<h1>Rascher &Uuml;bergang in Berufsausbildung</h1> <h2>Jugendliche mit Hauptschulabschluss haben besonders gro&szlig;e Probleme, eine betriebliche Ausbildungsstelle zu finden... Quelle BIBB</h2> <p>Schwacher Schulabschluss und dennoch rascher &Uuml;bergang in Berufsausbildung? Einflussfaktoren auf die &Uuml;bergangsprozesse von Hauptschulabsolventen mit Konsequenzen f&uuml;r deren weitere Bildungswege. Theoretischer Zugang: Ressourcentheoretisches Modell zum &Uuml;bergang in Berufsausbildung. Freizeitaktivit&auml;ten w&auml;hrend der Schulzeit. Institutionalisierte Unterst&uuml;tzung bei der Berufswahl und Lehrstellensuche. Informelle Unterst&uuml;tzung bei der Berufswahl und Lehrstellensuche. Ausbildungsmarktverh&auml;ltnisse. Faktisches Bewerbungsverhalten. Determinanten der &Uuml;bergangsdauer in eine duale Berufsausbildung. Determinanten der f&uuml;r einen Ausbildungszugang nutzbaren Ressourcen. Obwohl in 2012 das Interesse der Schulabg&auml;nger/-innen1 an einer dualen Berufsausbildung leicht gesunken ist, weil der Trend zu h&ouml;heren Schulabschl&uuml;ssen zu einem Anstieg der Studienberechtigten gef&uuml;hrt hat (Friedrich 2013), ist f&uuml;r die meisten jungen Menschen eine duale Berufsausbildung &#039;&#039;noch immer der K&ouml;nigsweg&#039;&#039; (Friedrich 2011, S. 86), um einen Berufsabschluss zu erlangen. Diese Haltung zeigt sich in Befragungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu ihren berufsbiografischen Perspektiven und Lebensorientierungen immer wie der (z.B. Mansel/Speck 2012). Dar&uuml;ber hinaus spiegelt sie sich auch in Statistiken zur Berufsausbildung. So beginnen rund 57 Prozent der Jugendlichen eine Berufsausbildung im dualen System (Gericke 2013, S. 157). Allerdings thematisieren Heike Solga und Laura Menze (2013, S. 6) auch die Kehrseite der starken Dominanz der dualen Berufsausbildung. Aufgrund ihrer herausragenden Stellung ist in Deutschland die Beteiligung an Erwerbsarbeit ebenfalls berufsf&ouml;rmig organisiert und geregelt. Deshalb sind hier im europ&auml;ischen Vergleich die Folgen von Ausbildungslosigkeit f&uuml;r die Lebenschancen junger Menschen besonders gravierend. Die Erwerbslosenquote von Personen ohne einen Berufsabschluss lag 2011 mit knapp 20 Prozent deutlich h&ouml;her als jene von beruflich Qualifizierten (Weber/Weber 2013). Dar&uuml;ber hinaus ist ein Berufsabschluss in Deutschland nicht nur f&uuml;r den Erwerbsstatus, sondern auch f&uuml;r die soziale Integration von erheblicher Relevanz (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2012, S. 9). Berufe bilden in Deutschland seit jeher f&uuml;r die Menschen zentrale Definitionsr&auml;ume sozialer Identit&auml;t (Gildemeister/Robert 1987, S. 72), was sich nicht zuletzt auch aus den zahlreichen Familiennamen ableiten l&auml;sst, die auf die fr&uuml;here berufliche T&auml;tigkeit der Ahnen schlie&szlig;en lassen (Obermann 2013, S. 15). Insbesondere auch aufgrund der gro&szlig;en Bedeutung, die eine duale Berufsausbildung f&uuml;r die Lebensperspektiven junger Menschen hat, gilt seit den 1960er Jahren der bildungspolitische Grundsatz &#039;&#039;Ausbildung f&uuml;r alle&#039;&#039;. Institutionell unterstrichen wird dieses Postulat auch dadurch, dass f&uuml;r eine duale Berufsausbildung keine formalen Zugangsvoraussetzungen wie im Schul- oder Hochschulbereich gelten. Umso kritischer stimmt die Tatsache, dass es dennoch Jahr f&uuml;r Jahr vielen ausbildungsinteressierten Jugendlichen (vorerst) nicht gelingt, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden - ungeachtet sinkender Zahlen von Schulabg&auml;nger/-innen und der Rede vom Fachkr&auml;ftemangel. Obwohl die Einm&uuml;ndungsquote der Ausbildungsinteressierten zwischenzeitlich deutlich anstieg - an ihrem Tiefpunkt lag sie bei nur 59,2 Prozent in 2006 -, schafften es 2012 lediglich knapp 67 Prozent, eine duale Berufsausbildung aufzunehmen (Ulrich 2013, S. 26). In 2013 sank die Quote wieder auf 65 Prozent (Ulrich u. a. 2014). Dabei spielt die marktf&ouml;rmige Steuerung des Zugangs zu einer dualen Berufsausbildung eine wesentliche Rolle. &Uuml;ber Art und Anzahl der angebotenen Ausbildungspl&auml;tze sowie &uuml;ber die von k&uuml;nftigen Auszubildenden entscheiden weniger die Ausbildungsbedarfe der Jugendlichen als die Betriebe, Praxen und Verwaltungen. Deren Nachfrage nach Auszubildenden orientiert sich aber prim&auml;r am eigenen Bedarf und nur nachrangig an den Ausbildungsw&uuml;nschen der Jugendlichen (Troltsch/Walden 2010, vgl. auch Kapitel 2.1). In den letzten 40 Jahren sind die Ausbildungsmarktbilanzen meistens zu Ungunsten der Jugendlichen ausgefallen, weil zu wenige Ausbildungspl&auml;tze angeboten wurden (Baethge 2008, S. 582 ff., Granato/Ulrich 2013). Ungeachtet deutlich gestiegener Probleme, Ausbildungspl&auml;tze in bestimmten Berufen, Branchen und Regionen zu besetzen (Schier/Ulrich 2014), gilt dies auch f&uuml;r die j&uuml;ngere Zeit. Mit nur noch knapp 21 Prozent erreichte die Ausbildungsbetriebsquote im Herbst 2012 einen neuen historischen Tiefstand, worin Experten Risiken f&uuml;r die &#039;&#039;Leistungsf&auml;higkeit des dualen Systems&#039;&#039; sehen (Esser 2013). Die Zahl derer, die sich erfolglos um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;hten, stieg zuletzt wieder deutlich an (Ulrich u. a. 2014). Diese Feststellung des dominanten Einflusses struktureller Bedingungen am Ausbildungsmarkt verstehen wir f&uuml;r unsere Untersuchung als Ausgangsthese, die wir f&uuml;r Deutschland weiterverfolgen werden. Dabei interessieren uns allerdings nicht nur die f&uuml;r den Einstieg in eine Berufsausbildung relevanten Einflussfaktoren. Wir m&ouml;chten dar&uuml;ber hinaus rekonstruieren, ob und - falls ja - wie der verz&ouml;gerte Beginn einer Berufsausbildung, auch durch einen Besuch einer Ma&szlig;nahme im &Uuml;bergangsbereich, den weiteren Bildungsverlauf der jungen Menschen beeinflusst. In Deutschland liegen jedoch keine entsprechenden repr&auml;sentativen Paneldaten wie in der Schweizer &#039;&#039;TREE-Untersuchung&#039;&#039; (&#039;&#039;Transitions from Education to Employment&#039;&#039;) vor</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/01973.pdf">Publikation zeigen</a></p>