<h1>Verhalten und Umgang mit Konflikten (Fallstudien)</h1> <h2>Partnerschaftliches Verhalten und Umgang mit Konflikten (Fallstudien zu drei Dienstvereinbarungen)... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>Partnerschaftliches Verhalten und Umgang mit Konflikten Fallstudien zu drei Dienstvereinbarungen Die Initiatoren sind zwar &uuml;ber die Problematik &#039;&#039;Mobbing&#039;&#039; sensibilisiert worden, erkannten jedoch w&auml;hrend der Besch&auml;ftigung mit dem Thema eine Bandbreite von weiteren Konfliktfeldern und Ausl&ouml;sern in der eigenen Praxis. Die Dienstvereinbarungen sind sowohl Pr&auml;ventions- und Sensibilisierungsinstrument als auch Regulierungsinstrument und sollen f&uuml;r Transparenz von Verfahren und Verantwortlichkeiten stehen. Dienstvereinbarung &uuml;ber den partnerschaftlichen Umgang am Arbeitsplatz vom In der Pr&auml;ambel der Dienstvereinbarung der Polizei P wird als Ziel die Gestaltung der Arbeitswelt angestrebt, die von gegenseitiger Achtung und Toleranz gepr&auml;gt ist und in der Konflikte zugelassen und gel&ouml;st werden. Die vertragsschlie&szlig;enden Parteien (Polizeipr&auml;sident als Dienststellenleitung und der Gesamtpersonalrat) sowie alle Besch&auml;ftigten der Polizei werden aufgefordert, an diesem Ziel mitzuwirken. Die Vereinbarung hebt sich von anderen Dienst- und Betriebsvereinbarungen zum gleichen Themenfeld insofern ab, als sie den &#039;&#039;Konflikt&#039;&#039; ausdr&uuml;cklich zul&auml;sst, der zu l&ouml;sen ist. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Konflikte in einem Unternehmen dazu geh&ouml;ren und auch positive Folgen haben k&ouml;nnen allerdings nicht voraussetzungslos. So sind soziales Fehlverhalten und ganz allgemein Respektlosigkeit gegen&uuml;ber anderen prim&auml;rer Bezugspunkt f&uuml;r (ungel&ouml;ste) Konflikte, die mit Hilfe der Dienstvereinbarung ins Bewusstsein und schlie&szlig;lich in das Organisationshandeln offensiv angegangen werden sollen. Entgegennahme von Beschwerden, Pr&uuml;fung, ob es sich um einen Fall der Dienstvereinbarung handelt, Beratung der Betroffenen, Vorschlag von L&ouml;sungsangeboten, Nachsorgeverpflichtung, Beispielsweise Kontakte zu externen Stellen, Initiieren von vorbeugenden Ma&szlig;nahmen und Schulungen, &Ouml;ffentlichkeitsarbeit in der Polizeibeh&ouml;rde, z.B. durch Informationsveranstaltungen. Das Verfahren zur Konfliktl&ouml;sung ist, wie in anderen Unternehmen und Verwaltungen auch, mehrstufig. Nach Schilderung des Sachverhalts durch die Betroffenen, wird gemeinsam nach L&ouml;sungsm&ouml;glichkeiten gesucht. Neben der Vermittlung oder Durchf&uuml;hrung einer Mediation, k&ouml;nnen dies u. a. auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen oder/ und organisatorische Ma&szlig;nahmen sein. Damit werden in der Dienstvereinbarung auch strukturelle Gr&uuml;nde f&uuml;r soziales Fehlverhalten und Diskriminierungen ber&uuml;cksichtigt. F&uuml;hren die Konfliktl&ouml;sungsans&auml;tze nicht zum gew&uuml;nschten Erfolg, kann die Konfliktkommission die personalverwaltende Stelle bzw. den zust&auml;ndigen Dienstvorgesetzten zur Pr&uuml;fung von arbeits- oder dienstrechtlichen Schritten einschalten. Au&szlig;erdem kann die/ der Konfliktbetroffene zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens eine Person ihres/ seines Vertrauens hinzuziehen. Alle drei Vereinbarungen stammen aus dem &ouml;ffentlichen Dienst (Dienstvereinbarungen) und sind - wie &uuml;blich - von der Dienststelle und der Personalvertretung unterzeichnet worden. Insbesondere die Vereinbarung des Universit&auml;tsklinikums K weist in seiner Pr&auml;ambel weitere Akteure (etwa Frauen- oder Schwerbehindertenvertretung) f&uuml;r das Werk aus. Alle Vereinbarungen gehen auf die Initiative der Personalr&auml;te zur&uuml;ck, bis auf das Universit&auml;tsklinikum K - hier hatte die Frauenbeauftragte den ersten Schritt &uuml;ber den Frauenf&ouml;rderplan initiiert. In der Entstehungsgeschichte zeigen sich f&uuml;r alle Vereinbarungen die Dienststellen mehr oder weniger zur&uuml;ckhaltend, wobei durchaus unterschiedliche Gr&uuml;nde angef&uuml;hrt werden: Man wolle keine &#039;&#039;schlafenden Hunde wecken&#039;&#039;, man wolle nicht &uuml;berregulieren, das juristische Instrumentarium reiche aus oder man sah das Image der Einrichtung gef&auml;hrdet, indem man durch eine Vereinbarung &#039;&#039;zugibt&#039;&#039;, dass es Konflikte am Arbeitsplatz gibt. Dabei muss ber&uuml;cksichtigt werden, dass der &ouml;ffentliche Dienst st&auml;rker in der &ouml;ffentlichen und medialen Aufmerksamkeit steht, als privatwirtschaftliche Unternehmen, wenn bei der Polizei, dem Universit&auml;tsklinikum oder auch der Stadt &#039;&#039;fehlerhaftes Verhalten&#039;&#039; einzelner &#039;&#039;Staatsdiener&#039;&#039; bekannt wird. Die Dienstvereinbarungen setzen bewusst auf &#039;&#039;partnerschaftliches Verhalten&#039;&#039; und Konflikt am Arbeitsplatz. Wenngleich die Initiatoren &uuml;ber die Problematik &#039;&#039;Mobbing&#039;&#039; sensibilisiert wurden, haben sie w&auml;hrend der Besch&auml;ftigung mit der Thematik eine Bandbreite von Konfliktfeldern und Ausl&ouml;sern in der eigenen Praxis festgestellt. Die Dienstvereinbarungen sind sowohl Pr&auml;ventions- und Sensibilisierungsinstrument als auch &#039;&#039;Regulierungsinstrument&#039;&#039; und sollen f&uuml;r Transparenz von Verfahren und Verantwortlichkeiten stehen. Einig sind sic h die Personalr&auml;te dar&uuml;ber, dass neben den Dienstvereinbarungen zus&auml;tzlich flankierende Ma&szlig;nahmen in der Praxis das Ziel eines partnerschaftlichen Umgangs unterst&uuml;tzen m&uuml;ssen</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/mbf_bvd_partnerschaftliches_verhalten_2007.pdf">Publikation zeigen</a></p>