<h1>Steuerinfo f&uuml;r Aushilfsarbeit von Sch&uuml;lern und Studenten</h1> <h2>Dieses Faltblatt soll Ihnen einen ersten n&uuml;tzlichen &Uuml;berblick f&uuml;r Steuerzahlende liefern... Quelle Finanzministerium NRW</h2> <p>Viele Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler oder Studierende &uuml;bernehmen in den Ferien oder ihrer Freizeit Jobs. Sie arbeiten nebenbei als Aushilfe oder engagieren sich als bezahlte &Uuml;bungsleiterin oder &Uuml;bungsleiter in einem Verein. Dann stellt sich oft die Frage, mit der sich die jungen Leute bislang nicht befassen mussten: Muss ich Steuern zahlen, und wenn ja, warum? Und kann ich diese sp&auml;ter vom Finanzamt wieder zur&uuml;ckbekommen? Welche Ausgaben kann ich absetzen? Und welche Voraussetzungen und Belege sind daf&uuml;r notwendig? Die folgenden Ausf&uuml;hrungen sollen jungen Leuten, die ihr erstes eigenes Geld verdienen, helfen, solche Fragen zu kl&auml;ren und den Einstieg in das Arbeitsleben zu erleichtern. Selbst&auml;ndig oder nicht selbst&auml;ndig t&auml;tig? Steuern sind die wichtigste Einnahmequelle f&uuml;r den Staat. Aus Steuern werden &ouml;ffentliche Leistungen bezahlt wie etwa Schulen und Universit&auml;ten, die Instandhaltung von Stra&szlig;en und die &ouml;ffentliche Sicherheit durch die Polizei und das Gerichtswesen. Junge Menschen, die Geld verdienen, sind verpflichtet, ihren jeweils m&ouml;glichen Teil dazu beizutragen. Wenn Sie also in einem Betrieb weisungsgebunden sind, also von einem Vorgesetzten Auftr&auml;ge oder Anweisungen erhalten, die Sie ausf&uuml;hren, stehen Sie rechtlich gesehen in einem Arbeitsverh&auml;ltnis als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie stundenweise in einem Laden oder in einem Imbissbetrieb jobben. Steuerrechtlich erzielen Sie dabei Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. In diesem Fall ist es grunds&auml;tzlich Sache Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers, von Ihrem Arbeitslohn Steuern in Form von Lohnsteuer, Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer sowie Sozialversicherungsbeitr&auml;ge einzubehalten und an die Beh&ouml;rden abzuf&uuml;hren. Das ist anders, wenn Sie einer - im steuerrechtlichen Sinne - gewerblichen bzw. selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit nachgehen. Dann entf&auml;llt dieser Steuerabzug durch den Arbeitgeber. Sie gelten dann als Unternehmer und sind in diesem Fall selbst daf&uuml;r verantwortlich, von Ihren Einnahmen die n&ouml;tigen Steuern und Abgaben abzuf&uuml;hren. Ein m&ouml;glicher Beispielsfall: Sie verdienen als freie Autorin oder freier Autor f&uuml;r die Lokalredaktion einer Tageszeitung Geld. Die Abgrenzung zur selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit kann jedoch sehr kompliziert sein. Im Zweifelsfall sollten Sie weitere Informationen bei Ihrem Auftraggeber einholen. Minijobs Minijobs sind Besch&auml;ftigungen, bei denen das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt nicht mehr als 450 &curren; betr&auml;gt. Eine Besch&auml;ftigte oder ein Besch&auml;ftigter kann mehrere Minijobs nebeneinander aus&uuml;ben. Voraussetzung ist, dass zusammengerechnet der Betrag von 450 &curren; pro Monat nicht &uuml;berschritten wird.Aber auch hier gilt das Arbeitszeitgesetz bzw. das Jugendarbeitsschutzgesetz (s. umseitig) mit t&auml;glicher und w&ouml;chentlicher H&ouml;chstarbeitszeit. F&uuml;r diese geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungen zahlen Arbeitgeber in der Regel eine pauschale Abgabe (Steuern und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge) an die Einzugsstelle der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Minijob-Zentrale). F&uuml;r die Besch&auml;ftigten besteht Versicherungsfreiheit wegen Geringf&uuml;gigkeit (Ausnahme: Rentenversicherung). Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer geringf&uuml;gig entlohnten Besch&auml;ftigung, die nach dem 31.12.2012 begr&uuml;ndet wird, sind rentenversicherungspflichtig und m&uuml;ssen einen geringen Beitrag selber zahlen. Sie werden aber auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreit. Das Einkommen aus einem Minijob muss im Falle der pauschalen Besteuerung durch den Arbeitgeber nicht in einer Einkommensteuererkl&auml;rung angegeben werden. Je nach H&ouml;he der Gesamteink&uuml;nfte und der Steuerklasse kann es aber sinnvoller sein, den Arbeitslohn anstelle der pauschalen Minijob-Regelung individuell zu versteuern. Bei einem ledigen Arbeitnehmer (Steuerklasse I) fallen zum Beispiel im Jahr 2016 bis zu einem Jahresarbeitslohn von 11.822 &curren; keine Steuern an. Im Einzelfall m&uuml;ssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber besprechen, welche Handhabung in Ihrem Fall am g&uuml;nstigsten ist. Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs! Wenn Sie in einem Arbeitsverh&auml;ltnis stehen und keinen Gebrauch von den Minijobregelungen machen oder machen k&ouml;nnen, sind folgende Besonderheiten zu beachten: Der Lohnsteuerabzug wird elektronisch durch den Arbeitgeber im sogenannten ELStAM-Verfahren durchgef&uuml;hrt. Das ist die Abk&uuml;rzung f&uuml;r &#039;&#039;ElektronischeLohnSteuerAbzugsMerkmale&#039;&#039;. In diesem Verfahren m&uuml;ssen Sie dem Arbeitgeber nur einmalig Ihr Geburtsdatum und Ihre steuerliche Identifikationsnummer mitteilen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter www.elster.de Die abzuf&uuml;hrende Lohnsteuer bemisst sich nach dem bezogenen Arbeitslohn und den Besteuerungsmerkmalen. Nach Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses oder am Ende eines Kalenderjahres bescheinigt der Arbeitgeber unter anderem die H&ouml;he des Arbeitslohns und die Steuerabzugsbetr&auml;ge. Erstattung durch das Finanzamt? Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag, die beim Lohnsteuerabzug zu viel einbehalten wurden, k&ouml;nnen nach Ablauf des Kalenderjahres vom Finanzamt erstattet werden. Dazu ist es erforderlich, dass Sie eine Einkommensteuererkl&auml;rung abgeben. Dabei k&ouml;nnen den Einnahmen auch Aufwendungen gegen gerechnet wer den (dies sind sogenannte Werbungskosten, zum Beispiel f&uuml;r Berufskleidung, Arbeitsmittel oder die Entfernungspauschale f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte). Ohne weitere Angabe werden vom Finanzamt 1.000 &curren; als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt - nur, wenn Ihre Aufwendungen h&ouml;her sind, sollten Sie diese auch angeben. Aufwendungen f&uuml;r ein Erststudium sind beschr&auml;nkt (bis 6.000 &curren;) als Sonderausgaben, Aufwendungen f&uuml;r ein Zweitstudium dagegen in voller H&ouml;he als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig. Vordrucke und ein Anleitungsheft sind bei jedem Finanzamt oder im Internet unter www.formulare-bfinv.de erh&auml;ltlich. Sie k&ouml;nnen Ihre Einkommensteuererkl&auml;rung aber auch elektronisch an das Finanzamt senden. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.elster.de Wann besteht Sozialversicherungspflicht? Besch&auml;ftigungen, die nicht l&auml;nger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr ausge&uuml;bt werden, sind unabh&auml;ngig von der H&ouml;he des Verdienstes sozialversicherungsfrei, solange diese T&auml;tigkeit nicht berufsm&auml;&szlig;ig ausge&uuml;bt wird, sie also nicht die Grundlage des Lebensunterhalts bildet, sondern lediglich zur Aufbesserung des Einkommens dient. Dar&uuml;ber hinaus sind Sie als Studierende in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn Sie w&auml;hrend ihres Studiums gegen Lohn besch&auml;ftigt sind und Ihrem Erscheinungsbild nach Studierende bleiben. In der Regel wird dies angenommen, wenn Sie w&ouml;chentlich nicht mehr als 20 Stunden neben Ihrem Studium jobben. In einer solchen Besch&auml;ftigung unterliegen Sie jedoch der Rentenversicherungspflicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Besch&auml;ftigung neben dem Studium oder in der vorlesungsfreien Zeit aus&uuml;ben. &Uuml;bungsleiterpauschale Steuerfrei und sozialversicherungsfrei sind Einnahmen, die unter die sogenannte &Uuml;bungsleiterpauschale fallen. Welche Bedeutung haben T&auml;tigkeiten eines Kindes f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Kindergeldes bzw. der Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder? Aushilfsjobs von Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern sowie Studierenden k&ouml;nnen auch Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch und die Gew&auml;hrung der Kinderfreibetr&auml;ge bei den Eltern haben. Kinder werden bis zum 25. Lebensjahr bei Vorliegen der grunds&auml;tzlichen Ber&uuml;cksichtigungstatbest&auml;nde (zum Beispiel Berufsausbildung) unabh&auml;ngig von der H&ouml;he ihrer eigenen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge bis zum Abschluss der erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums ohne weitere Voraussetzung ber&uuml;cksichtigt. Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums kommt eine Ber&uuml;cksichtigung von Kindern grunds&auml;tzlich nur noch in Betracht, wenn das Kind keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgeht. Unabh&auml;ngig davon ist jedoch eine Erwerbst&auml;tigkeit im Rahmen eines Ausbildungsdienstverh&auml;ltnisses, eine Erwerbst&auml;tigkeit mit bis zu 20 Stunden regelm&auml;&szlig;iger w&ouml;chentlicher Arbeitszeit und eine sozialversicherungsfreie T&auml;tigkeit im Rahmen eines geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses (siehe oben). Die &Uuml;bungsleiterpauschale gilt f&uuml;r nebenberufliche T&auml;tigkeiten als Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare T&auml;tigkeiten, f&uuml;r nebenberufliche k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeiten oder die nebenberufliche Alten-, Kranken- und Behindertenpflege. Sie gilt f&uuml;r Einnahmen bis 2.400 &curren; pro Kalenderjahr.Auch wer keinen Hauptberuf im steuerlichen Sinne aus&uuml;bt, kann nebenberuflich t&auml;tig sein, etwa ein Student. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen Grunds&auml;tzlich unterliegen alle privaten Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen (wie zum Beispiel Zinsen und Dividenden) einem abgeltenden Kapitalertragsteuerabzug in H&ouml;he von 25% (plus Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass Sie die T&auml;tigkeit zur F&ouml;rderung gemeinn&uuml;tziger, mildt&auml;tiger oder kirchlicher Zwecke im Dienste einer inl&auml;ndischen juristischen K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts oder einer beg&uuml;nstigten Einrichtung aus&uuml;ben. Beg&uuml;nstigte Einrichtungen sind au&szlig;erdem unter anderem gemeinn&uuml;tzige Sportund Musikvereine, Rettungsdienstorganisationen und Volkshochschulen. Auf Antrag werden Ihre Kapitaleink&uuml;nfte im Rahmen Ihrer Einkommensteuerveranlagung zum normalen Steuertarif besteuert, falls dies f&uuml;r Sie g&uuml;nstiger ist (sogenannte G&uuml;nstigerpr&uuml;fung). Sollten Ihre Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen unter dem Sparer-Pauschbetrag (801 &curren; f&uuml;r Ledige) liegen, erfolgt kein Steuerabzug durch Ihr Kreditinstitut, wenn Sie diesem einen Freistellungsauftrag erteilen. Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes Grunds&auml;tzlich ist die Besch&auml;ftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen in Deutschland verboten. Das Gesetz l&auml;sst aber zum Beispiel Ausnahmen f&uuml;r Besch&auml;ftigung von Kindern &uuml;ber 13 Jahre mit Einwilligung der Eltern zu, wenn diese T&auml;tigkeit leicht und f&uuml;r Kinder geeignet ist (zum Beispiel Zeitungen austragen oder Nachhilfe geben). Generell verboten ist aber auch hier jede T&auml;tigkeit zwischen 18 und 8 Uhr und vor dem Schulunterricht. Dar&uuml;ber hinaus gibt es weitere spezielle Ausnahmeregelungen (zum Beispiel Besch&auml;ftigung in elterlichen Betrieben oder in der Landwirtschaft). Vollzeitschulpflichtige Jugendliche ab dem 15. Lebensjahr d&uuml;rfen w&auml;hrend der Schulferien maximal vier Wochen pro Jahr und h&ouml;chstens 40 Stunden in der Woche arbeiten. Nach Ende der Vollzeitschulpflicht sowie in der Ausbildung d&uuml;rfen Jugendliche h&ouml;chstens 40 Stunden w&ouml;chentlich arbeiten.Jugendlicher im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Geringf&uuml;gige Hilfeleistungen (zum Beispiel Gartenpflege f&uuml;r den Nachbarn, Einkaufen gehen f&uuml;r die Seniorin nebenan) d&uuml;rfen auch &uuml;bernommen werden, sofern sie aus Gef&auml;lligkeit erfolgen. Bei solchen Hilfeleistungen gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht. Unfallversicherung Als Sch&uuml;lerin, Sch&uuml;ler oder Studierende stehen Sie grunds&auml;tzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Kosten tr&auml;gt in der Regel das Land. Wenn Sie eine Besch&auml;ftigung bei einem Arbeitgeber aus&uuml;ben, sind Sie ebenfalls gesetzlich unfallversichert. Die Kosten tr&auml;gt in diesem Fall der Arbeitgeber. Der Versicherungsschutz ist unabh&auml;ngig von der Dauer der Arbeit oder der H&ouml;he des Entgelts. Der gesetzliche Schutz gilt ab dem ersten Tag und auch f&uuml;r Wegeunf&auml;lle. Weitere Infos: Studieren und verdienen! Starten Sie nach der Schule! Steuertipps f&uuml;r alle Steuerzahlenden Steuertipps f&uuml;r Existenzgr&uuml;nderinnen und Existenzgr&uuml;nder Steuertipps f&uuml;r Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;ler und Studierende</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01548.pdf">Publikation zeigen</a></p>