<h1>Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen</h1> <h2>Das SGB IX umfasst ein weites Spektrum an Leistungen zur Teilhabe, f&uuml;r die im System der Sozialleistungstr&auml;ger jeweils unterschiedliche Tr&auml;ger zust&auml;ndig sind... Quelle BMAS</h2> <p>Behinderte Menschen Leistungen zur Teilhabe Pr&auml;vention, Fr&uuml;herkennung und Fr&uuml;hf&ouml;rderung Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Grundsatz Rehabilitation vor Pflege Rehabilitationssport und Versehrtenleibes&uuml;bungen Bildung f&uuml;r behinderte Menschen Berufsberatung Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben Besondere Hilfen f&uuml;r schwerbehinderte Menschen zur Teilhabe am Arbeitsleben Werkst&auml;tten f&uuml;r behinderte Menschen Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft Die sozialrechtlichen Regelungen f&uuml;r behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen wurden mit dem am 1. Juli 2001 in Kraft getretenen SGB IX weiterentwickelt und zusammengefasst. Ziel des Gesetzes ist es, behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen und die Selbstbestimmung behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen sowie ihre gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch besondere Sozialleistungen (Leistungen zur Teilhabe) zu f&ouml;rdern. Von Behinderung im Sinne dieses Gesetzes spricht man, wenn k&ouml;rperliche Funktionen, geistige F&auml;higkeiten oder die seelische Gesundheit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweichen und dadurch die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt wird. Um als behinderter Mensch die wegen der Behinderung notwendige Hilfe und Unterst&uuml;tzung in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen, ist es grunds&auml;tzlich nicht erforderlich, dass ein bestimmter Grad der Be- hinderung festgestellt wird. Schwerbehindert sind dagegen nur Menschen, bei denen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt. Die besonderen Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter und diesen gleichgestellten Menschen sind im 2. Teil des Gesetzes beschrieben. Das SGB IX stellt den behinderten Menschen in den Mittelpunkt. Anstelle von F&uuml;rsorge und Versorgung tritt die selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft in den Vordergrund. Es gibt zahlreiche Regelungen, die Mitwirkung oder Beteiligung von behinderten Menschen und ihrer Organisationen vorsehen. So ist z.B. das Wunsch- und Wahlrecht der Berechtigten bei Leistungen zur Teilhabe ausdr&uuml;cklich geregelt. Darum geht es auch beim Pers&ouml;nlichen Budget. Anstelle von Sach- oder Dienstleistungen k&ouml;nnen Leistungsberechtigte die ben&ouml;tigten Leistungen auch in Form von Geldbetr&auml;gen oder Gutscheinen bekommen. Als Experten in eigener Sache kaufen sie sich ihre Leistung damit selbst ein. Dies ist ein weiterer Schritt f&uuml;r behinderte Menschen zu mehr Selbstbestimmung, mehr Selbst&auml;ndigkeit und mehr Selbstbewusstsein. Das SGB IX umfasst ein weites Spektrum an Leistungen zur Teilhabe, f&uuml;r die im deutschen gegliederten System der Sozialleistungstr&auml;ger jeweils unterschiedliche Tr&auml;ger zust&auml;ndig sind. Diese Leistungen lassen sich in folgende Gruppen einteilen: Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, unterhaltssichernde und andere erg&auml;nzende Leistungen, Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Leistungen nach den Regelungen des SGB IX werden von den verschiedenen Rehabilitationstr&auml;gern erbracht, soweit sich aus deren eigenen Leistungsgesetzen nichts Abweichendes ergibt. Viele Regelungen der einzelnen Leistungsgesetze wurden im Rahmen des SGB IX ver&auml;ndert, angepasst und vereinheitlicht. Dar&uuml;ber hinaus wurde eine Reihe von verfahrenskoordinierenden und tr&auml;ger&uuml;bergreifenden Vorschriften geschaffen, die f&uuml;r alle Rehabilitationstr&auml;ger verbindlich sind und insbesondere auch ihre Zusammenarbeit untereinander und mit den betroffenen behinderten Menschen regeln. Trotz dieser Regelung gibt es nach wie vor Schnittstellen zwischen den Tr&auml;gern und den verschiedenen Leistungen. Die Koordination, Kooperation und Konvergenz der Rehabilitationstr&auml;ger m&uuml;ssen weiter verbessert werden. Der Bundesgesetzgeber hat dabei das Selbstverwaltungsrecht und die verfassungsrechtlichen Schranken aus Art. 87 Abs. 1 Satz 7 GG zu beachten. Behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen k&ouml;nnen selbstverst&auml;ndlich zun&auml;chst die gleichen Sozialleistungen und sonstigen Hilfen wie andere B&uuml;rger in Anspruch nehmen, die einschl&auml;gigen Vorschriften gelten in gleicher Weise f&uuml;r diesen Personenkreis. Dieser Grundsatz wird durch Art. 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes bekr&auml;ftigt, wonach niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Die Vorschrift bindet als individuelles Grundrecht Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung unmittelbar, nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in L&auml;ndern und Gemeinden sowie sonstigen Institutionen und Organisationen der &ouml;ffentlichen Gewalt. Auf Rechtsbeziehungen zwischen Privaten wirkt das Benach teiligungsverbot mittelbar, indem es bei der Auslegung und Anwendung b&uuml;rgerlichen Rechts ber&uuml;cksichtigt werden muss. Behindert sind nach &sect; 2 Abs. 1 SGB IX Menschen, wenn ihre k&ouml;rperliche Funktion, geistige F&auml;higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt ist. Eine wortgleiche Definition enth&auml;lt &sect; 3 BGG. Diese an Vorschl&auml;ge der Weltgesundheitsorganisation angelehnte grundlegende Begriffsbestimmung orientiert sich nicht an wirklichen oder vermeintlichen Defiziten, im Vordergrund steht das Ziel der Teilhabe (participation) an den verschiedenen Lebensbereichen. Als Abweichung vom typischen Zustand ist der Verlust oder die Beeintr&auml;chtigung von - im jeweiligen Lebensalter - normalerweise vorhandenen k&ouml;rperlichen, geistigen oder seelischen Strukturen zu verstehen. Folgt aus dieser Sch&auml;digung eine Teilhabebeeintr&auml;chtigung, die sich in einem oder mehreren Lebensbereichen auswirkt, liegt eine Behinderung vor. Das Erfordernis einer voraussichtlichen Dauer der Beeintr&auml;chtigung von sechs Monaten schlie&szlig;t zwar vor&uuml;bergehende St&ouml;rungen aus, nicht jedoch Interventionen so fr&uuml;h wie im Einzelfall geboten, dies gilt insbesondere, wenn bei Kindern Behinder ungen eingetreten oder zu erwarten sind</p> <p><a href="https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a990-rehabilitation-und-teilhabe-deutsch.pdf?__blob=publicationFile">Publikation zeigen</a></p>