<h1>Steuerliche Behandlung von Arbeitgeberdarlehen</h1> <h2>Der zur Anwendung des Lohnsteuerabzugsverfahrens verpflichtete Arbeitgeber hat die Lohnsteuer nach Ma&szlig;gabe des EStG einzubehalten und abzuf&uuml;hren... Quelle BMF</h2> <p>Steuerliche Behandlung von Arbeitgeberdarlehen IV C 5 - S 2334/07/0009 2015/0316822 Ein Arbeitgeberdarlehen liegt vor, wenn durch den Arbeitgeber oder aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses durch einen Dritten an den Arbeitnehmer Geld &uuml;berlassen wird und diese Geld&uuml;berlassung auf einem Darlehensvertrag beruht. Erh&auml;lt der Arbeitnehmer durch solch ein Arbeitgeberdarlehen Zinsvorteile, sind sie zu versteuern. Der zur Anwendung des Lohnsteuerabzugsverfahrens verpflichtete Arbeitgeber hat die Lohnsteuer nach Ma&szlig;gabe von &sect; 38 Absatz 1 i. V. m. Absatz 4 Satz 3 EStG einzubehalten und abzuf&uuml;hren, sofern er sie nicht nach &sect; 40 Absatz 1 EStG pauschal erhebt oder die Einkommensteuer nicht nach &sect; 37b EStG pauschal erhoben wird. Gehaltsvorsch&uuml;sse im &ouml;ffentlichen Dienst, die nach den Vorschussrichtlinien des Bundes oder der entsprechenden Richtlinien der L&auml;nder gew&auml;hrt werden, sind Arbeitgeberdarlehen. Keine Arbeitgeberdarlehen sind dagegen insbesondere Reisekostenvorsch&uuml;sse, vorsch&uuml;ssig gezahlter Auslagenersatz, Lohnabschl&auml;ge und Lohnvorsch&uuml;sse, wenn es sich hierbei um eine abweichende Vereinbarung &uuml;ber die Bedingungen der Zahlung des Arbeitslohns handelt. Bei &Uuml;berlassung eines zinslosen oder zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehens ist der geldwerte Vorteil (Zinsvorteil) zu ermitteln, der vom Arbeitnehmer als Arbeitslohn zu versteuern ist. F&uuml;r die Ermittlung des Zinsvorteils ist zwischen einer Bewertung nach &sect; 8 Absatz 2 EStG (z.B. der Arbeitnehmer eines Einzelh&auml;ndlers erh&auml;lt ein zinsverbilligtes Arbeitgeberdarlehen) und einer Bewertung nach &sect; 8 Absatz 3 Satz 1 EStG (z.B. der Bankangestellte erh&auml;lt von seinem Arbeitgeber ein zinsverbilligtes Arbeitgeberdarlehen mit Ansatz des RabattFreibetrags) zu unterscheiden. Der Arbeitnehmer erlangt keinen steuerpflichtigen Zinsvorteil, wenn der Arbeitgeber ihm ein Darlehen zu einem markt&uuml;blichen Zinssatz (Ma&szlig;stabszinssatz) gew&auml;hrt (BFH-Urteil vom 4. Mai 2006 - VI R 28/05 -, BStBl II Seite 781). Zinsvorteile, die der Arbeitnehmer durch Arbeitgeberdarlehen erh&auml;lt, sind Sachbez&uuml;ge. Sie sind als solche zu versteuern, wenn die Summe der noch nicht getilgten Darlehen am Ende des Lohnzahlungszeitraums 2.600 Euro &uuml;bersteigt. Beispiel: Ein Arbeitgeber gew&auml;hrt seinem Arbeitnehmer ein zinsloses Darlehen in Form eines Gehaltsvorschusses in H&ouml;he von 2.000 Euro. Die daraus resultierenden Zinsvorteile sind nicht als Arbeitslohn zu versteuern, da der Darlehensbetrag am Ende des Lohnzahlungszeitraums die Freigrenze von 2.600 Euro nicht &uuml;bersteigt. 2.1 Bewertung nach &sect; 8 Absatz 2 EStG Sachbez&uuml;ge sind mit den um &uuml;bliche Preisnachl&auml;sse geminderten &uuml;blichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen (&sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG). Von einem &uuml;blichen Endpreis ist bei einem Darlehen auszugehen, wenn sein Zinssatz mit dem Ma&szlig;stabszinssatz (Rdnr. 3 Satz 3) vergleichbar ist, der pauschale Abschlag i. H. v. 4% nach R 8.1 Absatz 2 Satz 3 LStR ist vorzunehmen. Solch ein &uuml;blicher Endpreis kann sich aus dem Angebot eines Kreditinstituts am Abgabeort ergeben. Als &uuml;blicher Endpreis gilt auch der g&uuml;nstigste Preis f&uuml;r ein vergleichbares Darlehen mit nachgewiesener g&uuml;nstigster Marktkondition, zu der das Darlehen unter Einbeziehung allgemein zug&auml;nglicher Internetangebote (z.B. Internetangebote von Direktbanken) an Endverbraucher angeboten wird, ohne dass individuelle Preisverhandlungen im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ber&uuml;cksichtigt werden. Bei dieser Ermittlung kommt der pauschale Abschlag i. H. v. 4% nach R 8.1 Absatz 2 Satz 3 LStR nicht zur Anwendung. Hat der Arbeitgeber den Zinsvorteil nach dem &uuml;blichen Endpreis am Abgabeort bewertet (Rdnr. 5 Satz 2), kann der Arbeitnehmer dennoch die Zinsvorteile im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung mit dem niedrigeren g&uuml;nstigsten Preis am Markt i. S. d. Rdnr. 5 Satz 4 bewerten und dem Finanzamt nachweisen (z.B. durch Ausdruck des in einem Internet-Vergleichsportal ausgewiesenen individualisierten g&uuml;nstigeren inl&auml;ndischen Kreditangebots zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses). Ein solcher Nachweis ist auch dann zul&auml;ssig, wenn der Arbeitgeber bereits den aus seiner Sicht g&uuml;nstigsten Preis am Markt i. S. d. Rdnr. 5 Satz 4 angesetzt hat und der Arbeitnehmer einen noch niedrigeren g&uuml;nstigsten Preis am Markt ber&uuml;cksichtigt haben m&ouml;chte. Das g&uuml;nstigere inl&auml;ndische Angebot muss in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Gew&auml;hrung des Arbeitgeberdarlehens stehen. Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden ist es nicht zu beanstanden, wenn dieses Angebot bis zu 10 Tage vor der Kreditanfrage beim Arbeitgeber und bis zu 10 Tage nach dem Vertragsabschluss des Arbeitgeberdarlehens eingeholt wird. Der Arbeitgeber hat die Unterlagen f&uuml;r den ermittelten und der Lohnversteuerung zu Grunde gelegten Endpreis sowie die Berechnung der Zinsvorteile zu dokumentieren, als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren und dem Arbeitnehmer auf Verlangen formlos mitzuteilen. 2.1.2 Ermittlung des Zinsvorteils Bei nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG zu bewertenden Zinsvorteilen im Zusammenhang mit Arbeitgeberdarlehen bemisst sich der geldwerte Vorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Ma&szlig;stabszinssatz f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Abgabeort (Rdnr. 5 Satz 2) oder dem g&uuml;nstigsten Preis f&uuml;r ein vergleichbares Darlehen am Markt (Rdnr. 5 Satz 4) und dem Zinssatz, der im konkreten Einzelfall vereinbart ist. Vergleichbar in diesem Sinne ist ein Darlehen, das dem Arbeitgeberdarlehen insbesondere hinsichtlich der Kreditart (z.B. Wohnungsbaukredit, Konsumentenkredit/Ratenkredit, &Uuml;berziehungskredit), der Laufzeit des Darlehens, der Dauer der Zinsfestlegung, der zu beachtenden Beleihungsgrenze und des Zeitpunktes der Tilgungsverrechnung im Wesentlichen entspricht. Die Einordung des jeweiligen Darlehens (Kreditart) richtet sich allein nach dem tats&auml;chlichen Verwendungszweck. Bei Arbeitgeberdarlehen mit Zinsfestlegung ist grunds&auml;tzlich f&uuml;r die gesamte Vertragslaufzeit der Ma&szlig;stabszinssatz f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Abgabeort (Rdnr. 5 Satz 2) oder der g&uuml;nstigste Preis f&uuml;r ein vergleichbares Darlehen am Markt (Rdnr. 5 Satz 4) bei Vertragsabschluss ma&szlig;geblich. Werden nach Ablauf der Zinsfestlegung die Zinskonditionen desselben Darlehens neu vereinbart (Prolongation), ist der Zinsvorteil neu zu ermitteln. Dabei ist der neu vereinbarte Zinssatz mit dem Ma&szlig;stabszinssatz f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Abgabeort (Rdnr. 5 Satz 2) oder dem g&uuml;nstigsten Preis f&uuml;r ein vergleichbares Darlehen am Markt (Rdnr. 5 Satz 4) im Zeitpunkt der Prolongationsvereinbarung zu vergleichen. Bei Arbeitgeberdarlehen mit variablem Zinssatz ist f&uuml;r die Ermittlung des Zinsvorteils im Zeitpunkt der vertraglichen Zinssatzanpassung der neu vereinbarte Zinssatz mit dem jeweils aktuellen Ma&szlig;stabszinssatz f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Abgabeort (Rdnr. 5 Satz 2) oder dem jeweils g&uuml;nstigsten Preis f&uuml;r ein vergleichbares Darlehen am Markt (Rdnr. 5 Satz 4) zu vergleichen. Bei der Pr&uuml;fung, ob die f&uuml;r Sachbez&uuml;ge anzuwendende 44 Euro -Freigrenze (&sect; 8 Absatz 2 Satz 11 EStG) &uuml;berschritten wird, sind Zinsvorteile aus der &Uuml;berlassung eines zinslosen oder zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehens vorbehaltlich der Rdnr. 4 einzubeziehen. Ein nach Beachtung der Rdnr. 4 und der Rdnr. 10 ermittelter steuerpflichtiger Zinsvorteil aus der &Uuml;berlassung eines zinslosen oder zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehens i. S. d. &sect; 8 Absatz 2 EStG kann nach &sect; 37b EStG pauschal besteuert werden (vgl. hierzu BMFSchreiben vom 19. Mai 2015, BStBl I Seite 1). Der Arbeitgeber kann die Entscheidung, &sect; 37b Absatz 2 EStG innerhalb eines Kalenderjahres anzuwenden, nicht zur&uuml;cknehmen. Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden wird es nicht beanstandet, wenn bei einer Bewertung nach Rdnr. 5 Satz 2 f&uuml;r die Feststellung des Ma&szlig;stabszinssatzes die bei Vertragsabschluss von der Deutschen Bundesbank zuletzt ver&ouml;ffentlichten Effektivzinss&auml;tze - also die gewichteten Durchschnittszinss&auml;tze - herangezogen werden, die unter http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Geld_Und_Kapitalmaerkte/ Zinssaetze_Renditen/S11BATGV.pdf?_blobpublicationFile ver&ouml;ffentlicht sind. Von dem sich danach ergebenden Effektivzinssatz kann nach R 8.1 Absatz 2 Satz 3 LStR ein pauschaler Abschlag von 4% vorgenommen werden. Aus der Differenz zwischen diesem Ma&szlig;stabszinssatz und dem Zinssatz, der im konkreten Einzelfall vereinbart ist, sind die Zinsverbilligung und der Zinsvorteil zu ermitteln, wobei die Zahlungsweise der Zinsen (z.B. monatlich, j&auml;hrlich) unma&szlig;geblich ist. Zwischen den einzelnen Arten von Krediten (z.B. Wohnungsbaukredit, Konsumentenkredit/Ratenkredit) ist zu unterscheiden. Ein Arbeitnehmer erh&auml;lt im M&auml;rz 2015 ein Arbeitgeberdarlehen von 30.000 Euro zu einem Effektivzinssatz von 2% j&auml;hrlich (Laufzeit 4 Jahre mit monatlicher Tilgungsverrechnung und monatlicher F&auml;lligkeit der Zinsen). Der bei Vertragsabschluss im M&auml;rz 2015 von der Deutschen Bundesbank f&uuml;r Konsumentenkredite mit anf&auml;nglicher Zinsbindung von &uuml;ber einem Jahr bis zu f&uuml;nf Jahren ver&ouml;ffentlichte Effektivzinssatz (Erhebungszeitraum Januar 2015) betr&auml;gt 4,71%. Nach Abzug des pauschalen Abschlags von 4% ergibt sich ein Ma&szlig;stabszinssatz von 4,52% (Ansatz von zwei Dezimalstellen - ohne Rundung). Die Zinsverbilligung betr&auml;gt somit 2,52% (4,52% abz&uuml;glich 2%). Danach ergibt sich im M&auml;rz 2015 ein Zinsvorteil von 63 Euro (2,52% von 30.000 Euro x 1/12). Dieser Vorteil ist - da die 44 Euro-Freigrenze &uuml;berschritten ist lohnsteuerpflichtig. Der Zinsvorteil ist jeweils bei Tilgung des Arbeitgeberdarlehens f&uuml;r die Restschuld neu zu ermitteln. 2.1.3 Einzelanfragen zur Ermittlung des Ma&szlig;stabszinssatzes Einzelanfragen zur Ermittlung des Ma&szlig;stabszinssatzes f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Abgabeort sind bei der Deutschen Bundesbank unter https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Kontakt/kontakt_node.html?contact_id1 6148 m&ouml;glich. 2.2 Bewertung nach &sect; 8 Absatz 3 EStG Der Zinsvorteil aus der &Uuml;berlassung eines zinslosen oder zinsverbilligten Darlehens kann nach &sect; 8 Absatz 3 EStG ermittelt werden, wenn der Arbeitgeber Darlehen gleicher Art und mit Ausnahme des Zinssatzes - zu gleichen Konditionen (insbesondere Laufzeit des Darlehens, Dauer der Zinsfestlegung, Zeitpunkt der Tilgungsverrechnung) &uuml;berwiegend an betriebsfremde Dritte vergibt und der Zinsvorteil nicht nach &sect; 40 EStG pauschal besteuert wird. Endpreis i. S. d. &sect; 8 Absatz 3 EStG f&uuml;r die von einem Kreditinstitut gegen&uuml;ber seinen Mitarbeitern erbrachten Dienstleistungen ist grunds&auml;tzlich der Preis, der f&uuml;r diese Leistungen im Preisaushang des Kreditinstituts oder der kontof&uuml;hrenden Zweigstelle angegeben ist. Dieser Preisaushang ist f&uuml;r die steuerliche Bewertung auch der Dienstleistungen ma&szlig;gebend, die vom Umfang her den Rahmen des standardisierten Privatkundengesch&auml;fts &uuml;bersteigen, es sei denn, dass f&uuml;r derartige Dienstleistungen in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen offen zug&auml;ngliche besondere Preisverzeichnisse ausgelegt werden. Es ist zur Ermittlung des Zinsvorteils nach &sect; 8 Absatz 3 EStG zul&auml;ssig, von dem im Preisaushang dargestellten Preis abzuweichen. Rdnr. 7 und 8 des BMF-Schreibens vom 16. Mai 2013 (BStBl I Seite 729), wonach am Ende von Verkaufsverhandlungen durchschnittlich gew&auml;hrte Preisnachl&auml;sse zu ber&uuml;cksichtigen sind, gilt auch f&uuml;r die Ermittlung des Zinsvorteils nach &sect; 8 Absatz 3 EStG f&uuml;r die von einem Kreditinstitut gegen&uuml;ber seinen Mitarbeitern erbrachten Dienstleistungen. Der Abschlag von 4% nach &sect; 8 Absatz 3 Satz 1 EStG ist stets vorzunehmen. 2.2.2 Ermittlung des Zinsvorteils Wird der Zinsvorteil nach &sect; 8 Absatz 3 EStG bewertet, bemisst sich der Zinsvorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem nach Rdnr. 16 ermittelten und um 4% geminderten Effektivzinssatz, den der Arbeitgeber fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr f&uuml;r Darlehen vergleichbarer Kreditart (z.B. Wohnungsbaukredit, Konsumentenkredit) anbietet (Ma&szlig;stabszinssatz), und dem Zinssatz, der im konkreten Einzelfall vereinbart ist. Bei Arbeitgeberdarlehen mit Zinsfestlegung ist grunds&auml;tzlich der Ma&szlig;stabszinssatz bei Vertragsabschluss f&uuml;r die gesamte Vertragslaufzeit ma&szlig;geblich. Im Falle der Prolongation ist der neu vereinbarte Zinssatz mit dem Ma&szlig;stabszinssatz im Zeitpunkt der Prolongationsvereinbarung zu vergleichen. Bei Arbeitgeberdarlehen mit variablem Zinssatz ist f&uuml;r die Ermittlung des Zinsvorteils im Zeitpunkt der vertraglichen Zinssatzanpassung der neu vereinbarte Zinssatz mit dem jeweils aktuellen Ma&szlig;stabszinssatz zu vergleichen. Der Arbeitgeber hat die Unterlagen f&uuml;r den ermittelten und der Lohnversteuerung zu Grunde gelegten Endpreis sowie die Berechnung des Zinsvorteils zu dokumentieren, als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren und dem Arbeitnehmer auf Verlangen formlos mitzuteilen. Wird der Zinsvorteil aus der &Uuml;berlassung eines zinslosen oder zinsverbilligten Darlehens nach &sect; 40 Absatz 1 EStG pauschal versteuert, so ist der Zinsvorteil nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG zu bewerten (vgl. Tz. 2.1, Rdnr. 5 bis 13). Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber Darlehen &uuml;berwiegend betriebsfremden Dritten &uuml;berl&auml;sst. Sind die Voraussetzungen f&uuml;r die Lohnsteuerpauschalierung erf&uuml;llt, insbesondere weil ein Pauschalierungsantrag gestellt worden ist, kann diese Bewertungsmethode auch dann gew&auml;hlt werden, wenn keine pauschale Lohnsteuer anf&auml;llt. In den F&auml;llen des &sect; 8 Absatz 3 EStG ist es auch dann nicht zul&auml;ssig, die Steuer nach &sect; 37b Absatz 2 EStG zu pauschalieren, wenn der Arbeitgeber nach R 8.2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 LStR die Bewertung des geldwerten Vorteils nach &sect; 8 Absatz 2 EStG w&auml;hlt und der Zinsvorteil nicht nach &sect; 40 Absatz 1 EStG pauschal versteuert worden ist. Zinsvorteile sind als sonstige Bez&uuml;ge i. S. d. &sect; 40 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG anzusehen, wenn der ma&szlig;gebende Zinszahlungszeitraum den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum &uuml;berschreitet. Wird der Zinsvorteil nur zum Teil pauschal versteuert, weil die Pauschalierungsgrenze des &sect; 40 Absatz 1 Satz 3 EStG &uuml;berschritten ist, so ist bei der Bewertung des individuell zu versteuernden Zinsvorteils der Teilbetrag des Darlehens au&szlig;er Ansatz zu lassen, f&uuml;r den die Zinsvorteile unter Anwendung der Tz. 2.1. (Rdnr. 5 bis 13) pauschal versteuert werden. Ein Kreditinstitut &uuml;berl&auml;sst seinem Arbeitnehmer am 1. Januar 2015 ein Arbeitgeberdarlehen von 150.000 Euro zum Effektivzinssatz von 2% j&auml;hrlich (Laufzeit 4 Jahre mit j&auml;hrlicher Tilgungsverrechnung und viertelj&auml;hrlicher F&auml;lligkeit der Zinsen). Darlehen gleicher Art bietet das Kreditinstitut fremden Kunden im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr zu einem Effektivzinssatz von 4,5% an. Der nachgewiesene g&uuml;nstigste Zinssatz f&uuml;r vergleichbare Darlehen am Markt (i. S. d. Rdnr. 5 Satz 4) wurde im Internet bei einer Direktbank mit 4% ermittelt. Das Kreditinstitut beantragt die Besteuerung nach &sect; 40 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG. Der Zinsvorteil ist insoweit nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG zu ermitteln. Die nach Tz. 2.1.2 ermittelte Zinsverbilligung betr&auml;gt 2% (markt&uuml;blicher Zinssatz 4%, abz&uuml;glich Zinslast des Arbeitnehmers von 2%). Der pauschale Abschlag i. H. v. 4% nach R 8.1 Absatz 2 Satz 3 LStR kommt nicht in Betracht. Der Zinsvorteil im Kalenderjahr 2015 betr&auml;gt 3.000 Euro (2% von 150.000 Euro). Mangels anderer pauschal besteuerter Leistungen kann der Zinsvorteil des Arbeitnehmers bis zum H&ouml;chstbetrag von 1.000 Euro pauschal besteuert werden (Pauschalierungsgrenze). Ein Zinsvorteil von 1.000 Euro ergibt sich unter Ber&uuml;cksichtigung der nach Tz. 2.1.2 ermittelten Zinsverbilligung von 2% f&uuml;r ein Darlehen von 50.000 Euro (2% von 50.000 Euro 1.000 Euro). Mithin wird durch die Pauschalbesteuerung nur der Zinsvorteil aus einem Darlehensteilbetrag von 50.000 Euro abgedeckt. Der Zinsvorteil aus dem restlichen Darlehensteilbetrag von 100.000 Euro ist individuell zu versteuern. Der zu versteuernde Betrag ist wie folgt zu ermitteln: Nach Abzug eines Abschlags von 4% (&sect; 8 Absatz 3 Satz 1 EStG) vom Angebotspreis des Arbeitgebers von 4,5% ergibt sich ein Ma&szlig;stabszinssatz von 4,32%. 100.000 Euro Darlehen x Ma&szlig;stabszinssatz 4,32%./. Zinslast des Arbeitnehmers 100.000 Euro x 2% Zinsvorteil./. Rabattfreibetrag (&sect; 8 Absatz 3 Satz 2 EStG) zu versteuernder Zinsvorteil (Jahresbetrag) viertelj&auml;hrlich als sonstiger Bezug der Lohnsteuer Der Zinsvorteil ist jeweils bei Tilgung des Arbeitgeberdarlehens f&uuml;r die Restschuld neu zu ermitteln. 2.3 Wahlrechte zwischen den Bewertungsmethoden nach &sect; 8 Absatz 2 und Absatz 3 EStG Hinsichtlich der Wahlm&ouml;glichkeit des Arbeitnehmers f&uuml;r die Ermittlung des Zinsvorteils nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 oder Absatz 3 EStG gilt das BMF-Schreiben vom 16. Mai 2013 (BStBl I Seite 729) entsprechend. Der Arbeitnehmer kann den Zinsvorteil im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG (vgl. Rdnr. 5 - 13) bewerten. In diesen F&auml;llen hat der Arbeitnehmer den Endpreis nachzuweisen, den der Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren zu Grunde gelegt hat (z.B. durch eine formlose Mitteilung des Arbeitgebers). Dem Arbeitgeber bleibt es unbenommen, im Lohnsteuerabzugsverfahren den Zinsvorteil nach &sect; 8 Absatz 3 Satz 1 EStG (vgl. Rdnr. 15 - 18) zu bewerten. Er ist dann nicht verpflichtet, den Zinsvorteil nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG (vgl. Rdnr. 5 - 13) zu bewerten. Ermittelt der Arbeitgeber den Vorteil nach &sect; 8 Absatz 2 Satz 1 EStG, kann er einen um &uuml;bliche Preisnachl&auml;sse geminderten &uuml;blichen Endpreis am Abgabeort i. S. d. Rdnr. 5 Satz 2 ansetzen. Er ist dann nicht verpflichtet, den g&uuml;nstigsten Preis am Markt i. S. d. Rdnr. 5 Satz 4 zu ermitteln. 3. Zufluss von Arbeitslohn Als Zuflusszeitpunkt ist der F&auml;lligkeitstermin der Zinsen als Nutzungsentgelt f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines zinsverbilligten Darlehens anzusehen (vgl. Beispiel unter Tz. 2.2.2, Rdnr. 22). Bei der &Uuml;berlassung eines zinslosen Darlehens ist der Zufluss in dem Zeitpunkt anzunehmen, in dem das Entgelt &uuml;blicherweise f&auml;llig w&auml;re. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Entgelt &uuml;blicherweise zusammen mit der Tilgungsrate f&auml;llig w&auml;re. Wird ein Arbeitgeberdarlehen ohne Tilgungsleistung (endf&auml;lliges Darlehen) gew&auml;hrt, kann f&uuml;r die Entscheidung, ob der Zinsvorteil am Ende der Laufzeit oder monatlich, viertelj&auml;hrlich oder j&auml;hrlich zuflie&szlig;t, grunds&auml;tzlich dem der Vereinbarung zugrundeliegenden Willen der Beteiligten gefolgt werden. 4. Versteuerung in Sonderf&auml;llen 4.1 Versteuerung bei fehlender Zahlung von Arbeitslohn Erh&auml;lt der Arbeitnehmer keinen anderen laufenden Arbeitslohn (z.B. bei Beurlaubung, Elternzeit), ist der im Kalenderjahr erhaltene Zinsvorteil bei Wiederaufnahme der Arbeitslohnzahlung zu versteuern oder andernfalls sp&auml;testens nach Ablauf des Kalenderjahres nach &sect; 41c EStG zu behandeln. 4.2 Versteuerung bei Ausscheiden aus dem Dienstverh&auml;ltnis Scheidet der Arbeitnehmer aus dem Dienstverh&auml;ltnis aus und besteht das verg&uuml;nstigte Arbeitgeberdarlehen weiter, so hat der Arbeitgeber dies dem Betriebsst&auml;ttenfinanzamt anzuzeigen, wenn er aufgrund des beendeten Dienstverh&auml;ltnisses die Lohnsteuer f&uuml;r die Zinsvorteile nicht einbehalten kann (&sect; 41c Absatz 4 Satz 1 Nummer 1 EStG). 5. Sicherheitenbestellung Setzt der Zinssatz des vergleichbaren Darlehens eine Sicherheitenbestellung (z.B. eine Grundschuldbestellung) voraus, ist der Verzicht des Arbeitgebers auf eine solche Bestellung ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. In die Bewertung des geldwerten Vorteils einbezogen werden insbesondere die &uuml;blichen Kosten und Geb&uuml;hren des Grundbuchamts und des Notars f&uuml;r eine dingliche Sicherung des Arbeitgeberdarlehens. Diese Betr&auml;ge k&ouml;nnen regelm&auml;&szlig;ig mit den im Internet bereitgestellten Notar-/Grundbuchkostenrechnern ermittelt werden. Ein Abschlag ist nicht vorzunehmen. Als Zuflusszeitpunkt ist das Auszahlungsdatum des Arbeitgeberdarlehens anzusetzen. Ein geldwerter Vorteil f&uuml;r die ersparte L&ouml;schung einer Sicherheitenbestellung ist aus Vereinfachungsgr&uuml;nden nicht anzusetzen. 6. Aufzeichnungserleichterungen f&uuml;r Kreditinstitute Das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt kann auf Antrag eines Kreditinstituts Ausnahmen von der Aufzeichnung der geldwerten Vorteile zulassen, die sich aus der unentgeltlichen oder verbilligten Kontenf&uuml;hrung, Nutzung von Geldautomaten sowie der Ausgabe von Kreditkarten, Depotf&uuml;hrung bis zu einem Depotnennwert von 60.000 Euro (ma&szlig;gebend ist der Depotnennwert, nach dem die Depotgeb&uuml;hren berechnet werden), &Uuml;berlassung von Schlie&szlig;f&auml;chern und Banksafes und Beschaffung und R&uuml;cknahme von Devisen durch Barumtausch ergeben. Voraussetzung hierf&uuml;r ist, dass a) der durchschnittliche Betrag des Vorteils aus den von der Aufzeichnung befreiten Dienstleistungen unter Ber&uuml;cksichtigung des Preisabschlags nach &sect; 8 Absatz 3 EStG von 4% je Arbeitnehmer ermittelt wird (Durchschnittsbetrag). Der Durchschnittsbetrag ist jeweils im letzten Lohnzahlungszeitraum eines Kalenderjahres aus der summarischen Erfassung s&auml;mtlicher aufzeichnungsbefreiter Vorteile der vorangegangenen 12 Monate f&uuml;r die Arbeitnehmer eines Kreditinstituts (einschlie&szlig;lich s&auml;mtlicher inl&auml;ndischer Zweigstellen) zu ermitteln. Dabei sind auch die Vorteile einzubeziehen, die der Arbeitgeber Personen einr&auml;umt, die mit den Arbeitnehmern verbunden sind. Falls erforderlich, k&ouml;nnen f&uuml;r alleinstehende und verheiratete Arbeitnehmer unterschiedliche Durchschnittsbetr&auml;ge festgesetzt werden. Hat ein Kreditinstitut mehrere lohnsteuerliche Betriebsst&auml;tten, so ist der Aufzeichnungsverzicht und ggf. die Festsetzung des Durchschnittsbetrags mit den anderen Betriebsst&auml;ttenfinanz&auml;mtern abzustimmen. b) der Arbeitgeber im letzten Lohnzahlungszeitraum des Kalenderjahres den Betrag pauschal nach &sect; 40 Absatz 1 EStG versteuert, um den die Summe der Vorteile aus den nicht aufzeichnungsbefreiten Dienstleistungen und dem Durchschnittsbetrag bei den einzelnen Arbeitnehmern den Rabattfreibetrag von 1.080 Euro &uuml;bersteigt. Dabei ist der &uuml;bersteigende Betrag wenigstens bis zur H&ouml;he des Durchschnittsbetrags pauschal zu versteuern. Soweit die Vorteile pauschal versteuert werden, sind sie nach &sect; 8 Absatz 2 EStG zu bewerten. 7. Anrufungsauskunft F&uuml;r Sachverhalte zur steuerlichen Behandlung von Arbeitgeberdarlehen kann eine Anrufungsauskunft i. S. d. &sect; 42e EStG eingeholt werden</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01957.pdf">Publikation zeigen</a></p>