<h1>Zumutbarkeit f&uuml;r Alg II-Bezieher</h1> <h2>Ablehnen kann man eine Arbeit, bei der die Entlohnung gegen Gesetze oder gute Sitten verst&ouml;&szlig;t. Aber was bedeutet das? Quelle HAZ Arbeit und Zukunft</h2> <p>Infos f&uuml;r Arbeitslose ALG II Zumutbarkeit Grunds&auml;tzlich ist f&uuml;r Alg II-Bezieher jede Arbeit zumutbar. Sie m&uuml;ssen z.B. auch eine Arbeit annehmen, bei der sie netto weniger verdienen als sie an Leistungen von dem Jobcenter beziehen. Dazu sind Bezieher von Arbeitslosengeld I weiterhin nicht verpflichtet. Was ist zumutbar? - Jobs mit einem Verdienst unterhalb der H&ouml;he des gezahlten Alg II, - L&ouml;hne/Geh&auml;lter unterhalb von tariflicher oder orts&uuml;blicher Entlohnung, - 1-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten nach &sect; 16 Abs. 3 SGB II) - Mini-Jobs bis 450 Euro - Teilzeitarbeit - befristete Arbeit, Urlaubsvertretung - Leiharbeit, Gelegenheitsarbeiten So sind auch T&auml;tigkeiten zumutbar, die nicht der Ausbildung entsprechen oder in denen der Arbeitslose keine Berufserfahrung vorweisen kann. Au&szlig;erdem: Eine Arbeit darf nicht allein deswegen abgelehnt werden, weil der Besch&auml;ftigungsort zu weit weg ist. Das w&uuml;rde in letzter Konsequenz bedeuten, dass entweder eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung finanziert oder ein Umzug stattfinden m&uuml;sste. Da aber die Arbeitslosigkeit bundesweit sehr hoch ist, sind Angebote von Arbeitstellen aus z.B. anderen Bundesl&auml;ndern eher als &#039;&#039; Mittel zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Besch&auml;ftigungs-f&auml;higkeit&#039;&#039; gedacht. Wichtig: Gegen&uuml;ber der fr&uuml;heren Rechtslage mu&szlig; bei einer eventuellen Auseinandersetzung &uuml;ber die Zumutbarkeit eines Arbeitsangebotes die/der Betroffene nachweisen, dass diese nicht gegeben ist. Ein eventuell eingelegter Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung. Unzumutbare Besch&auml;ftigung Ablehnen kann man eine Arbeit, bei der die Entlohnung gegen Gesetze oder gute Sitten verst&ouml;&szlig;t. Aber was bedeutet das? Nach der Rechtsprechung gilt: Liegt ein Tarifvertrag vor, wird Sittenwidrigkeit angenommen, wenn der Lohn um mindestens 30% unter dem Tarif liegt. Liegt kein Tarifvertrag vor, wird Sittenwidrigkeit angenommen, wenn der Lohn um mindestens 30% unter der orts&uuml;blichen Entlohnung liegt. Informationen &uuml;ber geltende Tarifvertr&auml;ge erh&auml;lt man bei den zust&auml;ndigen Gewerkschaften oder &uuml;ber das Internet. Verst&ouml;&szlig;t ein Arbeitsangebot gegen geltende Gesetze, z.B. bei Unfallschutz, Mutterschutz, Jugendarbeitsschutz, Arbeitszeit, Arbeitnehmer&uuml;berlassung, Teilzeit- und Befristung, kann man das Angebot ablehnen, ohne das die Jobagentur Sanktionen verh&auml;ngen darf. K&ouml;rperliche, geistige und seelische Gr&uuml;nde Die Jobagentur kann keine Besch&auml;ftigung zumuten, die man aus k&ouml;rperlichen Gr&uuml;nden nicht aus&uuml;ben kann. z.B.: bei Venenerkrankungen T&auml;tigkeiten mit langem Stehen bei R&uuml;ckenproblemen Arbeiten mit &uuml;berwiegend Zwangshaltungen bei Muskelerkrankungen schweres Heben und Tragen Ebenso verh&auml;lt es sich bei seelischen Gr&uuml;nden wie z.B.: geistigen und Besch&auml;ftigung beim fr&uuml;heren Arbeitgeber, wenn die Arbeit z.B. wegen Mobbing oder sexueller Bel&auml;stigung beendet wurde. mit E&szlig;st&ouml;rungen als Koch zu arbeiten. bei psychischen Beschwerden in &uuml;berwiegend stressigen Bereichen zu arbeiten. Weitere Gr&uuml;nde 1.) Wenn man Kinder unter 3 Jahre hat und alleinerziehend ist, kann man Alg II beziehen, ohne der Arbeitsvermittlung zur Verf&uuml;gung zu stehen. Bei Kindern, die &uuml;ber 3 Jahre sind, ist die Aufnahme einer Arbeit dann nicht zumutbar, wenn eine Betreuung des Kindes durch Dritte (Kindergarten, Verwandte) nicht m&ouml;glich ist. Sind beide Elternteile arbeitslos, geht die Jobagentur davon aus, dass beide arbeitssuchend sind, bis ein Elternteil wegen der Aufnahme einer Arbeit als Betreuung nicht mehr in Frage kommt. In einer Familie mit einem Kind, das noch nicht 3 Jahre alt ist, kann sich nur ein Partner wegen der Betreuung auf die Unzumutbarkeit einer Arbeitsaufnahme berufen. 2.) Pflegt man einen Angeh&ouml;rigen, ist eine Arbeitsaufnahme nicht zumutbar, wenn dadurch diese Pflege nicht mehr m&ouml;glich ist. Zu den Angeh&ouml;rigen z&auml;hlen z.B. Ehegatten, Verlobte, Geschwister, Verwandte und Verschw&auml;gerte, Pflegekinder und Pflegeeltern. Hier wird jedoch nach der Pflegestufe unterschieden. Bei Stufe I kann eine Vollzeitt&auml;tigkeit angenommen werden, bei Stufe II kann man mindestens 6 Std./Tag arbeiten. Erst bei der Stufe III ist eine Arbeit nicht zumutbar. Obwohl die Zumutbarkeit eingeengt wurde, gibt es jedoch Regeln, die das Jobcenter beachten muss. Kein Mensch ist f&uuml;r jede Arbeit geeignet. Es muss immer die pers&ouml;nliche Ausgangssituation beachtet werden. Die individuelle Lebenssituation, also Familie, Alter und Gesundheit, sollte ebenso ber&uuml;cksichtigt werden. Wenn man von der Jobagentur ein Arbeitsstelle oder eine Ma&szlig;nahme, versehen mit einer Rechtsfolgebelehrung, angeboten bekommt, sollte man dieses Angebot nicht unbesehen ablehnen, sondern immer - am besten im gemeinsamen Gespr&auml;ch mit der Jobagentur - &uuml;berpr&uuml;fen und zwar: ob die angebotene Arbeit sinnvoll und zumutbar ist bzw. ob die angebotene Ma&szlig;nahme die berufliche Integration erleichtert. 1 - Euro - Jobs Auch die Teilnahme an so genannten Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentsch&auml;digung gilt als zumutbar. Es handelt sich hier um einfache - nicht sozialversicherungspflichtige - Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, die gemeinn&uuml;tzig und zus&auml;tzlich sein m&uuml;ssen. F&uuml;r diese Besch&auml;ftigung werden neben dem ALG II zus&auml;tzlich zwischen 1 - 2 Euro pro Stunde gezahlt. Die w&ouml;chentliche Stundenzahl darf nicht mehr als 30 Stunden betragen und bei Krankheit oder Urlaub werden die nicht geleisteten Stunden auch nicht bezahlt. Diese Arbeitsgelegenheiten werden vor allem von Wohlfahrtsverb&auml;nden und Kommunen angeboten</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01908.pdf">Publikation zeigen</a></p>