<h1>Mitarbeitermotive erkennen (Checkliste)</h1> <h2>Diese Checkliste gibt einen &Uuml;berblick &uuml;ber ausgesuchte Beweggr&uuml;nde aus denen heraus Menschen handeln k&ouml;nnen... Quelle I.O. BUSINESS&reg;</h2> <p>Kompetenzfeld Ver&auml;nderungs-Management Checkliste Mitarbeitermotive erkennen Motivation entsteht durch eine Wechselbeziehung zwischen Personen und ihren Werthaltungen, Erfahrungen, Einsch&auml;tzungen und Wahrnehmungen einerseits sowie Situationen der Vergangenheit und Gegenwart und vorgestellten zuk&uuml;nftigen Ereignissen andererseits. Diese Checkliste gibt einen &Uuml;berblick &uuml;ber ausgesuchte Beweggr&uuml;nde aus denen heraus Menschen handeln k&ouml;nnen. Diese spielen damit auch eine Rolle bei dem Verhalten, das Menschen als Mitarbeiter in einem Unternehmen antreibt. Im Einzelnen geht es um folgende Aspekte: Motive - potentielle Beweggr&uuml;nde f&uuml;r das Verhalten Mitarbeiterbefragung als Weg zur Informationsgewinnung Erhebung relevanter, individueller Mitarbeitermotive Wichtige Motive und Ermittlung des Handlungsbedarfs F&ouml;rderung der Mitarbeitermotivation durch Ansprechen individueller Motive Strategie erarbeiten zum gezielten Ansprechen einzelner Motive durch Anreize immaterieller oder materieller Art zur F&ouml;rderung der intrinsischen oder extrinsischen Motivation Motivation - ein vielbeschriebenes, komplexes Thema In unz&auml;hligen Ratgebern f&uuml;r Praktiker wollen deren Autoren F&uuml;hrungskr&auml;fte bei der Motivierung ihrer Mitarbeiter unterst&uuml;tzen. Kritiker dieser Motivierungsliteratur warnen hingegen davor, Menschen durch Anreize motivieren zu wollen. Sie halten ein solches Verhalten f&uuml;r Manipulation. Dadurch seien nur kurzzeitige Erfolge zu erzielen, w&auml;hrend langfristig die eigene, so genannte intrinsische Motivation des Menschen zerst&ouml;rt werde. Die Vertreter beider Seiten st&uuml;tzen ihre Argumentation auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Erkenntnisse. Doch auch davon gibt es vielf&auml;ltige, teils widerspr&uuml;chliche, die bei der Verbesserung der Motivation ihrer Mitarbeiter nicht immer praktisch hilfreich sind. &Uuml;ber das Thema Motivation gibt es zudem eine fast un&uuml;berschaubare Menge wissenschaftlicher Literatur. Dabei handelt es sich um - teilweise aus den Ergebnissen empirischer Studien entwickelte - Modelle und Theorien dar&uuml;ber, wie das Konstrukt &#039;&#039;Motivation&#039;&#039; entsteht und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Dabei befassen sich die so genannten Inhaltstheorien damit, wie man inhaltlich die Motive, d.h. die Beweggr&uuml;nde menschlichen Handelns beschreiben kann. Prozesstheorien dagegen untersuchen den Ablauf des Motivationsprozesses und die Wechselwirkung der verschiedenen dabei beteiligten Faktoren. Dabei wird der Wert oder Nutzen mit einbezogen, den die Folge der Handlung f&uuml;r das betreffende Individuum hat, und der damit die Entscheidung beeinflusst. Je nach fachlichem Hintergrund und jeweiligem wissenschaftshistorisch vertretenen Menschenbild wurden sehr unterschiedliche Modelle &uuml;ber das Zustandekommen menschlichen Handelns entwickelt. Sie dienen jedoch eher dem Erkenntnisgewinn im Hintergrund und nicht als direkte praktische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Motivation von Menschen. Daher wird an dieser Stelle nicht weiter auf einzelne Theorien und Autoren eingegangen, jedoch flie&szlig;en wesentliche Erkenntnisse verschiedener Motivationstheorien mit in diese Checkliste ein. Ziel dieser Checkliste ist es, Ihnen Instrumente an die Hand zu geben, um Mitarbeitermotive individuell zu erkennen und durch passende, pers&ouml;nlich ausw&auml;hlbare Anreize anzusprechen. Dadurch tragen Sie dazu bei, dass Ihre Mitarbeiter engagierter und motivierter in Ihrem Unternehmen arbeiten k&ouml;nnen. Die vorliegende Checkliste befasst sich ausschlie&szlig;lich mit einem Spektrum von ausgew&auml;hlten relevanten Motiven und den jeweiligen materiellen und immateriellen Anreizen, bzw. Motivatoren, die ihnen entsprechen. Es handelt sich also um eine Kombination von personenbedingten Komponenten und Bedingungen die Sie als situationsbedingte Komponenten in Ihrem Unternehmen zur F&ouml;rderung der Motivation bieten k&ouml;nnen. In diesem Sinne und in Anlehnung an einige der oben erw&auml;hnten Theorien wird Motivation hier wie folgt definiert: Motivation bezeichnet diejenigen Prozesse, die menschliches Verhalten in Bezug auf ein Ziel hin ausrichten, aktivieren und ihm mehr oder weniger St&auml;rke und Dauerhaftigkeit verleihen. Dies geschieht auf der Basis einer personenbezogenen, individuellen Konstellation von Motiven in mehr oder weniger starker Wechselbeziehung zur Situation und unter Einbeziehung des individuell zugeschriebenen Wertes des Verhaltens selbst, des Handlungsergebnisses und dessen Folgen. Dabei k&ouml;nnen innere und &auml;u&szlig;ere Anreize diesen Prozess st&auml;rker oder weniger stark beeinflussen. Als Motive werden im wissenschaftlichen Kontext diejenigen personengebundenen Anteile bezeichnet, die umgangssprachlich Antrieb, Neigung, Wunsch usw. genannt werden. Motive sind eher dauerhaft angelegt und k&ouml;nnen als potentielle Beweggr&uuml;nde bestimmte Verhaltensweisen wahrscheinlicher machen als andere. Aufgrund dieser Komplexit&auml;t des Konstrukts &#039;&#039;Motivation&#039;&#039;, wird es sich letztendlich jedoch nie exakt vorherbestimmen lassen, wie Menschen sich dann tats&auml;chlich verhalten. Die Besch&auml;ftigung mit dem Thema Motivation kann daher nur der Erkenntnis dienen, welche Situationen Motivation beg&uuml;nstigen und welche Arten von Anreizen Menschen mit verschiedenen Motiven eher zu bestimmten Verhaltensweisen bewegen k&ouml;nnen als andere. Genau dabei unterst&uuml;tzt Sie diese Checkliste. Eine weitere stellt die Komponente der &#039;&#039;Situation&#039;&#039; in den Mittelpunkt und befasst sich schwerpunktm&auml;&szlig;ig mit den Rahmenbedingungen f&uuml;r Motivation im Unternehmen. Motive unterschiedlicher Art Die folgende Auflistung vermittelt einen Einblick in das Spektrum unterschiedlicher Motive, soweit sie f&uuml;r das Arbeiten im Unternehmen relevant sind. Die hier aufgef&uuml;hrten Motive und Motivklassen stammen teilweise aus verschiedenen Inhaltstheorien u.a. von Maslow, Alderfer und Herzberg, sowie aus weiteren Theorien und Erkenntnissen der Motivationsforschung, u. a. von der Selbstbestimmungstheorie (Self Determination Theory) von Deci und Ryan und der PSI-Theorie von Kuhl. Einige der nachfolgend genannten Motive finden sich auch als Kriterien zur Einstufung von Pers&ouml;nlichkeitsmerkmalen wieder, die zum Erkennen von Pers&ouml;nlichkeitstypen verwendet werden. Dabei handelt es sich um g&auml;ngige Systeme wie NEO-FFI (Big Five), Reiss Profile, den auf der Basis von Cattles Faktorenanalyse u.a. von Schneewind weiterentwickelten Test 16 PF-R zur Pers&ouml;nlichkeitsdiagnostik sowie den Myers-Briggs Type Indicator (MBTI). Vorgehensweise zum Erkennen von Mitarbeitermotiven: Zum Beispiel durch eine Mitarbeiterbefragung Sie k&ouml;nnen die nachfolgende Tabelle als Anregung f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung einer anonymen Mitarbeiterbefragung zur Verbesserung der Motivation im Unternehmen nutzen. Bei der Planung einer Mitarbeiterbefragung empfiehlt es sich, den Betriebsrat von Beginn an zur Mitarbeit zu gewinnen. Auch wenn es sich bei einer solchen Befragung nicht ausdr&uuml;cklich um mitbestimmungspflichtige Instrumente, wie Leistungsmessung oder Personalfrageb&ouml;gen handelt, kann eine Unterst&uuml;tzung seitens der Personalvertretung die Bereitschaft zur Teilnahme der Mitarbeiter st&auml;rken. Neben einer guten Information der Mitarbeiter vor einer solchen Befragung, kommt es anschlie&szlig;end auch entscheidend darauf an, diese &uuml;ber die Ergebnisse zu Informieren und die gewonnenen Erkenntnisse dann auch umzusetzen. Aufgrund der Selbsteinsch&auml;tzung durch die Mitarbeiter erhalten Sie Informationen dar&uuml;ber, welche Motive den Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen mehr und welche ihnen weniger wichtig sind. In der Tabelle k&ouml;nnen die Mitarbeiter zudem eintragen, ob ihrer Ansicht nach Handlungsbedarf f&uuml;r ein besseres Eingehen auf das jeweils genannte Motiv im eigenen Arbeitsbereich besteht. Im Anschluss an die Tabelle besteht dann die M&ouml;glichkeit, Einzelheiten hierzu einzutragen. In der Auswertung erhalten Sie wichtige Erkenntnisse dar&uuml;ber, was die Mitarbeiter im Unternehmen besonders motiviert und wo aus Mitarbeitersicht Ver&auml;nderungsma&szlig;nahmen notwendig sind. Diese k&ouml;nnen mit den M&ouml;glichkeiten des Unternehmens abgeglichen werden und daraus Ma&szlig;nahmen zu Verbesserung der Motivation durch Eingehen auf individuelle Bed&uuml;rfnisse der Mehrheit der Mitarbeiter entwickelt werden. Eine Checkliste wie diese unterst&uuml;tzt Sie durch erste Anregungen und Tipps. Weitere Einzelheiten w&uuml;rden diesen Rahmen sprengen. Sofern Sie der Meinung sind, dass tiefer gehende Erkenntnisse zu Motiven und Pers&ouml;nlichkeitsmerkmalen von einzelnen Mitarbeitern hilfreich sein k&ouml;nnten, um Defiziten bei der Motivation und Leistungsbereitschaft einzelner Mitarbeiter entgegenzuwirken, so ist dies nur mit Zustimmung des betroffenen Mitarbeiters m&ouml;glich. Dabei hat die Erkenntnisgewinnung und Auswertung durch einen hierzu speziell ausgebildeten Psychologen zu erfolgen. Bitte beachten Sie bei individuellen Ma&szlig;nahmen auch unbedingt die bisherigen und neuen Regelungen f&uuml;r den Umgang mit personenbezogenen Daten nach den Novellen von 2009 und 2010 des Bundesdatenschutzgesetzes. Erhebung relevanter individueller Mitarbeitermotive im Unternehmen Motivklassen in Anlehnung an Maslow: Auspr&auml;gungsarten dieser Motive anhand von Beispielen: Motive Anmerkung: Es handelt sich lediglich um die Motive, die dem Mitarbeiter bewusst sind und die er daher selbst einsch&auml;tzen kann. Selbstverwirklichung: Unabh&auml;ngigkeit Unabh&auml;ngig arbeiten / Kreativ arbeiten / Entscheidungsfreiheiten haben Interesse / Neugier Interessante Arbeitsaufgaben / Neues Lernen / Entdecken und Forschen Idealismus Ideale verfolgen / An das Gute glauben / Sich f&uuml;r Ideale einsetzen Selbstachtung: Leistung / Erfolg Eigene Kompetenzen / Leistung steigern / Erfolg haben / Entfaltungsm&ouml;glichkeiten Anerkennung Anerkennung f&uuml;r Erfolge oder gut erbrachte Leistungen erhalten Karriere Aufstiegsm&ouml;glichkeiten erhalten / Sich beruflich weiterentwickeln Status / Prestige Anerkannten Status innehaben / Prestigetr&auml;chtige Position besetzen Verantwortung Verantwortung f&uuml;r die eigenen Aufgaben tragen / Verantwortung f&uuml;r andere haben Macht / Dominanz F&uuml;hrung &uuml;bernehmen / Sich selbst behaupten Selbsteinsch&auml;tzung durch den Mitarbeiter Aufgrund der Bekanntheit der Maslowschen Bed&uuml;rfnispyramide werden die daraus entstammenden Begriffe zum Zweck der besseren Orientierung bei der Zuordnung einzelner Motive erw&auml;hnt. Eine hierarchische Folge, wie Maslow sie vertrat, entspricht nicht mehr dem heutigen Forschungsstand. Erhebung relevanter individueller Mitarbeitermotive im Unternehmen (Fortsetzung) Motivklassen in Anlehnung an Maslow: Motive Auspr&auml;gungsarten dieser Motive anhand von Beispielen: Soziale Bed&uuml;rfnisse: Beziehungen Gruppenzugeh&ouml;rigkeit / Gute Beziehungen zu Kollegen Soziale Kompetenz Umgang mit anderen Menschen / Kontaktfreudigkeit Sicherheit: soziale und finanzielle Sicherheit Finanziell abgesichert sein / Sozialversicherungspflichtige Absicherung Pers&ouml;nliche Sicherheit Sicherheit des Arbeitsplatzes / Freiheit von Angst und Sorgen Physiologische Bed&uuml;rfnisse: Freiheit von Hunger / Durst / (auch durch materielle Absicherung) K&ouml;rperliche Aktivit&auml;t K&ouml;rperlich arbeiten / In Bewegung sein Ruhe / Emotionale Sicherheit Stressfreiheit / Emotionale Ruhe / Emotionale Stabilit&auml;t Au&szlig;erdem: Materielle Interessen / Geld Ein sehr hohes Einkommen haben / Sich durch Geld W&uuml;nsche erf&uuml;llen k&ouml;nnen Selbsteinsch&auml;tzung durch den Mitarbeiter Ergebnis aus der Tabelle der Mitarbeiterbefragung: Welche drei Motive sind Ihnen pers&ouml;nlich besonders wichtig? Bez&uuml;glich welcher dieser drei Ihnen sehr wichtigen Motive sehen Sie besonderen Handlungsbedarf in Bezug auf die Motivation von Mitarbeitern im Unternehmen und welche Verbesserungen w&uuml;nschen Sie sich? Verbesserungsvorschlag Auswertung der Mitarbeiterbefragung: Wichtige Motive und Handlungsbedarf Motive Welche der von den Mitarbeitern genannten Verbesserungsvorschl&auml;ge lassen sich aus Sicht des Unternehmens am besten umsetzen, um besser auf diese drei meistgenannten Bed&uuml;rfnisse der Mitarbeiter eingehen zu k&ouml;nnen? Schritte auf dem Weg zur Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse Als n&auml;chster Schritt steht die Planung der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse an. Hierzu kann zum Beispiel ein spezielles Projektteam zusammengestellt werden, das die weiteren Planungsschritte erarbeitet. Dies k&ouml;nnte beispielsweise ein Paket von materiellen und immateriellen Anreizen sein, aus denen sich die Mitarbeiter ihren individuellen Bed&uuml;rfnissen entsprechend das Passende ausw&auml;hlen k&ouml;nnen. Zum Beispiel k&ouml;nnen Mitarbeiter, die eher Interesse an Arbeitsinhalten haben, sich st&auml;rker engagieren, wenn sie Aufgabenbereiche haben, die sich mit pers&ouml;nlichen Vorlieben decken oder sie sich dadurch weiterentwickeln k&ouml;nnen. Andere dagegen haben eher Interesse an einer h&ouml;heren Verg&uuml;tung oder einer besseren M&ouml;glichkeit zur Zeiteinteilung, um Privates und Beruf besser vereinbaren zu k&ouml;nnen. Bei der Planung und Umsetzung ist es jedoch ratsam, sich auf wenige Schwerpunkte zu konzentrieren, anstatt nach dem Gie&szlig;kannenprinzip vorzugehen. Aufgrund der Komplexit&auml;t des Motivationsprozesses und der dabei beteiligten Faktoren und deren vielf&auml;ltige M&ouml;glichkeiten des Zusammenwirkens, gen&uuml;gt es jedoch nicht, allein die Motive der handelnden Menschen im Visier zu haben. Vielmehr kommt es unter anderem auch auf die jeweilige Situation an. Auch dazu k&ouml;nnen Arbeitgeber und F&uuml;hrungskr&auml;fte durch die Schaffung motivationsf&ouml;rdernder Rahmenbedingungen beitragen</p> <p><a href="https://io-business.de/wp-content/uploads/2010/06/09_08_31_Checkliste_Mitarbeitermotive_erkennen.pdf">Publikation zeigen</a></p>