<h1>Jugendliche ohne Schulabschluss in der Ausbildung</h1> <h2>Durch F&ouml;rderung der Jugendlichen mit Nachhilfe w&auml;hrend der Ausbildung k&ouml;nnen ihre unterdurchschnittliche Motivation und F&auml;higkeiten verbessert werden... Quelle BMWi</h2> <p>Fachkr&auml;fte sichern Jugendliche ohne Schulabschluss in der Ausbildung Jugendliche ohne Schulabschluss werden derzeit zwar erst in sechs Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen ausgebildet, sie sind aber dennoch ein nicht zu untersch&auml;tzendes Potenzial f&uuml;r die Ausbildung. Durch die F&ouml;rderung der Jugendlichen durch Nachhilfe w&auml;hrend der Ausbildung oder die Aufnahme dieser Zielgruppe in Ma&szlig;nahmen der Berufsvorbereitung k&ouml;nnen ihre unterdurchschnittliche Motivation und F&auml;higkeiten verbessert werden. Daher f&ouml;rdert etwa jedes elfte ausbildungsaktive Unternehmen Jugendliche ohne Schulabschluss durch Nachhilfe und etwa jedes siebte als Teilnehmer in der Berufsvorbereitung. bildenden aus. Je gr&ouml;&szlig;er das Unternehmen, desto h&ouml;her ist auch der Anteil der Auszubildenden ohne Schulabschluss: W&auml;hrend es bei kleinen Unternehmen mit maximal 49 Besch&auml;ftigten in knapp sechs Prozent der Unternehmen Auszubildende ohne Schulabschluss gibt, sind es bei gro&szlig;en Unternehmen mit mindestens 250 Besch&auml;ftigten knapp neun Prozent. Dies liegt auch daran, dass gro&szlig;e Unternehmen im Durchschnitt deutlich mehr Auszubildende besch&auml;ftigen als kleine und mittlere Unternehmen. Sie bilden h&auml;ufig viele verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Berufen aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch Jugendliche ohne Schulabschluss befinden, ist also h&ouml;her als bei kleinen und mittleren Unternehmen. Sechs Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen bilden Jugendliche ohne Schulabschluss aus (Abbildung 1). Damit machen diese Jugendlichen bislang eine vergleichsweise kleine Gruppe unter den Auszu Die Industrie besch&auml;ftigt von allen Branchen die meisten Jugendlichen ohne Schulabschluss (Abbildung 2). In rund acht Prozent der Industrieunternehmen ist diese Gruppe zu finden. Zum Vergleich: In Unternehmen der Unternehmensnahen Dienstleistungen erm&ouml;glichen lediglich drei Prozent Jugendlichen ohne Schulabschluss eine Ausbildung. Besonders f&uuml;r die industriellen Branchen stellen Jugendliche ohne Schulabschluss somit bereits heute ein gro&szlig;es Potenzial dar. Abb. 1: So viele Unternehmen bilden Jugendliche ohne Schulabschluss aus (ausbildungsaktive Unternehmen nach Gr&ouml;&szlig;enklassen, 2011, in%) Abb. 2: So viele Unternehmen bilden Jugendliche ohne Schulabschluss aus (ausbildungsaktive Unternehmen nach Branchen, 2011, in%) 1. Jugendliche ohne Schulabschluss als Auszubildende 2. Rekrutierung von Jugendlichen ohne Schulabschluss Noch aussagekr&auml;ftiger als der Anteil der ausbildungsaktiven Unternehmen, die Jugendliche ohne Schulabschluss ausbilden, ist im Hinblick auf die Bedeutung der Zielgruppe der Anteil der Unternehmen, die diese Jugendlichen f&uuml;r die Ausbildung rekrutiert. In Bezug auf die gezielte Anwerbung von Jugendlichen ohne Schulabschluss nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;e haben kleine Unternehmen die Nase vorn (Tabelle 1): Knapp vier Prozent der Unternehmen mit maximal 49 Besch&auml;ftigten rekrutieren Jugendliche ohne Schulabschluss sehr h&auml;ufig oder regelm&auml;&szlig;ig. Bei gro&szlig;en Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern sind es dagegen lediglich 1,4 Prozent. Insgesamt sind die Unterschiede nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;e jedoch gering. Allgemein l&auml;sst sich sagen, dass die gezielte Rekrutierung von Jugendlichen ohne Schulabschluss f&uuml;r die Ausbildung bislang noch wenig genutzt wird. Der Vergleich nach Branchen ergibt ebenfalls ein relativ gleichm&auml;&szlig;iges Bild der H&auml;ufigkeit der Rekrutierung von Jugendlichen ohne Schulabschluss (Abbildung 3). Nur in den Unternehmen der Industrie und der gesellschaftsnahen Dienstleistungen, die Jugendliche ohne Schulabschluss auch &ouml;fter ausbilden, werden diese auch etwas h&auml;ufiger rekrutiert: Knapp jedes vierte Unternehmen dieser Branchen wirbt mindestens selten Jugendliche aus diesen Zielgruppen f&uuml;r die Ausbildung an. Jugendliche ohne Schulabschluss in der Ausbildung 3. Einsch&auml;tzung von Jugendlichen ohne Schulabschluss als Auszubildende Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Auszubildenden sch&auml;tzt fast jedes f&uuml;nfte ausbildungsaktive Unternehmen die Motivation und das Engagement von Auszubildenden ohne Schulabschluss als mindestens gleich hoch ein (Abbildung 4). Die Unterschiede nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;enklassen sind dabei gering. Insgesamt bewerten jedoch knapp drei von vier Unternehmen die Motivation von Auszubildenden ohne Schulabschluss schlechter als die eines durchschnittlichen Jugendlichen in Ausbildung. Rund 45 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen sch&auml;tzen sie sogar deutlich schlechter ein. Im Vergleich zu Motivation und Engagement von Jugendlichen ohne Schulabschluss f&auml;llt die Bewertung von Kenntnissen und F&auml;higkeiten dieser Gruppe noch etwas schlechter aus (Abbildung 5). Der Anteil der Unternehmen, die Jugendliche ohne Schulabschluss in Bezug auf Kenntnisse und F&auml;higkeiten schlechter bewerten als einen durchschnittlichen Auszubildenden, ist mit gut acht von zehn befragten Unternehmen sehr hoch. Gut zw&ouml;lf Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen sch&auml;tzen sie jedoch mindestens genauso ein wie einen durchschnittlichen Auszubildenden. Der Vergleich nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;enklassen zeigt, dass kleine Unternehmen Jugendliche ohne Abschluss h&auml;ufiger als vergleichbar mit einem durchschnittlichen Auszubildenden einsch&auml;tzen. W&auml;hrend 12,5 Prozent der kleinen Unternehmen die Kenntnisse und F&auml;higkeiten von Auszubildenden ohne Schulabschluss als durchschnittlich ansehen, sind es nur 7,1 Prozent der mittleren und 8,8 Prozent der gro&szlig;en Unternehmen. Der Grund daf&uuml;r k&ouml;nnte unter Umst&auml;nden auch darin bestehen, dass kleine Unternehmen Jugendlichen ohne Schulabschluss etwas h&auml;ufiger rekrutieren als mittlere und gro&szlig;e Unternehmen. Der Branchenvergleich belegt, dass Industriebetriebe, die Jugendliche ohne Schulabschluss h&auml;ufiger ausbilden, diese Gruppe hinsichtlich Kenntnissen und F&auml;higkeiten h&auml;ufiger als durchschnittlich einsch&auml;tzen als die Unternehmen der anderen Branchen. Jedes f&uuml;nfte Unternehmen aus den Industriebranchen teilt diese Einsch&auml;tzung. Bei den Unternehmen der Unternehmensnahen Dienstleistungen bewerten dagegen nur 4,5 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen die Kenntnisse und F&auml;higkeiten dieser Zielgruppe als durchschnittlich. Auch in Bezug auf Motivation und Engagement der Jugendlichen ohne Schulabschluss sch&auml;tzt ein gr&ouml;&szlig;erer Anteil der ausbildungsaktiven Unternehmen aus der Industrie diese Jugendlichen als durchschnittlich ein als bei Unternehmen aus den Dienstleistungsbranchen. Grunds&auml;tzlich bewerten Unternehmen, die Erfahrung mit Auszubildenden einer bestimmten Gruppe gemacht haben, diese besser ein als jene, die die entsprechende Zielgruppe nicht ausbilden. Die schlechte Bewertung Jugendlicher ohne Schulabschluss ist daher auch darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass ein sehr hoher Anteil der Unternehmen diese Zielgruppe nicht ausbildet. Sowohl die Motivation als auch die F&auml;higkeiten von Auszubildenden spiegeln sich auch darin wider, ob ein Ausbildungsvertrag vorzeitig gel&ouml;st wird. 5,5 Prozent der Jugendlichen, die im Jahr 2010 eine Ausbildung abbrachen, hatten keinen Schulabschluss (Tabelle 2). Dies ist im Verh&auml;ltnis zu den neu geschlossenen Vertr&auml;gen ein &uuml;berproportional hoher Anteil. Dar&uuml;ber hinaus gibt es deutliche Unterschiede nach Bundesl&auml;ndern. Extrem hoch f&auml;llt der Anteil der Ausbildungsabbr&uuml;che gemessen an der Zahl der Neuvertr&auml;ge in den Stadtstaaten Berlin und Bremen sowie in Bayern, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen aus. &Uuml;ber die Dauer der Ausbildung brechen rund 37 Prozent der Auszubildenden ohne Schulabschluss ab (Statistisches Bundesamt, 2011). Besonders h&auml;ufig erhalten Jugendliche ohne Schulabschluss in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt einen Ausbildungsvertrag. Das kann unter anderem daran liegen, dass in vielen ostdeutschen Regionen ein R&uuml;ckgang der Ausbildungsplatznachfrage im Allgemeinen dazu gef&uuml;hrt hat, dass Unternehmen auch Jugendlichen ohne Abschluss h&auml;ufiger eine Chance geben. Jugendliche ohne Schulabschluss in der Ausbildung 4. Besondere F&ouml;rderung von Jugendlichen ohne Schulabschluss Durch die eigene Gestaltung der Ausbildung versuchen Unternehmen, den unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen und Potenzialen ihrer Auszubildenden gerecht zu werden. Etwa jedes siebte ausbildungsaktive Unternehmen f&ouml;rdert Jugendliche ohne Schulabschluss dabei durch die Teilnahme in der Berufsvorbereitung (Abbildung 6). Hierbei sind die Unterschiede nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;e gering. Lediglich gro&szlig;e Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern f&ouml;rdern diese Zielgruppe etwas h&auml;ufiger als kleine und mittlere: rund 18 Prozent von ihnen bieten f&uuml;r Jugendliche ohne Schulabschluss die Teilnahme in der Berufsvorbereitung an. Jugendliche ohne Schulabschluss in der Ausbildung Rund neun Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen bieten f&uuml;r Auszubildende ohne Schulabschluss Nachhilfe oder St&uuml;tzunterricht an. Dabei ist die Verteilung dieses Engagements nach Unternehmensgr&ouml;&szlig;enklassen &auml;hnlich wie bei den Angeboten der Berufsvorbereitung: Gro&szlig;e Unternehmen sind etwas h&auml;ufiger aktiv. 12,2 Prozent von ihnen bieten Nachhilfe oder St&uuml;tzunterricht f&uuml;r diese Zielgruppe an. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen sind es um die neun Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen, die ein solches Angebot vorhalten</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01814.pdf">Publikation zeigen</a></p>