<h1>Steuerinfo f&uuml;r Aushilfsarbeit von Sch&uuml;lern und Studenten</h1> <h2>Diese Steuertipps informieren kurz und &uuml;bersichtlich &uuml;ber alles, was bei Ferien- oder Aushilfsjobs aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht zu beachten ist... Quelle Hessisches Ministerium der Finanzen</h2> <p>Steuertipps bei Aushilfsarbeiten von Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;lern und Studierenden viele junge Leute bessern neben Schule oder Studium mit Ferienoder Aushilfsjobs ihr Taschengeld auf. Dabei tauchen immer wieder Fragen auf wie &#039;&#039;Muss ich das versteuern und wenn ja, wie?&#039;&#039; oder &#039;&#039;Fallen hier Rentenversicherungsbeitr&auml;ge an?&#039;&#039;. Diese Steuertipps informieren kurz und &uuml;bersichtlich dar&uuml;ber, was bei Ferien- oder Aushilfsjobs aus steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht zu beachten ist. Bitte denken Sie daran, dass die Einnahmen aus solchen T&auml;tigkeiten auch Auswirkungen auf andere Leistungen (z.B. BAf&ouml;G) haben k&ouml;nnen. F&uuml;r den Kindergeldanspruch der Eltern spielt die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte aus solchen T&auml;tigkeiten keine Rolle. Was ist bei der Aufnahme einer Aushilfsarbeit aus steuerlicher Sicht zu beachten? Aushilfsjob nach den pers&ouml;nlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen Die Besteuerung eines Aushilfsjobs nach den pers&ouml;nlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen bietet f&uuml;r Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew&ouml;hnlich die meisten Vorteile und ist deshalb der Regelfall. Der Arbeitgeber beh&auml;lt zwar bei der w&ouml;chentlichen oder monatlichen Abrechnung m&ouml;glicherweise Lohnsteuer ein, allerdings erstattet das Finanzamt dem Arbeitnehmer die Steuer h&auml;ufig wieder. Das Verfahren sieht wie folgt aus: Der Arbeitgeber ruft die f&uuml;r den Lohnsteuerabzug erforderlichen pers&ouml;nlichen Daten des Arbeitnehmers, die sog. elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale - kurz ELStAM - (z.B. Steuerklasse, Religionszugeh&ouml;rigkeit und Freibetr&auml;ge) aus einer Datenbank der Finanzverwaltung ab. Der Arbeitgeber ben&ouml;tigt hierf&uuml;r lediglich das Geburtsdatum und die Identifikationsnummer seines Arbeitnehmers, sowie die Mitteilung, ob er der Haupt- oder ein Nebenarbeitgeber ist. Keine steuerlichen Besonderheiten f&uuml;r Arbeitgeber Der Arbeitgeber ermittelt die Lohnsteuer wie bei einem &#039;&#039;regul&auml;ren&rdquo; Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis per EDV oder Lohnsteuertabelle und beh&auml;lt sie vom Bruttoarbeitslohn ein. Nach Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses, sp&auml;testens am Jahresende, stellt er dem Arbeitnehmer eine Lohnsteuerbescheinigung zur Verf&uuml;gung und &uuml;bermittelt die darin aufgef&uuml;hrten Daten (u. a. Bruttoarbeitslohn und Steuerabzugsbetr&auml;ge) elektronisch an die Finanzverwaltung. Auch private Arbeitgeberhaushalte ohne maschinelle Lohnabrechnung h&auml;ndigen ihren Arbeitnehmern eine entsprechende Lohnsteuerbescheinigung aus. Wie bekommt man die einbehaltene Lohnsteuer wieder zur&uuml;ck? Bei der Lohnsteuerberechnung wird zun&auml;chst unterstellt, dass man in allen Lohnzahlungszeitr&auml;umen (z.B. Monat, Woche) eines Kalenderjahres ein gleich hohes Einkommen erzielt. Bei Aushilfskr&auml;ften ist dies h&auml;ufig nicht der Fall, sodass der vom Arbeitgeber durchgef&uuml;hrte Lohnsteuerabzug auf das Kalenderjahr bezogen zu einem unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hren kann. Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2015 kann also bis sp&auml;testens 31. Dezember 2019 beim Finanzamt abgegeben werden. F&uuml;r das Jahr 2016 ist die Abgabe bis zum 31. Dezember 2020 m&ouml;glich. Als Aushilfsjobber k&ouml;nnen Sie zur Erstellung Ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung die &#039;&#039;Vereinfachte Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r Arbeitnehmer&#039;&#039; nutzen, sofern Sie nur Arbeitslohn und ggf. bestimmte Lohn-/Entgeltersatzleistungen bezogen haben. Sollten Sie weitere Eink&uuml;nfte erzielt haben, m&uuml;ssen Sie die ausf&uuml;hrlichen Vordrucke zur Einkommensteuererkl&auml;rung verwenden. Die Ihnen von Ihrem Arbeitgeber ausgeh&auml;ndigte Lohnsteuerbescheinigung m&uuml;ssen Sie der Steuererkl&auml;rung nur ausnahmsweise beif&uuml;gen, wenn Ihr Arbeitgeber die Lohnabrechnung nicht maschinell durchf&uuml;hrt und dem Finanzamt keine elektronische Lohnsteuerbescheinigung &uuml;bermittelt hat. Oftmals k&ouml;nnen Aushilfsjobber auf den Nachweis von Werbungskosten und weiteren steuerlichen Abz&uuml;gen verzichten, weil sich wegen der H&ouml;he des Jahresarbeitslohns und der Ber&uuml;cksichtigung steuerlicher Pauschbetr&auml;ge ohnehin bereits eine Steuer von Null ergibt. Bereits der Grundfreibetrag von 8.820 Euro (f&uuml;r 2017) und der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro stellen den Arbeitslohn in entsprechender H&ouml;he steuerfrei. N&auml;here Informationen hierzu enth&auml;lt die &#039;&#039;Anleitung zur Einkommensteuererkl&auml;rung&#039;&#039;, die zusammen mit den Einkommensteuerformularen bei den Finanz&auml;mtern und vielen Gemeindeverwaltungen ausliegt oder auf www.finanzen.hessen.de unter der Rubrik &#039;&#039;Steuern/Vordrucke&#039;&#039; heruntergeladen werden kann. Es besteht auch die M&ouml;glichkeit, die Steuererkl&auml;rung mit dem Programm &#039;&#039;Elster-Formular&#039;&#039; zu erstellen und dem Finanzamt per Internet zu &uuml;bermitteln. N&auml;here Informationen hierzu erhalten Sie auf www.finanzen.hessen.de unter der Rubrik &#039;&#039;Steuern&#039;&#039; und dem Titel &#039;&#039;Elektronische Steuererkl&auml;rung&#039;&#039;. Sonderfall: Lohnsteuerpauschalierung in bestimmten F&auml;llen Der Arbeitgeber kann unter bestimmten Voraussetzungen auf den regul&auml;ren Lohnsteuerabzug nach den pers&ouml;nlichen ELStAM des Arbeitnehmers (Steuerklasse, Zahl der Kinder u.a.) verzichten und die Lohnsteuer pauschal erheben. Eine Pauschalierung der Lohnsteuer ist bei Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;lern und Studierenden meist nur dann sinnvoll, wenn auch beim regul&auml;ren Lohnsteuerabzug und anschlie&szlig;ender Einkommensteuererkl&auml;rung eine Jahressteuer anf&auml;llt. Denn Lohnsteuer auf Arbeitslohn, die im pauschalierten Verfahren erhoben wird, kann der Arbeitnehmer nicht vom Finanzamt zur&uuml;ckfordern. Die Arbeitgeber und die Aushilfen sollten sich bei einer beabsichtigten Pauschalierung gut &uuml;berlegen, ob der regul&auml;re Lohnsteuerabzug unter Verwendung der pers&ouml;nlichen ELStAM im Ergebnis kosteng&uuml;nstiger ist. Die Pauschalierung der Lohnsteuer ist in folgenden F&auml;llen m&ouml;glich: bei kurzfristigen Besch&auml;ftigungen Pauschsteuersatz 25%, wenn der Arbeitnehmer kurzfristig (nicht mehr als 18 zusammenh&auml;ngende Arbeitstage) besch&auml;ftigt wird und entweder der Arbeitslohn w&auml;hrend der Besch&auml;ftigungsdauer 68 Euro (Erh&ouml;hung auf 72 Euro geplant) durchschnittlich je Arbeitstag nicht &uuml;bersteigt oder die Besch&auml;ftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird. In diesen F&auml;llen darf der durchschnittliche Stundenlohn nicht mehr als 12 Euro betragen. Nimmt der Arbeitgeber bereits f&uuml;r eine andere Besch&auml;ftigung des Arbeitnehmers den Lohnsteuerabzug auf Grundlage der ELStAM vor, ist eine Lohnsteuerpauschalierung f&uuml;r eine weitere T&auml;tigkeit bei demselben Arbeitgeber nicht m&ouml;glich. Zus&auml;tzlich zur pauschalierten Lohnsteuer muss der Arbeitgeber 5,5% Solidarit&auml;tszuschlag und ggf. Kirchensteuer f&uuml;r seine Arbeitnehmer entrichten. Bemessungsgrundlage ist jeweils die pauschalierte Lohnsteuer. Die Kirchensteuer kann f&uuml;r alle Arbeitnehmer einheitlich mit einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7% abgef&uuml;hrt werden. Alternativ kann der Arbeitgeber f&uuml;r die Arbeitnehmer, die keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angeh&ouml;ren, auf die Entrichtung der Kirchensteuer verzichten. Allerdings muss er dann f&uuml;r die kirchensteuerpflichtigen Arbeitnehmer den Regelsteuersatz in H&ouml;he von 9% anwenden. bei geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungen (&#039;&#039;Mini-Jobs&#039;&#039;) F&uuml;r geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungen im Sinne des &sect; 8 Abs. 1 Nr. 1 oder des &sect; 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch (sog. &#039;&#039;MiniJobs&rdquo;), bei denen das Arbeitsentgelt aus der T&auml;tigkeit regelm&auml;&szlig;ig 450 Euro im Monat nicht &uuml;bersteigt, gibt es zwei M&ouml;glichkeiten der Pauschalversteuerung. Welche der beiden M&ouml;glichkeiten zum Zuge kommt, h&auml;ngt von der rentenversicherungsrechtlichen Behandlung des Arbeitslohns ab (siehe Kapitel &#039;&#039;Sozialabgaben&#039;&#039;). Pauschsteuersatz 2% (einheitliche Pauschsteuer), wenn der Arbeitgeber Pauschalbeitr&auml;ge zur Rentenversicherung entrichtet (siehe Kapitel &#039;&#039;Sozialabgaben&#039;&#039;). Die einheitliche Pauschsteuer umfasst auch den Solidarit&auml;tszuschlag und die Kirchensteuer und ist vom Arbeitgeber nach den Regeln f&uuml;r die pauschalen Rentenversicherungsbeitr&auml;ge an die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung KnappschaftBahn-See abzuf&uuml;hren. Pauschsteuersatz 20%, wenn der Arbeitgeber keine Pauschalbeitr&auml;ge zur Rentenversicherung entrichtet. Diese M&ouml;glichkeit der Pauschalbesteuerung betrifft z.B. geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte, deren Arbeitslohn der regul&auml;ren Sozialversicherungspflicht unterliegt, weil die Summe aller monatlichen Verdienste aus mehreren geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungen den Betrag von 450 Euro &uuml;bersteigt (siehe Kapitel &#039;&#039;Sozialabgaben&#039;&#039;). Zus&auml;tzlich zur pauschalierten Lohnsteuer muss der Arbeitgeber 5,5% Solidarit&auml;tszuschlag und ggf. Kirchensteuer f&uuml;r seine Arbeitnehmer entrichten. Bemessungsgrundlage ist jeweils die pauschalierte Lohnsteuer. Die Kirchensteuer kann f&uuml;r alle Arbeitnehmer einheitlich mit einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7% abgef&uuml;hrt werden. Alternativ kann der Arbeitgeber f&uuml;r die Arbeitnehmer, die keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angeh&ouml;ren, auf die Entrichtung der Kirchensteuer verzichten. Allerdings muss er dann f&uuml;r die kirchensteuerpflichtigen Arbeitnehmer den Regelsteuersatz in H&ouml;he von 9% anwenden. Diese Betr&auml;ge sind vom Arbeitgeber - anders als bei der einheitlichen Pauschsteuer - an das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt abzuf&uuml;hren. Die Lohnsteuerpauschalierung bei geringf&uuml;giger Besch&auml;ftigung ist auch dann zul&auml;ssig, wenn der Durchschnittsstundenlohn 12 Euro &uuml;bersteigt oder f&uuml;r eine andere Besch&auml;ftigung bei demselben Arbeitgeber der Lohnsteuerabzug nach den pers&ouml;nlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen erfolgt. Freibetr&auml;ge bei T&auml;tigkeit als &Uuml;bungsleiter oder anderen ehrenamtlichen T&auml;tigkeiten Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;ler und Studierende werden oftmals in gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Organisationen (z.B. in Vereinen oder Einrichtungen der Wohlfahrtspflege) als &Uuml;bungsleiter, Betreuer, Jugendleiter oder in &auml;hnlichen Funktionen nebenberuflich t&auml;tig. Dieses b&uuml;rgerschaftliche Engagement wird dadurch steuerlich honoriert, dass entsprechende Einnahmen durch den &#039;&#039;&Uuml;bungsleiterFreibetrag&#039;&#039; bis zur H&ouml;he von insgesamt 2.400 Euro im Jahr oder den &#039;&#039;Ehrenamts-Freibetrag&#039;&#039; bis zur H&ouml;he von insgesamt 720 Euro im Jahr steuerfrei sind. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob der Arbeitslohn regul&auml;r oder pauschal versteuert wird. Der steuerfreie Arbeitslohn bleibt bei der Pr&uuml;fung der oben genannten Pauschalierungsgrenzen au&szlig;er Ansatz. N&auml;here Informationen hierzu k&ouml;nnen Sie dem &#039;&#039;Steuerwegweiser f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige Vereine und f&uuml;r &Uuml;bungsleiter/innen&#039;&#039; sowie dem &#039;&#039;Merkblatt Ehrenamtsfreibetrag&rdquo; des Hessischen Ministeriums der Finanzen entnehmen, die auch auf www.finanzen.hessen.de unter der Rubrik &#039;&#039;Presse/Publikationen&#039;&#039; heruntergeladen werden k&ouml;nnen. Auswirkungen einer Aushilfst&auml;tigkeit auf den Kindergeldanspruch Bei minderj&auml;hrigen Kindern besteht grunds&auml;tzlich Anspruch auf Kindergeld oder die steuerlichen Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder, auch wenn das Kind erwerbst&auml;tig ist. Vollj&auml;hrige Kinder unter 25 Jahren k&ouml;nnen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls ber&uuml;cksichtigt werden, z.B. w&auml;hrend der erstmaligen Berufsausbildung, des Erststudiums oder eines freiwilligen sozialen Jahres. F&uuml;r ein erwerbst&auml;tiges vollj&auml;hriges Kind, das bereits eine erste Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, gelten Besonderheiten: Ein Kindergeldanspruch und ein Anspruch auf die steuerlichen Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder bestehen nur dann, wenn die regelm&auml;&szlig;ige w&ouml;chentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht &uuml;berschreitet oder eine geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung im Sinne der &sect;&sect; 8 und 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch vorliegt (&#039;&#039;Mini-Job&#039;&#039; s.o.). Weitere Einzelheiten finden Sie in dem vom Hessischen Ministerium der Finanzen herausgegebenen &#039;&#039;Steuerwegweiser f&uuml;r Eltern&rdquo;, der Ihnen im Internet auf www.finanzen.hessen.de unter der Rubrik &#039;&#039;Presse/Publikationen&#039;&#039; zum Abruf bereit steht. Sozialabgaben f&uuml;r Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;ler und Studierende Alle kurzfristigen, nicht berufsm&auml;&szlig;ig ausge&uuml;bten Besch&auml;ftigungen, deren Dauer auf einen Zeitraum von h&ouml;chstens drei Monaten (oder 70 Arbeitstagen) im Kalenderjahr begrenzt ist, sind sozialversicherungsfrei, egal wie hoch der Verdienst ist. F&uuml;r einen typischen Ferienjob fallen also keine Sozialversicherungsbeitr&auml;ge an. Mehrere solcher Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse sind allerdings zusammenzurechnen. Anders verh&auml;lt es sich bei einem l&auml;nger andauernden &#039;&#039;Nebenjob&#039;&#039;, der neben dem Studium oder der Schule ausge&uuml;bt wird (wie etwa das Austragen von Zeitungen oder Werbeprospekten). Hier fallen grunds&auml;tzlich Sozialversicherungsbeitr&auml;ge an. Dabei gelten f&uuml;r geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigungen (MiniJobs) Besonderheiten: Hier hat der Arbeitgeber pauschale Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung in H&ouml;he von 15% und zur Krankenversicherung in H&ouml;he von 13% des Arbeitslohns zu entrichten. Wird die geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung in einem Privathaushalt ausge&uuml;bt (z.B. Putzkraft, Gartenpfleger usw.), betragen die pauschalen Beitr&auml;ge jeweils 5%. Seit dem 1. Januar 2013 betr&auml;gt die Verdienstgrenze f&uuml;r geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigungen (Geringf&uuml;gigkeitsgrenze) 450 Euro (fr&uuml;her: 400 Euro). Personen, die nach dem 31. Dezember 2012 ein geringf&uuml;gig entlohntes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis aufnehmen, unterliegen grunds&auml;tzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Da der Arbeitgeber f&uuml;r eine geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigung bereits den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in H&ouml;he von 15% des Arbeitsentgelts zahlt, hat der Mini-Jobber nur die Differenz zum allgemeinen Beitragssatz von 18,7% auszugleichen. Das sind in der Regel 3,7% (bei Besch&auml;ftigung im Privathaushalt 13,7%) des Arbeitsentgelts als Eigenanteil f&uuml;r den Mini-Jobber. Alternativ zur vollen Rentenversicherungspflicht k&ouml;nnen sich geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung verbindlich f&uuml;r die gesamte Dauer des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses befreien lassen. Hierf&uuml;r muss der Mini-Jobber dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er die Befreiung von der Versicherungspflicht w&uuml;nscht. Dann entf&auml;llt der Eigenanteil und nur der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Wer sich nicht befreien l&auml;sst, erwirbt durch die Besch&auml;ftigung vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Die Rentenversicherungstr&auml;ger ber&uuml;cksichtigen diese Zeiten in vollem Umfang bei den erforderlichen Mindestversicherungszeiten (Wartezeiten) f&uuml;r alle Leistungen der Rentenversicherung, z.B. Rehabilitationsleistungen oder Anspruch auf eine Rente wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit. Mini-Jobber, die in ihrem Mini-Job vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. Sie haben aber jederzeit die M&ouml;glichkeit, durch Beitragsaufstockung auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten. Erh&ouml;ht der Arbeitgeber nach dem 31. Dezember 2012 das regelm&auml;&szlig;ige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag zwischen 400 Euro und 450 Euro, gilt f&uuml;r die alte Besch&auml;ftigung das neue Recht. Dann tritt f&uuml;r den bisher versicherungsfreien Mini-Job Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein. Der Mini-Jobber kann sich jedoch auch hier von der Versicherungspflicht befreien lassen. Ausnahme: Hat der Mini-Jobber bereits vor dem 1. Januar 2013 Rentenversicherungsbeitr&auml;ge freiwillig aufgestockt, bleibt der Mini-Jobber weiterhin versicherungspflichtig und kann sich nicht befreien lassen. Bei mehreren geringf&uuml;gig entlohnten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen gilt die Grenze von 450 Euro f&uuml;r die Summe aller monatlichen Verdienste. Wird diese Grenze &uuml;berschritten, z.B. weil der Arbeitnehmer mehrere geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigungen nebeneinander aus&uuml;bt, unterliegt der gesamte Arbeitslohn der regul&auml;ren Sozialversicherungspflicht. Ein geringf&uuml;giges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis wird nicht in die Sozialversicherungspflicht einer Hauptt&auml;tigkeit einbezogen. Nur wenn neben einer Hauptt&auml;tigkeit mehrere Mini-Jobs ausge&uuml;bt werden, wird der Lohn ab dem zweiten Mini-Job der regul&auml;ren Sozialversicherungspflicht unterworfen. Bei einem Praktikum, das in der Studien- oder Pr&uuml;fungsordnung vorgeschrieben ist und w&auml;hrend des Studiums absolviert wird, kann der Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung ausnahmsweise entfallen. N&auml;here Informationen erhalten Sie von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon: 0800/1000 4800). Ist der Mini-Jobber nicht gesetzlich krankenversichert, braucht der Arbeitgeber den Krankenversicherungs-Pauschalbeitrag in H&ouml;he von 13% nicht abzuf&uuml;hren. Die Frage nach der Krankenversicherung spielt also f&uuml;r den Arbeitgeber eine gro&szlig;e Rolle, weil er etwa f&uuml;r privat Versicherte den Pauschalbeitrag sparen kann. Bei einem Monatslohn von 450 Euro aus einer geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung ergeben sich f&uuml;r den Arbeitgeber folgende Aufwendungen: Entgelt Pauschale Rentenversicherung 15% Pauschale Krankenversicherung 13% Einheitliche Pauschsteuer 2% In Zweifelsf&auml;llen wird die zust&auml;ndige Krankenkasse gerne weitere Ausk&uuml;nfte erteilen. Alle Fragen rund um das Thema Minijob beantwortet Ihnen auch die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Telefonnummer: 0355 2902-70799 und im Internet unter www.minijob-zentrale.de). Beispiele zur steuerrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung von geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen Beispiel 1: Eine Sch&uuml;lerin hat einen Aushilfsjob als Platzanweiserin im Kino. Ihr monatlicher Arbeitslohn betr&auml;gt zwischen 150 und 200 Euro. Weitere Eink&uuml;nfte hat sie nicht. Zur steuerlichen Behandlung stehen folgende M&ouml;glichkeiten zur Verf&uuml;gung: 1. Der Arbeitgeber nimmt als Hauptarbeitgeber den Lohnsteuerabzug nach den ELStAM der Sch&uuml;lerin vor. Wegen der geringen H&ouml;he des Arbeitslohns ist keine Lohnsteuer einzubehalten. 2. Der Arbeitgeber versteuert den Arbeitslohn pauschal mit 2%. Die abgef&uuml;hrten Steuerbetr&auml;ge k&ouml;nnen nicht erstattet werden. Daneben hat der Arbeitgeber pauschale Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung (15%) und ggf. pauschale Beitr&auml;ge zur Krankenversicherung (13%) abzuf&uuml;hren. Die Sch&uuml;lerin hat grunds&auml;tzlich einen Eigenanteil zur Rentenversicherung von 3,7% des Arbeitsentgelts zu leisten, sofern sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien l&auml;sst. Beispiel 2: Wie Beispiel 1, die junge Frau steht jedoch au&szlig;erdem in einem Ausbildungsverh&auml;ltnis und erh&auml;lt hieraus eine monatliche Verg&uuml;tung von 500 Euro, die nach der Steuerklasse I lohnversteuert wird. Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung des Aushilfsjobs als Platzanweiserin bestehen folgende M&ouml;glichkeiten: 1. Der Kinobetrieb nimmt als Nebenarbeitgeber den Lohnsteuerabzug mit der Steuerklasse VI vor, zuviel einbehaltene Lohnsteuer wird im Veranlagungsverfahren erstattet. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen Freibetr&auml;ge, die grunds&auml;tzlich vom Hauptarbeitgeber ber&uuml;cksichtigt, aber wegen der geringen H&ouml;he des Arbeitslohns aus dem Ausbildungsverh&auml;ltnis nicht ganz ausgesch&ouml;pft werden, auf das Nebendienstverh&auml;ltnis &uuml;bertragen werden. Ein entsprechender Antrag kann beim Finanzamt gestellt werden. Antragsformulare erh&auml;lt man bei jedem Finanzamt, bei den meisten Gemeindeverwaltungen oder auf &#039;&#039;www.finanzen.hessen.de unter der Rubrik &#039;&#039;Steuern/Vordrucke&#039;&#039;. Die Auszubildende ist in diesem Fall verpflichtet, eine Einkommensteuererkl&auml;rung abzugeben. 2.Der Kinobetrieb kann den Arbeitslohn aus dem Aushilfsjob pauschal versteuern (2%). Damit ist die Besteuerung des Aushilfsjobs abgegolten. Der Arbeitslohn aus dem Aushilfsjob unterliegt nicht der regul&auml;ren Sozialversicherungspflicht. Der Arbeitgeber muss hierf&uuml;r die pauschalen Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung (15%) und zur Krankenversicherung (13%) abf&uuml;hren. Die Sch&uuml;lerin hat grunds&auml;tzlich einen Eigenanteil zur Rentenversicherung von 3,7% des Arbeistsentgelts zu leisten, sofern sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien l&auml;sst</p> <p><a href="https://finanzen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdf/flyer_steuertipps_fuer_schueler_und_studierende_2019.pdf">Publikation zeigen</a></p>