<h1>Umfeldanalyse (Handlungsempfehlung)</h1> <h2>Bei der Umfeldanalyse geht es darum, solche Daten zusammenzutragen und auszuwerten, die f&uuml;r die Fachkr&auml;ftesicherung von Bedeutung sind... Quelle BMWi</h2> <p>Fachkr&auml;fte sichern Umfeldanalyse Bei der Umfeldanalyse geht es darum, solche Daten aus der Unternehmensumwelt zusammenzutragen und auszuwerten, die f&uuml;r die Fachkr&auml;ftesicherung von Bedeutung sind. Denn kennen Sie die prognostizierte demografische Entwicklung in Ihrer Region sowie die zu erwartende Entwicklung des Fachkr&auml;fteangebots, k&ouml;nnen Sie besser entscheiden, wie Sie sich im Bereich der Fachkr&auml;ftesicherung aufstellen wollen. So k&ouml;nnen Sie beispielsweise besser beurteilen, ob eine &uuml;berwiegend regional/ lokal orientierte Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern &uuml;berhaupt sinnvoll ist oder ob Sie besser &uuml;berregional oder sogar international suchen sollten. Sie k&ouml;nnen auch besser beurteilen, welche Potenziale die externe Suche nach neuen Fachkr&auml;ften &uuml;berhaupt bietet oder ob Sie nicht auch Ihre Anstrengungen im Bereich Aus- und Weiterbildung verst&auml;rken sollten, um sich vom externen Arbeitsmarkt unabh&auml;ngiger zu machen. Haben Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber die regionale Bildungsinfrastruktur, hilft das, Ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung zielgerichtet auszugestalten, aber auch bei der passgenauen Gewinnung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Was bringen Umfeldanalysen? Transparenz: Eine Analyse der Unternehmensumwelt erm&ouml;glicht es Ihnen, Transparenz &uuml;ber aktuelle und zuk&uuml;nftige personalpolitische Herausforderungen zu gewinnen. Grundlage strategischer Planung: Kennen Sie die Rahmenbedingungen in den Bereichen Demografie, Fachkr&auml;fteentwicklung und Bildungsinfrastruktur, unter denen Ihr Unternehmen operiert, k&ouml;nnen Sie eine geeignete Fachkr&auml;ftesicherungsstrategie ableiten. So gibt Ihnen dieses Instrument unter anderem Aufschluss &uuml;ber Ihre Chancen, Ihren Fachkr&auml;ftebedarf regional zu decken. Kostensenkung: Kennen Sie zuk&uuml;nftige personalpolitische Herausforderungen, k&ouml;nnen Sie rechtzeitig Ma&szlig;nahmen zur Fachkr&auml;ftesicherung einleiten und damit mittel- bis langfristig Kosten einsparen. Im Folgenden bekommen Sie einen &Uuml;berblick dar&uuml;ber, welche Daten Sie f&uuml;r die erfolgreiche Durchf&uuml;hrung einer Umfeldanalyse ben&ouml;tigen und wie Sie diese Daten erhalten. Das Wissen um regionale demografische Entwicklungen ist eine wichtige Grundlage der strategischen Personalarbeit, denn diese bestimmen ma&szlig;geblich Ihre zuk&uuml;nftige Ausgangslage im Wettbewerb um Fachkr&auml;fte. Insbesondere geht es darum, ein Gef&uuml;hl f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Gr&ouml;&szlig;e der Bev&ouml;lkerung im erwerbsf&auml;higen Alter sowie der Gr&ouml;&szlig;e verschiedener Altersgruppen innerhalb dieser Gruppe zu bekommen. Auch kann es n&uuml;tzlich sein, die Zeitpunkte zu kennen, an denen mit gr&ouml;&szlig;eren demografischen Umbr&uuml;chen in der regionalen Bev&ouml;lkerung zu rechnen ist. Eine solche Kenntnis l&auml;sst Sie besser beurteilen, wie gro&szlig; das regionale Arbeitskr&auml;ftepotenzial ist, aus dem Sie f&uuml;r Ihr Unternehmen sch&ouml;pfen k&ouml;nnen. Es gibt verschiedene Anbieter von Daten zur aktuellen und zu erwartenden demografischen Entwicklung. Besonders interessant ist das Angebot der Bertelsmann Stiftung: Diese stellt auf der Seite &#039;&#039;Wegweiser Kommune&#039;&#039; f&uuml;r jede Kommune mit mehr als 5.000 Einwohnern kostenlos Bev&ouml;lkerungsprognosedaten bis zum Jahr 2030 bereit. Dar&uuml;ber hinaus ist es Ihnen dort m&ouml;glich, die Daten Ihrer Kommune mit Kreis und Land oder mit bis zu 5 weiteren Kommunen zu vergleichen. Daten zur Entwicklung des Fachkr&auml;fteangebots Es ist f&uuml;r Ihr Unternehmen wichtig zu wissen, mit welchem Nachschub an Fachkr&auml;ften in den n&auml;chsten Jahren zu rechnen ist, um Ihre Personalpolitik entsprechend auszurichten. Auch in diesem Bereich gibt es verschiedene Anbieter von Prognosen. Die Kultusministerkonferenz gibt seit 1972 eigene Berechnungen zur voraussichtlichen Entwicklung der Zahl der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler sowie der Schulabsolventinnen und -absolventen heraus (u. a. differenziert nach Bundesl&auml;ndern und Schularten bzw. Abschl&uuml;ssen). Ebenso bietet sie eine Prognose der Studienanf&auml;nger/innen, Studierenden und Hochschulabsolvierenden bis 2020. Schlie&szlig;lich hat sie eine f&auml;cherspezifische Prognose der Hochschulabsolventinnen und -absolventen bis 2015 herausgegeben. In der Regel stellen auch die einzelnen Bundesl&auml;nder Daten bereit. Einige Bundesl&auml;nder haben Prognosen zur zuk&uuml;nftigen Entwicklung der Sch&uuml;lerzahlen verfasst (so zum Beispiel Baden-W&uuml;rttemberg, NordrheinWestfalen, Sachsen oder Th&uuml;ringen). In Bayern erstellt das Staatsministerium f&uuml;r Unterricht und Kultur j&auml;hrliche Modellrechnungen zur zuk&uuml;nftigen Entwicklung der Sch&uuml;ler- und Absolvierendenzahlen. Daten zur regionalen Bildungsinfrastruktur Mit einer Analyse Ihrer regionalen Bildungsinfrastruktur verschaffen Sie sich eine solide Wissensgrundlage f&uuml;r Ihre Fachkr&auml;ftesicherungsstrategie, sei es f&uuml;r m&ouml;gliche Kooperationen mit Schulen und Hochschulen zur Gewinnung von Auszubildenden und/oder Hochschulabsolventinnen und -absolventen, sei es f&uuml;r eine gezielte Personalentwicklung vorhandener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Informationen zu den verschiedenen Schulformen in Ihrem Bundesland, zu regionalen Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben, Schulwettbewerben und -projekten, Modellversuchen, Veranstaltungen, Ansprechpartnern etc. finden Sie auf den Bildungsservern der Bundesl&auml;nder. Die Initiative SCHULEWIRTSCHAFT bietet Firmen umfangreiche Informationen speziell zu einer Zusammenarbeit mit Schulen an, bei Interesse erm&ouml;glicht Ihnen ein Netzwerk aus 450 regionalen Arbeitskreisen eine gezielte Suche nach Kooperationspartnern und bestehenden Projekten. Die Seite www.hochschulkompass.de bietet ein Verzeichnis s&auml;mtlicher Hochschulen in Deutschland nach Bundesland und Hochschultyp (Fachhochschule oder Universit&auml;t). Dort k&ouml;nnen Sie auch herausfinden, welche Hochschulen in Ihrer Region f&uuml;r Ihr Unternehmen interessante Studieng&auml;nge anbieten. Dar&uuml;ber hinaus kann es sinnvoll sein, sich einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Weiterbildungsangebote in Ihrer Region zu verschaffen. Lehrg&auml;nge bieten beispielsweise die Industrie- und Handelskammern (http://www.ihkweiterbildung.de oder http://wis.ihk.de). Einen allgemeinen &Uuml;berblick &uuml;ber Weiterbildungstr&auml;ger und -kurse in Ihrer Region gibt es unter http://www.seminus.de, in der Online-Datenbank http://www.iwwb.de oder in der Datenbank KURSNET der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Anbieter eines berufsbegleitenden Studiums finden Sie beispielsweise unter http://www.studierenberufsbegleitend.de, im Hochschulkompass oder auch in KURSNET. Die Datenbank AusbildungPlus (www.ausbildungplus.de) erfasst schlie&szlig;lich bundesweit angebotene Zusatzqualifikationen f&uuml;r Auszubildende. Analyse der Daten und ggf. Ableitung von personalpolitischen Ma&szlig;nahmen Im zweiten Schritt gilt es, die gesammelten Daten zu analysieren und aus ihnen gegebenenfalls personalpolitische Ma&szlig;nahmen abzuleiten. Dies kann beispielsweise im Rahmen eines gemeinsamen Workshops von Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung, Personalleitung, Betriebsrat und F&uuml;hrungskr&auml;ften geschehen. Dort k&ouml;nnen Sie die gewonnen Daten pr&auml;sentieren und gemeinsam diskutieren. Die folgenden Fragen k&ouml;nnen Ihnen bei der Analyse der Daten helfen: Stellt die demografische Entwicklung Ihr Unternehmen vor besondere Herausforderungen? Umfeldanalyse Stellt die Entwicklung der Fachkr&auml;ftesituation Ihr Unternehmen vor besondere Herausforderungen? Entsprechen Ihre personalpolitischen Strategien insbesondere im Bereich &#039;&#039;Rekrutierung&#039;&#039; der Fachkr&auml;ftesituation bzw. der absehbaren demografischen Entwicklung, oder sind vielleicht Anpassungen (z.B. bei der Suchregion oder den Zielgruppen der Personalsuche) n&ouml;tig? Sprechen demografische Entwicklung und Fachkr&auml;fteangebot vielleicht auch f&uuml;r eine st&auml;rkere Nutzung im Unternehmen bereits vorhandener Potenziale, beispielsweise f&uuml;r die gezielte H&ouml;herqualifizierung talentierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Nutzen Sie Ihre regionale Bildungsinfrastruktur optimal, oder k&ouml;nnten Sie sie noch besser nutzen, indem Sie zum Beispiel mit (weiteren/anderen) Schulen und/oder Hochschulen kooperieren? Die folgenden &Uuml;berlegungen k&ouml;nnen Ihnen dann dabei helfen, konkrete personalpolitische Ma&szlig;nahmen aus der Umfeldanalyse abzuleiten. Sie sind als Anregung zu verstehen. Sollten Sie sich entschlie&szlig;en, personalpolitische Ma&szlig;nahmen einzuleiten, k&ouml;nnen Ihnen die folgenden Hinweise bei der Einleitung und Umsetzung helfen: Sinnvollerweise erarbeiten Sie dazu konkrete und quantifizierbare Ziele und machen Sie verbindliche Vorgaben, in welchem Zeitraum die Ziele mit welchen Ma&szlig;nahmen erreicht werden sollen. Es ist ratsam zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden sollen und wie die technischen und organisatorischen Voraussetzungen f&uuml;r die geplanten Ma&szlig;nahmen, die rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ressourcenbedarf aussehen. F&uuml;r die erfolgreiche Umsetzung von Ma&szlig;nahmen ist es f&ouml;rderlich, wenn klare Aufgabenzuordnungen vorgenommen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse festgelegt und die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Am besten bestimmen Sie eine oder mehrere Personen, die die Koordination und Erfolgskontrolle der Ma&szlig;nahmen &uuml;bernimmt/&uuml;bernehmen. Es empfiehlt sich, Zeitr&auml;ume festzulegen, innerhalb derer der Erfolg der Ma&szlig;nahmen kontrolliert und innerbetrieblich diskutiert wird sowie bei Bedarf &Auml;nderungen vorgenommen werden. Handlungsfeld Beispielhafte Ma&szlig;nahmen Rekrutierung Auszubildender Je nachdem, wie sich die Sch&uuml;lerzahlen in Ihrer Region in Zukunft entwickeln, sollten Sie Ihre Ausbildungsaktivit&auml;ten &uuml;berdenken. So kann es sinnvoll sein, &#039;&#039;auf Vorrat&#039;&#039; auszubilden, wenn Einbr&uuml;che bei den Schulabsolvierendenzahlen absehbar sind. Auch kann es in einem solchen Fall geboten sein, verst&auml;rkt die Potenziale von Frauen, Personen mit Migrationshintergrund etc. zu nutzen, unter anderem, indem diese Personengruppen gezielt f&uuml;r eine Ausbildung geworben werden. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen Sie sich &uuml;berlegen, mit einer geeigneten Schule eine Kooperation einzugehen, um generell einen besseren Zugang zu potenziellen Auszubildenden zu bekommen. Rekrutierung von Fachkr&auml;ften Wenn Sie sich einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Hochschullandschaft und die zuk&uuml;nftigen Absolventenzahlen in Ihrer Region verschafft haben, ist zu &uuml;berlegen, mit einer geeigneten Hochschule eine Kooperation einzugehen, um einen besseren Zugang zu zuk&uuml;nftigen Fachkr&auml;ften zu bekommen. Deuten die get&auml;tigten Analysen an, dass Sie mit Ihrer bisherigen Rekrutierungsstrategie in naher Zukunft Schwierigkeiten bekommen werden, sollten Sie dar&uuml;ber nachdenken, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um auch alle zur Verf&uuml;gung stehenden Potenziale auszusch&ouml;pfen. Dies kann beispielsweise bedeuten, geeignete Angebote f&uuml;r interessante Zielgruppen wie Frauen, Personen mit Migrationshintergrund, aber auch &Auml;ltere, Arbeitslose oder Personen mit Behinderung zu schaffen und diese bei der Rekrutierung gezielter anzusprechen. Personalentwicklung Sind in gewissen Bereichen Fachkr&auml;fteengp&auml;sse klar absehbar, sollten Sie sich &uuml;berlegen, inwieweit Sie Probleme bei der Fachkr&auml;fterekrutierung durch eine gezielte H&ouml;herqualifizierung im Unternehmen bereits vorhandener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kompensieren k&ouml;nnen, z.B., indem Sie ein berufsbegleitendes Studium f&ouml;rdern oder Aufstiegsfortbildungen zum Meister oder Techniker anbieten. Umfeldanalyse Die Vorgehensweise auf einen Blick Arbeitsschritte Erledigt Sammlung von unternehmenspolitisch relevanten Daten Analyse der Daten im Hinblick auf die geplante Unternehmensentwicklung Ggf. Ableitung konkreter personalpolitischer Ma&szlig;nahmen Erfolgskontrolle, ggf. Anpassung der Ma&szlig;nahmen Bezug zu anderen Handlungsempfehlungen Die Umfeldanalyse l&auml;sst sich sehr gut mit einer Unternehmensstrukturanalyse kombinieren, indem die hier gewonnen Daten dort - beispielsweise im Rahmen einer sog. SWOT-Analyse (also einer Analyse der St&auml;rken und Schw&auml;chen Ihres Unternehmens sowie der Chancen und Bedrohungen f&uuml;r Ihr Unternehmen) - ber&uuml;cksichtigt werden. Beide bilden zusammen mit der Personalbedarfsplanung eine gute Grundlage zur Ableitung geeigneter Ma&szlig;nahmen in den Bereichen &#039;&#039;Fachkr&auml;fte finden&#039;&#039;, &#039;&#039;Fachkr&auml;fte entwickeln&#039;&#039; und &#039;&#039;Fachkr&auml;fte binden&#039;&#039;. Private Anbieter wie beispielsweise Access geben ebenfalls Prognosen zur Entwicklung der Absolvierendenzahlen in einzelnen Fachrichtungen ab. Das Regionale Forschungsnetz des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bietet hilfreiche Informationen zu den Entwicklungen des (Fachkr&auml;fte-)Arbeitsmarktes in den verschiedenen Bundesl&auml;ndern. Dar&uuml;ber hinaus betreibt das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine eigene Informationsplattform zum Thema &#039;&#039;Fachkr&auml;ftebedarf&#039;&#039;, die unter anderem vom Fachkr&auml;ftemangel besonders betroffene Branchen, Berufe und Regionen in den Blick nimmt. Weitere Informationsplattformen des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) widmen sich den Themen Akademikerarbeitsmarkt (allgemein sowie mit Blick auf Teilarbeitsm&auml;rkten f&uuml;r bestimmte Akademikergruppen wie Ingenieurinnen und Ingenieure oder Naturwissenschaftler/innen) oder Ausbildungsstellenmarkt. Das Regionale Forschungsnetz des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bietet f&uuml;r einige Bundesl&auml;nder Berichte und Analysen zum demografischen Wandel und seinen Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01805.pdf">Publikation zeigen</a></p>