<h1>Informationen zum Betreuungsgeld</h1> <h2>Mit dem Betreuungsgeld wird die verbliebene L&uuml;cke im Angebot staatlicher F&ouml;rder- und Betreuungsangebote f&uuml;r Kinder bis zum dritten Lebensjahr geschlossen... Quelle BMFSFJ</h2> <p>Informationen zum Betreuungsgeld Das Betreuungsgeld stellt eine neue Anerkennungs- und Unterst&uuml;tzungsleistung f&uuml;r Eltern mit Kleinkindern dar, die ihre vielf&auml;ltigen Betreuungs- und Erziehungsaufgaben in der Familie oder im privaten Umfeld erf&uuml;llen. Die neue Familienleistung ist im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) verankert und schlie&szlig;t an das Elterngeld an. Mit dem Betreuungsgeld wird die verbliebene L&uuml;cke im Angebot staatlicher F&ouml;rder- und Betreuungsangebote f&uuml;r Kinder bis zum dritten Lebensjahr geschlossen. Ab dem 1. August 2013 und damit zeitgleich zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen sogenannten Krippenplatz steht das Betreuungsgeld bereit und erm&ouml;glicht Eltern dadurch eine echte Wahl- und Gestaltungsfreiheit bei der Betreuung ihrer Kinder. Wer hat Anspruch? Das Betreuungsgeld erhalten Eltern, deren Kind ab dem 1. August 2012 geboren wurde und die f&uuml;r ihr Kind keine fr&uuml;hkindliche F&ouml;rderung in Tageseinrichtungen oder in Kindertagespflege gem&auml;&szlig; &sect; 24 Absatz 2 des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) in Anspruch nehmen. Das hei&szlig;t: Wird ein Kind von der Familie betreut, besteht ein Anspruch auf Betreuungsgeld. Wird eine au&szlig;erfamili&auml;re Kinderbetreuung in Anspruch genommen, muss unterschieden werden: I Handelt es sich um eine &ouml;ffentlich bereitgestellte Tageseinrichtung oder &ouml;ffentlich finanzierte Tagesm&uuml;tter bzw. Tagesv&auml;ter, haben die Eltern keinen Anspruch auf Betreuungsgeld. I In anderen F&auml;llen ist darzulegen, dass es sich hierbei nicht um eine Leistung nach &sect; 24 Absatz 2 SGB VIII handelt. Im Regelfall kann eine solche Auskunft unproblematisch durch den Betreuungstr&auml;ger bzw. die Betreuungsperson erfolgen. In Zweifelsf&auml;llen sollte das zust&auml;ndige Jugendamt konsultiert werden. Leben mehrere Kinder im Haushalt, die die Anspruchsvoraussetzungen erf&uuml;llen (z.B. Zwillinge, Geschwisterkinder), besteht auch ein mehrfacher Anspruch auf das Betreuungsgeld. Das Betreuungsgeld kann f&uuml;r jedes der Kinder bezogen werden, f&uuml;r das keine &ouml;ffentlich bereitgestellte Kindertagesbetreuung in Anspruch genommen wird. Die Eltern m&uuml;ssen einen Wohnsitz oder ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und mit dem Kind in einem Haushalt leben. Das Betreuungsgeld wird unabh&auml;ngig davon gezahlt, ob und in welchem Umfang die Eltern erwerbst&auml;tig sind. Die Erwerbsbeteiligung der Eltern soll durch das Betreuungsgeld nicht beeinflusst werden. Auch Auszubildende und Studierende erhalten das Betreuungsgeld. Die jeweilige Ausbildung bzw. das Studium muss nicht unterbrochen werden. Auch f&uuml;r adoptierte Kinder unter drei Jahren und f&uuml;r mit dem Ziel der Adoption in den Haushalt aufgenommene Kinder in diesem Alter kann Betreuungsgeld bezogen werden. Wer Kinder des Ehegatten, der Ehegattin, des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin in seinen Haushalt aufgenommen hat, kann ebenfalls Betreuungsgeld erhalten. F&uuml;r alleinerziehende M&uuml;tter und V&auml;ter gelten beim Betreuungsgeld grunds&auml;tzlich die gleichen Voraussetzungen wie f&uuml;r Elternpaare. Keinen Anspruch auf das Betreuungsgeld haben Elternpaare, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten. F&uuml;r Alleinerziehende entf&auml;llt der Betreuungsgeldanspruch ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 250.000 Euro im Kalenderjahr vor der Geburt. Ausl&auml;ndische Eltern Staatsangeh&ouml;rige von Mitgliedstaaten der EU, des EWR und der Schweiz haben in der Regel dann einen Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn sie in Deutschland erwerbst&auml;tig sind oder in Deutschland wohnen. In Deutschland wohnende andere Ausl&auml;nderinnen und Ausl&auml;nder k&ouml;nnen Betreuungsgeld erhalten, wenn sie eine g&uuml;ltige Niederlassungserlaubnis besitzen. Bestimmte andere Aufenthaltstitel k&ouml;nnen ebenfalls einen Anspruch auf Betreuungsgeld ausl&ouml;sen. F&uuml;r Ihren pers&ouml;nlichen Fall sollten die Anspr&uuml;che mit den Betreuungsgeldstellen in Deutschland bzw. mit den Stellen im Ausland gekl&auml;rt werden. Mehr Informationen bieten die Internetseiten Ihr Europa: http:// europa.eu/youreurope/citizens/indexde.htm und die Brosch&uuml;re der Europ&auml;ischen Kommission Die EU-Bestimmungen &uuml;ber die soziale Sicherheit, die Sie hier aufrufen k&ouml;nnen: http://bookshop.europa.eu/ de/dieeubestimmungenueberdiesozialesicherheitpbKE3009237/ Kann Betreuungsgeld auch zus&auml;tzlich zu einer au&szlig;erfamili&auml;ren Kinderbetreuung gew&auml;hrt werden? Das Betreuungsgeld kann nur bezogen werden, wenn keine &ouml;ffentlich bereitgestellte Kinderbetreuung in Anspruch genommen wird. Das kann beispielsweise auch dann der Fall sein, wenn sich Babysitter oder Au-pairs um das Kind k&uuml;mmern oder wenn PEKiP-Gruppen oder private Spielkreise besucht werden. Auch eine rein private Kinderbetreuung, die nicht &ouml;ffentlich verantwortet und finanziert wird, steht dem Bezug von Betreuungsgeld nicht entgegen. Dasselbe gilt f&uuml;r rein betrieblich bereitgestellte Betreuungsangebote, solange keine durch das Jugendamt verantwortete Leistung vorliegt. In diesen F&auml;llen ist darzulegen, dass es sich bei dem konkreten Angebot nicht um eine Leistung nach &sect; 24 Absatz 2 SGB VIII handelt. N&auml;here Informationen hierzu bekommen Sie bei der f&uuml;r Sie zust&auml;ndigen Betreuungsgeldstelle. In bestimmten H&auml;rtef&auml;llen, in denen die Eltern (z.B. wegen schwerer Krankheit) ausfallen, kann der Anspruch auf Betreuungsgeld auf nahe Verwandte &uuml;bergehen, in diesen F&auml;llen kann ausnahmsweise f&uuml;r die betreffenden Kinder eine &ouml;ffentlich bereitgestellte Kinderbetreuung (gem&auml;&szlig; &sect; 24 Absatz 2 SGB VIII) im Umfang von bis zu 20 Wochenstunden in Anspruch genommen werden. Was geschieht, wenn sich die Betreuungssituation des Kindes w&auml;hrend des Betreuungsgeldbezugs &auml;ndert? Wird w&auml;hrend des Bezugszeitraumes des Betreuungsgeldes eine Leistung nach &sect; 24 Absatz 2 SGB VIII, also eine &ouml;ffentlich bereitgestellte Kinderbetreuung, in Anspruch genommen, entf&auml;llt damit eine wesentliche Anspruchsvoraussetzung f&uuml;r die Zahlung des Betreuungsgeldes. Die Betreuungsgeldstelle ist dar&uuml;ber unverz&uuml;glich zu informieren. Der Betreuungsgeldbezug endet erst mit dem Ablauf des Lebensmonats des Kindes, in dem die Anspruchsvoraussetzung entfallen ist. Auch alle weiteren &Auml;nderungen in den pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen, die f&uuml;r das Betreuungsgeld relevant sind, m&uuml;ssen der Betreuungsgeldstelle mitgeteilt werden. Eine rechtzeitige Mitteilung tr&auml;gt dazu bei, sp&auml;tere R&uuml;ckforderungen zu vermeiden. Wird entgegen der schriftlichen Erkl&auml;rung im Betreuungsgeldantrag den Mitteilungspflichten nicht bzw. nicht rechtzeitig nachgekommen, handelt es sich um eine bu&szlig;geldbehaftete Ordnungswidrigkeit und gegebenenfalls sogar um eine Straftat. Wann und worauf besteht der Anspruch? Ab wann kann Betreuungsgeld bezogen werden? Das Betreuungsgeld kann vom 1. August 2013 an f&uuml;r Kinder mit Geburtsdatum ab dem 1. August 2012 bezogen werden. Im Regelfall besteht der Anspruch auf Betreuungsgeld vom ersten Tag des 15. Lebensmonats bis maximal zum 36. Lebensmonat des Kindes. Die Bezugszeit von l&auml;ngstens 22 Lebensmonaten schlie&szlig;t damit nahtlos an die vierzehnmonatige Rahmenbezugszeit f&uuml;r das Elterngeld an. Elterngeld und Betreuungsgeld k&ouml;nnen somit nur nacheinander - und nicht zeitlich parallel - bezogen werden. Dies gilt auch dann, wenn auf die Partnermonate verzichtet wurde. Lebensmonate des Kindes werden vom Geburtsdatum ausgehend berechnet. Ein Lebensmonat dauert jeweils vom Tag der Geburt in einem Monat bis zum Tag vor dem Geburtsdatum im n&auml;chsten Monat. Beispiel: Geburtstag des Kindes am 29. Oktober 2012 15. Lebensmonat: 29. Dezember 2013 bis 28. Januar 2014 Betreuungsgeld kann ab 29. Dezember 2013 bezogen werden. 16. Lebensmonat: 29. Januar 2014 bis 28. Februar 2014 In welcher H&ouml;he kann das Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden? Das Betreuungsgeld betr&auml;gt im ersten Jahr der Einf&uuml;hrung 100 Euro monatlich und anschlie&szlig;end - also ab dem 1. August 2014 - 150 Euro monatlich. Es wird als Geldleistung ausgezahlt und ist nicht zu versteuern. Es wird jedoch bei der Berechnung von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag als Einkommen ber&uuml;cksichtigt. Kann Betreuungsgeld auch schon vor Beginn des 15. Lebensmonats des Kindes bezogen werden? Wenn die Eltern das ihnen zustehende Elterngeld bereits vollst&auml;ndig in Anspruch genommen und damit verbraucht haben, kann Betreuungsgeld schon vor dem 15. Lebensmonat des Kindes bezogen werden. Der Bezug von Betreuungsgeld endet auch in diesen F&auml;llen nach 22 Monaten und somit vor dem 36. Lebensmonat des Kindes. Solange noch ein theoretischer Anspruch auf Elterngeld (zum Beispiel der Partnermonate) besteht, ist ein vorzeitiger Bezug von Betreuungsgeld nicht m&ouml;glich. Beispiel 1: Beide Eltern haben in den ersten sieben Lebensmonaten das Elterngeld gleichzeitig bezogen. Die Betr&auml;ge f&uuml;r 14 Monate und damit die maximale Bezugszeit sind verbraucht. Betreuungsgeld kann ab dem achten Lebensmonat bezogen werden. Beispiel 2: Die Mutter bezieht Elterngeld vom ersten bis zum zw&ouml;lften Lebensmonat des Kindes, der Vater bezieht im elften und zw&ouml;lften Lebensmonat des Kindes Elterngeld. Die Betr&auml;ge f&uuml;r 14 Monate und damit die maximale Bezugszeit sind verbraucht. Betreuungsgeld kann ab dem 13. Lebensmonat bezogen werden. Kann Betreuungsgeld parallel zum verl&auml;ngerten Auszahlungszeitraum des Elterngeldes bezogen werden? Die Verl&auml;ngerung des Auszahlungszeitraums beim Elterngeld f&uuml;hrt nicht zu einer Verl&auml;ngerung des Bezugszeitraums des Elterngeldes. In diesen F&auml;llen wird lediglich der jeweils zustehende Monatsbetrag des Elterngeldes halbiert und in einer ersten und zweiten Rate ausgezahlt. Bei Verl&auml;ngerung des Auszahlungszeitraums des Elterngeldes kann daher parallel zur Auszahlung der zweiten Raten des Elterngeldes bereits Betreuungsgeld bezogen werden. Wie und wo wird das Betreuungsgeld beantragt? &Uuml;ber den Betreuungsgeldantrag entscheidet die in Ihrem Bundesland zust&auml;ndige Betreuungsgeldstelle per Bescheid. Das Betreuungsgeld wird schriftlich beantragt. Eine r&uuml;ckwirkende Gew&auml;hrung ist m&ouml;glich f&uuml;r die letzten drei Lebensmonate vor Beginn des Lebensmonats, in dem der Antrag auf Betreuungsgeld eingegangen ist. Die meisten L&auml;nder beabsichtigen, die f&uuml;r das Elterngeld zust&auml;ndigen Stellen mit der Beantragung des Betreuungsgeldes zu befassen. Eine aktuelle Auflistung der dem Bund von den L&auml;ndern mitgeteilten zust&auml;ndigen Betreuungsgeldstellen mit Kontaktdaten findet sich auf dem Internetauftritt des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de/betreuungsgeld). 115 - einheitliche Beh&ouml;rdenrufnummer Seit M&auml;rz 2009 gibt es &uuml;ber die Rufnummer 115 in vielen Regionen einen direkten telefonischen Draht zur &ouml;ffentlichen Verwaltung. Sie k&ouml;nnen dadurch einfacher und schneller auch Fragen zum Betreuungsgeld kl&auml;ren oder die f&uuml;r Sie zust&auml;ndige Betreuungsgeldstelle erreichen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01576.pdf">Publikation zeigen</a></p>