienstleistungen, der strikteren Kundenorientierung sowie der Bedeutungszunahme des Faktors Zeit erzwingen im Unternehmen die Dezentralisierung von Verantwortung und die Zusammenfassung bisher zerteilter T&auml;tigkeiten. Gruppenarbeit ist ein wichtiger Baustein hierzu. Bis 1994 waren die betroffenen Unternehmen meist mit Pilotprojekten zu Gruppenarbeit besch&auml;ftigt (vgl. Kuhn-Friedrich/Kamp 1996). Vorrangig die Automobilindustrie hatte bis zu diesem Zeitpunkt in nennenswertem Umfang Gruppenarbeit unter Echtbetriebsbedingungen eingef&uuml;hrt. In den Jahren nach 1994 gingen viele Betriebe zu einer fl&auml;chendeckenden Einf&uuml;hrung von Gruppenarbeit &uuml;ber. Dies zeigt sich auch in unserem Bestand zu Gruppenarbeitsvereinbarungen (siehe Tab. 1 und 2). Aufgrund unserer Beratungserfahrungen lassen sich seit etwa 1995 bis heute zwei Trends beobachten Die anf&auml;ngliche Begeisterung f&uuml;r Gruppenarbeit in zahlreichen Unternehmen ist einer n&uuml;chterneren Einsch&auml;tzung gewichen. Einige weit gehende Ans&auml;tze zu Gruppenarbeit sind deutlich zur&uuml;ckgenommen worden. Die Ursachen liegen meistens in der zu geringen Nachdr&uuml;cklichkeit des Top-Managements bei der Durchsetzung dieses Konzeptes. Hinzu kommt, da&szlig; sich die der Unternehmensspitzen in j&uuml;ngster Zeit auf aktives &#039;&#039;Portfolio-Management&#039;&#039; konzentrieren, was arbeitsorganisatorische Konzepte in ihrer Bedeutung mindert. Bremsend wirkt auch das mittlere Management, welches durch Gruppenarbeit Kompetenzverluste bef&uuml;rchtete oder konkret erlitt. Auch einige Begleitschreiben bei der Lieferung von Betriebsvereinbarungen an die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung belegen dies. Gruppenarbeit wurde in der Diskussion um Lean Management Anfang der neunziger Jahre vielfach im Zusammenhang mit deutlich erweiterten T&auml;tigkeitsspektren f&uuml;r die Besch&auml;ftigten, mit Dezentralisierung von F&uuml;hrungsaufgaben und mit Humanisierung des Arbeitslebens gesehen. Zwar finden sich diese Ziele auch in neueren Vereinbarungen, jedoch sind sowohl die Regelungen in den Vereinbarungen als auch die betriebliche Umsetzung seit 1994 st&auml;rker an betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet worden. Effizienzsteigerungen, Leistungsmessungen und Kontrolle von Zielvereinbarungen erhalten im Vergleich zur besch&auml;ftigtenorientierten Gestaltung der Arbeitsbedingungen und zu sozialen Zielen nun einen h&ouml;heren Stellenwert. Unter diesen Vorzeichen wird auch der Autonomiegrad von Arbeitsgruppen teilweise zur&uuml;ckgenommen. Im Gegensatz beispielsweise zu Arbeitszeitregelungen ist die betriebliche Gestaltung von Gruppenarbeit in weiten Teilen kaum beeinflu&szlig;t von tariflichen oder gesetzlichen Regelungen. Die Betriebsparteien k&ouml;nnen in diesem Feld recht autonom und betriebsspezifisch ihre Vereinbarungen treffen. Im folgenden wird eine Auswertung neuerer Betriebsvereinbarungen vor dem Hintergrund dieser Einsch&auml;tzungen durchgef&uuml;hrt. Sie verfolgt sechs Fragestellungen: Bekommen die neuen Arbeitsgruppen im Betrieb interessantere Aufgaben? Erhalten die Besch&auml;ftigten mehr Einflu&szlig; auf das Betriebsgeschehen? Wie weit steuern sich die Gruppen selbst? Wie sieht die Bilanz des Gebens und Nehmens zwischen Betrieb und Besch&auml;ftigten aus? Welche neue Rolle erh&auml;lt die F&uuml;hrung? Welche Mitbestimmungsregelungen werden getroffen und welche Rolle spielt der Betriebsrat</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/p_edition_hbs_05.pdf">Publikation zeigen</a></p>