<h1>Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer</h1> <h2>Info zur einkommensteuerlichen Behandlung der Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer... Quelle BMF</h2> <p>Einkommensteuerliche Behandlung der Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nach &sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b, &sect; 9 Absatz 5 und &sect; 10 Absatz 1 Nummer 7 EStG, Neuregelung durch das Jahressteuergesetz 2010 vom 8. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1768, BStBl I S. 1394) IV C 6 - S 2145/07/10002 2011/0150549 Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder gilt zur einkommensteuerrechtlichen Behandlung der Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nach &sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b, &sect; 9 Absatz 5 und &sect; 10 Absatz 1 Nummer 7 EStG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2010 (BGBl. I S. 1768, BStBl I S. 1394) Folgendes: Nach &sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b Satz 1 und &sect; 9 Absatz 5 Satz 1 EStG d&uuml;rfen die Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung grunds&auml;tzlich nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden. Bildet das h&auml;usliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung, d&uuml;rfen die Aufwendungen in voller H&ouml;he steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden (&sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b Satz 3, 2. Halbsatz EStG). Steht f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung, sind die Aufwendungen bis zur H&ouml;he von 1.250 Euro je Wirtschaftsjahr oder Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar (&sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b Satz 2 und 3, 1. Halbsatz EStG). Der Betrag von 1.250 Euro ist kein Pauschbetrag. Es handelt sich um einen objektbezogenen H&ouml;chstbetrag, der nicht mehrfach f&uuml;r verschiedene T&auml;tigkeiten oder Personen in Anspruch genommen werden kann, sondern ggf. auf die unterschiedlichen T&auml;tigkeiten oder Personen aufzuteilen ist (vgl. Rdnr. 19 bis 21). Unter die Regelungen des &sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b und &sect; 9 Absatz 5 EStG f&auml;llt die Nutzung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus s&auml;mtlichen Einkunftsarten. Begriff des h&auml;uslichen Arbeitszimmers Ein h&auml;usliches Arbeitszimmer ist ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden ist, vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten dient ( BFH-Urteile vom 19. September 2002, - VI R 70/01 -, BStBl II 2003 S. 139 und vom 16. Oktober 2002, - XI R 89/00 -, BStBl II 2003 S. 185) und ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich zu betrieblichen und/oder beruflichen Zwecken genutzt wird, eine untergeordnete private Mitbenutzung ( 10%) ist unsch&auml;dlich. Es muss sich aber nicht zwingend um Arbeiten b&uuml;rom&auml;&szlig;iger Art handeln, ein h&auml;usliches Arbeitszimmer kann auch bei geistiger, k&uuml;nstlerischer oder schriftstellerischer Bet&auml;tigung gegeben sein. In die h&auml;usliche Sph&auml;re eingebunden ist ein als Arbeitszimmer genutzter Raum regelm&auml;&szlig;ig dann, wenn er zur privaten Wohnung oder zum Wohnhaus des Steuerpflichtigen geh&ouml;rt. Dies betrifft nicht nur die Wohnr&auml;ume, sondern ebenso Zubeh&ouml;rr&auml;ume ( BFH-Urteil vom 26. Februar 2003, - VI R 130/01 -, BStBl II 2004 S. 74 und BFH-Urteil vom 19. September 2002, - VI R 70/01 -, BStBl II 2003 S. 139). So kann auch ein Raum, z.B. im Keller oder unter dem Dach (Mansarde) des Wohnhauses, in dem der Steuerpflichtige seine Wohnung hat, ein h&auml;usliches Arbeitszimmer sein, wenn die R&auml;umlichkeiten aufgrund der unmittelbaren N&auml;he mit den privaten Wohnr&auml;umen des Steuerpflichtigen als gemeinsame Wohneinheit verbunden sind. Nicht unter die Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect; 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b und &sect; 9 Absatz 5 EStG fallen R&auml;ume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem B&uuml;ro entsprechen (z.B. Betriebsr&auml;ume, Lagerr&auml;ume, Ausstellungsr&auml;ume), selbst wenn diese ihrer Lage nach mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden und so in dessen h&auml;usliche Sph&auml;re eingebunden sind ( BFH-Urteil vom 28. August 2003, - IV R 53/01 -, BStBl II 2004 S. 55 und vom 26. M&auml;rz 2009 - VI R 15/07 - BStBl II S. 598). Beispiele: a) Ein h&auml;usliches Arbeitszimmer liegt in folgenden F&auml;llen regelm&auml;&szlig;ig vor: - h&auml;usliches B&uuml;ro eines selbst&auml;ndigen Handelsvertreters, eines selbst&auml;ndigen &Uuml;bersetzers oder eines selbst&auml;ndigen Journalisten, - bei Anmietung einer unmittelbar angrenzenden oder unmittelbar gegen&uuml;berliegenden Zweitwohnung in einem Mehrfamilienhaus ( BFH-Urteile vom 26. Februar 2003, - VI R 124/01 - und - VI R 125/01 -, BStBl II 2004 S. 69 und 72), - h&auml;usliches ausschlie&szlig;lich beruflich genutztes Musikzimmer der freiberuflich t&auml;tigen Konzertpianistin, in dem diese Musikunterricht erteilt. - Aufwendungen f&uuml;r einen zugleich als B&uuml;roarbeitsplatz und als Warenlager betrieblich genutzten Raum unterliegen der Abzugsbeschr&auml;nkung f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer, wenn der Raum nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse vor allem aufgrund seiner Ausstattung und Funktion, ein typisches h&auml;usliches B&uuml;ro ist und die Ausstattung und Funktion als Lager dahinter zur&uuml;cktritt ( BFH-Urteil vom 22. November 2006 - X R 1/05 - BStBl II 2007 S. 304). a) Kein h&auml;usliches Arbeitszimmer, sondern betrieblich genutzte R&auml;ume liegen regelm&auml;&szlig;ig in folgenden F&auml;llen vor: Arzt-, Steuerberater- oder Anwaltspraxis grenzt an das Einfamilienhaus an oder befindet sich im selben Geb&auml;ude wie die Privatwohnung, wenn diese R&auml;umlichkeiten f&uuml;r einen intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet und z.B. bei h&auml;uslichen Arztpraxen f&uuml;r Patientenbesuche und -untersuchungen eingerichtet sind ( BFH-Urteil vom 5. Dezember 2002, - IV R 7/01 -, BStBl II 2003 S. 463 zu einer Notfallpraxis und Negativabgrenzung im BFH-Urteil vom 23. Januar 2003, - IV R 71/00 -, BStBl II 2004 S. 43 zur Gutachtert&auml;tigkeit einer &Auml;rztin). In einem Gesch&auml;ftshaus befinden sich neben der Wohnung des B&auml;ckermeisters die Backstube, der Verkaufsraum, ein Aufenthaltsraum f&uuml;r das Verkaufspersonal und das B&uuml;ro, in dem die Buchhaltungsarbeiten durchgef&uuml;hrt werden. Das B&uuml;ro ist in diesem Fall aufgrund der N&auml;he zu den &uuml;brigen Betriebsr&auml;umen nicht als h&auml;usliches Arbeitszimmer zu werten. Im Keller ist ein Arbeitsraum belegen, der - anders als z.B. ein Archiv ( BFH-Urteil vom 19. September 2002, - VI R 70/01 -, BStBl II 2003 S. 139) - keine (Teil-)Funktionen erf&uuml;llt, die typischerweise einem h&auml;uslichen Arbeitszimmer zukommen, z.B. Lager f&uuml;r Waren und Werbematerialien. Zu den Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitzimmer geh&ouml;ren insbesondere die anteiligen Aufwendungen f&uuml;r: Miete, Geb&auml;ude-AfA, Absetzungen f&uuml;r au&szlig;ergew&ouml;hnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung, Sonderabschreibungen, Schuldzinsen f&uuml;r Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Geb&auml;udes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind, Wasser- und Energiekosten, Reinigungskosten, Grundsteuer, M&uuml;llabfuhrgeb&uuml;hren, Schornsteinfegergeb&uuml;hren, Geb&auml;udeversicherungen, Renovierungskosten, Aufwendungen f&uuml;r die Ausstattung des Zimmers, wie z.B. Tapeten, Teppiche, Fenstervorh&auml;nge, Gardinen und Lampen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01414.pdf">Publikation zeigen</a></p>