<h1>Flexible Besch&auml;ftigungsformen und aufsuchende Gesundheitsf&ouml;rderung</h1> <h2>Wie kann und soll Gesundheitsf&ouml;rderung in der Praxis gestaltet werden, um den Anforderungen hinsichtlich flexibler Besch&auml;ftigungsformen nachzukommen? Quelle Initiative Gesundheit und Arbeit</h2> <p>Wir befinden uns inmitten eines globalisierten Wettbewerbs und Wandels hin zu einer immer weiter spezialisierten Dienstleistungsgesellschaft. In dieser haben sich die Arbeitsm&auml;rkte und Grundstrukturen von Arbeit stark ver&auml;ndert. Globalisierung und internationale Zusammenarbeit, technologischer Fortschritt, Digitalisierung und Vernetzung, institutioneller, struktureller und demografischer Wandel haben zu einer Entgrenzung im Sinne einer &#039;&#039;Aufl&ouml;sung traditioneller r&auml;umlicher, zeitlicher oder organisatorischer Grenzen von Arbeit&#039;&#039; (Eichhorst und Tobsch, 2015, S. 47) gef&uuml;hrt und die Arbeitswelt und den Arbeitsmarkt ver&auml;ndert (Gottschall und Vo&szlig;, 2005). In der fachlichen und &ouml;ffentlichen Diskussion ist hierbei von flexiblen Arbeitswelten, einer diesbez&uuml;glichen Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeit und insgesamt von einem Arbeiten 4.0 die Rede (Eichhorst und Tobsch, 2014, 2015). Mit Arbeiten 4.0 wird das gesamte Ph&auml;nomen des Wandels der Arbeit bez&uuml;glich einer Ver&auml;nderung von Arbeitsformen und Arbeitsverh&auml;ltnissen bezeichnet. Innerbetriebliche Abl&auml;ufe und Strukturen ver&auml;ndern sich dabei und eine &#039;&#039;&Ouml;ffnung tradierter Grenzziehungen&#039;&#039; wird evident (Eichhorst und Tobsch, 2015, S. 47). Mit dem Betreten globaler M&auml;rkte steigt der Wettbewerbsdruck. Viele Unternehmen versuchen daher, um den Arbeitsablauf an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, beispielsweise Betriebs- und Maschinenlaufzeiten maximal zu nutzen oder atypische Besch&auml;ftigungsformen und Besch&auml;ftigungsweisen einzusetzen. Gleichzeitig lassen sich ein gesellschaftlicher Wandel, soziale Umbr&uuml;che sowie Ver&auml;nderungen von Lebensentw&uuml;rfen und privaten Interessen- und Lebenslagen beobachten. Damit gehen ver&auml;nderte Anspr&uuml;che an die Arbeitswelt und die eigene T&auml;tigkeit einher (Vahle-Hinz und Plachta, 2014, Widuckel, de Molina, Ringlstetter und Frey, 2015). Der Begriff Arbeiten 4.0 kn&uuml;pft an die aktuelle Diskussion &uuml;ber die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, r&uuml;ckt aber die Arbeitsformen und Arbeitsverh&auml;ltnisse ins Zentrum - nicht nur im industriellen Sektor, sondern in der gesamten Arbeitswelt. Arbeiten 1.0 bezeichnet die beginnende Industriegesellschaft vom Ende des 18. Jahrhunderts und die ersten Arbeiterorganisationen. Arbeiten 2.0 sind die beginnende Massenproduktion und die Anf&auml;nge des Wohlfahrtsstaats am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung brachte damals neue soziale Probleme mit sich, der zunehmende Druck der organisierten Arbeiterschaft bildete eine wichtige Grundlage f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der ersten Sozialversicherungen im Deutschen Reich. Arbeiten 3.0 umfasst die Zeit der Konsolidierung des Sozialstaats und der Arbeitnehmerrechte auf Grundlage der sozialen Marktwirtschaft: Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln sozialpartnerschaftlich auf Augenh&ouml;he miteinander. Die Notwendigkeit der Wahrnehmung gemeinsamer Interessen steht im Betrieb wie auch unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt au&szlig;er Frage. Sp&auml;ter folgte die teilweise R&uuml;cknahme sozialer Rechte, auch angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und der &Ouml;ffnung nationaler M&auml;rkte. Arbeiten 4.0 wird vernetzter, digitaler und flexibler sein. Wie die zuk&uuml;nftige Arbeitswelt im Einzelnen aussehen wird, ist noch offen.</p> <p><a href="https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_39_Flexible_Beschaeftigungsformen.pdf">Publikation zeigen</a></p>