<h1>Die Zukunft der Arbeitswelt</h1> <h2>Auf dem Weg ins Jahr 2030. Arbeitsmarkt, Unternehmenspolitik, Sozialpartnerschaft, Bildungs- und Qualifizierungssystem, Arbeitsrecht und Soziale Sicherung... Quelle Robert Bosch Stiftung GmbH</h2> <p>Die Zukunft der Arbeitswelt Auf dem Weg ins Jahr 2030 Deutschland ist bisher vergleichsweise gut durch die weltwirtschaftlichen Turbulenzen gekommen. Es erntet dabei auch die Fr&uuml;chte von Reformen in der Vergangenheit sowie seiner starken Position als &#039;&#039;Ausr&uuml;ster der Welt&#039;&#039; im internationalen Standortwettbewerb. Doch mit den erreichten Erfolgen verbinden sich neue Herausforderungen, die nicht nur in den tektonischen Verschiebungen in der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung und der Bew&auml;ltigung der europ&auml;ischen Schuldenkrise, sondern auch in der demographischen Zeitenwende in Deutschland begr&uuml;ndet liegen. Das Anliegen des vorliegenden Kommissionsberichts &#039;&#039;Die Zukunft der Arbeitswelt Auf dem Weg ins Jahr 2030&#039;&#039; ist es, die Herausforderungen der demographischen Transition einer zun&auml;chst alternden und dann schrumpfenden Bev&ouml;lkerung ganzheitlich zu analysieren und handlungsorientierte Vorschl&auml;ge zu ihrer Bew&auml;ltigung zu unterbreiten. Ziel des Berichts ist eine umfassende Demographieagenda f&uuml;r den Arbeitsmarkt des Jahres 2030 zur Sicherung der Wertsch&ouml;pfungsbasis Deutschlands durch ein ausreichendes und gut qualifiziertes Arbeitsangebot im Besonderen und die Zukunft unserer Lebens- und Arbeitswelt im Allgemeinen. Dabei ist sich die Kommission bewusst, dass der demographische Wandel stets eng verwoben ist mit &ouml;konomischen, technischen und gesellschaftlichen Megatrends, die die deutsche Volkswirtschaft beeinflussen: Die Globalisierung der Arbeitsteilung f&uuml;hrt zu einer Verschiebung der weltwirtschaftlichen Kraftzentren weg von Europa und von Deutschland. Die Durchdringung wirtschaftlicher Prozesse mit Informations- und Kommunikationstechnologien f&uuml;hrt zu einer Beschleunigung, Verdichtung und Wissensintensivierung von Prozessen, denen geringqualifizierte Menschen vielfach nicht mehr folgen k&ouml;nnen. Die Verf&uuml;gbarkeit von Rohstoffen und der Zugang zu Energie erweisen sich als Engpassfaktor f&uuml;r die industrielle Produktion. Die Individualisierung und Feminisierung der Gesellschaft haben weitreichende Folgen f&uuml;r das Verh&auml;ltnis von Beruf und Familie. Der gesellschaftliche Wertewandel st&auml;rkt das Denken in Kategorien der Nachhaltigkeit, erh&ouml;ht aber zunehmend die Skepsis gegen&uuml;ber konventionellem Wachstumsdenken. Der vorliegende Bericht entwickelt in einer Gesamtschau der sechs Handlungsfelder Arbeitsmarkt, Unternehmenspolitik, Sozialpartnerschaft, Bildungs- und Qualifizierungssystem, Arbeitsrecht und Soziale Sicherung ein Bild der Arbeitswelt im Jahre 2030, die sich im nach vorn gewandten Zusammenwirken von Betrieben und ihren Besch&auml;ftigten, der Tarifparteien mit der Politik und dem Gesetzgeber erfolgreich modernisiert hat. Es zeigt sich, dass der in die anderen Megatrends eingebettete demographische Wandel kein unabwendbares Schicksal f&uuml;r den zuk&uuml;nftigen Arbeitsmarkt ist, sondern durch ein rasches, konsequentes und konsistentes Handeln der gesellschaftlichen und staatlichen Verantwortungstr&auml;ger in den verschiedenen Handlungsfeldern positiv gestaltbar ist. Angesichts des umfassenden Ansatzes und der interdisziplin&auml;ren Zusammensetzung der Kommission ist ausdr&uuml;cklich zu w&uuml;rdigen, dass die nachstehend dargelegten Reformszenarien und -empfehlungen nicht ohne die Bereitschaft einzelner Kommissionsmitglieder zur Verst&auml;ndigung auf gemeinsam getragene Positionen m&ouml;glich gewesen w&auml;ren. Deutschland sieht sich in den kommenden Jahren noch st&auml;rker als andere OECDL&auml;nder einer massiven Alterung der Bev&ouml;lkerung ausgesetzt, die nach und nach auch mit einem Bev&ouml;lkerungsr&uuml;ckgang einhergeht. Dieser Alterungsprozess ergibt sich aus der seit den 1970er Jahren anhaltend niedrigen Fertilit&auml;t in Kombination mit der immer weiter steigenden Lebenserwartung. Die Alterung der Bev&ouml;lkerung konnte auch durch die Zuwanderung bisher nicht kompensiert werden. Der Kommissionsbericht geht f&uuml;r sein demographisches Referenzszenario davon aus, dass die zusammengefasste Geburtenziffer auf dem heutigen Niveau bei 1,4 verharrt und die Lebenserwartung Neugeborener auf 85 (m&auml;nnlich) bzw. gut 89 (weiblich) Jahre im Jahr 2060 ansteigt. Der langfristige j&auml;hrliche Nettowanderungsgewinn Deutschlands betr&auml;gt in diesem Szenario ab dem Jahr 2017 150.000. Unter diesen Annahmen ergibt sich ein R&uuml;ckgang der Wohnbev&ouml;lkerung von heute rund 82 Millionen auf 78 Millionen im Jahr 2030 und 68 Millionen im Jahr 2060. Die Zahl j&uuml;ngerer Menschen unter 20 Jahren wird bis zum Jahr 2030 um etwa 2,5 Millionen zur&uuml;ckgehen. Demgegen&uuml;ber wird die Zahl der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen um rund f&uuml;nf Millionen zunehmen. Die damit einhergehenden Ver&auml;nderungen der Bev&ouml;lkerungszahl und des Bev&ouml;lkerungsaufbaus haben zwei weitreichende Konsequenzen: :: Zum einen sinkt die Zahl der Menschen im Kernerwerbsalter von 20 bis unter 65 Jahren um 6,1 Millionen oder gut 12 Prozent. Bezogen auf die Bev&ouml;lkerung im Kernerwerbsalter geht damit binnen nur zweier Jahrzehnte etwa jede achte Person im erwerbsf&auml;higen Alter &#039;&#039;verloren&#039;&#039;, w&auml;hrend die Zahl der &Auml;lteren im Alter von &uuml;ber 65 Jahren um rund 30 Prozent steigt. Noch viel dramatischer stellt sich die Entwicklung nach dem Jahr 2030 dar, wenn das Tempo der Bev&ouml;lkerungsabnahme deutlich zunimmt. :: Zum anderen wirkt sich der ver&auml;nderte Bev&ouml;lkerungsaufbau gravierend auf den Altenquotienten - die Anzahl der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen je 100 Personen im Alter zwischen 20 bis unter 65 Jahren - aus. Dieser Quotient verdoppelt sich bis zum Jahr 2060 ann&auml;hernd von heute 34 auf 65. Besonders stark f&auml;llt der Anstieg in den Jahren 2020 bis 2035 aus, wenn die geburtenstarken Jahrg&auml;nge in den Ruhestand gehen. Die Ver&auml;nderungen des Arbeitsangebots und die ver&auml;nderte Altersstruktur der Bev&ouml;lkerung stellen sowohl einnahmen- wie ausgabenseitig eine gro&szlig;e Herausforderung f&uuml;r die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland dar. Schon in den vergangenen 40 Jahren stiegen die Beitragss&auml;tze zu den Sozialversicherungen von insgesamt 26,5 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Einkommen auf heute &uuml;ber 40 Prozent. Bei der Belastung der Arbeits- und Lohneinkommen durch Steuern und Sozialabgaben liegt Deutschland aber schon heute weltweit auf einem Spitzenplatz. Mit Blick auf den historischen Beitragssatzpfad und auf den engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherung ist daher ein weiterer demographisch bedingter Anstieg der Beitragss&auml;tze zu vermeiden</p> <p><a href="https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf_import/Zusammenfassung_Studie_Zukunft_der_Arbeitswelt.pdf">Publikation zeigen</a></p>